Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Die Mitte der Welt/Brief von einer Person des Romans an eine andere

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Lieber Nicholas,

ich weiß, du möchtest mich nicht sehen, aber das Mindeste, was ich tun kann, ist dir einen Brief zu schreiben. Ich bin so wütend auf dich wegen der Sache mit Kat, aber gleichzeitig fühle ich mich unglaublich schlecht, weil ich weiß, dass Wolf eigentlich mich und nicht dich treffen wollte. Das mit deinem Auge tut mir leid. Ich will, dass du das weißt. Ich werde eine Weile nicht zurückkehren. Ich habe die Stadt verlassen und bin auf dem Weg nach Amerika, um meinen Vater zu finden. Ich weiß, das klingt absurd, aber ich will es zumindest versuchen. Ich war im Krankenhaus, bei dir im Zimmer, du hast geschlafen und ich wollte dich nicht wecken. Vielleicht war es auch besser so. Du hast gesagt, dass du mich brauchst, aber nicht liebst und als ich gesagt habe, dass ich gehen will, wolltest du es trotzdem nicht. Also, warum brauchst du mich? Warum bin dich dir angeblich wichtig? Warum liebst du mich nicht? Warum hast du mich mit Kat betrogen? Hast du vielleicht doch Gefühle für sie und willst es nur nicht zugeben? Mir gehen so unendlich viele Fragen und Gedanken durch den Kopf. Bin ich vielleicht schuld, dass du mit ihr geschlafen hast? War ich dir nicht genug? War es einmalig oder vielleicht schon Gewohnheit für euch? Sie ist oder war meine beste Freundin. Ich finde es feige, dass du es mir nicht mal sagen konntest, dass ihr es mir nicht sagen konntet. Ich habe bestimmt auch Fehler gemacht, aber sowas hätte ich dir niemals angetan. Warum hast du nicht einfach mit mir Schluss gemacht und warst ehrlich zu mir? Wenn ich es nicht gesehen hätte, dann wüsste ich es wahrscheinlich immer noch nicht. Und das macht mich sauer. Aber einer der Gründe, warum ich Visible verlassen habe, ist, dass ich nach vorne blicken will und nicht mehr zurück. Ich will versuchen, das alles zu vergessen, auch wenn es unmöglich scheint.

Ich hätte alles für dich gemacht. Aber es ist einfach zu viel zwischen uns falsch gelaufen. So hätten wir beide keine Zukunft gehabt. Du hast mir fast nichts über dich erzählt. Ich war ein offenes Buch für dich. Aber du hast dein ganzes Leben vor mir zurückgehalten und mich verletzt. Ich will, dass du weißt, dass ich dich nie vergessen werde. Ich schreibe dir, um erstmal Abschied zu nehmen, aber er muss ja nicht für immer sein. Ich hoffe, dir geht es bald wieder gut, wenn das überhaupt je wieder möglich ist. Vielleicht bis ganz bald. Pass auf dich auf!

In Liebe,

Dein Phil

PS: Sag Kat bitte Bescheid, dass ich weg bin. Ich werde ihr nicht schreiben.


Brief 1 von: LiGNSG

Abschiedsbrief .jpg







Brief 2 von Benutzer: VaENSG


Brief 3 von: DaBNSG

Brief aus der Sicht von Phil an Katja zum Kapitel 17: Eine Unterhaltung mit der Dunkelheit (S.417-451) und Epilog (453-477): Phil (S.455-458)

                                                                                                                                              1.Januar 1994

Liebe Kat,

ich vermisse dich schon jetzt sehr. Ich hasse dich aber dafür, dass du mit Nicholas geschlafen hast und es mir noch nicht einmal versucht hast zu beichten und dich bei mir dafür zu entschuldigen. Natürlich liebe ich dich aber immer noch. Es tut mir sehr weh diesen Brief zu schreiben, da ich mir eigentlich geschworen hatte nichts mehr mit dir zu tun zu haben.

Sicher hast du den Vorfall mit Nicholas schon mitbekommen oder erfährst ihn bald.

