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Schule: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Projekt: Dramenanalysen - Nathan der Weise

Mein Arbeitsschwerpunkt: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Dramenanalysen


Betreut durch: Benutzerin: MaFlo

Welche realen Erlebnisse hat Lessing in seinem Nathan verarbeitet?

- Das bürgerliche Leben und die Aufklärung der Bürger stehen im Zentrum.

- Ein Konflikt verschiedener Religionen führt schließlich zu einem friedvollen Zusammenleben: Die Charaktere in Lessings Nathan vertreten verschiedene Religionen, den Islam, das Christentum und das Judentum. Dennoch führen die unterschiedlichen Ansichtsweisen zu einem familiären Zusammenleben.

- Lessing schließt den Verlust seiner Frau und seines Sohnes mit ein: Nathan verliert seinen Bruder und seine gesamte Familie bei einem Brand.

- Die Zeit der Aufklärung schaffte nach und nach eine Glaubens- und Meinungsfreiheit. Es wurde gegen religiöse Intoleranz gekämpft: Trotz all der verschiedenen Religionen und Ansichtsweisen der Charaktere im Nathan, lernen diese im Laufe der Geschichte ihren Glauben gegenseitig zu akzeptieren und zum Schluss sogar ein friedliches Zusammenleben zu führen.

Inhaltsangabe des Dramas aus der Autorenperspektive

Das Drama Nathan der Weise thematisiert das Zusammenleben und die Toleranz gegenüber verschiedenster Religionen und Ansichtsweisen zur Zeit der Aufklärung. Der Dichter und Verfasser des Nathans, Gotthold Ephraim Lessing, greift aktuelle Themen seiner Zeit auf und verarbeitet diese in den Charakteren und Handlungen seines Dramas.

Als Nathan von seiner Geschäftsreise zurückkehrt, erfährt er, dass seine Tochter Recha von einem Tempelherren aus einem Feuer gerettet wurde. Da Recha ihrem Retter daraufhin ihren Dank entgegenbringen will, ermöglichte Nathan ihr den Tempelherrn zu treffen. Daraufhin verliebte der Tempelherr sich jedoch umgehend in Recha und bat Nathan darum, sie heiraten zu dürfen. Nathan jedoch zweifelt, sobald er den wahren Namen des Tempelherren erfährt, da er einen nahen Verwandten in ihm vermutet.

Der Sultan Saladin versucht unterdessen den Juden Nathan auf die Probe zu stellen, indem er ihn nach der "wahren Religion" fragt. Nathan beantwortet diese Frage mit der berühmten Ringparabel und beweist dem Sultan somit seine Klugheit und Weisheit.

Als der Tempelherr schließlich erfährt, dass Recha nicht die richtige Tochter Nathans ist, sondern sie adoptierte und Recha keine Jüdin ist, sondern als Christin getauft wurde, suchte er den Patriarchen auf. Dieser wollte Nathan seine Tat bereuen lassen und schickte daraufhin den Klosterbruder zu ihm. Er war jedoch derjenige, der Nathan Recha vor achtzehn Jahren anvertraute. Durch Hinweise des Klosterbruders erkennt Nathan schließlich, dass der Tempelherr, der Recha rettete, ihr Bruder ist. Als diese Wahrheit ans Licht kommt, erkennt auch der Sultan, dass der Tempelherr der Sohn seines Bruders Assad ist. Auch wenn Nathan nicht zur Familie gehört, sieht Recha ihn stets als ihren Vater an.

Somit entsteht aus verschiedensten Religionen und Ansichtsweisen, aus Auseinandersetzungen und Zweifel, dennoch ein friedliches und familiäres Zusammenleben, welches auf Verständnis und Toleranz basiert. Die Zeit der Aufklärung spiegelt sich in diesem Drama wieder, denn die Charaktere überwinden die religiöse Intoleranz und lernen einander, unabhängig von ihrer Religion, als Menschen anzusehen.

Charakterisierung - Nathan

Nathan der Weise ist der Titel und die Hauptfigur eines fünfaktigen Dramas von Gotthold Ephraim Lessing. Das Werk thematisiert das Zusammenleben und den Toleranzgedanken gegenüber verschiedensten Religionen und Ansichtsweisen zur Zeit der Aufklärung.

