Benutzer:JaHNSG

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Schule: Nelly-Sachs-Gymnasium_Neuss

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium

Projekt: Dramenanalyse Nathan der Weise

Mein Arbeitsschwerpunkt:

Betreut von: MaFlo


Nathan der Weise- Entstehungshintergründe


Nathan der Weise

Gottsched und Lessing- zum Theaterbetrieb im 18. Jh.

Theaterkonzepte Johann Christoph Gottscheds

- Ziel: moralische Belehrung des Publikums

- nimmt sich französische Klassik zum Vorbild

- stellt Regeln für die Pflege einer klaren deutschen Schriftsprache

- durch literarisch gehobenes Programm brachte er Drama und Theater wieder zur Anerkennung beim bildungseifrigen Bürgertum

- literarische Diktatur dauerte bis 1740

- fordert Einhaltung von Regeln (Einheit von Ort, Zeit und Handlung im Drama)

- vernunftgeleitete Darstellung (der Natur)

Theaterkonzepte Gotthold Ephraim Lessing

- Stücke sollen dramatisch und fesselnd sein

- möchte nationales Theater

- geprägt von Shakespeare

Inhaltsangabe aus der Autorenperspektive

Das Drama Nathan der Weise", verfasst von Gotthold Ephraim Lessing spielt in Jerusalem zur Zeit des Dritten Kreuzzuges und handelt von Nathan, einem reichen jüdischen Geschäftsmann und einer alten Geschichte, die Ringparabel, welche besagt, dass alle drei Weltreligionen miteinander verbunden sind und somit keine richtiger ist als die andere. Diese Botschaft trägt zur Aufklärung und religiösen Toleranz bei.

Nathan kehrt von einer langen Geschäftsreise zurück in seine Heimatstadt Jerusalem und erfährt, dass seine jüdische Tochter Recha von einem christlichen Tempelherrn aus ihrem brennenden Haus gerettet wurde. Bei einem Treffen verlieben sie sich ineinander und der Tempelherr möchte seine neue Liebe Recha heiraten, doch Nathan verweigert dies. Nathan macht sich auf dem Weg zum Sultan Saladin, der Moslem ist und ihm die Frage nach der wahren Religion stellt. Diese beantwortet Nathan mit der Ringparabel, indem er klarstellt, dass alle drei Weltreligionen die wahren sind und damit einen guten Eindruck bei Saladin hinterlässt. Später erfährt der Tempelherr, dass Recha von Nathan adoptiert wurde und eigentlich Christin ist, von ihrem Stiefvater aber jüdisch erzogen wurde. Zum Schluss treffen die Figuren in Saladins Palast aufeinander. Es wird enthüllt, dass Recha und der Tempelherr die Kinder von Sultans Bruder Assad von Filnek sind.

In der Familie vereinen sich die drei Weltreligionen, der Islam, das Christentum und das Judentum und zeigen somit, dass ein friedliches Miteinander möglich ist, egal, welcher Religion man zugehört.

Charakterisierung Nathan: 1. Auszug, 1. Auftritt

Das Drama "Nathan der Weise", verfasst von Gotthold Ephraim Lessing spielt in Jerusalem zur Zeit der Aufklärung und handelt von Nathan, einem reichen jüdischen Geschäftsmann, der ein fürsorglicher Vater für seine Tochter Recha ist.

Zu Beginn der Szene kehrt Nathan von einer langen Geschäftsreise in seine Heimat Jerusalem zurück (vgl. Z. 5f.), dort lebt er zusammen mit seiner Tochter Recha und dessen Gesellschafterin Daja in einem Haus (vgl. Z.17f.). Nathan hängt sehr an seiner Tochter und macht sich große Sorgen, als er von Daja erfährt, dass sie sich in seinem brennenden Haus befand (vgl. Z. 20ff.). Das bringt Nathans Gutmütigkeit zum Vorschein und zeigt, dass er ein guter und verantwortungsvoller Vater ist. Auch ist er ein sehr großzügiger Mensch, denn er bringt Daja und Recha von seiner Reise nach Babylon teure Stoffe und Schmuckstücke mit (vgl. Z. 43ff.). Dies unterstreicht wieder, dass er sehr wohlhabend ist. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er ein neues Haus bauen lassen würde, wenn das Alte verbrannt wäre (vgl. Z. 17ff.) und auch Rechas Retter, den Tempelherrn möchte er belohnen (vgl. Z. 92ff.). Im Gespräch mit Daja verhält er sich ihr gegenüber dominant und macht damit bewusst klar, wer das Sagen hat. Das ist daran zu erkennen, dass Nathan die Gesellschafterin duzt (vgl. Z. 53) und ihr den Befehl erteilt zu schweigen (vgl. Z. 57). Zum Schluss wird Nathans vernunftgeleitete Denkweise deutlich gemacht. Er überzeugt Daja, dass der Tempelherr kein Engel, sondern nur ein Mensch ist (vgl. Z. 163ff.)

