Digitale Werkzeuge in der Schule/Basiswissen Analysis/Steckbriefaufgaben: Unterschied zwischen den Versionen

Aus ZUM Projektwiki
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
 
(219 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
==Konzept==
{{Box |1=Info |2=In diesem Lernpfadkapitel lernst du '''Steckbriefaufgaben''' kennen. In Steckbriefaufgaben geht es darum, aus den Eigenschaften einer Funktion deren Funktionsterm und Funktionsgraphen herzuleiten.


'''Ziele:'''
Damit übst du das ''Modellieren ''und ''Mathematisieren '', indem du mithilfe mathematischer Kenntnisse und Fertigkeiten Lösungen innerhalb mathematischer Modelle erarbeitest. Dazu ist das Lösen von ''Gleichungssystemen ''mit mehr als einer Variablen notwendig. Du stellst lineare Gleichungssysteme in Matrix-Vektor-Schreibweise dar, löst sie mithilfe geeigneter Verfahren und interpretierst ihre Lösungsmenge.
 
*Die SuS stellen lineare Gleichungssysteme in Matrix-Vektor-Schreibweise dar,
*Die SuS beschreibenden Gauß-Algorithmus als Lösungsverfahren für lineare Gleichungssysteme,
*Die SuS wenden den Gauß-Algorithmus ohne digitale Werkzeuge auf Gleichungssysteme mit maximal drei Unbekannten an, die mit geringem Rechenaufwand lösbar sind,
*Die SuS interpretieren die Lösungsmenge von linearen Gleichungssystemen,
*Die SuS wissen, was lineare, quadratische und ganzrationale Funktionen sind.
*Die SuS können diese Typen von Funktionen anhand ihres Funktionsgraphen erkennen und unterscheiden.
*Die SuS kennen Achsen- und Punktsymmetrie bezüglich der Eigenschaften von Funktionsterm und Funktionsgraph.
*Die SuS können Funktionsgraphen anhand von ablesbaren Eigenschaften beschreiben.
*Die SuS können Funktionsgraphen anhand von Eigenschaften rekonstruieren.
*Die SuS können Funktionsgraphen anhand des Funktionsterms konstruieren.
*Die SuS können Informationen zu Funktionseigenschaften in einen Text mit Realbezug erkennen und diese herausstellen.
 
'''Voraussetzungen oder weitere Ziele:'''
 
*Die SuS kennen die Bedeutung der Ableitung bezüglich der Grundvorstellungen (besonders der lokalen Änderungsrate und der Tangentensteigung).
 
'''Vorgehen bzw. Aufbau im Lernpfad:'''
 
*Eigenschaften von Funktionen werden in ausklappbaren Bereich wiederholt. Das soll relativ kompakt geschehen und durch Visualisierungen wie Terme und Graphen gestützt sein.
*Das Vorgehen der Informationserschließung bis zur Konstruktion von Term und Graph aus diesen oder dem je anderen wird anhand einer Anwendungsaufgabe schrittweise vorgestellt.
*Anschließend sind Anwendungsaufgaben zur eigenen Bearbeitung angefügt.
*Der Lernpfad endet mit einer Checkliste -> ggfs. interaktiv, falls eine sinnvolle Möglichkeit zu Umsetzung machbar ist.
 
*Verfahren zum Lösen der LGS in 2 Blöcke aufteilen und passende Anwendungsaufgaben jeweils darunter anfügen.
*Aufgaben ohne Anwendungsbezug und Erklärung der Verfahren ein- und ausklappbar machen, sodass die Seite übersichtlicher und weniger blockartig wird.
 
==Allgemeine Hinweise==
 
{{Box
|1= Lernpfad: Steckbriefaufgaben
|2= In diesem Lernpfadkapitel kannst du ... ''Lernziele''
 
* <span style="color: orange">In Aufgaben, die gelb gefärbt sind, kannst du Gelerntes wiederholen und vertiefen.</span>
 
* <span style="color: blue">Aufgaben in blauer Farbe sind Aufgaben mittlerer Schwierigkeit.</span>
 
* <span style="color: green">Und Aufgaben mit grüner Hinterlegung sind Knobelaufgaben.</span>
 
|3= Kurzinfo}}
 
 
 
 
 
'''''- Inhaltsverzeichnis -'''''
 
'''''- Einführung / Wiederholung: Eigenschaften von Funktionen -'''''
 
'''''- kleine Anwendungen und Applets zu Eigenschaften -'''''
 
'''''- Beispiel Steckbriefaufgabe, die geführt gelöst wird -'''''
 
'''''- LGS Gaußverfahren -'''''
 
'''''- Steckbrief-Anwendungsaufgabe zum Gaußverfahren -'''''
 
'''''- LGS Einsetzungsverfahren -'''''
 
'''''- Steckbrief-Anwendungsaufgabe zum Einsetzungsverfahren -'''''
 
'''''- Was haben wir gelernt / Checkliste -'''''
 
'''''- Wie geht's weiter? -'''''
 
==Einführung==
Auf dieser Seite lernst Du, wie Du '''Gleichungssysteme mit mehr als einer Variablen lösen''' kannst. Falls Du dir noch unsicher bist, wie man eine Gleichung mit nur einer Variable löst, versuche folgendes ''Beispiel ''zu lösen. Falls Du das aber noch kannst, dann überspringe das Beispiel gerne.{{Box|Beispiel|Löse folgende Gleichung:
<math>6x-5=37</math>
 
{{Lösung versteckt|1= Bringe zuerst die Variable alleine auf eine Seite und Teile dann durch die Anzahl der Variable.|2=Hinweis zum Vorgehen|3=Alles klar, weiter geht's!}}
 
{{Lösung versteckt|1=<math>x=7</math> |2=Lösung|3=Lösung ausblenden}}|Beispiel
}}


Wir empfehlen dir, dich bereits mit den Eigenschaften von Funktionen und der lokalen Änderungsrate beschäftigt zu haben, wenn du mit dieser Seite beginnst.


Bei den Aufgaben unterscheiden wir folgende Typen:
* In Aufgaben, die '''<span style="color: #F19E4F">orange</span>''' gefärbt sind, kannst du '''grundlegende Kompetenzen''' wiederholen und vertiefen.
* Aufgaben in '''<span style="color: #5E43A5">blauer</span>''' Farbe sind '''Aufgaben mittlerer Schwierigkeit'''.
* Und Aufgaben mit '''<span style="color: #89C64A">grünem</span>''' Streifen sind '''Knobelaufgaben'''.
* Aufgaben, die mit einem &#x2B50; gekennzeichnet sind, sind nur für den LK gedacht.


Viel Erfolg!
|3=Kurzinfo}}


==Das Einsetzungsverfahren==
==Das Einsetzungsverfahren==
{{Box|Das Einsetzungsverfahren|Das Einsetzungsverfahren verwendest du, um ein Gleichungssystem mit zwei Variablen zu lösen. Dabei versuchst du zuerst eine Variable allein auf eine Seite zu bringen und diese Gleichung dann in die zweite Gleichung einzusetzen.  
{{Box|Das Einsetzungsverfahren|Das Einsetzungsverfahren kannst du verwenden, um ein Gleichungssystem mit zwei Variablen zu lösen. Dabei versuchst du zuerst eine Variable allein auf eine Seite zu bringen und diese Gleichung dann in die zweite Gleichung einzusetzen.  


