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Schule: https://www.nellysachs.de/

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Projekt: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Dramenanalysen

Inhaltliche Schwerpunkte (Nathan der Weise):

- Ringparabel

- Toleranz der Religionen

Inhaltsangabe:

Das Drama spielt in Jerusalem. Die Handlung beginnt mit Nathans Rückkehr von einer Geschäftsreise. Er erfährt von Daja, seiner Haushälterin, dass seine Tochter Recha von einem Tempelherren aus dem brennenden Haus gerettet worden ist. Daraufhin sucht Nathan den Tempelherren auf, um sich bei ihm zu bedanken, dieser lehnt allerdings jeden Dank für die Rettung Rechas ab, da er als Christ eine Jüdin gerettet hat. Nathan schafft es jedoch, ihn zu überzeugen, dass es keine Rolle spielt, welcher Religion man angehöre. Also lässt er sich auf einen Besuch bei Recha ein und ist begeistert von ihr. In dieser Zeit reagiert in Jerusalem Sultan Saladin. Er will sich auf Empfehlung seines Schatzmeisters Al Hafi von Nathan Geld leihen. Er findet eine List. Es kommt zu einem Treffen zwischen Saladin und Nathan, in dem Saladin – statt um Geld zu bitten – Nathan fragt, welche Religion die wahrhaftige sei. Nathan bittet daraufhin um etwas Bedenkzeit, da die Frage heikel ist und er mit seiner Antwort vorsichtig sein muss. Aus diesem Grund erzählt er Saladin von der Ringparabel. Diese besagt, dass ein Vater einen Ring, welcher die Fähigkeit besitzt vor Gott und den Menschen gut zu erscheinen, an seinen Lieblingssohn vererben soll. Der Vater lässt allerdings zwei Duplikate anfertigen, die seine drei Söhne nach dem Tod erhalten und darüber streiten, welcher den echten und wahrhaftigen besitze. Ein Richter beschließt, dass alle drei Ringe gleich viel wert sind und dass jeder mit der Überzeugung leben soll, dass sein Ring der wahre sei. Nathan schafft es durch diese Geschichte, eine Metapher für die drei Religionen, Saladin davon zu überzeugen, dass alle Religionen wahrhaftig seien. Währenddessen, will der Tempelherr Recha heiraten. Daja, die Gesellschafterin Rechers verrät ihm, dass Recha eigentlich Christen und nur Nathans Adoptivtochter sei. Auch Nathan kommt langsam zu einer Erkenntnis. Er trifft auf den Klosterbruder, der ihm vor 18 Jahren Recha gebracht hat und erfährt, dass Recha und der Tempelherr Geschwister sind und Saladin der Onkel. Alle treffen sich daraufhin bei Saladin und seiner Schwester Sittah. Nathan gibt seine Erkenntnis preis, weswegen sich alle umarmen. Ihnen wird bewusst, dass sie eine Familie sind, auch wenn sie drei verschiedenen Religionen angehören.


Aktualität des Dramas:

Die Kernaussagen des Dramas sind alle drei Weltreligionen, die in einer Familie aufgefunden werden und alle Religionen die quasi miteinander verwandt sind, weil sie einen gemeinsamen Ursprung haben. Jede Religion ist die wahre.

Das Drama kann somit auf die heutige Zeit angewendet werden, die Konflikte aus dem Drama sind heutzutage auch noch präsent. Damals wie heute, wird darüber diskutiert, welche Religion die wahrhaftige ist. Die Kernaussage liefert daher eine simple und lang ersehnte Antwort auf die -für viele- doch so komplizierte Frage.

Damit alle Gläubigen dieser Antwort zustimmen können, sind Respekt, Toleranz und Akzeptanz erforderlich. Diese Werte kann jedoch nicht jeder aufbringen.

Es lässt sich demnach resümieren, dass die Botschaft des Textes aktuell ist, da sie auf die heutigen Konflikte anwendbar ist, abgesehen davon, ob diese verinnerlicht und verstanden wird.


