Digitale Werkzeuge in der Schule/Basiswissen Analysis/Optimierungsprobleme

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In diesem Kapitel kannst du etwas zum Thema Optimierungsprobleme lernen.

In diesem Kapitel erklären wir dir zunächst, was Optimierungsprobleme sind. Dabei werden wir wichtige Begriffe wiederholen.

Anschließend kannst du selbstständig Aufgaben bearbeiten.

Bei den Aufgaben unterscheiden wir folgende Typen:

  • In Aufgaben, die orange gefärbt sind, kannst du grundlegende Kompetenzen wiederholen und vertiefen.
  • Aufgaben in blauer Farbe sind Aufgaben mittlerer Schwierigkeit.
  • Und Aufgaben mit grünem Streifen sind Knobelaufgaben.
  • Aufgaben, die mit einem ⭐ gekennzeichnet sind, sind nur für den LK gedacht.
Viel Erfolg!

Einführung: Optimierungsprobleme

Was sind Optimierungsprobleme?

Optimierungsprobleme , oder auch Extremwertprobleme, beschreiben eine Aufgabenform, bei der nach dem optimalen Wert einer Funktion gefragt wird. Dieser optimale Wert ist oftmals ein Extremwert, also ein Maximum oder ein Minimum.

Die Berechnung erfolgt dabei im Sachzusammenhang, es wird also beispielsweise nach dem minimalen Volumen einer Schachtel gefragt, die man mit einem Blatt Papier falten kann, oder nach dem maximalen Flächeninhalt eines Grundstücks, das man mit einer bestimmten Meterzahl an Zaunteilen einzäunen kann.

Die Funktion, deren Extremwert es zu bestimmen gilt, muss also noch ermittelt werden.

Vorgehen beim Lösen von Optimierungsproblemen

So löst du Optimierungsprobleme

Bei Optimierungsproblemen geht es stets darum, dass eine bestimmte Größe optimiert werden soll. So wird z. B. eine optimale Verpackung für Reis oder die optimale Anzahl an Zahnpasten gesucht, die in einen Karton passen - es geht also um eine Anwendungssituation. Das Ergebnis eines Optimierungsproblems ist daher auch meist kein exakter Wert sondern ein Näherungswert. Dieser muss natürlich sinnvoll gewählt sein.

Zur Lösung eines Optimierungsproblems muss man zunächst die Aufgabe genau lesen und verstehen. Hierbei kann man sich die folgenden Fragen stellen: Worum geht es? Welche Größen kommen vor und wie hängen sie zusammen? Welche Größe soll nun optimiert, also maximiert oder minimiert werden?

Der optimale Wert bedeutet mathematisch, den Extremwert einer Funktion zu bestimmen. Du musst also das Optimierungsproblem als Funktion ausdrücken und dabei die anderen Größen miteinbeziehen. Mit dieser Funktion kannst du dann den optimalen Wert bestimmen.


Aufgabe 1: Das größtmöglichste Fussballfeld


Ein Sportplatz mit einer 400-m-Laufbahn soll so angelegt werden, dass das Fußballfeld möglichst groß ist. Die seitlichen Kurven des Sportplatzes sollen Halbkreise sein.

a) Für welche Länge und für weiche Breite wird das Fußballfeld im Inneren des Sportplatzes maximal?


Gegeben ist die Länge der Laufbahn um den Sportplatz herum, also der Umfang des Sportplatzes. Maximiert werden soll die Größe des Fussballfeldes, also der rechteckige Flächeninhalt A innerhalb des Sportplatzes. Überlege also zunächst, wie der Flächeninhalt A berechnet wird.

Die Formel zum Flächeninhalt ist A=ab.

Über die Größen selbst weißt du ebenfalls etwas durch den Umfang: U=2a+πb. Stelle die Formel für den Umfang nun nach a um.


Du erhältst: a=400πb2.

Setze nun deine Formel für a in den Flächeninhalt ein. So erhälst du deine Zielfunktion.

Deine Zielfunktion ist:

A(b)=400πb2b=πb22+200b

Für die Zielfunktion kann b nur zwischen 0 und 200 liegen, also 0<b<200

Nun musst du den optimalen Wert berechnen. Gesucht ist hier das Maximum. Bilde dazu die Ableitungen:

  1. A(b)=πb+200b
  2. A(b)=π

Prüfe nun die notwendige und hinreichende Bedingung.

Mit der notwendigen Bedingung A(b)=0 erhälst du dann b=200pi=63,66.