Schau dir folgendes Gleichungssystem an:
Schau dir folgendes Gleichungssystem an:
Zeile 91: Zeile 26:
</math>
</math>


Die Gleichung <math>II</math> ist bereits nach der Variable <math>y</math> aufgelöst. Diese fügen wir nun statt <math>y</math> in die die Gleichung <math>I</math> ein. Das sieht folgendermaßen aus:
Die Gleichung <math>II</math> ist bereits nach der Variable <math>y</math> aufgelöst. Die linke Seite der Gleichung fügen wir nun statt <math>y</math> in die die Gleichung <math>I</math> ein. Das sieht folgendermaßen aus:


<math>3x + 5 \cdot (x + 2) = 58</math>
<math>3x + 5 \cdot (x + 2) = 58</math>
Zeile 103: Zeile 38:
<math>8x = 48</math>
<math>8x = 48</math>


3. Dann teilen wir durch die Anzahl der Variable, hier 8 und es ergibt sich
3. Dann teilen wir durch den Vorfaktor, hier 8 und es ergibt sich


<math>x = 6</math>
<math>x = 6</math>
Zeile 118: Zeile 53:
</math>
</math>


|Arbeitsmethode}}
Du verwendest dieses Verfahren bei '''Gleichungssystemen mit 2 Variablen'''. Dabei stellst du die ''eine Gleichung nach einer Variable um'' und ''setzt diese dann in die andere Gleichung ein''. Nun kannst du vorgehen wie bei einer Gleichung mit nur einer Variable.


{{Box|Merke|Du verwendest dieses Verfahren bei '''Gleichungssystemen mit 2 Variablen'''. Dabei stellst du die ''eine Gleichung nach einer Variable um'' und ''setzt diese dann in die andere Gleichung ein''. Nun kannst du vorgehen wie bei einer Gleichung mit nur einer Variable.|Merke}}
|Merksatz}}




===Aufgaben zum Einsetzungsverfahren===
===Aufgaben zum Einsetzungsverfahren===
{{Box|Gleichungssysteme mit dem Einsetzungsverfahren lösen.|Die Schwierigkeit der Aufgaben steigt von oben nach unten.
{{Box|1=Aufgabe 1: Gleichungssysteme mit dem Einsetzungsverfahren lösen|2= a)
 
a)


<math>
<math>
Zeile 135: Zeile 68:
</math>
</math>


{{Lösung versteckt| <math> x=7</math>,<math>y=1/3</math>|Lösung |Lösung ausblenden}}
{{Lösung versteckt|
 
1. Wir stellen nach y um, Gleichung <math> II </math> eignet sich dafür am besten.
 
 
<math>
\begin{array}{rlll}
&II\quad&&& 18y  &=& 6 &\mid :18  \\
&&&\Rightarrow& y &=& \frac{1}{3} \\
\end{array}
</math>
 
2. Wir setzen <math> y=\frac{1}{3} </math> in Gleichung <math> I </math> ein:
 
<math>
\begin{array}{rlll}
&I\quad& && &7x& + &3 \cdot \frac{1}{3}& &=& &50& \mid \textrm{umformen} \\
&&&\Rightarrow& &7x&  + &1& &=& &50& \mid -1 \\
&&&\Rightarrow& && &7x&  &=& &49& \mid :7 \\
&&&\Rightarrow& && &x&  &=& &7& \mid :7 \\
\end{array}
</math>
 
|Lösungsweg |Lösung ausblenden}}
 
{{Lösung versteckt| <math> x=7</math>, <math>y=\frac{1}{3}</math>|Lösung |Lösung ausblenden}}




Zeile 147: Zeile 105:
</math>
</math>


{{Lösung versteckt| Eliminiere die <math>y</math>-Variable in der unteren Zeile.| Tipp| Tipp ausblenden}}
{{Lösung versteckt| Stelle <math>I</math> nach <math>x</math> um und setzte dies in Gleichung <math>II</math>, um <math>y</math> in <math>II</math> zu eliminieren. | Tipp| Tipp ausblenden}}
 
{{Lösung versteckt|
1. Wir stellen <math>I</math> nach <math>x</math> um.
 
<math>
\begin{array}{rlll}
&I\quad& && &3x& + &6y& &=& &6& && \mid -6y\\
&&&\Rightarrow& &3x& && &=& &6& - &6y& \mid :3\\
&&&\Rightarrow& &x& && &=& &2& - &2y& \\
\end{array}
</math>
 
2. Wir setzen <math>x</math> nun in <math>II</math> ein und lösen nach <math>y</math> auf.
 
<math>
\begin{array}{rlll}
&II\quad& && &-2 \cdot (2-2y)& + &12y& &=& &0& \mid \text{umformen}\\
&&&\Rightarrow& &-4 + 4y& + &12y& &=& &0& \mid \text{umformen}\\
&&&\Rightarrow& &-4& + &16y& &=& &0& \mid +4 \\
&&&\Rightarrow& &&  &16y& &=& &4& \mid :16\\
&&&\Rightarrow& &&  &y& &=& &\frac{1}{4}&\\
\end{array}
</math>
 
3. Wir setzen <math>y=\frac{1}{4}</math> nun in Gleichung <math>I</math> ein und lösen nach <math>x</math> auf.


{{Lösung versteckt| <math> x=3/2 </math>,<math>y=1/4</math>|Lösung |Lösung ausblenden}}


|Üben}}


<math>
\begin{array}{rlll}
&I\quad& && &3x& + &6 \cdot (\frac{1}{4})& &=& &6& \mid \text{umformen}\\
&&&\Rightarrow& &3x& + &\frac{6}{4}& &=& &6&  \mid - \frac{6}{4}\\
&&&\Rightarrow& &3x& &&  &=& &\frac{18}{4}&  \mid  :3 \\
&&&\Rightarrow& &x& && &=& &\frac{1}{4}& \\
\end{array}
</math>
<math> x=\frac{3}{2} </math>, <math>y=\frac{1}{4}</math>|Lösungsweg |Lösung ausblenden}}
{{Lösung versteckt|<math> x=\frac{3}{2}</math>, <math>y=\frac{1}{4}</math>|Lösung |Lösung ausblenden}}
|Farbe= #F19E4F|3= Arbeitsmethode}}


===Quadratische Funktionen im Sachzusammenhang===
===Quadratische Funktionen im Sachzusammenhang===


{{Box|1= <span style="color: blue">Aufgabe: Elternsprechtag</span>|2=
{{Box|1=Aufgabe 2: Elternsprechtag|2=


[[Datei:Parkplatz Elternsprechtag.jpg|rechts|rahmenlos|300x300px]]
[[Datei:Parkplatz Elternsprechtag.jpg|rechts|rahmenlos|300x300px]]
Zeile 167: Zeile 164:




a) Die Anzahl belegter Parkplätze lässt sich in Abhängigkeit zur Uhrzeit (mit <math>t</math> in Stunden, wobei <math>t = 0</math> 12 Uhr repräsentiert) durch eine quadratische Funktion der Form <math>p(t) = at^2 + bt + c</math> beschreiben.
Löse zunächst den unteren Lückentext.




a)
{{LearningApp|app=p2eaqwfgj20|width=100%|height=400px}}
<br /><br />
 
Die Anzahl belegter Parkplätze lässt sich in Abhängigkeit zur Uhrzeit (mit <math>t</math> in Stunden, wobei <math>t = 0</math> 12 Uhr repräsentiert) durch eine quadratische Funktion der Form <math>f(t) = at^2 + bt + c</math> beschreiben.
 
Löse zunächst unteren Lückentext und stelle dann mit dessen Hilfe die Gleichung von <math>f</math> auf. Indem du die Box "Funktionsgleichung überprüfen" öffnest, kannst du dein Ergebnis selbstständig überprüfen.
 
b) Stelle mit Hilfe von Aufgabe a) die Gleichung von <math>p</math> auf. Mit unterem Applet kannst du dein Ergebnis selbstständig überprüfen.