Nachfolgend wird die Hauptfigur des Dramas, Nathan, charakterisiert.

Nathan ist ein reicher jüdischer Kaufmann und fürsorglicher Vater für seine Adoptivtochter Recha. Gemeinsam mit ihr und Rechas Erzieherin Daja lebt er in Jerusalem. Dort ist er besonders bekannt für seine Vernunft, seine Denkweisen und seine Weisheit. All das sind Eigenschaften, die ihn besonders auszeichnen und ihm auch von anderen Charakteren des Buches zugeschrieben werden.

Bevor Nathan seine Adoptivtochter aufnimmt, erfuhrt er großes Leid. Er verlor seine Frau und seine sieben Söhne, als diese von Christen bei einem Pogrom in einem Haus verbrannt wurden. Als er schließlich Recha bekommt, kann Nathan seinen Schmerz bewältigen. Für ihn ist seine Adoptivtochter ein Geschenk Gottes. Er schliesst sie sofort ins Herz und gibt von dort an alles um sie zu beschützen.

Nathan ist ebenfalls bekannt für seine Großzügigkeit. Er ist stets bereit, Hilfebedürftige zu unterstützen und seinen Reichtum dafür einzusetzen. Nur dem Sultan will Nathan kein Geld leihen, auch wenn er es mit Zinsen zurückfordern könnte. Somit beweist er, dass er sein Reichtum keineswegs für seinen eigenen Vorteil ausnutzt, sondern er vielmehr das Ziel verfolgt, andere in Not zu unterstützen.

Durch seine geschickte und vernünftige Denkweise, schafft Nathan es, die anderen Charaktere von seinen Erkenntnissen zu überzeugen. Bereits zu Beginn schafft er es Recha zu erklären, dass ihr Retter kein Engel, sondern ein Mensch war, obwohl sie zuvor fest daran geglaubt hat.

Sultan Saladin als auch der Tempelherr zweifeln zuvor an dem Bild Nathans. Doch bei einer Begegnung mit dem Tempelherren, schafft Nathan es sofort seine Freundschaft zu ihm zu erlangen. Anhand Schmeichleien und Liebenswürdigkeit führt Nathan dem Tempelherren seine eigenen positiven Eigenschaften und seine Bescheidenheit vor Augen. Der Tempelherr fühlt sich beschämt und geschmeichelt, woraufhin er seine Zweifel überdenkt. Auch dem Sultan beweist Nathan seine Vernunft, indem er auf die Frage nach der wahren Religion mit der berühmten Ringparabel antwortet. Saladin bemerkt, dass Nathan seine Falle erkannte und überdachte die Antwort Nathans. Somit stellt auch der Sultan fest, dass seine Vorurteile unbegründet waren.

Nathan gilt in Lessings Drama demnach nicht nur als eine einfache Hauptrolle, sondern symbolisiert gleichzeitig das fehlerfreie Bild einer aufgeklärten und aufklärenden Person. Mit seiner Sichtweise, alle Religionen als gleichwertig anzusehen und einen Toleranzgedanken zu schaffen, war er der damaligen Zeit einen Schritt voraus.

Nathans Charakterzüge aus der Sicht von Daja

Daja ist die Erzieherin von Nathans Adoptivtochter Recha. Sie bekommt Nathans wesentliche Eigenschaften täglich mit, denn sie wohnt gemeinsam mit ihm und seiner Adoptivtochter in einem Haus. Daja kennt die Wahrheit über Recha und weiß, dass sie keine Jüdin ist, sondern christlich getauft wurde. Doch sie schweigt aus Wertschätzung gegenüber Nathan. Für Daja ist Recha wie eine Tochter, weshalb sie es sehr wertschätzt, wenn Nathan Zeit mit seiner Tochter Recha verbringt. Dass Nathan als Geschäftsmann jedoch oft länger verreist, stört Daja vermutlich. Doch da Nathan sowohl Recha als auch Daja stets Geschenke mitbringt, wie Schmuck oder besondere Stoffe für Kleider, verdrängt sie diesen Gedanken. Was Daja nicht verstehen kann, ist dass Nathan seine Tochter mit der Lüge erzieht eine Jüdin zu sein. Dabei denkt sie ausschließlich an Recha, denn sie möchte stets das Beste für sie. Daja weiß ebenfalls Nathans Großzügigkeit sehr zu schätzen. Sie bemerkt, dass Nathan sich stets für Hilfebedürftige einsetzt. Es zeigt sich wiederum der Toleranzgedanke Nathans, denn obwohl Recha eine Christin ist, sieht er sie als eine Art Mutter für seine Adoptivtochter Recha an.