Mit der hinreichenden Bedingung folgt A(b)=π0, somit erfüllt b alle Bedingungen.

Berechne nun a.

a=400π200pi2=100

Der Flächeninhalt des Fussballfeldes wird also für eine Breite von 63,66m und eine Höhe von 100m maximal.

Die Formel zum Flächeninhalt ist A=ab und der Umfang lässt sich durch U=2a+πb berechnen. Stelle die Formel für den Umfang nun nach a um.

Du erhältst: a=400πb2.

Setze nun deine Formel für a in die Flächeninhaltsformel ein. So erhälst du deine Zielfunktion. Deine Zielfunktion ist: A(b)=400πb2b=πb22+200b

Für die Zielfunktion kann b nur zwischen 0 und 200 liegen, also 0<b<200.

Gesucht ist nun das Maximum. Um dieses zu bestimmen, bilde zunächst die Ableitung.

  1. A(b)=πb+200b
  2. A(b)=π

Prüfe nun die notwendige und hinreichende Bedingung. Mit der notwendigen Bedingung A(b)=0 erhälst du dann b=200pi=63,66. Mit der hinreichenden Bedingung folgt A(b)=π0, somit erfüllt b alle Bedingungen.

Berechne nun a, indem b=200pi in a=400πb2 eingesetzt wird. a=400π200pi2=100

Der Flächeninhalt des Fussballfeldes wird also für eine Breite von 63,66m und eine Höhe von 100m maximal.

b) Wie groß ist das Fußballfeld?

Berechne nun durch Einsetzen von a und b den Flächeninhalt A:

A=10063,66=6366

Der Flächeninhalt wird also auf 6366m maximiert.


Aufgabe 2: Das optimale Paket

Eine Kartonfabrik stellt quaderförmige Pakete mit quadratischen Seitenflächen (a) her. Damit die Pakete nicht zu unhandlich werden, sollen noch zwei Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Länge (b) soll nicht größer als 200cm sein.
  • Länge (b) plus Umfang einer quadratischen Seitenfläche soll 360cm groß sein.
    300
    300

a) Ermittle die Abmessungen des Pakets mit dem größten Volumen.

Multipliziere Höhe, Breite und Länge, also aab, um das Volumen eines Quaders (Paketes) zu ermitteln.

Nutze die zweite Bedingung, stelle eine Gleichung auf und stelle diese nach b um.

Zweite Bedingung: Länge (b) plus Umfang einer quadratischen Seitenfläche soll 360cm groß sein. Den Umfang einer quadratischen Seitenfläche erhältst du, indem du 4a rechnest.

Die Definitionsmenge für die Zielfunktion V(a) ergibt sich aus der Bedingung für die Länge (b). Die Länge muss zum einen größer gleich 0 und zum anderen kleiner gleich 200 sein. Also gelten die folgenden zwei Ungleichungen, die du einfach nach a auflösen kannst. 03604a und

2003604a.


b) Gebe das maximale Volumen an.

Um das maximale Volumen angeben zu können, nutze die in Aufgabenteil a) ermittelten Abmessungen für die Höhe, Breite und Länge. Das Volumen errechnest du, indem du Höhe mal Breite mal Länge rechnest.


Zielfunktion aufstellen: Um das Volumen des Paktes zu errechnen, verwenden wir die folgende Funktion, die von den Variablen a und b abhängig ist: V(a,b)=aab=a2b.

Nebenbedingung aufstellen: Durch die zweite Bedingung können wir die folgende Gleichung aufstellen. b+4a=360. Die Gleichung stellen wir nach b um und erhalten: b=3604a. Nun können wir b in die Zielfunktion V(a,b) einsetzen, welche dann nur noch von der Variable a abhängt. Wir schreiben dann für die Funktion V(a) und erhalten V(a)=4a3+360a2.

Definitionsmenge angeben: Wir wollen nun eine Definitionsmenge für die Funktion V(a) angeben. Diese erhalten wir, indem wir uns die Bedingung für die Länge (b) anschauen. Offensichtlich muss die Länge größer gleich 0 sein. Es gilt also: 3604a0. Durch das Umstellen nach a folgt:a90. Außerdem muss die Länger kleiner gleich 200cm sein. Es gilt also: 3604a200. Durch das Umstellen nach a folgt: a40. Insgesamt ergibt das also 40a90.

Nun sollen die Extremstellen von V(a)bestimmt werden.

V(a)=12a2+720a

V(a)=24a+720.

Notw. Bedingung: V(a)=0.