{{LearningApp|app=p2eaqwfgj20|width=100%|height=500px}}
<ggb_applet id="uqa6bysa" width="1536" height="700" border="888888" sdz="true" />


{{Lösung versteckt|1=<ggb_applet id="vgc8dgq6" width="800" height="620" />|2=Funktionsgleichung überprüfen|3=Funktionsgleichung überprüfen ausblenden}}


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
<math>f(t) = -5t^2 + 30t</math>
<math>p(t) = -5t^2 + 30t</math>


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
f(t) &=& at^2 + bt + c \\
p(t) &=& at^2 + bt + c \\
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>
Zeile 192: Zeile 191:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&&f(0) &=& 0 \\
&&p(0) &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 0^2 + b \cdot 0 + c &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 0^2 + b \cdot 0 + c &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& c &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& c &=& 0 \\
Zeile 200: Zeile 199:
<br /><br />  
<br /><br />  
<math>
<math>
\Rightarrow f(t) = at^2 + bt
\Rightarrow p(t) = at^2 + bt
</math>
</math>
<br /><br />
<br /><br />
Zeile 206: Zeile 205:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&&f(1) &=& 25 \\
&&p(1) &=& 25 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 1^2 + b \cdot 1 &=& 25 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 1^2 + b \cdot 1 &=& 25 \\
&\Leftrightarrow& a + b &=& 25 \\
&\Leftrightarrow& a + b &=& 25 \\
Zeile 215: Zeile 214:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&&f(6) &=& 0 \\
&&p(6) &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 6^2 + b \cdot 6 &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 6^2 + b \cdot 6 &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& 36a + 6b &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& 36a + 6b &=& 0 \\
Zeile 267: Zeile 266:
und damit insgesamt
und damit insgesamt
<br /><br />
<br /><br />
<math>f(t) = -5t^2 + 30t</math>
<math>p(t) = -5t^2 + 30t</math>
|2=Möglicher Lösungsweg|3=Möglichen Lösungsweg ausblenden}}
|2=Möglicher Lösungsweg|3=Möglichen Lösungsweg ausblenden}}
|2=Lösung 2 (Funktionsgleichung)|3=Lösung 2 (Funktionsgleichung) ausblenden}}  
|2=Lösung|3=Lösung ausblenden}}  






b)
c) Entscheide, ob die 50 Parkplätze für die gesamte Dauer des Elternsprechtages ausreichend sind oder zusätzliche Parkplätze angemietet werden müssen.
<br /><br />
Entscheide, ob die 50 Parkplätze für die gesamte Dauer des Elternsprechtages ausreichend sind oder zusätzliche Parkplätze angemietet werden müssen.


{{Lösung versteckt|1=Damit die Parkplätze ausreichen, dürfen '''maximal 50 Parkplätze''' zu einer bestimmten Uhrzeit belegt sein. Hat die Funktion einen '''Hochpunkt''' mit einem Funktionswert kleiner gleich 50, so ist sie nirgendwo größer als dort.|2=Tipp 1|3=Tipp 1 ausblenden}}
{{Lösung versteckt|1=Damit die Parkplätze ausreichen, dürfen '''maximal 50 Parkplätze''' zu einer bestimmten Uhrzeit belegt sein. Hat die Funktion einen '''Hochpunkt''' mit einem Funktionswert kleiner gleich 50, so ist sie nirgendwo größer als dort.|2=Tipp 1|3=Tipp 1 ausblenden}}


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
<math>
Notwendige Bedingung für Extremstellen: <math>p'(t) = 0</math> \\
\begin{array}{rlll}
Hinreichende Bedingung für Extremstellen: <math>p'(t) = 0</math> und <math>p''(t) < 0</math> \\
&\textrm{notwendige} \, \textrm{Bedingung:}& f'(t) &=& 0 \\
&\textrm{hinreichende} \, \textrm{Bedingung:}& f''(t) &<& 0 \\
\end{array}
</math>
|2=Tipp 2 |3=Tipp 2 ausblenden}}
|2=Tipp 2 |3=Tipp 2 ausblenden}}


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
Der Graph der Funktion <math>f</math> hat den '''Hochpunkt <math>(3 | 45)</math>'''. Die maximale Anzahl belegter Parkplätze ist also um 15 Uhr nachzuweisen. Zu der Zeit sind 45 Parkplätze belegt, sodass die vorhandenen 50 Parkplätze ausreichen.
Der Graph der Funktion <math>p</math> hat den '''Hochpunkt <math>(3 | 45)</math>'''. Die maximale Anzahl belegter Parkplätze ist also um 15 Uhr nachzuweisen. Zu der Zeit sind 45 Parkplätze belegt, sodass die vorhandenen 50 Parkplätze ausreichen.


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
f(t) &=& -5t^2 + 30t \\
p(t) &=& -5t^2 + 30t \\
f'(t) &=& -10t + 30 \\
p'(t) &=& -10t + 30 \\
f''(t) &=& -10 \\
p''(t) &=& -10 \\
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>
Zeile 303: Zeile 296:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
\textrm{Notwendige Bedingung:}
\text{Notwendige Bedingung für Extremstellen:}
&& f'(t) &=& 0 \\
&& p'(t) &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& -10t + 30 &=& 0 &\mid + 10t\\
&\Leftrightarrow& -10t + 30 &=& 0 &\mid + 10t\\
&\Leftrightarrow& 10t &=& 30 &\mid : 10 \\
&\Leftrightarrow& 10t &=& 30 &\mid : 10 \\
Zeile 314: Zeile 307:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
\textrm{Hinreichende Bedingung:}
\text{Hinreichende Bedingung für Extremstellen:}
&&f'(3) &=& 0 &&\textrm{und} \\
&&p'(3) &=& 0 &&\textrm{und} \\
&&f''(3) &=& -10 &<& 0
&&p''(3) &=& -10 &<& 0
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>
<br /><br />
<br /><br />
<br /><br />
<br /><br />
<math>f(3)=-5 \cdot 3^2 + 30 \cdot 3 = 45</math>
<math>p(3)=-5 \cdot 3^2 + 30 \cdot 3 = 45</math>
|2=Möglicher Lösungsweg|3=Möglichen Lösungsweg ausblenden}}
|2=Möglicher Lösungsweg|3=Möglichen Lösungsweg ausblenden}}


Zeile 328: Zeile 321:




c)
d) Skizziere nun den Graphen von <math>p</math> anhand der Informationen auf einem Blatt. Beachte hierbei die geeignete Beschriftung der Koordinatenachsen. Für welchen Zeitraum ist dieser Graph als mathematische Modellierung der Parkplatzsituation geeignet?
<br /><br />
Skizziere nun den Graphen von <math>f</math> anhand der Informationen auf einem Blatt. Beachte hierbei die geeignete Beschriftung der Koordinatenachsen. Für welchen Zeitraum ist dieser Graph als mathematische Modellierung der Parkplatzsituation geeignet?


{{Lösung versteckt|1=[[Datei:Graph 1c.png|zentriert|rahmenlos|600x600px]]
{{Lösung versteckt|1=[[Datei:Graph 1c.png|zentriert|rahmenlos|600x600px]]
<br /><br />
<br /><br />
Da die Funktionswerte von <math>f</math> für <math>t < 0</math> und <math>t > 6</math> negativ sind, ist der Graph nur für <math>0 \leq t \leq 6</math> als mathematische Modellierung der Parkplatzsituation geeignet.|2=Lösung|3=Lösung ausblenden}}
Da die Funktionswerte von <math>p</math> für <math>t < 0</math> und <math>t > 6</math> negativ sind, ist der Graph nur für <math>0 \leq t \leq 6</math> als mathematische Modellierung der Parkplatzsituation geeignet.|2=Lösung|3=Lösung ausblenden}}
 
|Farbe= #0000FF|3= Arbeitsmethode}}
 
 


|Farbe= #5E43A5|3= Arbeitsmethode}}


==Das Gauß-Verfahren==
==Das Gauß-Verfahren==
{{Box|Das Gauß-Verfahren|Das Gauß-Verfahren verwendest du bei Gleichungssystemen mit 2 oder mehr Variablen. Dabei versuchst du  die Gleichungen so zu vereinfachen, das eine obere Dreiecksmatix entsteht.  
{{Box|Das Gauß-Verfahren|Das Gauß-Verfahren kann bei Gleichungssystemen mit zwei oder mehr Variablen verwendet werden. Dabei versuchst du  die Gleichungen so zu vereinfachen, dass eine obere Dreiecksmatix entsteht.  