Zusammenfassend kann man sagen, dass Nathan ein reicher, vernunftgeleiteter Mensch mit einem großen Herz ist.

Charakterisierung Nathans aus Dajas Sicht

  • Sie ist erleichtert, dass Nathan von seiner langen Reise zurückgekehrt ist (vgl. Z.1f.)
  • sieht Nathan als eine sehr ehrliche Person (vgl. Z. 55)
  • ist ihm klar unterlegen (vgl. Z.58) -> wird geduzt
  • bezeichnet ihn als "gut" (Z. 167)
  • großzügig, denn Nathan bringt ihr teure Stoffe von seiner Reise mit (vgl. Z. 43)
  • hat wegen ihm ein schlechtes Gewissen (vgl. Z. 41)

Szenenanalyse 2.5

Sinnabschnitte

1) Das erste Zusammentreffen von Nathan und dem Tempelherrn (V. 1191-1220)

  • Nathan stellt sich dem Tempelherrn kurz vor. Sie beginnen ein Gespräch miteinander zu führen und Nathan möchte dem Retter seiner Tochter danken. Der Tempelherr scheint nicht interessiert an dem Treffen zu sein und wirkt unfreundlich
  • zeigt, dass Recha Nathan sehr am Herzen liegt

2) Nathan zeigt seine Dankbarkeit (V.1221-1246)

  • Nathan möchte ihm durch Geld seine Dankbarkeit zeigen, jedoch nimmt der Tempelherr dies nicht an

3) Nathan küsst den Brandfleck auf dem Mantel des Tempelherrn und bedankt sich auch im Namen Rechas (V.1247-1268)

  • Nathan erklärt dem Tempelherrn das Recha ihn sehen will

4) Nathan sagt, dass es überall "gute Menschen" (V. 1273) gibt, egal welcher Religion sie zugehören

  • zeigt, dass Nathan weise ist und andere Religionen toleriert

5) Nathan und der Tempelherr freunden sich an (V. 1305-1326)

  • Der Tempelherr entschuldigt sich für sein abweisendes Verhalten und nimmt Nathans Freundschaft an

Nathans Sprechweise:

  • sehr freundlich, respektiert den Tempelherrn (V. 1195)
  • stellt dem Tempelherrn viele Fragen und hält das Gespräch so am laufen-> Nathan wirkt interessiert
  • wird emotional, als er den Brandfleck auf dem Mantel sieht-> erinnert sich daran, was seiner Tochter zugestoßen ist
  • verwendet Metaphern (V. 1279ff.) -> zeigt seine Klugheit und Weisheit
  • denkt viel nach (V. 1307ff.)

Sprechweise des Tempelherrn:

  • möchte seine Ruhe haben, hat keine Lust auf das Gespräch -> benutzt nur sehr knappe Worte
  • ist unhöflich z.B. unterbricht er Nathan (V. 1208)
  • Judenfeindlichkeit, verhält sich respektlos "Was, Jude ? Was?"
  • Wende: spricht Nathan nicht mehr mit "Jude", sondern mit seinem echten Namen an -> gewinnt Respekt für Nathan


Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Exilsituation Brechts

1) Was bedeutet die Exilsituation für das Leben und Schreiben Brechts?

  • Durch die häufige Übersiedlung in andere Länder kam es oft zu einem unbeabsichtigten Stilwechsel (Z. 36ff.)
  • Der ständige Ortswechsel und die Flucht, sowie die Ungewissheit bezüglich der politischen Lage beeinflussen sein Leben stark, er findet keinen Halt
  • "Mit dem Siegesrapport Hitlers verliere ich an Bedeutung als Schriftsteller." (Z. 34f.)
  • arbeitet "isoliert" an seinen Werken (Z. 3)-> Einsamkeit?

2) Inwiefern spiegelt sich Brechts Situation in seinem Arbeitsjournal?

  • Brecht dokumentiert in seinem "Arbeitsjournal" seine Gedanken, Gefühle und Meinungen zu der damaligen politischen Situation und zu dessen Einfluss auf sein Werk (z.B. Verknüpfung der Nazi- und Gangsterhandlung (Z.1ff.))
  • setzt sich mit der Situation in Deutschland auseinander

3) Wie empfand Brecht das Exil? Wie hat er es lyrisch verarbeitet?

In dem Gedicht "Über die Bezeichnung Emigranten" beschreibt er, er fühle sich im Exil wie ein Vertriebener (V. 6) und nicht wie ein Emigrant. Diese Bezeichnung lehnt er bewusst ab. Für ihn sei das Leben im Exil keine dauerhafte Lösung (V. 4f.). Außerdem stellt er seine innere Unruhe dar und seine Hoffnung auf eine baldige Rückkehr nach Deutschland (V.9). Auch in "Gedanken über die Dauer des Exils" offenbart er das Verlangen, wieder nach Deutschland zurück kommen zu können (V.5).