Achte auf Textbelege!!!!!! Flo

Das Gespräch zwischen Nathan und dem Tempelherren (2.5)

fünfter Auftritt:

  1. Abschnitt (Vers 1091-1204): Als Nathan den Tempelherren anspricht, reagiert dieser erstmals abwesend, nimmt sich aber dennoch die Zeit, um Nathan einen Augenblick zuzuhören.
  2. Abschnitt (Vers 1204-1219): Der Tempelherr erkennt, dass Nathan der Vater des Mädchens war, dass er rettete und lehnt seinen Dank ab, da er sich dadurch belästigt fühlt. Er sagt, er habe sein Leben gerne aufs Spiel gesetzt, auch wenn es sich um das Leben einer Jüdin handelte.
  3. Abschnitt (Vers 1220-1296): Nathan möchte dem Tempelherren mit Geld danken, doch der Tempelherr lehnt dieses ab. Er fordert nur, dass sein Mantel, der bisher durch das Feuer nur einen Fleck am Zipfel hat, eines Tages von Nathan ersetzt wird.
  4. Abschnitt (Vers 1247-1258): Nathan greift nach dem Zipfel, küsst das Brandmal und bittet den Tempelherren, seiner Tochter den Mantel auch einmal zu schicken, sodass sie ihn küssen kann.
  5. Abschnitt (Vers 1259-1269): Der Tempelherr fühlt sich durch die Worte von Nathan beschämt und Nathan sagt ihm, dass er sich nicht zu verstellen braucht, da er ihn durchschaut hat.
  6. Abschnitt (Vers 1270- 1285): Der Tempelherr sieht einen Unterschied in der Denkweise von Christen und den anderen Menschen, doch Nathan sagt, dass nicht nur Tempelherren, sondern auch alle anderen guten Menschen in anderen Ländern diese Denkweisen verfolgen. Nathan differenziert die Menschen nicht und sagt, dass sich niemand gegenseitig kritisieren sollte.
  7. Abschnitt (Vers 1286-1304): Der Tempelherr erinnert Nathan daran, dass die Juden das erste Volk waren, die sich als das ausgewählte Volk bezeichneten, ihren Gott als den wahren ansahen und diese Ansichtsweisen auf das Christentum und den Islam übertrugen. Wegen dem Stolz der Juden achtet der Tempelherr diese Religion nicht und will gehen.
  8. Abschnitt (Vers 1305-1314): Doch Nathan will nun sein Freund sein, da er die Ansichtsweisen des Tempelherren teilt und betont, dass beide sich nicht durch ihr Volk definieren, sondern an erster Stelle Menschen sind.
  9. Abschnitt (Vers 1314-1325): Der Tempelherr greift daraufhin Nathans Hand und entschuldigt sich für seine Vorurteile. Nathan freut sich darauf, ihn auch mit Recha bekannt zu machen, als Daja aus dem Haus auf sie zueilt.

Funktion:

  1. Abschnitt: Der Tempelherr reagiert abwesend, um Nathan zu zeigen, dass er den Dank für seine Rettungstat als belästigend empfindet.
  2. Abschnitt: Der Tempelherr zeigt schon hier seine Abneigung gegenüber dem Judentum.
  3. Der Tempelherr weiß, dass es erstmal nicht nötig ist, seinen Mantel zu ersetzen, weshalb er es schafft den Dank vorerst abzulehnen und ein Geschenk zu vermeiden.
  4. Abschnitt:
  5. Abschnitt: Nathan hat die Gefühle des Tempelherren für Recha erkannt.
  6. Abschnitt: Nathan zeigt hier seine Toleranz gegenüber allen Religionen und Menschen. Er sieht jeden Menschen als gleichwertig an.
  7. Der Tempelherr möchte Nathan zeigen, dass seine Religion diejenige ist, die damit begonnen hat sich als die einzig Richtige anzusehen.
  8. Nathan bemerkt, dass der Tempelherr ebenfalls seine Ansichtsweisen verfolgt. Er sieht in den Anderen nicht ihre Religion, sondern an erster Stelle den Menschen.
  9. Der Tempelherr sorgt sich zum Ende hin, dass Recha etwas zugestoßen ist und zeigt somit seine Sorge um Recha.
Die Sprechweisen von Nathan und dem Tempelherren