Schaue dir folgende Gleichungen an:
Schaue dir folgende Gleichungen an:
Zeile 353: Zeile 341:
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>
In Matrix-Vektor-Schreibweise sieht das so aus:
<math>\begin{pmatrix} 3 & 5  & 4& 6 \\ 2 & 1 & 7 & 15 \\ 1 & 2 & 3 & 5\end{pmatrix}</math>




Zeile 386: Zeile 370:
In Matrix-Vektor-Schreibweise:
In Matrix-Vektor-Schreibweise:


<math>\begin{pmatrix} 3 & 5 & 4& 6 \\ 0 & -3 & 1 & 15 \\ 0 & -1 & -5 & -9\end{pmatrix}</math>
<math>\begin{pmatrix} 3 & 5 & 4 & 6 \\ 0 & -3 & 1 & 15 \\ 0 & -1 & -5 & -9\end{pmatrix}</math>




Zeile 409: Zeile 393:
Es folgt also:
Es folgt also:


<math>z=2</math>, <math>y=-1</math>, <math>x=1</math>|Arbeitsmethode
<math>z=2</math>, <math>y=-1</math>, <math>x=1</math>
}}{{Box|Merke|Du verwendest dieses Verfahren bei '''Gleichungssystemen mit 2 oder mehr Variablen'''. Dabei stellst du die Gleichungen so um, das in einer Gleichung nur eine Variable, in der zweiten Gleichung zwei Variablen und in der dritten Gleichung alle drei Variablen vorkommen. Das bezeichnet man auch als ''obere '''Dreiecksmatrix'''''. Nun kannst du mit der ersten Gleichung so vorgehen wie bei einer Gleichung mit nur einer Variable und die Lösung dann in die zweite Gleichung einsetzen. Die Lösung dieser Gleichung setzt du dann in die letzte Gleichung ein. Bei vier Gleichungen mit vier Variablen gehst du analog vor.|Merke
 
}}
Du verwendest dieses Verfahren bei '''Gleichungssystemen mit zwei oder mehr Variablen'''. Dabei stellst du die Gleichungen so um, das in einer Gleichung nur eine Variable, in der zweiten Gleichung zwei Variablen und in der dritten Gleichung alle drei Variablen vorkommen. Das bezeichnet man auch als ''obere '''Dreiecksmatrix'''''. Nun kannst du mit der ersten Gleichung so vorgehen wie bei einer Gleichung mit nur einer Variable und die Lösung dann in die zweite Gleichung einsetzen. Die Lösung dieser Gleichung setzt du dann in die letzte Gleichung ein. Bei vier Gleichungen mit vier Variablen gehst du analog vor.|Merksatz}}




===Aufgaben zum Gauß-Verfahren===
===Aufgaben zum Gauß-Verfahren===


{{Box|Gleichungssysteme lösen.|Die Schwierigkeit der Aufgaben steigt von oben nach unten.
{{Box|1=Aufgabe 3: Gleichungssysteme mit dem Gauß-Verfahren lösen|2= a)
 
<math>
\begin{array}{rlll}
&I\quad& &1x& + &12y& + &6z& &=& &-2&\\
&II\quad& &-2x& + &7y& + &18z& &=& &24{,}5& \\
&III\quad& &4x& + &2y& + &24z& &=& &-31& \\
\end{array}
</math>
 
 
{{Lösung versteckt| Eliminiere zuerst die <math>x</math>-Variable in der zweiten Zeile.| Tipp 1| Tipp 1 ausblenden}}
 
{{Lösung versteckt| Deine Gleichungen sollten am Ende folgende Form haben
<math>
\begin{array}{rlll}
&I\quad& &1x& + &12y& + &6z& &=& &-2&\\
&II\quad& && &31y& + &30z& &=& &\frac{41}{2}& \\
&III\quad& && &&  &\frac{1380}{31}z& &=& &\frac{230}{31}& \\
\end{array}
</math> | Tipp 2| Tipp 2 ausblenden}}
 
{{Lösung versteckt|
1. Gleichung <math> I \cdot (-2) </math> von Gleichung <math> II </math> abziehen.
 
2. Gleichung <math> I \cdot (4) </math> von Gleichung <math> III </math> abziehen.
 
3. Gleichung <math>  II \cdot ( \frac{46}{31} )</math>  von Gleichung <math>  III </math> abziehen.  


a)
Deine Gleichungen sollten dann folgendermaßen aussehen:


<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&I\quad& &1x& + &12y& + &6z& &=& &-2&\\
&I\quad& &1x& + &12y& + &6z& &=& &-2&\\
&II\quad& &-2x& + &7y& + &18z& &=& &24,5& \\
&II\quad& && + &31y& + &30z& &=& &\frac{41}{2}& \\
&III\quad& &4x& + &2y& + &24z& &=& &-31& \\
&III\quad& && && &\frac{1380}{31}z& &=& &\frac{230}{31}& \\
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>


{{Lösung versteckt| Schreibe die Gleichungen in die Matrix-Vektor-Schreibweise um.| Tipp 1| Tipp 1 ausblenden}}
4. <math> z </math> aus der Gleichung <math> III </math> berechnen.  


{{Lösung versteckt| Eliminiere zuerst die <math>x</math>-Variable in der zweiten Zeile.| Tipp 2| Tipp 2 ausblenden}}
5. <math> z </math> in Gleichung <math> II </math> einsetzen und nach <math> y </math> umstellen, um <math> y </math> zu erhalten.


{{Lösung versteckt| Deine Matrix sollte in folgende Form umgeschrieben werden. <math>\begin{pmatrix} a & b & c & d \\ 0 & e & f & g \\ 0 & 0 & h & i \end{pmatrix}</math>.| Tipp 3| Tipp 3 ausblenden}}
6.<math> y </math> und <math> z</math> in Gleichung <math>I </math> einsetzen und nach <math> x </math> umstellen, um <math> x </math> zu erhalten.  


{{Lösung versteckt| <math> x=-9 </math>,<math>y=7</math>, <math> z=1/6 </math>|Lösung |Lösung ausblenden}}
Endgültige Lösung:


<math> x=-9 </math>, <math>y=\frac{1}{2}</math>, <math> z=\frac{1}{6}</math>


b)*
|Lösung |Lösung ausblenden}}
 
 
b) &#x2B50;


<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&I\quad& &3x& + &4y& - &5z& + &6v& &=& &-7,5&\\
&I\quad& &3x& + &4y& - &5z& + &6v& &=& &-7{,}5&\\
&II\quad& &6x& + &5y& - &6z& + &5v& &=& &-7,5& \\
&II\quad& &6x& + &5y& - &6z& + &5v& &=& &-7{,}5& \\
&III\quad& &9x& - &4y& + &2z& + &3v& &=& &69& \\
&III\quad& &9x& - &4y& + &2z& + &3v& &=& &69& \\
&IV\quad& && &2y& - &3z& + &1v& &=& &-14,5&
&IV\quad& && &2y& - &3z& + &1v& &=& &-14{,}5&
\end{array}
</math>
 
 
{{Lösung versteckt| Eliminiere zuerst den <math>x</math>-Wert in Gleichung <math>II</math>.| Tipp 1| Tipp 1 ausblenden}}
 
{{Lösung versteckt| Deine Gleichungen sollten am Ende folgende Form haben:
<math>
\begin{array}{rlll}
&I\quad& &3x& + &4y& - &5z& + &6v& &=& &-\frac{15}{2}&\\
&II\quad& && - &3y& + &4z& + &-7v& &=& &-\frac{45}{2} \\
&III\quad& &&  && - &\frac{13}{3}z& + &\frac{67}{3}v& &=& &\frac{333}{2}& \\
&IV\quad& &&  &&  && - &\frac{70}{13}v& &=& &-\frac{550}{13}&
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>


{{Lösung versteckt| Schreibe die Gleichungen in die Matrix-Vektor-Schreibweise um.| Tipp 1| Tipp 1 ausblenden}}
| Tipp 2| Tipp 2 ausblenden}}


{{Lösung versteckt| Eliminiere zuerst den <math>x</math>-Wert in Gleichung <math>II</math>.| Tipp 2| Tipp 2 ausblenden}}
{{Lösung versteckt|  
1. Gleichung <math> I \cdot (-2) </math> von Gleichung <math> II </math> abziehen.