Ich gebe dir jetzt einen Hinweis, falls sich zwischen Nicholas und dir etwas Längerfristiges entwickeln sollte. Nicholas lässt sich von nichts und niemandem halten. Du könntest mit dieser Einstellung Probleme haben, weil ich weiß, dass du es nicht magst, wenn man sich dir entzieht. Und warum und woher ich das weiß? Das ist ganz einfach, weil du meine beste Freundin bist seit wir uns damals im Krankenhaus kennengelernt haben. Zum Zeitpunkt als wir beide an den Ohren operiert wurden. Seit dem Tag waren wir unzertrennlich, obwohl deine Eltern nichts von meiner Familie und mir hielten und das bis heute anhält.

Das ich gegangen bin ohne mich von dir zu verabschieden tut mir leid. Es bricht mir mein Herz, aber ich konnte nicht anders, da du ja noch im Skiurlaub mit deinen Eltern warst und Gable und ich nun mal schon an Neujahr auf dem Schiff sein mussten.

Warum ich zu so einer großen Reise nach Amerika aufgebrochen bin? Ich brauche einfach mal für eine längere Zeit Abstand von allem. Ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, als ich Nicholas in der Klinik sah. Ich hoffe, du kannst meine Entscheidung wenigstens ein bisschen nachvollziehen.

Wenn ich in diesem Augenblick nach links gucke, schaue ich in die Richtung, in der nur noch einen halben Tag entfernt, Amerika liegt. Falls du es vielleicht geahnt hast, als du das Wort ,,Amerika‘‘ gelesen hast, ja ich werde versuchen meinen Vater in Amerika aufzuspüren.

Ich weiß, dass es verdammt schwierig werden wird und ich befürchte auch, dass meine Suche ebenso erfolglos bleiben könnte, wie die Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Dann weiß ich aber auf jeden Fall, dass ich alles versucht habe. Glass hat mir seinen Namen verraten. Was vor mir liegt, worin ich verstrickt bin, ist eine Suche, keine Flucht, falls du das dachtest. Falls du dich fragst, wann ich wieder zurück nach Visible kommen werde? Ich kann dir ganz sicher sagen, dass ich irgendwann ganz gleich ob ich meinen Vater gefunden habe oder nicht, selbstverständlich nach Hause zurückkommen werde.

Bis bald

dein Phil


Brief 4 von Benutzer:JeENSG

„Brief von Tereza an ihren verstorbenen Vater“

Lieber Papa,

ich hoffe, du bist gut im Himmel angekommen. Ich bin sauer auf mich selbst, das ich nie die Möglichkeit genutzt habe, dich zu besuchen und jetzt bist du nicht mehr da. Aber ich bin froh, dass du das Glück hattest einzuschlafen und einfach nicht mehr aufzuwachen. Das dir das Leiden erspart blieb.

Als Elsie, deine Haushälterin, mich dann angerufen hat und mir die traurige Botschaft berichtete, brach eine Welt in mir zusammen. Ich war so frustriert, dass ich mir die Augen ausheulte.

Ich fuhr sofort zu dir. Ich begann zu suchen und fand deinen letzten Willen schlussendlich in deiner Schreibtischschublade. Ich weiß zwar nicht, wie du auf diese Idee gekommen bist, aber ich wollte dir deinen letzten Willen erfüllen - komme was wolle.

Da du schon von unserer Bestattungsbehörde abgeholt wurdest und es gegen das Gesetz verstößt, Leute in ihren Gärten zu begraben, ging ich zu Glass.

Sie ist die Einzige, die mir bei so etwas hilft. Wir überlegten zusammen, wie wir dich wieder in deinen Garten kriegen, um dir deinen letzten Willen zu erfüllen. Am Ende des Abends hatten wir einen Plan - einen unglaublichen Plan und du hättest dich bestimmt darüber amüsiert. Ich übernachtete bei Glass und ich fühlte mich in ihre Arme geschlossen das erste Mal richtig geborgen.