Im Gespräch zwischen Nathan und dem Tempelherren lässt sich bereits am Anfang bemerken, dass der Tempelherr ziemlich gereizt wirkt. Dementsprechend ist auch seine Sprechweise. Besonders in der Verfilmung des Dramas fällt der gereizte und abweisende Tonfall des Tempelherren auf.

Nathan hingegen bleibt während des gesamten Gespräches voller Ruhe und spricht in einer einheitlichen Tonlage. Seine Sprechweise ist geschmückt durch eine verschlossene, bildliche Sprache. (Beispiel Vers 1280-1285)


Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui - Bertolt Brecht

Hausaufgaben 14.01.22

1.Was bedeutet die Exilsituation für das Leben und Schreiben Brechts?

Unmittelbar nach der Ernennung Hitlers zum Kanzler, floh Brecht mit seiner Familie aus Deutschland über Prag und Wien nach Zürich und anschließend nach Dänemark. Besonders in seinem Gedicht über „die Gedanken über die Dauer des Exils“, wird seine Situation deutlich.

2. Inwiefern spiegelt sich Brechts Situation in seinem Arbeitsjournal?
Brecht hielt in seinem Arbeitsjournal nicht nur Materialsammlungen, Leseeindrücke oder Stückideen fest, er schrieb auch über seine Arbeitssituation. So vermerkte er beispielsweise, dass er in Berlin die Arbeit an einem seiner Stücke begonn, sie in Dänemark und in Schweden aber nicht fortsetzten konnte und auf bessere Arbeitsbedingungen in Finnland hoffte.
3. Wie empfand Brecht das Exil? Wie hat er es lyrisch verarbeitet?

Sein Empfinden über seine Exilsituation wird besonders in seinen Gedichten deutlich. Das Gedicht über „die Gedanken über die Dauer des Exils“ spiegelt zwei unterschiedliche Gedankengänge wieder. Im ersten Abschnitt beschreibt das lyrische Ich ein Gefühl von Hoffnung. Ein Gefühl von Hoffnung darauf, bald wieder zurückzukehren zu können. In Vers 4 führt das lyrische Ich die Frage wozu es für 4 Tage vorsorgen solle, wenn es doch schon bald zurückkehren würde. Es lässt sich vermuten, dass Brecht keine andere Möglichkeit in Erwägung ziehen wollte. Er wollte sich selbst davon überzeugen, er müsse nicht lange in dieser Situation leben. Er verdrängte die Wahrheit, obwohl sein Inneres wusste, dass was womöglich stattdessen auf ihn zukommen würde. Im zweiten Abschnitt des Gedichts lässt sich diese Vermutung bestätigen, denn dort konfrontiert das lyrische Ich sich selbst mit folgenden Fragen: „Wann glaubst du wirst du zurückkehren“?(V 21), „Willst du wissen, was du im Innersten glaubst?“(V22).

Lyrisch drückt er seinen Aufenthalt im Exil durch Trauer und besonders durch Sehnsucht und Heimweh aus. Es wirkt, als würde Brecht auf den Moment warten endlich wieder in seine Heimat zurückzukehren.


Vergleich der Schreibsituationen von Brecht und Lessing

Brecht begann sein Werk des Arturo Ui kurz nachdem Hitler an die Macht gekommen war. Er floh aus Deutschland, gemeinsam mit seiner Familie, über Prag und Wien nach Zürich und anschließend nach Dänemark. Im finnischen Exil im Jahre 1941 begann Brecht schließlich mit seinem bekannten Werk. Seine Schreibsituation war demnach geprägt von den derzeitigen historischen Ereignissen.