{{Lösung versteckt| Die Matrix sollte in eine obere rechte Dreiecksmatrix umgeschrieben werden. | Tipp 3| Tipp 3 ausblenden}}
2. Gleichung <math> I \cdot (-3)</math> von Gleichung <math> III </math> abziehen.
 
3. Gleichung <math> II \cdot ( \frac{-16}{3} ) </math> von Gleichung <math>III </math> abziehen.
 
Deine Gleichungen sollten dann folgendermaßen aussehen:
 
<math>
\begin{array}{rlll}
&I\quad& &3x& + &4y& - &5z& + &6v& &=& &-\frac{15}{2}&\\
&II\quad& && - &3y& + &4z& + &-7v& &=& &-\frac{45}{2} \\
&III\quad& &&  && - &\frac{13}{3}z& + &\frac{67}{3}v& &=& &\frac{333}{2}& \\
&IV\quad& &&  &2y& - &3z& + &1v& &=& &-\frac{29}{2}&
\end{array}
</math>


{{Lösung versteckt| <math> x=3,5 </math>,<math>y=-7</math>, <math> z=1 </math>, <math> v=2,5 </math> |Lösung |Lösung ausblenden}}
4. Gleichung <math> II \cdot ( \frac{2}{3} ) </math> zu Gleichung <math>IV</math> addieren.


|Üben}}
5. Gleichung <math> III \cdot ( \frac{1}{13} ) </math> von Gleichung <math>IV </math> abziehen.


Deine Gleichungen sollten dann folgendermaßen aussehen:
<math>
\begin{array}{rlll}
&I\quad& &3x& + &4y& - &5z& + &6v& &=& &-\frac{15}{2}&\\
&II\quad& && - &3y& + &4z& + &-7v& &=& &-\frac{45}{2} \\
&III\quad& &&  && - &\frac{13}{3}z& + &\frac{67}{3}v& &=& &\frac{333}{2}& \\
&IV\quad& &&  &&  && - &\frac{70}{13}v& &=& &-\frac{550}{13}&
\end{array}
</math>
6. <math> v </math> aus Gleichung <math>IV</math> berechnen.
7. <math> v </math> in Gleichung <math>III </math> einsetzen und nach <math> z </math> auflösen.
8. <math> v </math> und <math> z </math> in Gleichung <math> II </math> einsetzten und nach <math> y </math> auflösen.
9. <math> v </math>, <math> z </math> und <math> y </math> in Gleichung <math> I </math> einsetzen und nach <math> x </math> auflösen.
Endgültige Lösung:
<math> x=\frac{7}{2}</math>,<math>y=-7</math>, <math> z=1 </math>, <math> v=\frac{5}{2} </math> |Lösung |Lösung ausblenden}}
|Farbe= #F19E4F|3= Arbeitsmethode}}


===Kubische Funktionen im Sachzusammenhang===
===Kubische Funktionen im Sachzusammenhang===


{{Box|1= <span style="color: green">Aufgabe: Virusinfektion</span>|2=  
{{Box|1= Aufgabe 4: Virusinfektion|2=  


[[Datei:Rabies Virus.jpg|rechts|rahmenlos|300x300px]]
[[Datei:Rabies Virus.jpg|rechts|rahmenlos|300x300px]]
'''Achtung: Alle Angaben in dieser Aufgabe sind frei erfunden!'''


Im Januar befällt ein neuartiges Virus Deutschland. Mittlerweile ist es Oktober und du suchst im Internet nach Informationen über die Infektionszahlen. Dort triffst du auf folgende Informationen:
Im Januar befällt ein neuartiges Virus Deutschland. Mittlerweile ist es Oktober und du suchst im Internet nach Informationen über die Infektionszahlen. Dort triffst du auf folgende Informationen:
Zeile 469: Zeile 538:
*Im Dezember des Vorjahres befinden sich noch keine infizierten Personen in Deutschland
*Im Dezember des Vorjahres befinden sich noch keine infizierten Personen in Deutschland
*Im April leben 2.000.000 infizierte Personen in Deutschland
*Im April leben 2.000.000 infizierte Personen in Deutschland
*Im August leben 4.000.000 infizierte Personen in Deutschland
*Im August steigt die Anzahl infizierter Personen in Deutschland auf 4.000.000 an
*Durch entsprechende Maßnahmen ist die Zahl infizierter Personen ab August rückläufig
*Durch entsprechende Maßnahmen ist die Zahl infizierter Personen ab August rückläufig


Zeile 475: Zeile 544:




a) Die Anzahl infizierter Personen lässt sich durch eine kubische Funktion (Funktion dritten Grades) der Form <math>i(t) = at^3 + bt^2 + ct + d</math> beschreiben. Löse zunächst unteren Lückentext.
{{LearningApp|app=p3ibtei6520|width=100%|height=460px}}






a)
b) Stelle mit Hilfe von Aufgabe a) die Gleichung von <math>i</math> auf. Mit unterem Applet kannst du dein Ergebnis selbstständig überprüfen.
<br /><br />
Die Anzahl infizierter Personen lässt sich durch eine kubische Funktion der Form <math>f(t) = at^3 + bt^2 + ct + d</math> beschreiben. Stelle die Gleichung von <math>f</math> auf.
Löse zunächst unteren Lückentext und stelle dann mit dessen Hilfe die Gleichung von <math>f</math> auf. Indem du die Box "Funktionsgleichung überprüfen" öffnest, kannst du dein Ergebnis selbstständig überprüfen.




{{LearningApp|app=p3ibtei6520|width=100%|height=500px}}
<ggb_applet id="rvdarkjf" width="1536" height="700" border="888888" sdz="true" />


{{Lösung versteckt|1=<ggb_applet id="bkhvjgfz" width="800" height="620" />|2=Funktionsgleichung überprüfen|3=Funktionsgleichung überprüfen ausblenden}}


{{Lösung versteckt|1=  
{{Lösung versteckt|1=  
<math>f(t) = -\frac{1}{64} t^3 + \frac{3}{16} t^2 = \frac{1}{64}  (-t^3 + 12t^2)</math>
<math>i(t) = -\frac{1}{64} t^3 + \frac{3}{16} t^2 = \frac{1}{64}  (-t^3 + 12t^2)</math>