Charakterisierung von Nathan der Weise:

Nathan ist ein jüdischer, reicher Geschäftsmann. Diesem sind materielle Dinge nicht so wichtig, was durch seine gelassene und gleichgültige Reaktion auf sein verbranntes Haus deutlich wird (vgl. V. 17 f.). Hinzukommt, dass Nathan sein Reichtum nicht als sein eigenen Verdienst ansieht, sondern daran glaubt, dass ,,Natur und Glück" (vgl. V. 34 f.) ihm dazu verholfen haben. Er ist außerdem ein liebevoller und fürsorglicher Vater, da er sehr erschüttert und besorgt über die Nachricht ist, dass seine Adoptivtochter Recha im brennenden Haus gewesen ist (vgl. V. 20 ff.). Nathans Geschenk an seine Gesellschafterin Daja deutet auf seine Großzügigkeit hin (V. 43 f.). Jedoch fällt auf, dass für seine Großzügigkeit nicht allein sein freundlicher Charakter verantwortlich ist, da er sich durch die Geschenke, Dajas Schweigen kauft (V. 53 f.). Jedoch toleriert, akzeptiert und respektiert er alle Religionen.

Charakterisierung Nathans aus der sich von Daja:

Nathan ist ein jüdischer, reicher Geschäftsmann. Ich lebe als Gesellschafterin Rechas, seiner Adoptivtochter, bei ihm zuhause. Als Nathan von einer Geschäftreise zurückkehrt, bin ich erfreut darüber (vgl. V. 1 f.). Nathan liebt Recha und kann den Gedanken, sie zu verlieren nicht ertragen (vgl. V. 20 ff.). Er ist nicht materialistisch, da es ihm egal ist, ob sein Haus verbrannt ist und sagt, dass er sich hätte ein Neus bauen können (vgl. V. 17). Nathan denkt jedoch, dass Recha sein Eigentum ist (vgl. V. 31 ff.). Zwar ist er sehr großzügig, da er Recha und mir immer Geschenke aus seinen Reisen mitbringt (vgl. V. 43 ff.), allerdings versucht er durch seine Geschenke mein Schweigen zu erkaufen (V. 45 ff.). Zu beachten ist jedoch, dass Nathan alle Religionen als gleichwertig ansieht. Ich finde, dass Nathan so gut und so schlimm zur gleichen Zeit ist (vgl. V. 167).

Arturo Ui

Brechts und Lessings Schreibsituation im Vergleich

Gotthold Eprahim Lessing und Berthold Brecht sind Verfasser zweier Dramen, die einige Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede aufweisen. Entscheidend hierbei ist, dass beide zu unterschiedlichen Zeiten lebten und die Dramen somit auch unter verschiedenen Umständen verfasst worden sind.

Ein auffälliger Unterschied ist, dass Brecht das Drama „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ etwas später geschrieben hat. Er befand sich im Exil und war zu diesem Zeitpunkt zuversichtlich, dem Exil zu entkommen. Das Drama wurde erst dann verfasst, als Brecht anfing zu verstehen und zu akzeptieren, dass er wahrscheinlich nicht mehr in seine Heimat zurückkehren kann und im Exil bleiben muss.

Eine bedeutsame Gemeinsamkeit ist, dass sowohl Lessing als auch Brecht mit schweren Verlusten zu kämpfen hatten und das Schreiben des Dramas ihnen dabei half. Als Lessings Frau und Sohn starben, zog dieser nach Wolfenbüttel, wo er unter anderem am Drama „Nathan der Weise“ gearbeitet hat. Das Schreiben am Drama hat Lessing wieder einen Sinn am Leben verliehen. Brecht hatte seine Heimat verloren, da er wegen des Krieges und Hitlers Aufstieg zur Macht fliehen und alles außer seiner Familie hinter sich lassen musste.

Durch diese Lebensumstände wurden beide Werke durch persönliche Erfahrungen geprägt.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass beide Verfasser nicht völlig frei waren, in dem was sie schrieben. Brecht lebte auf der Flucht zur Zeit Hitlers, was bedeutete, dass sein Geschriebenes und Gesagtes, Auswirkungen auf Ihn haben konnten. Er musste demnach vorsichtig sein. Bei Lessing kam es nach dem Fragmentstreit mit Goeze zu einer Zensur.