Am nächsten Tag holte ich mir von meinem Arzt ein Schlafmittel. Zusammen mit Glass und den Zwillingen (sie haben dich einmal mit mir zusammen besucht, aber du konntest nicht viel mit Kindern anfangen) fuhren wir zum Supermarkt und kauften Spaten und Kartoffelsäcke und Glass auch noch neue Unterwäsche (keine FragenJ). Den Kindern stopften wir die Münder mit Süßigkeiten damit sie keine Fragen stellen.

Am Abend fuhren wir zusammen zum Bestattungsgebäude. Glass ging als erstes hinein, um deinen Sarg zu suchen. Der Inhaber des Unternehmens öffnete die Tür und war sofort von Glass Körper (nur in Unterwäsche bekleidet) angetan. Er zeigte ihr deinen Sarg und versicherte, dass du schon fertiggemacht wurdest, um beerdigt zu werden. Danach gingen die Beiden zusammen in die Wohnung von Hendriks, wo sie zusammen Wodka trunken. Glass hatte das Schlafmittel in sein Glas gefüllt und daraufhin schlief er schnell ein. Glass holte mich und die Zwillinge herein, als die Luft rein war.

Wir gingen zu deinem Sarg und öffneten ihn. Und ich sah, dass nichts an dir gemacht wurde, ich aber den vollen Preis gezahlt habe. Für nichts!

Wir schleppten dich in meinen Kofferraum und legten anstelle von dir die Kartoffeln in den Sarg. Dann schlossen wir ihn wieder und hinterließen alles so, wie wir es vorgefunden hatten, damit keiner Verdacht schöpft.

Da ich Angst hatte, dass jemand etwas hätte merken können, hatten wir noch nicht angefangen das Loch zu buddeln. Das heißt, wir haben mitten in der Nacht unter strömendem Regen angefangen in deinem Garten ein Loch zu buddeln. Wir arbeiteten mit Hacke und Schüppe bis unsere Hände wund waren und das Loch groß genug war. Es tut mir leid, dass wir dich so unzeremonisch ins Loch geworfen haben, aber meine Nerven sind mit mir durchgegangen. Wir schmissen dich hinein und schüppten das Loch wieder voll.

Dianne bezeichnete diese Stelle der Erde so, als hätte sie einen Schluckauf gehabt. Kurz danach übergab sie sich, da sie zu viele Gummibärchen gegessen hatte. Ich weiß nicht warum, aber dieser Wall brachte mich dazu loszuheulen und all meinen Kummer in die eh schon durchnässte Erde zu heulen.

Am nächsten Tag war deine offizielle Beerdigung. Dein Sarg hatte sich einen Platz neben Mama gesichert. Eigentlich tut sie mir jetzt leid, da sie sich ihr Grab mit Kartoffeln teilen muss.

Es waren sehr viele Leute aus der ganzen Welt da und die Meisten davon kannte ich nicht mal. Ich war überrascht, dass so viele Leute da waren, die dich gekannt haben. Obwohl ich eigentlich damit hätte rechnen müssen, denn du warst ein wunderbarer Wissenschaftler.

Nur Glass, die Zwillinge und Ich wissen davon, dass du ganz wo anders liegst, aber wir haben alle schön mitgespielt und Erde auf dein Grab geschüttet - so wie alle anderen auch. Mir ist aufgefallen, das Elsie sehr lang vor deinem Sarg stand und weinte. Ich sag dir, sie hat dich geliebt und ihr hättet auch echt gut zusammengepasst.

Natürlich weißt du, wie das alles ablief, schließlich hast du uns von oben beobachtet. Wahrscheinlich sogar gelacht. Aber ich wollte dir das alles noch mal in einem Brief erzählen, auch wenn keine Möglichkeit besteht dir diesen zu geben.

Vielleicht lege ich ihn einfach offen hin und hoffe darauf, dass du mich mal besuchen kommst und ihn liest.

Ich vermisse dich und werde dich auch immer vermissen. Aber wie sagt man so schön: Zeit heilt alle Wunden. Halt die Ohren steifJ


Mit lieben Grüßen

deine Tochter Tereza

P.S. Du solltest dich geehrt fühlen, Glass bezirzt nicht jeden und vor allem nicht für jeden.