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
f(t) &=& at^3 + bt^2 + ct + d \\
i(t) &=& at^3 + bt^2 + ct + d \\
f'(t) &=& 3at^2 + 2bt + c \\
i'(t) &=& 3at^2 + 2bt + c \\
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>
Zeile 502: Zeile 572:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&&f(0) &=& 0 \\
&&i(0) &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 0^3 + b \cdot 0^2 + c \cdot 0 + d &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 0^3 + b \cdot 0^2 + c \cdot 0 + d &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& d &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& d &=& 0 \\
Zeile 510: Zeile 580:
<br /><br />  
<br /><br />  
<math>
<math>
\Rightarrow f(t) = at^3 + bt^2 + ct
\Rightarrow i(t) = at^3 + bt^2 + ct
</math>
</math>
<br /><br />
<br /><br />
Zeile 516: Zeile 586:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&&f(4) &=& 2 \\
&&i(4) &=& 2 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 4^3 + b \cdot 4^2 + c \cdot 4 &=& 2 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 4^3 + b \cdot 4^2 + c \cdot 4 &=& 2 \\
&\Leftrightarrow& 64a + 16b + 4c &=& 2 \\
&\Leftrightarrow& 64a + 16b + 4c &=& 2 \\
Zeile 525: Zeile 595:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&&f(8) &=& 4 \\
&&i(8) &=& 4 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 8^3 + b \cdot 8^2 + c \cdot 8 &=& 4 \\
&\Leftrightarrow& a \cdot 8^3 + b \cdot 8^2 + c \cdot 8 &=& 4 \\
&\Leftrightarrow& 512a + 64b + 8c &=& 4 \\
&\Leftrightarrow& 512a + 64b + 8c &=& 4 \\
Zeile 534: Zeile 604:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
&&f'(8) &=& 0 \\
&&i'(8) &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& 3a \cdot 8^2 + 2b \cdot 8 + c &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& 3a \cdot 8^2 + 2b \cdot 8 + c &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& 192a + 16b + c &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& 192a + 16b + c &=& 0 \\
Zeile 623: Zeile 693:
<br /><br />
<br /><br />
<math>
<math>
f(t) = -\frac{1}{64} t^3 + \frac{3}{16} t^2 = \frac{1}{64}  (-t^3 + 12t^2)
i(t) = -\frac{1}{64} t^3 + \frac{3}{16} t^2 = \frac{1}{64}  (-t^3 + 12t^2)
</math>
|2=Möglicher Lösungsweg|3=Möglichen Lösungsweg ausblenden}}
|2=Lösung 2 (Funktionsgleichung)|3=Lösung 2 (Funktionsgleichung) ausblenden}}
 
 
 
b)
<br /><br />
Forscher gehen nun (im Oktober) davon aus, dass noch im selben Jahr alle jemals infizierten Personen in Deutschland geheilt sind und entsprechend keine Fälle mehr in Deutschland auftreten. Prüfe diese Vorhersage anhand der Informationen.
 
{{Lösung versteckt|1=Zu den Zeitpunkten, zu denen keine infizierten Personen in Deutschland leben, hat der Graph seine '''Nullstellen'''.|2=Tipp 1|3=Tipp 1 ausblenden}}
 
{{Lösung versteckt|1=Gleichungen, die nur Summanden mit der Variable <math>t</math> enthalten, lassen sich durch '''Faktorisieren''' lösen .|2=Tipp 2|3=Tipp 2 ausblenden}}
 
{{Lösung versteckt|1=
<math>f</math> hat '''Nullstellen bei <math>t_{1} = 0</math> und <math>t_{2} = 12</math>'''. Im Dezember treten also keine infizierten Fälle mehr in Deutschland auf, sodass alle jemals infizierten Personen in Deutschland noch im selben Jahr geheilt sind. Die Vorhersage ist demnach richtig.
{{Lösung versteckt|1=
<math>
\begin{array}{rlll}
&&f(t) &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& \frac{1}{64}  (-t^3 + 12t^2) &=& 0 &\mid :\frac{1}{64} \\
&\Leftrightarrow& -t^3 + 12t^2 &=& 0 &\mid \textrm{Faktorisieren} \\
&\Leftrightarrow& t^2 (-t + 12) &=& 0 \\
&\Rightarrow& t^2 = 0 & \textrm{und}& && -t + 12 &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& t_{1} = 0 & \textrm{und}& && t_{2} &=& 12 \\
\end{array}
</math>
</math>
|2=Möglicher Lösungsweg|3=Möglichen Lösungsweg ausblenden}}  
|2=Möglicher Lösungsweg|3=Möglichen Lösungsweg ausblenden}}  
Zeile 656: Zeile 700:




c)
c) Wissenschaftler behaupten, dass die milden Temperaturen im Frühling dafür sorgen, dass sich der temperaturempfindliche Virus optimal ausbreiten kann und deshalb die stärkste Zunahme infizierter Personen im Frühling nachzuweisen ist. Prüfe diese Behauptung anhand der Informationen.
<br /><br />
Forscher behaupten weiterhin, dass die milden Temperaturen im Frühling dafür sorgen, dass sich der temperaturempfindliche Virus optimal ausbreiten kann und deshalb die stärkste Zunahme infizierter Personen im Frühling nachzuweisen ist. Prüfe diese Behauptung anhand der Informationen.


{{Lösung versteckt|1=Der '''Wendepunkt ''' ist der Punkt der '''stärksten Zunahme''' (oder stärksten Abnahme) des Funktionsgraphen, der an dieser Stelle sein Krümmungsverhalten ändert.|2=Tipp 1 |3=Tipp 1 ausblenden}}
{{Lösung versteckt|1=Der '''Wendepunkt ''' ist der Punkt der '''stärksten Zunahme''' (oder stärksten Abnahme) des Funktionsgraphen, der an dieser Stelle sein Krümmungsverhalten ändert.|2=Tipp 1 |3=Tipp 1 ausblenden}}


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
<math>
Notwendige Bedingung für Wendestellen: <math>i''(t) = 0</math>
\begin{array}{rlll}
Hinreichende Bedingung für Wendestellen: <math>i''(t) = 0</math> und <math>i'''(t) \neq 0</math>
&\textrm{notwendige} \, \textrm{Bedingung:}& f''(t) &=& 0 \\
&\textrm{hinreichende} \, \textrm{Bedingung:}& f'''(t) &\neq& 0 \\
\end{array}
</math>
|2=Tipp 2 |3=Tipp 2 ausblenden}}
|2=Tipp 2 |3=Tipp 2 ausblenden}}


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
Der Graph der Funktion <math>f</math> hat einen '''Wendepunkt bei <math>t = 4</math>'''. Die stärkste Zunahme infizierter Personen ist also im April (bzw. im Frühling) nachzuweisen. Die Behauptung ist demnach richtig.
Der Graph der Funktion <math>i</math> hat einen '''Wendepunkt bei <math>t = 4</math>'''. Die stärkste Zunahme infizierter Personen ist also im April (bzw. im Frühling) nachzuweisen. Die Behauptung ist demnach richtig.