Hinzu kommt, dass sowohl Lessing als auch Brecht die Dramen verfasst haben, als diese unter teilweise einsamen Lebensumständen lebten. Zwar war Brecht mit seiner Familie auf der Flucht, jedoch war dieser fernab von seiner Heimat und seinen Freunden.

Abschließend lässt sich resümieren, dass Brecht und Lessing eine ähnliche Schreibsituation hatten, da in ihren Lebensumständen überwiegend Gemeinsamkeiten auffallen. Darüber hinaus, bewältigen beide Verfasser ihre Verluste beim Schreiben der Dramen und nutzen diese zur Aufklärung und Erziehung des Publikums.


Bewertung der individuellen Verantwortung der Nebenfiguren für den Aufstieg des Arturo Ui:


Clark ist einer der Bosse der Karfioltrusts. Auf der parabolischen Ebene bzw. Sachebene repräsentiert er den von Verarmung bedrohten Landadel. Clark ist für den Aufstieg des Arturo Ui mitverantwortlich, da er seine Pläne kennt, er jedoch keinen Widerstand leistet und nur zum Vorteil seiner wirtschaftlichen Interessen handelt. Aus diesem Grund missbraucht er seine Macht.


Sheet ist der Reedereibesitzer und steht repräsentativ für die Arbeiter vom Gutbesitz. Durch den Verkauf seiner Reederei an den Trust, trägt er unfreiwillig zum Aufstieg des Arturo bei. Er handelt aus finanziellen Gründen und aus Unwissenheit, weswegen Sheet eher ein Opfer als ein Mitschuldiger ist. Trotz dessen, ist er für den Aufstieg mitverantwortlich. Er missachtet seine Macht.


Bowl, Sheets Mitarbeiter bzw. Prokurist, stellt auf der Sachebene den Arbeiter vom Gutsbesitz dar. Bowl ist indirekt mitschuldig an Uis Aufstieg. Dieser verriet Ui die geheimen Pläne und den Kauf der Reederei hinter Dogsboroughs Rücken. Dadurch konnte Dogsborough erpresst werden. Dieser feuerte Bowl, weswegen er sich an ihm rächen wollte. Er ist also indirekt schuldig, da er zwar bewusst Arturo entscheidende Informationen preisgab, jedoch nicht mit der Intention diesem zum Machtaufstieg zu verhelfen, sondern um Dogsborough zu schaden. Trotzdem missbraucht er seine Macht.


Hook ist ein Gemüsehändler, der den Leiter des Reichstages repräsentiert, also für die Legislative steht. Er ist Besitzer des Speichers, der abgebrannt wird und zahlt Ui das geforderte Schutzgeld. Außerdem sagt er im Prozess für Ui aus, weswegen er zur Machterweiterung beiträgt. Hook ist demnach mitschuld und mitverantwortlich für Uis Machterweiterung.


O‘ Casey ist auf Bildebene der Leiter der Ermittlungen gegen Dogsborough und auf der Sachebene ein Vertreter der Justiz, stellt also die Judikative dar. Dieser ist nicht schuldig an Arturos Aufstieg, da er nicht viel gegen ihn unternehmen kann. Alle Beweise sind gegen Arturo. Auch wenn O‘ Casey Arturos Pläne geahnt hätte, hätte er sich nicht gegen ihn auflehnen können. Er ist demnach nicht verantwortlich, missachtet jedoch zum Teil seine Macht.


Ignatus Dullfeet ist der Besitzer des Grünzeughandels und steht auf der Sachebene für die Presse, Politiker und alle aktiven Gegner Uis. Er ist weder schuldig noch für den Machtaufstieg des Arturo Ui verantwortlich. Dieser hat sich aktiv gegen Arturo aufgelehnt und somit sich gegen ihn gewehrt. Nach seinen „Widerständen“ gegen Ui, wird er ermordet.


Betty Dullfeet ist die Frau von Ignatius und ebenfalls Besitzerin des Grünzeug Handels. Sie steht auf der Sachebene symbolisch für Österreich. Betty Dullfeet war erstmals von der Richtigkeit Arturos Handeln überzeugt und naiv. Hätte sie sich nicht blenden lassen, hätte sie stets etwas gegen Uis Machtergreifung unternehmen können und sich gegen ihn stellen können. Demnach missachtet sie ihre Macht.


Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die meisten der Nebenfiguren mitschuldig und verantwortlich für den Machtaufstieg des Uis sind. Allerdings besteht der Unterschied darin, dass einige ihre „Macht“ missbraucht haben und sie verantwortlich gemacht werden können. Andere wiederum haben aus Unwissenheit gehandelt und sind deshalb nicht mitschuldig jedoch verantwortlich.


Inhaltliche Interpretation der Szenen 1 und 2

Charakterisierung der Karfiolleute durch ihr Auftreten und ihre Gespräche:

Flake: lenkt und leitet das Gespräch (Szene 1, S. 10), (Szene 2, S. 17: „Du kannst die Reederei nicht halten.“)

Caruther: ist impulsiv und direkt, er sagt was er denkt (Szene 1, S. 12: „´s ist ´ne Unverschämtheit.“, „Schmeißt ihn hinaus!“), (Szene 1, S. 15: „sind ist eklig! Kein Humor.“)

Butcher: optimistisch, voller Hoffnung (Szene 1, S. 11: „Kopf hoch! Wer noch nicht tot ist, lebt noch!“, „Warum schwarz sehn?“), strategisch (Szene 1, S. 14: „Ganz klar, dass er an seinen Ruf denkt!“)

Mulberry: pessimistisch, Unruhe stiftend (Szene 1, S. 11: „Faul.“), (Szene 1, S. 13: „Zur Höll, er war Kantinenwirt bei Sheet!“), (Szene 1, S. 15: „Ich konnte ihm nie vertragen.“)

Clark: negativ eingestellt (Szene 1, S. 15: „Der Mann war nie im Herzen mit uns.[…] Er rührt keinen Finger!“), (Szene 1, S. 16: „Zur Höll mit ihm!“)

Wirtschaftliche Lage:

- finanzielle Schwierigkeiten, schlechte Lage (Szene 1, S. 10: „Nach ihren Cents sucht.“, S. 11: „Das Karfiolgeschäft in dieser Stadt ist aus.“, „Der Karfiol verfault uns.“, (Szene 2, S. 17: „Das Geld ist teuer jetzt.“)

- einziger Weg aus der finanziellen Krise ist der Bau neuer Anlagen (Szene 1, S. 13: „Mit einer Anleih, sag für Kaianlagen“)

Verhalten Ui gegenüber:

- empfinden ihn als unverschämt, da er sich in das Geschäft der Karfiolleute einmischt (Szene 1, S. 12, Caruther: „ sa ist ´ne Unerschämtheit.“)

- erkennen Uis Vorgehen und Diplomatie und „lachen ihn aus“ (Szene 1, S. 12, Regie: „ Man lacht mißmutig.“, „lacht aus vollem Hals“)

- haben Angst vor ihm (Szene 2, S. 19, Regie: „Flake ängstlich lachend“, Flake: „[…] Dies Rauben, Entführen, Pressen, Schrecken, Drohn und Schlachten […] Rette sich wer kann!“)

Dogsboroughs Bewertung:

- hat keinen Anstand und ist undankbar und abgehoben seit seinem Eintritt in die Politik (Szene 1, S. 13, Mulberry: „Bevor er in die Politik ging, aß er Das Brot des Trusts! ´s schwarzer Undank! […] ´s gibt keinen Anstand mehr! […]“)

- Dogsborough ist einzigartig und gut (Szene 1, S. 14, Butcher: „Es gibt doch keinen wie den Dogsborough. […] Der Mann ist gut.“)

- er ist ehrlich und bekannt als ehrlich (Szene 1, S. 14, Butcher)

- schenkt Hoffnung (Szene 1, S. 15, Butcher: „ […] Wer an Gott längst nicht mehr glaubt, glaubt noch an Dogsborough.“, „Ein solcher Mann ist Gold wert“)

- hat wenig Wissen (Szene 1, S. 16, Butcher: „[…] Wissen fehlt ihm. […]“)

Betreut von: MaFlo