Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Die Mitte der Welt/Textstellen

Aus ZUM Projektwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche


Textstelle S. 381

… „Ich habe es ihr in den Tee verabreicht, in kleinen Dosen, damit sie es nicht schmeckt“, sagt Dianne. „Falls es überhaupt etwas zu schmecken gab. Ich habe es nie probiert.“ Sie klappt das Herbarium zu, stellt es an seinen angestammten Platzt ins Regal zurück und bleibt dort stehen. Ich sehe ihren Hinterkopf und ihren Rücken, der leicht gebeugt ist, wie in Erwartung von Schlägen. Ihre Arme sind zu beiden Seiten ausgestreckt, die Hände klammern sich an ein paar Buchrücken. „So einfach ist das“, höre ich sie leise sagen. „Jetzt weißt du, warum Glass mich hasst.“ „Sie hasst dich nicht.“ Meine eigene Stimme klingt plötzlich wie die eines Fremden. Ich weiß nicht, was mich tiefer getroffen hat, Diannes Geständnis oder die fast nüchterne Beiläufigkeit, mit der die es abgelegt hat. Ich fühle mich, als hätte man meinen Körper mit einem Messer ausgehöhlt …

Die Stelle, an der Dianne ihrem Bruder erzählt, dass sie ihr Geschwisterkind ermordet hat, und dabei fast sogar ihre eigene Mutter, hat mich persönlich tief getroffen. Wie ich finde versprüht Familie, und vor allem Familienzuwachs, Liebe. Dass diese Liebe auch Schmerz oder in diesem Fall Eifersucht mit sich bringen kann ist verständlich, aber dass ein zwölfjähriges Mädchen rein aus Eifersucht dazu fähig ist, solche Dinge zu tun, hat mich unfassbar geschockt.

Erstellt von: SoGNSG

Textstelle S. 385

… Aber selbst als ich längst wieder in Visible bin, als ich die Axt aus dem Holzschuppen geholt habe und damit brüllend auf die für Nicholas gezimmerte Vitrine einschlage, bis alle Kraft meine Arme verlässt und der Boden mit tausend Splittern übersät ist, sehe ich noch immer den gestreckten, durchgebogenen Rücken und den Hinterkopf dieses Mädchens, das rittlings auf Nicholas sitzt und das sich sehr langsam, als wolle es ihn nicht verletzen, mit vorsichtigen, kreisförmigen Bewegungen der Hüften auf und ab bewegt, und ich sehe den in den Nacken geworfenen Kopf mit den schwarzem Haaren, Kats schwarzen Haaren, die gestern noch blond gewesen sind…

Als ich die Textstelle gelesen habe war ich richtig enttäuscht von Nicholas und vor allem von Kat, ich wusste zwar irgendwie schon vorher, dass sie etwas eigen und egoistisch ist, aber das hätte ich ihr echt nicht zugetraut, dass sie Phil so etwas antuen würde. Vor allem da sie und Phil sich schon Jahre lang kennen. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, was in diesem Moment in seinem Kopf wohl abgegangen sein muss. Alleine die Vorstellung zu erfahren, bzw. sogar selbst zu sehen, wie mein Freund mit meiner Besten Freundin, die ich schon seit Jahren kenne, schläft, tut schon weh.  Da nicht nur eine Person, sondern zwei Personen, die zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben gehören, mich betrügen. Wäre ich an seiner Stelle gewesen hätte ich wohl anfangs kaum anders reagiert, wie er. Jedoch verstehe ich nicht, wie er so lange warten konnte, um Nicholas endlich darauf anzusprechen und Kat hat er ja soweit man weiß auch nicht drauf angesprochen. Würde mir so etwas passieren, dann würde ich direkt am nächsten Tag zu den beiden gehen und die auf den Vorfall ansprechen.

Erstellt von: LuKNSG

Textstelle S. 433 bis 438

In dieser Textstelle begleitet Dianne Phil in die Klinik, in der Nicholas liegt und führt ihn zur Intensivstation. Dort liegt Jan oder wie Dianne ihn nennt, Zephyr. Sie erzählt ihm von seinem Unfall vor über drei Jahren im Sommer, während Phil mit Gable in Griechenland war. Jan war auf dem Weg nach Visible, doch ein Sturm zog auf. Seitdem hat Dianne ihn mindestens zweimal pro Woche besucht. Dann erzälhlt sie Phil er sei tot und seine Eltern wollen die Maschinen nicht entfernen.

Meiner Meinung nach ist diese Textstelle sehr bedeutend, da es ein Vertrauensbeweis von Dianne Phil gegenüber ist. Seine sonst so verschlossene Zwillingsschwester vertraut ihm so sehr, dass sie ihm den Jungen zeigt, der ihr so viel bedeutet und dem sie Dutzende Briefe geschrieben hat, die Phil unerlaubterweise in einer ihrer Schreibtischschubladen gefunden hat. Obwohl sie ihn erst seit wenigen Wochen gekannt hat, liebte Dianne ihn so sehr, dass sie glaubte er würde ohne sie sterben. Ihre Freundin Kora hat ihr geholfen diese Zeit zu überstehen. Anders als Phil, denn er war während dieser schlimmen Zeit nicht für seine Schwester da, sondern in Griechenland unterwegs. Sie hat ihren Bruder gebraucht und das zeigt sie ihm hier. Deswegen halte ich es für sehr wichtig, dass Andreas Steinhöfel diese Textstelle geschrieben hat, da das Verhältnis zwischen Phil und Dianne sehr gut dargestellt und Diannes Verhalten und Verschlossenheitheit ihm gegenüber erklärt wird.

Erstellt von: FlWNSG