Ergänzungen im Unterricht: Am Anfang des Exils hat Brecht bzw. das lyrische Ich noch Hoffnung auf die Rückkehr in sein Heimatland -> „Wartend des Tags der Rückkehr“ ((Über die Bezeichnung Emigranten (V. 9) . Im Laufe der Zeit verliert es diese jedoch (Gedanken über die Dauer des Exils (vgl. V. 27ff.)) und scheint sich mit dem dauerhaften Aufenthalt im Exil langsam abzufinden. Außerdem scheint das lyrische Ich im Gedicht „Gedanken über die Dauer des Exils“ die Zeit im Exil produktiv für sich zu nutzen (vgl. V. 24f.). Hier lässt sich eine Parallele zu Brecht ziehen. In seiner Biographie wird beschrieben, dass Brecht im Exil „isoliert“ an seinem Werk „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ gearbeitet hat (Z. 1ff.).

Vergleich der Lebenssituationen Brechts und Lessings

Gemeinsamkeiten:

  • Lessing arbeitete persönliche Verluste und Dinge die ihn beschäftigten in die Handlung von "Nathan der Weise" ein, um so z.B. seine Trauer um den frühen Tod seiner Frau und seines Sohnes zu verarbeiten. Auch Brecht setzte sich mit seinen Gedanken und Gefühlen über die Zeit des Nationalsozialismus und seinem Aufenthalt im Exil in seinem Werk "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" auseinander. Beide nutzten ihre Werke, um dadurch ihre Gefühle über die damaligen negativen Ereignisse zu dokumentieren und hinter sich zu lassen.
  • Die Zeit nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes war Lessings produktivste. Wie in Brechts Biographie (vgl. Z. 1ff.) und seinem Gedicht "Gedanken über die Dauer des Exils" deutlich wird, nutzte er seine Zeit im Exil trotz vieler negativen Gedanken und der schweren Lage ebenfalls sehr produktiv.
  • Sowohl Lessing als auch Brecht waren ständig unterwegs und fanden anfangs nur schwer Halt.

Unterschiede:

  • Lessing unternahm viele Reisen, um der Einsamkeit und Unzufriedenheit in Wolfenbüttel zu entfliehen. Bertolt Brecht war auch ständig unterwegs, jedoch nicht freiwilliger Weise. Er flüchtete vor dem Nationalsozialismus und siedelte dabei mehrmals in andere Länder um. Dies nahm starken Einfluss auf sein Werk "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui".

Zusammenfassung des Inhalts

Das Karfiolgeschäft in Chicago befindet sich in einer finanziellen Krise. Der Gangsterchef Arturo Ui bietet den Besitzern des Trusts seine Hilfe an, woraufhin diese ablehnen. Sie hoffen darauf, dass sich der Politiker Dogsborough für die Stadt einsetzt, was dieser auch tut, nachdem er eine Reederei erwirbt und dem Trust beitritt. Er sorgt dafür, dass der Trust Staatsanleihen bekommt, diese werden jedoch Veruntreut. Ui erfährt davon und nutzt die Situation aus, um Dogsborough zu erpressen, damit er die Gewalt über den Trust hat. Es kommt zu einer Ermittlung gegen Dogsborough, die abgebrochen wird, nachdem die Zeugen Sheet und Bowl tot aufgefunden werden. Ui lernt wie man eine starke Bühnenpräsenz ausstrahlt, um daraufhin eine Rede an die Gemüsehändler zu halten, in der er ihnen seinen Schutz anbietet. Der Gemüsehändler Hook ist jedoch misstrauisch, weshalb sein Speicher von Uis Leuten angezündet wird, diese kommen jedoch im darauffolgenden Speicherbrandprozess davon. Dogsborough verfasst ein Testament, in dem er Ui und die Gangster für den Tod von Sheet und Bowl, sowie den Speicherbrand verantwortlich macht, aber auch seine eigenen Taten gesteht. Dieses Testament wird jedoch von Uis Männern verfälscht, um dessen Macht weiter auszubauen. Es kommt zu Machtkämpfen zwischen den Gangstern, wobei Givola Roma erschießt. Arturo Ui trifft sich mit Betty und Ignatius Dullfeet, deren Vertrauen er gewinnen möchte. Ignatius wird aber ermordet, nachdem er sich gegen Ui stellen will. Ui möchte seine Macht nach Cicero ausbreiten und hält deshalb eine Rede, bei der er die Gemüsehändler der Stadt gewaltsam dazu zwingt, für ihn zu stimmen.