{{Lösung versteckt|1=
{{Lösung versteckt|1=
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
f(t) &=& -\frac{1}{64} t^3 + \frac{3}{16} t^2 \\
i(t) &=& -\frac{1}{64} t^3 + \frac{3}{16} t^2 \\
f'(t) &=& -\frac{3}{64} t^2 + \frac{3}{8} t  \\
i'(t) &=& -\frac{3}{64} t^2 + \frac{3}{8} t  \\
f''(t) &=& -\frac{3}{32} t + \frac{3}{8} \\
i''(t) &=& -\frac{3}{32} t + \frac{3}{8} \\
f'''(t) &=& -\frac{3}{32} \\
i'''(t) &=& -\frac{3}{32} \\
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>
Zeile 687: Zeile 725:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
\textrm{Notwendige} \, \textrm{Bedingung:}
\text{Notwendige Bedingung für Wendestellen:}
&& f''(t) &=& 0 \\
&& i''(t) &=& 0 \\
&\Leftrightarrow& -\frac{3}{32} t + \frac{3}{8} &=& 0 &\mid +\frac{3}{32} t\\
&\Leftrightarrow& -\frac{3}{32} t + \frac{3}{8} &=& 0 &\mid +\frac{3}{32} t\\
&\Leftrightarrow& \frac{3}{32} t &=& \frac{3}{8} &\mid :\frac{3}{32} \\
&\Leftrightarrow& \frac{3}{32} t &=& \frac{3}{8} &\mid :\frac{3}{32} \\
Zeile 698: Zeile 736:
<math>
<math>
\begin{array}{rlll}
\begin{array}{rlll}
\textrm{Hinreichende} \, \textrm{Bedingung:}
\text{Hinreichende Bedingung für Wendestellen:}
&&f''(4) &=& 0 &&\textrm{und} \\
&&i''(4) &=& 0 &&\textrm{und} \\
&&f'''(4) &=& -\frac{3}{32} &\neq& 0
&&i'''(4) &=& -\frac{3}{32} &\neq& 0
\end{array}
\end{array}
</math>
</math>
Zeile 709: Zeile 747:




d)  
d) Skizziere nun den Graphen von <math>i</math> anhand der Informationen auf einem Blatt. Beachte hierbei die geeignete Beschriftung der Koordinatenachsen. Für welchen Zeitraum ist dieser Graph als mathematische Modellierung der Virusinfektion geeignet?
<br /><br />
Skizziere nun den Graphen von <math>f</math> anhand der Informationen auf einem Blatt. Beachte hierbei die geeignete Beschriftung der Koordinatenachsen. Für welchen Zeitraum ist dieser Graph als mathematische Modellierung der Virusinfektion geeignet?


{{Lösung versteckt|1=[[Datei:Graph e.png|zentriert|rahmenlos|800x800px]]
{{Lösung versteckt|1=[[Datei:Graph e.png|zentriert|rahmenlos|800x800px]]
<br /><br />
<br /><br />
Da die Funktionswerte von <math>f</math> für <math>t > 12</math> negativ sind, ist der Graph nur für <math>0 \leq t \leq 12</math> als mathematische Modellierung der Virusinfektion geeignet. Inwiefern der Graph für das vorherige Jahr geeignet ist, lässt sich anhand der Informationen nicht eindeutig feststellen. Der Graph zeigt jedoch, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem beobachteten Jahr unendlich viele infizierte Personen in Deutschland leben, was offensichtlich nicht möglich ist.|2=Lösung|3=Lösung ausblenden}}
Da die Funktionswerte von <math>i</math> für <math>t > 12</math> negativ sind, ist der Graph nur für <math>0 \leq t \leq 12</math> als mathematische Modellierung der Virusinfektion geeignet. Inwiefern der Graph für das vorherige Jahr geeignet ist, lässt sich anhand der Informationen nicht eindeutig feststellen. Der Graph zeigt jedoch, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem beobachteten Jahr unendlich viele infizierte Personen in Deutschland leben, was offensichtlich nicht möglich ist.|2=Lösung|3=Lösung ausblenden}}
 
|Farbe= #008B00|3= Arbeitsmethode}}
 


{{Box|Alles klar?|Bearbeite den Lückentext
|Farbe= #89C64A|3= Arbeitsmethode}}
{{LearningApp|width:100%|height:250px|app=10753102}}|Üben}}

Aktuelle Version vom 12. Juni 2020, 22:46 Uhr

Info

In diesem Lernpfadkapitel lernst du Steckbriefaufgaben kennen. In Steckbriefaufgaben geht es darum, aus den Eigenschaften einer Funktion deren Funktionsterm und Funktionsgraphen herzuleiten.

Damit übst du das Modellieren und Mathematisieren , indem du mithilfe mathematischer Kenntnisse und Fertigkeiten Lösungen innerhalb mathematischer Modelle erarbeitest. Dazu ist das Lösen von Gleichungssystemen mit mehr als einer Variablen notwendig. Du stellst lineare Gleichungssysteme in Matrix-Vektor-Schreibweise dar, löst sie mithilfe geeigneter Verfahren und interpretierst ihre Lösungsmenge.

Wir empfehlen dir, dich bereits mit den Eigenschaften von Funktionen und der lokalen Änderungsrate beschäftigt zu haben, wenn du mit dieser Seite beginnst.

Bei den Aufgaben unterscheiden wir folgende Typen:

  • In Aufgaben, die orange gefärbt sind, kannst du grundlegende Kompetenzen wiederholen und vertiefen.
  • Aufgaben in blauer Farbe sind Aufgaben mittlerer Schwierigkeit.
  • Und Aufgaben mit grünem Streifen sind Knobelaufgaben.
  • Aufgaben, die mit einem ⭐ gekennzeichnet sind, sind nur für den LK gedacht.
Viel Erfolg!

Das Einsetzungsverfahren

Das Einsetzungsverfahren

Das Einsetzungsverfahren kannst du verwenden, um ein Gleichungssystem mit zwei Variablen zu lösen. Dabei versuchst du zuerst eine Variable allein auf eine Seite zu bringen und diese Gleichung dann in die zweite Gleichung einzusetzen.

Schau dir folgendes Gleichungssystem an:

Die Gleichung ist bereits nach der Variable aufgelöst. Die linke Seite der Gleichung fügen wir nun statt in die die Gleichung ein. Das sieht folgendermaßen aus:

1. Wir vereinfachen

2. Und stellen nach um

3. Dann teilen wir durch den Vorfaktor, hier 8 und es ergibt sich

4. Das können wir nun in eine der beiden Gleichungen einsetzen und nach umstellen. Gleichung eignet sich dafür natürlich am besten. Es gilt:

Du verwendest dieses Verfahren bei Gleichungssystemen mit 2 Variablen. Dabei stellst du die eine Gleichung nach einer Variable um und setzt diese dann in die andere Gleichung ein. Nun kannst du vorgehen wie bei einer Gleichung mit nur einer Variable.


Aufgaben zum Einsetzungsverfahren

Aufgabe 1: Gleichungssysteme mit dem Einsetzungsverfahren lösen

a)


1. Wir stellen nach y um, Gleichung eignet sich dafür am besten.


2. Wir setzen in Gleichung ein:

,


b)

Stelle nach um und setzte dies in Gleichung , um in zu eliminieren.

1. Wir stellen nach um.

2. Wir setzen nun in ein und lösen nach auf.

3. Wir setzen nun in Gleichung ein und lösen nach auf.




,
,

Quadratische Funktionen im Sachzusammenhang

Aufgabe 2: Elternsprechtag
Parkplatz Elternsprechtag.jpg

Jedes halbe Jahr veranstaltet eine Schule einen Elternsprechtag von 12 Uhr bis 18 Uhr. Den Eltern stehen auf dem Lehrerparkplatz aber nur eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung, sodass die Schulleitung rechtzeitig entscheiden muss, ob noch weitere Parkplätze angemietet werden müssen. Sie geht davon aus, dass der erste Parkplatz erst nach Beginn des Elternsprechtages belegt wird und spätestens um 18 Uhr das letzte Auto den Parkplatz verlassen hat. Diesen Elternsprechtag stehen den Eltern 50 Parkplätze zur Verfügung. Eine Zählung um 13 Uhr ergibt, dass bereits die Hälfte der zur Verfügung stehenden Parkplätze belegt ist.



a) Die Anzahl belegter Parkplätze lässt sich in Abhängigkeit zur Uhrzeit (mit in Stunden, wobei 12 Uhr repräsentiert) durch eine quadratische Funktion der Form beschreiben. Löse zunächst den unteren Lückentext.




b) Stelle mit Hilfe von Aufgabe a) die Gleichung von auf. Mit unterem Applet kannst du dein Ergebnis selbstständig überprüfen.