12a2+720a=0 (Klammere das a aus und wende den Satz vom Nullprodukt an. Alternativ kannst du auch die pq-Formel anwenden.) (12a+720)a=0

>a=0 oder 12a+720=0. Da a40 muss 12a+720=0 gelten, also a=60.

Durch das Einsetzen von a=60 in V(a) folgt, dass V(a) an dieser Stelle einen Hochpunkt besitzt.

Breite und Höhe sind also 60cm. Die Länge ergibt sich durch das einsetzen von a=60 in b=3604a. b=120cm.

Das Volumen bestimmen: Wir berechnen nun das Volumen des optimalen Paketes, indem wir 6060120 berechnen.

Das maximale Volumen beträgt also 432000cm³.



Aufgabe 3: Die optimale Pommestüte

Leon möchte aus einem kreisförmigen Stück Papier mit dem Radius s=10cm eine Pommestüte formen.

Dazu schneidet er den Kreis längs eines Radius ein. Nun versucht Leon die Pommestüte so zu formen, sodass das Volumen der Pommestüte maximal ist, damit auch möglichst viele Pommes hineinpassen.

Was ist das maximale Volumen der Pommestüte?
Beachte, dass der Radius des Stücks Papier s=10cm der Mantellinie s des Kegels entspricht.
Das Volumen der Pommestüte errechnet man mit der Formel V(r,h)=13πr2h.
Mit Hilfe vom Satz des Pythagoras kannst du s2 bestimmen. Durch geeignetes Umstellen nach r2 erhältst du schließlich eine geeignete Nebenbedingung.

Leon möchte aus einem kreisförmigen Stück Papier eine Pommestüte formen, in die möglichst viele Pommes hineinpassen. Zu optimieren ist also das Volumen V(r,h)=13πr2h der Pommestüte.

Rollt Leon das Stück Papier nicht, so ist das Volumen V=0. Rollt Leon das Stück Papier ganz zusammen, so ist s=h=10.

Gegeben ist die Mantellinie mit s=10 der Pommestüte. Außerdem ist das Volumen der Pommestüte von den Variablen r(Radius) und h(Höhe) abhängig. Mit dem Satz des Pythagoras ergibt sich r2+h2=102. Stelle diese Gleichung nun nach r um und erhalte r2=100h2.

Setze diesen Ausdruck nun für r2 in die Formel für das Volumen ein. Du erhälst folgende Zielfunktion: V(h)=13π(100h2)h=13πh3+1003πh.

Für diese Funktion kann h nur zwischen 0 und 10 liegen, also 0<h<10.

Da es sich um eine Anwendungssituation handelt, reicht ein guter Näherungswert.

Die Ableitungsfunktion lautet V(h)=π*h2+1003*π.

Das maximale Volumen der Pommestüte beträgt ca. 403cm³.




Globales Extremum und Randextremum

Merke

Der größte Funktionswert unter allen Funktionswerten in der Definitionsmenge heißt globales Maximum. Der kleinste Funktionswert unter allen Funktionswerten in der Definitionsmenge heißt globales Minimum.

Ein globales Extremum an einer Randstelle der Definitionsmenge heißt Randextremum.
Aufgabe 4: Globale und lokale Extremstellen

Um diese Aufgabe vollständig zu sehen, aktiviere den Vollbildmodus rechts oben.


Aufgabe 5: Randextrema beachten


Gegeben ist der Graph einer Funktion g mit g(x)=(x3)2+2,5 im Intervall [0,3]. Ein achsenparalleles Rechteck wird so gelegt, dass ein Eckpunkt der Koordinatenursprung ist und der gegenüberliegende Eckpunkt A auf dem Graphen von g liegt. Welches der möglichen Rechtecke hat den größten Flächeninhalt?

Hinweis: Mit Hilfe der x-Achse wollen wir die Breite des Rechteckes in cm und mit Hilfe der y-Achse die Länge des Rechteckes in cm angeben.

Hinweis: In der Abbildung kannst du Punkt C verschieben.

GeoGebra
Den Flächeninhalt von einem Rechteck bestimmst du, indem du die Breite mit der Länge multiplizierst. Den Flächeninhalt geben wir durch A(x,y) an. Es gilt also A(x,y)=xy

Als Nebenbedingung eignet sich die Funktion g(x)=(x3)2+2,5. Das liegt daran, dass ein Eckpunkt im Koordinatenursprung liegt. Somit wird die Länge des Rechteckes durch den Funktionswert an der Stelle x bestimmt.

