Benutzer:EmVNSG

Aus ZUM Projektwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Projekt: Erzählungen

betreut von: Benutzerin: MaFlo

Mein Arbeitsschwerpunkt: Deutungshypothese- offenes Ende


Inhaltsangabe- Das Haus in der Dorotheenstraße

Die Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, geschrieben von Hartmut Lange und veröffentlich im Jahr 2013, handelt von dem Journalisten Gottfried Klausen und wie seine Ehe mit seiner Frau Xenia zu Bruch geht.

Der Protagonist wohnt mit seiner Frau Xenia in einer Villa auf der Dorotheenstraße in Berlin. Klausen wird gebeten nach London zu gehen, um dort jemanden zu vertreten und er sag zu, obwohl seine Frau fürs Erste in Berlin bleiben will. Gottfried will eine größere Wohnung für sich und Xenia in London, doch nach sechs Wochen lebt er immernoch in der gleichen Zweizimmerwohnung. Als er eines Tages im Theater ist und sich "The Tragedy of Orthello, the Moor of Venice" anschaut, ist er entsetzt von der unglaubwürdigen Geschichte, denn der Protagonist in dem Theatherstück gibt vor, seine Frau bedingungslos zu lieben, aber bringt sie um, nachdem ihr die Untreue vorgeworfen wurde, ohne nachzuforschen, ob der Vorwurf wahr ist. Als er danach zuhause versucht, Xenia anzurufen, geht sie nicht ran und Gottfried geht schlafen. Am nächsten Tag findet er eine Wohnung für ihn und Xenia und er sagt ihr sie solle so schnell wie möglich nach London zum besichtigen kommen. Als er am Sonntag darauf am Londoner Flughafen Heathrow auf sie wartet, erscheint sie nicht und er ruft sie an. An Xenias Telefon geht eine Männerstimme ran und Gottfried legt schnell auf. Er sieht ein, dass es falsch war, von Xenia zu verlangen, dass sie nach London kommt und entschied sich, nach Berlin zu kommen. Auf dem Weg zum Flughafen erfährt er aber, dass sein Flug aufgrund eines Vulkanausbruchs abgesagt wurde. Daraufhin ruft er Xenia an und es geht wieder die Männerstimme ran. Klausen geht nochmal ins Theater und schaut sich wieder das gleiche Stück an, während er über seine Beziehung mit Xenia nachdenkt und versucht eine Lösung zu finden. Gegen Ende vom vierten Akt des Theaterstücks steht Gottfried auf und geht in einen Pub. Doch das Zitat "Put out the light" aus dem Theaterstück geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Als sein Chef ihn fragt, was los sei und warum er seine Arbeit so ungenau machte, antwortet er damit, dass er unbedingt weg aus London muss und er schlägt seinem Chef Island vor, denn dort sei der Vulkan, wegen dem sein Flug abgesagt wurde.


Deutungshypothese und Figurencharakterisierung

Bei dem Protagonist der Novelle, Gottfried Klausen, lässt sich vermuten, dass Klausen erstmal nach dem „Ich“ handelt und sich nach Island versetzen lässt. Jedoch ändert er danach seine Meinung vom „Ich“ ins „Über-Ich“ und kehrt nach seinem Aufenthalt in Island nach Berlin zurück, um Xenia zu konfrontieren und eine Lösung zu finden. Klausen würde Xenia, aufgrund seiner rationalen und logischen Denkweise nicht aus Eifersucht töten. Er hat bei dem Schauspiel „The Tragedy of Orthello, the Moor of Venice“ kritisiert, die Geschichte sei unglaubwürdig, weil der Protagonist vorgibt, seine Frau bedingungslos zu lieben, jedoch bringt er sie um, nachdem ihr die Untreue vorgeworfen wurde, ohne diesen Vorwurf zu hinterfragen (S.77f). Aus diesem Grund will Gottfried dies erstmal hinterfragen und wissen, wer der Mann am Telefon war und ob Xenia wirklich untreu ist, bevor er irgendwelche Entscheidungen trifft, denn es könnte sich auch um ein Missverständnis handeln können. Anstatt mit Xenia spät abends lange zu telefonieren,entscheidet er sich, lieber schlafen zu gehen(S.78), was zeigt, dass er seiner Beziehung mit Xenia nicht sonderlich viele Gefühle widmet und im allgemeinen wirkt er nicht sonderlich emotional. Es lässt sich vermuten, dass er nach Island möchte, weil er mit London zu viele schlechten Erinnerungen und Gefühle verbindet (S.91) und außerdem möchte er vielleicht etwas Distanz zu Xenia, um einen freien Kopf zu bekommen und ihre Beziehung und den Grund für Xenias Verhalten zu überdenken, er handelt hierbei also nach seinem kritischen Verstand. Nach seinem Aufenthalt in Island würde er nach Moral handeln und vermutlich nach Berlin kommen, um mit Xenia zu reden und herauszufinden, wer der Mann am Telefon war, denn er könnte sich auch mit seinen Vermutungen der Untreue täuschen. Dies würde auch zu seiner logischen Denkweise passen. Man kann Klausen aufgrund seiner logischen und rationalen Denkweise den Archetyp "Weise" zuordnen. Dies wird außerdem daran deutlich, dass er seine Arbeit normalerweise präzise erledigt (S.74) und dass er oft nach Wahrheit und Wissen strebt.