Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Dramenanalysen/Iphigenie auf Tauris: Unterschied zwischen den Versionen

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•Pylades Verdacht, sie habe den König gekannt, verstärkt sich.
•Pylades Verdacht, sie habe den König gekannt, verstärkt sich.


==== Was ist Verantwortung, was ist Schuld? Menschenbilder und Moralvorstellungen ====


Was ist Verantwortung, was ist Schuld?
{{Box|Arbeitsauftrag|Warum sind Orest und Pylades in so unterschiedlicher psychischer Verfassung? Bearbeite dazu intensiv V.710 - 715.|Arbeitsmethode}}<br /><blockquote>Orest:</blockquote><blockquote>Wenn sie dem Menschen frohe Tat bescheren,</blockquote><blockquote>Daß er ein Unheil von den Seinen wendet,</blockquote><blockquote>Daß er sein Reich vermehrt, die Grenzen sichert</blockquote><blockquote>Und alte Feinde fallen oder fliehn:</blockquote><blockquote>Dann mag er danken! denn ihm hat ein Gott</blockquote><blockquote>Des Lebens erste, letzte Lust gegönnt.</blockquote><blockquote>Mich haben sie zum Schlächter auserkoren,</blockquote><blockquote>Zum Mörder meiner doch verehrten Mutter,</blockquote><blockquote>Und, eine Schandtat schändlich rächend, mich</blockquote><blockquote>Durch ihren Wink zugrund gerichtet. Glaube,</blockquote><blockquote>Sie haben es auf Tantals Haus gerichtet,</blockquote><blockquote>Und ich, der Letzte, soll nicht schuldlos, soll</blockquote><blockquote>Nicht ehrenvoll vergehn.</blockquote><blockquote>Pylades:</blockquote><blockquote>Die Götter rächen</blockquote><blockquote>Der Väter Missetat nicht an dem Sohn;</blockquote><blockquote>Ein jeglicher, gut oder böse, nimmt</blockquote><blockquote>Sich seinen Lohn mit seiner Tat hinweg.</blockquote><blockquote>Et erbt der Eltern Segen, nicht ihr Fluch.</blockquote>
 
{{Box|Arbeitsauftrag|Warum sind Orest und Pylades in so unterschiedlicher psychischer Verfassung? Bearbeite dazu intensiv V.710 - 715.|Arbeitsmethode}}<br />{{Box|Text|
 
Orest:
 
      Wenn sie dem Menschen frohe Tat bescheren,
 
      Daß er ein Unheil von den Seinen wendet,
 
      Daß er sein Reich vermehrt, die Grenzen sichert
 
      Und alte Feinde fallen oder fliehn:
 
      Dann mag er danken! denn ihm hat ein Gott
 
      Des Lebens erste, letzte Lust gegönnt.
 
      Mich haben sie zum Schlächter auserkoren,
 
      Zum Mörder meiner doch verehrten Mutter,
 
      Und, eine Schandtat schändlich rächend, mich
 
      Durch ihren Wink zugrund gerichtet. Glaube,
 
      Sie haben es auf Tantals Haus gerichtet,
 
      Und ich, der Letzte, soll nicht schuldlos, soll
 
      Nicht ehrenvoll vergehn.
 
Pylades:
 
      Die Götter rächen
 
      Der Väter Missetat nicht an dem Sohn;
 
      Ein jeglicher, gut oder böse, nimmt
 
      Sich seinen Lohn mit seiner Tat hinweg.
 
      Es erbt der Eltern Segen, nicht ihr Fluch.
 
|Zitat}}





Version vom 19. Oktober 2023, 09:07 Uhr

H. Romberg: Iphigenie auf Tauris. Ursprung unbekannt. Lizenz: gemeinfrei, auch in den USA.

Was bisher geschah….

I: Akt: Exposition - Einführung in Ort, Zeit, Handlung

Iphigenie hat einen Heiratsantrag von Thoas, König von Tauris, erhalten.

Sie will aber nicht heiraten, weil

- sie ihr Leben der Götting Diana gewidmet,

- sie sich sorgt, möglicherweise den Tantalidenfluch in die nächste Generation weiterzugeben.

Thoas droht, bei Ablehnung die Blutopfer wieder einzuführen.

Es entsteht der dramatische Konflikt: Wie soll sich Iphigenie verhalten?