GeoGebra
























Insgesamt erhalten wir also folgendes Gleichungssystem:



Dieses Gleichungssystem lösen wir mit dem Einsetzungsverfahren:

Als erstes stellen wir Gleichung nach um und erhalten



Setzen wir diese (umgeformte) Gleichung in Gleichung ein, erhalten wir



Setzen wir in die (umgeformte) Gleichung ein, erhalten wir



und damit insgesamt


c) Entscheide, ob die 50 Parkplätze für die gesamte Dauer des Elternsprechtages ausreichend sind oder zusätzliche Parkplätze angemietet werden müssen.

Damit die Parkplätze ausreichen, dürfen maximal 50 Parkplätze zu einer bestimmten Uhrzeit belegt sein. Hat die Funktion einen Hochpunkt mit einem Funktionswert kleiner gleich 50, so ist sie nirgendwo größer als dort.

Notwendige Bedingung für Extremstellen: \\

Hinreichende Bedingung für Extremstellen: und \\

Der Graph der Funktion hat den Hochpunkt . Die maximale Anzahl belegter Parkplätze ist also um 15 Uhr nachzuweisen. Zu der Zeit sind 45 Parkplätze belegt, sodass die vorhandenen 50 Parkplätze ausreichen.











d) Skizziere nun den Graphen von anhand der Informationen auf einem Blatt. Beachte hierbei die geeignete Beschriftung der Koordinatenachsen. Für welchen Zeitraum ist dieser Graph als mathematische Modellierung der Parkplatzsituation geeignet?

Graph 1c.png



Da die Funktionswerte von für und negativ sind, ist der Graph nur für als mathematische Modellierung der Parkplatzsituation geeignet.

Das Gauß-Verfahren

Das Gauß-Verfahren

Das Gauß-Verfahren kann bei Gleichungssystemen mit zwei oder mehr Variablen verwendet werden. Dabei versuchst du die Gleichungen so zu vereinfachen, dass eine obere Dreiecksmatix entsteht.

Schaue dir folgende Gleichungen an:


1. Um die -Variable in Gleichung zu eliminieren rechnen wir :

In Matrix-Vektor-Schreibweise:


2. Um die -Variable in Gleichung zu eliminieren rechnen wir :

In Matrix-Vektor-Schreibweise:


3. Nun soll auch die -Variable in Gleichung eliminiert werden. Dazu rechnen wir

Unsere Gleichungen sehen nun folgendermaßen aus:

In Matrix-Vektor-Schreibweise:

Wir können Gleichung nun nach auflösen. Dann setzen wir den -Wert in Gleichung ein und lösen nach auf. Zuletzt setzten wir jeweils den berechneten - und -Wert in Gleichung ein und lösen nach auf. Wir erhalten so unsere dritte Variable.

Es folgt also:

, ,

Du verwendest dieses Verfahren bei Gleichungssystemen mit zwei oder mehr Variablen. Dabei stellst du die Gleichungen so um, das in einer Gleichung nur eine Variable, in der zweiten Gleichung zwei Variablen und in der dritten Gleichung alle drei Variablen vorkommen. Das bezeichnet man auch als obere Dreiecksmatrix. Nun kannst du mit der ersten Gleichung so vorgehen wie bei einer Gleichung mit nur einer Variable und die Lösung dann in die zweite Gleichung einsetzen. Die Lösung dieser Gleichung setzt du dann in die letzte Gleichung ein. Bei vier Gleichungen mit vier Variablen gehst du analog vor.


Aufgaben zum Gauß-Verfahren

Aufgabe 3: Gleichungssysteme mit dem Gauß-Verfahren lösen

a)


Eliminiere zuerst die -Variable in der zweiten Zeile.
Deine Gleichungen sollten am Ende folgende Form haben 

1. Gleichung von Gleichung abziehen.

2. Gleichung von Gleichung abziehen.

3. Gleichung von Gleichung abziehen.

Deine Gleichungen sollten dann folgendermaßen aussehen:

4. aus der Gleichung berechnen.

5. in Gleichung einsetzen und nach umstellen, um zu erhalten.

6. und in Gleichung einsetzen und nach umstellen, um zu erhalten.

Endgültige Lösung:

, ,


b) ⭐


Eliminiere zuerst den -Wert in Gleichung .
Deine Gleichungen sollten am Ende folgende Form haben: 

1. Gleichung von Gleichung abziehen.

2. Gleichung von Gleichung abziehen.

3. Gleichung von Gleichung abziehen.

Deine Gleichungen sollten dann folgendermaßen aussehen:

4. Gleichung zu Gleichung addieren.

5. Gleichung von Gleichung abziehen.

Deine Gleichungen sollten dann folgendermaßen aussehen:


6. aus Gleichung berechnen.

7. in Gleichung einsetzen und nach auflösen.

8. und in Gleichung einsetzten und nach auflösen.

9. , und in Gleichung einsetzen und nach auflösen.

Endgültige Lösung:

,, ,

Kubische Funktionen im Sachzusammenhang

Aufgabe 4: Virusinfektion
Rabies Virus.jpg

Achtung: Alle Angaben in dieser Aufgabe sind frei erfunden!

Im Januar befällt ein neuartiges Virus Deutschland. Mittlerweile ist es Oktober und du suchst im Internet nach Informationen über die Infektionszahlen. Dort triffst du auf folgende Informationen:

  • Im Dezember des Vorjahres befinden sich noch keine infizierten Personen in Deutschland
  • Im April leben 2.000.000 infizierte Personen in Deutschland
  • Im August steigt die Anzahl infizierter Personen in Deutschland auf 4.000.000 an
  • Durch entsprechende Maßnahmen ist die Zahl infizierter Personen ab August rückläufig



a) Die Anzahl infizierter Personen lässt sich durch eine kubische Funktion (Funktion dritten Grades) der Form beschreiben. Löse zunächst unteren Lückentext.




b) Stelle mit Hilfe von Aufgabe a) die Gleichung von auf. Mit unterem Applet kannst du dein Ergebnis selbstständig überprüfen.


GeoGebra




























Insgesamt erhalten wir also folgendes Gleichungssystem:



Dieses Gleichungssystem lösen wir mit dem Gauß-Verfahren:



















Gleichung liefert uns nun



Setzen wir in Gleichung ein, erhalten wir



Setzen wir und in Gleichung ein, erhalten wir





und damit insgesamt


c) Wissenschaftler behaupten, dass die milden Temperaturen im Frühling dafür sorgen, dass sich der temperaturempfindliche Virus optimal ausbreiten kann und deshalb die stärkste Zunahme infizierter Personen im Frühling nachzuweisen ist. Prüfe diese Behauptung anhand der Informationen.

Der Wendepunkt ist der Punkt der stärksten Zunahme (oder stärksten Abnahme) des Funktionsgraphen, der an dieser Stelle sein Krümmungsverhalten ändert.

Notwendige Bedingung für Wendestellen:

Hinreichende Bedingung für Wendestellen: und

Der Graph der Funktion hat einen Wendepunkt bei . Die stärkste Zunahme infizierter Personen ist also im April (bzw. im Frühling) nachzuweisen. Die Behauptung ist demnach richtig.







d) Skizziere nun den Graphen von anhand der Informationen auf einem Blatt. Beachte hierbei die geeignete Beschriftung der Koordinatenachsen. Für welchen Zeitraum ist dieser Graph als mathematische Modellierung der Virusinfektion geeignet?

Graph e.png



Da die Funktionswerte von für negativ sind, ist der Graph nur für als mathematische Modellierung der Virusinfektion geeignet. Inwiefern der Graph für das vorherige Jahr geeignet ist, lässt sich anhand der Informationen nicht eindeutig feststellen. Der Graph zeigt jedoch, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem beobachteten Jahr unendlich viele infizierte Personen in Deutschland leben, was offensichtlich nicht möglich ist.