Auch das Werk „Nathan der Weise“ entsprang während eines bedeutenden historischen Zeitpunkt. Der Entstehungszeitpunkt dieses Werkes liegt in der Epoche der Aufklärung. Doch auch zu diesem Zeitpunkt noch waren die Denkweisen Lessings besonders und fortgeschrittener, als die anderer Menschen. Er zeigte Akzeptanz gegenüber neu erlangtem Wissen sowie gegenüber Mitmenschen. Mit seinen Theaterstücken wollte er die Menschen dazu bringen, durch Vernunft und durch das Einsetzen seines Verstandes, an neues Wissen zu gelangen. Er ließ den Zuschauern einen Interpretationsfreiraum, der selbige zum Nachdenken anregen sollte. Für ihn galt es nicht als bedeutend die Wahrheit zu erkennen, sondern durch das Streben nach Wahrheit an selbige zu gelangen.

Doch nicht nur der historische Zeitpunkt prägte die Schreibsituation seines Werkes. Lessing hatte kurz zuvor mit schweren familiären Schicksalen zu kämpfen. Er verlor seinen Sohn kurz nach seiner Geburt und daraufhin auch seine Frau an Kindbettfieber. Zudem verlor Lessing durch die Streitigkeiten mit Goeze seine Zensurenfreiheit, was ihn auf den Weg der Dramen leitete.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Lessings als auch Brechts Schreibsituation durch historische Ereignisse geprägt wurden. Während Lessing sein Werk 1779 zur Zeit der Aufklärung verfasste, schrieb Brecht sein Werk im Jahre 1941 und hatte demnach mit der Machtannahme Hitlers und den darauffolgenden Konsequenzen für sein Leben zu kämpfen. Im Exil war er auf der Suche nach einer Tätigkeit für ein erfülltes Leben, was sich in seinen Gedichten widerspiegelt.

Unterschiedlich zu Brechts Schreibsituation, hatte Lessing zudem mit familiären Problemen zu kämpfen.

Abschließend lässt sich folgendes Fazit erstellen. Lessing verarbeitet in seinem Werk seine für ihn charakteristischen Denkweisen. Diese Denkweisen verarbeitete er in der Figur des Nathans, welcher eine aufklärende und von Vernunft geleitete Rolle übernimmt. Er gelangt durch seinen Verstand an die Wahrheit. Er tat das, wozu Lessing die Zuschauer mit seinen Theaterstücken anregen wollte.

Zusätzlich verarbeitete er auch seine Familiensituation in seinem Stück, denn auch Nathan verlor, ähnlich wie Lessing, seine Familie aufgrund eines schrecklichen Schicksals.

Brecht hingegen verarbeitet in seinem Werk die Geschichte des Machtaufstiegs Hitlers. Er beschreibt in seinem Drama nicht die Situation, in der er sich zum Zeitpunkt des Schreibens befand, sondern erzählt die Geschichte zuvor. Er veranschaulicht den Weg, wie es zu seiner damaligen Situation gekommen war.


Clark

Clark ist gemeinsam mit Flake, Caruther, Butcher und Mulberry einer der Bosse des Karfioltrusts. Auch sein Geschäft ist derzeitig von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise betroffen, weshalb er anfangs ebenfalls auf die Anleihe Dogsboroughs angewiesen ist. Doch auch obwohl er sein Geschäft versucht zu retten, ist er zunächst dagegen, den Dogsborough um eine Anleihe zu bitten.

Das erste Mal trifft Clark auf Ui, als er sich gemeinsam mit den anderen Teilhabern des Karfioltrusts im Stadthaus befindet. Gerade hatten sie erfahren, dass Sheet getötet wurde. Als Ui seinen Tod als Selbstmord bezeichnet, scheint Clark schon skeptisch zu reagieren: „Der Sheet ist tot. Hast du ́s denn nicht gehört?“ (Szene 6, S.49), „Ach, sie sprachen nicht mit Sheet?“. Er scheint zu vermuten, dass Arturo Ui die Schuld an Sheets Tod trägt. Im Landhaus zeigt sich zusätzlich, dass Clark sich bei der Untersuchung gegen Dogsborough auf seine seite richtet und somit gegen Uis. Als Ui Dogsborough aufgrund beschuldigt, nimmt Clark ich in Schutz: „Man wirft hier einem unbescholtenen Mann Bestechung vor!“ (Szene 6, S. 52).