Wie wird es weitergehen? …

II. Akt: Zuspitzung des Konfliktes; Spannung steigt

Orest - Iphigenies Bruder - und Pylades - sein Freund - tauchen auf.



Arbeitsauftrag
Bearbeite II,1: Wie und in welcher Verfassung kommen Orest und Pylades auf Tauris an?

Beide sind in unterschiedlicher Verfassung: Orest erwartet seinen Tod als Erfüllung des Fluches, Pylades gibt sich kämpferisch, am Leben bleiben zu können.

Orest ist der Anführer, Pylades sein Begleiter, beide scheinen sich jedoch durchaus nahe zu stehen.

Wie sie dahin gekommen sind, ist aktuell noch nicht ganz klar: Suche, Zufall, Schicksal?


Ein Vorschlag [ElDeNSG]:


1.Auftritt

Orest und Pylades werden von Apollen nach Tauris geschickt, um nach Hilfe von seiner „vielgeliebten Schwester“(Diana) zu suchen, nachdem Orest „[…] Apollen bat, das grässliche Geleit der Rachegeister von der Seite [ihm] abzunehmen“.

Beide sind in unterschiedlicher Verfassung. Während Orest eher pessimistisch gestimmt ist und fürchtet, dass sein Tod schon nahe stehe, sieht Pylades die Situation mit einem optimistischen Blick und ist noch nicht bereit aufzugeben, sondern hofft darauf, dass er und Orest gerettet werden können. So versucht er Orest aufzuheitern und ihm Mut zu machen. Am Ende des ersten Auftrittes teilt Orest seine Sorgen mit. So erklärt er, habe er die Angst, sie würden vom König geopfert werden und, dass „ein Weib“ sie nicht retten könne. Woraufhin ihn Pylades erneut beruhigt, indem er behauptet, dass ein Mann an die Grausamkeit gewöhnt sei und aus Gewohnheit hart und kalt werden könne , während eine Frau fest bei ihrem Entschluss bliebe. Der Auftritt endet, indem Orest geht und Pylades mit Iphigenie allein lässt.

2. Auftritt (Zusammenfassung)

•Iphigenie scheint direkt zu Beginn zu bemerken, dass Pylades eher ein Grieche als ein Skythen ist

•Pylades versucht sich bei ihr einzuschleimen

•Iphigenie verschweigt ihre Herkunft , aber auch Pylades lügt über seine Familiensituation und seinen, und Orests Namen—> Cephalus und Laodamas

• Pylades berichtet vom Fall Trojas und von den Gefallenen Kriegern(Palamedes, Ajax Telamons)

•Er erzählt von Klytämnestras und Ägisthens Mord an ihrem Vater(Agamemnon)

•Er verdächtigt, anhand ihrer Reaktion, sie habe in irgendeiner Weise eine Verbindung zu ihm

•Er erklärt, Ägisth habe ihn erschlagen, so habe Klytämnestra sich an dem Mord von Iphigenie rächen wollen

•Daraufhin verabschiedet sich Iphigenie und lässt Pylades allein

•Pylades Verdacht, sie habe den König gekannt, verstärkt sich.


Was ist Verantwortung, was ist Schuld? Menschenbilder und Moralvorstellungen

Arbeitsauftrag
Warum sind Orest und Pylades in so unterschiedlicher psychischer Verfassung? Bearbeite dazu intensiv V.710 - 715.


Orest:

Wenn sie dem Menschen frohe Tat bescheren,

Daß er ein Unheil von den Seinen wendet,

Daß er sein Reich vermehrt, die Grenzen sichert

Und alte Feinde fallen oder fliehn:

Dann mag er danken! denn ihm hat ein Gott

Des Lebens erste, letzte Lust gegönnt.

Mich haben sie zum Schlächter auserkoren,

Zum Mörder meiner doch verehrten Mutter,

Und, eine Schandtat schändlich rächend, mich

Durch ihren Wink zugrund gerichtet. Glaube,

Sie haben es auf Tantals Haus gerichtet,

Und ich, der Letzte, soll nicht schuldlos, soll

Nicht ehrenvoll vergehn.

Pylades:

Die Götter rächen

Der Väter Missetat nicht an dem Sohn;

Ein jeglicher, gut oder böse, nimmt

Sich seinen Lohn mit seiner Tat hinweg.

Et erbt der Eltern Segen, nicht ihr Fluch.


Teilnehmende:
KiANSG AnFrNSG CeKoNSG LaPeNSG JoScNSG MarWeNSG
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