Die Nebenbedingung g(x) wird in A(x,y)=xy für y eingesetzt.


Mit x,y in cm berechnen wir den Flächeninhalt mit der Funktion A(x,y)=xy.

Die Nebenbedingung ist die angegebene Funktion g(x)=(x3)2+2,5. Da ein Eckpunkt im Koordinatenursprung liegt, wird die Länge des Rechteckes durch den Funktionswert an der Stelle x angegeben.

Setzt man nun die Nebenbedingung in die Funktion A(x,y) ein, so erhalten wir A(x)=x36x2+11,5x. Die Funktion heißt nun A(x), da sie nur noch von der Unbekannte x abhängt.

Nun lässt sich mit Hilfe der notwendigen Bedingung A(x)=0 und der hinreichenden Bedingung für Hochpunkte A(x)<0 die Stelle des lokalen Hochpunktes bestimmen. Anschließend setzen wir x in die Ausgangsfunktion A(x) ein und erhalten nun den lokalen Hochpunkt HP(1,59|7,14).

Zuletzt prüfen wir noch die Randpunkte.

A(0)=0 und A(3)=7,5.

Damit liegt der globale Hochpunkt an der Stelle x=3.


Der Flächeninhalt ist also am größten, wenn der zweite Eckpunkt des achsenparallelen Rechteckes an die Stelle x=3 gelegt wird. Der Flächeninhalt beträgt dann 7,5cm².

Optimierungsprobleme & Funktionenscharen

Berechnung von Extremwerten im Fall einer Funktionenschar

In bestimmten Fällen kann es vorkommen, dass die erhaltene Funktion nicht nur von einer Variable x abhängt, sondern außerdem von einem Parameter a.

In diesem Fall ändert sich die Vorgehensweise bei der Berechnung des Extremwertes zwar nicht, allerdings ist das erhaltene Ergebnis dann abhängig von a.


Aufgabe 6: Extrema bei Funktionenscharen ⭐

Gegeben ist die Funktionenschar ft(x)=x24xt22t.

Für welchen Wert von t liegt der Tiefpunkt der Funktionenschar am höchsten?


Die zu optimierende Größe ist der Funktionswert am Tiefpunkt der Funktion.

Berechne also zunächst den Tiefpunkt der Funktion in Abhängigkeit von t.

Ableiten der Funktion ergibt:

f(x)=2x4 f(x)=2


Für ein Minimum muss gelten: f(x)=0 und f(x)>0.

f(x)=0

<=>2x4=0

<=>2x=4

<=>x=2


f(2)=2>0=> Minimum

Setze nun x=2 in f(x) ein, um den Funktionswert am Minimum zu bestimmen:

f(2)=2242t22t

<=>f(2)=48t22t

<=>f(2)=4t22t


Bezeichnen wir den Funktionswert am Tiefpunkt mit einer neuen Gleichung g, so ergibt sich also:

g(t)=4t22t.
Gesucht ist das t, für das der Funktionswert maximal ist, also das Maximum der Funktion g(t), wobei g(t) den Funktionswert am Tiefpunkt in Abhängigkeit von t angibt.
Prüfe die hinreichende Bedingung: g(t)=0 und g(t)<0.


Die zu optimierende Größe ist der Funktionswert am Tiefpunkt der Funktion.

Berechne also zunächst den Tiefpunkt der Funktion in Abhängigkeit von t:

Ableiten der Funktion ergibt:

f(x)=2x4 f(x)=2


Für ein Minimum muss gelten: f(x)=0 und f(x)>0.

f(x)=0

<=>2x4=0

<=>2x=4

<=>x=2


f(2)=2>0=> Minimum

Setze nun x=2 in f(x) ein, um den Funktionswert am Minimum zu bestimmen:

f(2)=2242t22t

<=>f(2)=48t22t

<=>f(2)=4t22t


Bezeichnen wir den Funktionswert am Tiefpunkt mit einer neuen Gleichung g, so ergibt sich also:

g(t)=4t22t.


Gesucht ist das t, für das der Funktionswert maximal ist, also das Maximum der Funktion g(t).

Bilde zunächst wieder die Ableitungen g(t) und g(t):

g(t)=2t2

g(t)=2

Bei einem Maximum muss gelten: g(t)=0 und g(t)<0.

g(t)=0

<=>2t2=0

<=>2t=2

<=>t=1


g(1)=2<0=> Maximum

Der Funktionswert des Tiefpunktes ist also für t=1 maximal.