Auch bei dem Gespräch mit Frau Dullfeet richtet sich Clark gegen Ui. Er betont hier wiederum, dass bei allen bisherigen Verbechen Ui oder seine Leute mit beteiligt werden. Dabei zeigt er auch Verständnis gegenüber Frau Dullfeet, als sie erzählt, dass ihr Ehemann weiterhin gegen Roma kämpfen wird (vgl. Szene 11, S. 93) .

Insgesamt scheint Clark als ein seriöser und kluger Geschäftsmann. Im Verlaufe des Dramas lässt sich vermuten, dass Clark den Plänen Uis Stück für Stück auf die Schliche kommt, weshalb er bereits bei dem ersten Aufeinandertreffen mit Arturo Ui zu zweifeln scheint. Dennoch kann er sich ihm nicht entgegensetzen. Somit besteht sein weiteres Schicksal darin, Arturo Ui zu „gehorchen“ , da dieser immer mächtiger wird, weshalb es für Clark und die anderen Geschäftsleute vom Karfioltrust um so schwieriger wird aus Uis Hand zu gelangen.


Fazit über Uis Vorgehensweise der Machteroberung

Arturo Uis Vorgehensweise besteht darin, sich selbst als scheinheilig, unschuldig und unwissend dastehen zu lassen. An immer mehr Macht gelangt er, indem er Andere von im abhängig macht, sodass es für diese keinen anderen Weg zu geben scheint, als sich auf Arturo Ui zu stützen. Er setzt die Aussichtslosigkeit Anderer zu seinem Vorteil ein.


Die Mitschuld Sheets an Uis Aufstieg

Indem Sheet seine Reederei an Dogsborough verkaufte, lieferte er Ui den Schlüssel, seinen Plan zu starten. Er gab ihm etwas, dass Ui gegen Dogsborough einsetzen und ihn somit erpressen konnte. Dogsboroughs Erpressung bildete dann die Grundlage für Uis Machtaufstieg. Außerdem zeigte die Ermordung Sheets den Menschen erstmals, dass Ui alles, was ihm im Weg stehen könnte, beseitigen lässt.



Sprachwandel und Sprachvarietäten

„Heute Abend gehn wir Disko“ - Deartige Ausdrucksweisen werden in unserem deutschsprachigen Alltag immer gewöhnlicher. Auslassungen, verschobene Satzstellungen und falsche Präpositionen nehmen Einfluss auf den rasanten Wandel unserer Sprache.

Doch wodurch kommt dieser Sprachwandel zustande ?

Im Folgenden liegt der Fokus auf der Wechselwirkung zwischen den sogenannten Sprachvarietäten und dem Sprachwandel.

Zunächst lassen sich beide Begriffe definieren: Der Sprachwandel bezeichnet die grundsätzliche Veränderung oder Entwicklung einer Sprache. Verändern sich beispielsweise Laute oder ganze Teile der Grammatik einer Sprache, so ist diese Sprache vom Wandel betroffen.

Eine Sprachvarietät hingegen bezeichnet eine Kompetenz, verschiedene Sprachstile in verschiedenen Situationen passend einsetzen zu können. Eine Sprachvarietät kann dementsprechend auch zur Identitätsbildung (Abgrenzung) innerhalb von Gruppen verhelfen.

Die oben genannte Wechselwirkung besteht nun darin, dass Sprachvarietäten unsere Sprache prägen, gleichzeitig aber verantwortlich für den Wandel unserer Sprache sind. Erst durch Gruppensprachen (besonders durch Jugendsprache) kommen verändertere grammatische Strukturen sowie das Einsetzen fremdsprachiger Worte zustande. Diese Ausdrucksweisen und Veränderungen werden sowohl innerhalb einer Generation, als auch über sie hinaus weitergegeben und fließen somit in unseren alltäglichen Sprachgebrauch ein, verändern unsere sogenannte Hochsprache und sind Auslöser für den Wandel unserer Sprache.