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Schule: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Projekt:Erzählungen

Mein Arbeitsschwerpunkt:

betreut von: Benutzerin:MaFlo


Das Haus in der Dorotheenstraße-Inhaltsangabe

Die Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“ von Harmut Lange handelt vom Journalisten Gottfried Klausen und seinen Eheproblemen. Der Protagonist Gottfried Klausen lebt gemeinsam mit seiner Ehefrau Xenia im Haus in der Dorotheenstraße in Berlin. Klausen hat als Journalist sehr viel Erfolg und wird eines Tages von Berlin nach London versetzt. Er möchte gerne, dass seine Frau ihm nach London folgt, jedoch tut Xenia das nicht, da sie sich Zuhause sehr wohl fühlt und ihr Haus nicht verlassen möchte.

Xenia fährt ihren Ehemann Gottfried Klausen noch zum Flughafen und verabschiedet sich von ihm.

Angekommen in London befindet sich Klausen in seiner Zweizimmerwohnung, welche man ihm zugewiesen hat. Jedoch besteht er darauf in ein größeres Apartment umzuziehen, um mit seiner Frau sein zu können.

In London besucht Gottfried Klausen die berühmte Shakespeare Company und schaut sich auch das Theaterstück „The Tragedy of Orthello“ an, welches von einem Ehepaar handelt. Der Mann liebt seine Frau bedingungslos, bringt sie aber lieber um, anstatt die Untreue die man der Frau angedichtet hatte, zu hinterfragen.

In den darauf folgenden Tagen versucht er Xenia mehrmals über sein Mobiltelefon und das Festnetz zu erreichen, jedoch nimmt keiner ab.

Als Klausen am Londoner Flughafen Heathrow auf seine Frau wartet, welche nach Vereinbarung nach London fliegen sollte um mit Klausen eine Wohnung zu besichtigen, erscheint diese nicht. Gottfried ruft sie daraufhin an und am Telefon ist nur eine Männerstimme zu hören, sodass er vor Schrecken auflegt.

Gottfried Klausen beschließt nach Berlin zu fliegen um die Situation zu klären, wird jedoch aufgrund eines Vulkanausbruches verhindert. Daraufhin ruft Gottfried Xenia an um ihr mitzuteilen, dass er verhindert wurde, jedoch nimmt erneut eine Männerstimme den Anruf entgegen, welche wissen möchte wer Gottfried ist. Als Klausen seine Frau sprechen möchte hört er im Hintergrund das Flüstern und die unterdrückte Lache von Xenia.

Er schaut sich zum zweiten Mal das Theaterstück „The Tragedy of Orthello“ an, welches in gewisser Weise seine Beziehung zu Xenia widerspiegelt und denkt dadurch nochmal vertieft über die Beziehung zu Xenia nach, sodass er vermutet Xenia würde ihm fremdgehen.

Klausen erklärt seinem Vorgesetzten, welcher schon selber gemerkt hat, dass es Klausen nicht gut geht, da er seine Arbeit vernachlässigt, dass er es in London nicht mehr aushält und lässt sich somit nach Island versetzen.


Das Haus in der Dorotheenstraße- mögliche Deutungshypothesen für das offene Ende

Die Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“ von Harmut lange hat ein offenes Ende, sodass man mögliche Deutungshypothesen in Erwägung ziehen muss.

Eine der wahrscheinlichsten Deutungshypothesen ist, dass Gottfried Klausen nach Island zieht, seine Probleme somit nicht löst und niemals mit seinen Eheproblemen abschließen kann. Zwei andere mögliche Deutungshypothesen sind, dass Klausen seine Frau Xenia aus Eifersucht tötet oder nach Berlin zurückkehrt und sich und seine Frau Xenia mit den Eheproblemen konfrontiert.

Der für mich am wahrscheinlichster Ausgang ist, dass Gottfried Klausen nach Berlin, zurück zu seiner Frau kehrt und versucht die Eheprobleme zu klären. Gottfried ist ein Mensch der gerne in Sicherheit, Ordnung und Harmonie lebt. Dies lässt sich an bestimmten und geeigneten Textstellen widerlegen. Als Korrespondent einer überregionalen Tageszeitung nimmt er seinen Beruf sehr ernst, verfasst sehr präzise und differenzierte Texte und lässt sich sogar in Auftrag seines Arbeitgebers nach London versetzen (s.74-75).

Klausen handelt relativ Tatsachenorientiert und das Denken und Handeln folgen den Maßstäben der Vernunft, der Logik und der Sachlichkeit. Er möchte gerne, dass seine Frau Xenia ihm aus beruflichen Gründen nach London folgt. Xenia möchte dies nicht, da sie sich im Haus in der Dorotheenstraße sehr wohl fühlt und das Haus nicht verlassen möchte. Gottfried sucht in London sogar nach einer größeren Wohnung für ihn und Xenia. Jedoch merkt er, nachdem Xenia den vereinbarten Flug nach London nicht angetreten ist, dass er sehr egoistisch gehandelt hat und er viel zu wenig Rücksicht auf seine Frau genommen hat. Deswegen beschließt er nach Berlin zu fliegen und seine Frau zu Rede zu stellen und sich bei ihr zu entschuldigen (s.83).

Gottfried ist im allgemeinen von seiner Frau sehr distanziert, da es zu einem ein Kommunikationsproblem gibt. Zum anderen wird deutlich, dass die zwei Eheleute sich körperlich nicht sehr Nahe stehen. Dies wird deutlich, als Xenia Gottfried zum Flughafen fährt und die Umarmung länger als gewöhnlich dauert.

Die Deutungshypothese, dass Gottfried seine Frau am Ende konfrontiert ist am wahrscheinlichsten, da an verschieden Textstellen deutlich wird, dass Xenia Gottfried trotz der vorgefallenen Ereignisse was bedeutet und wichtig ist. Als er nach Berlin zurückfliegen möchte, packt er für Xenia Geschenke in den Koffer (s.85), obwohl er zweimal am Mobiltelefon, bei, Versuch seine Frau zu erreichen, mit einer Männerstimme konfrontiert wurde. Beispielsweise sieht man auch, dass Xenia ihm was bedeutet daran, dass er am Flughafen mit einem Blumenstrauß auf Xenia wartet (s.81)

Gottfried Klausen schaut sich zweimal das Theaterstück „the Tragedy of Othello“ an. Auch hier wird sehr deutlich, dass er generell sehr Faktenorientiert handelt, da er beim ersten Besuch sehr verwundert darüber war, dass im Theaterstück nicht nach Fakten und deren Nachweisbarkeit, sondern nach Willkür und der Unzuverlässigkeit des schönen Scheins gehandelt wurde (s.77). Diese und eine weitere Textsstelle, an der Gottfried beim zweiten Besuch das Theaterstück verlässt, da er sich nicht ansehen kann und geschmacklos findet, wie eine wehrlose Frau einfach ermordet wird, spricht gegen die Deutungshypothese, dass Gottfried seine Frau aus Eifersucht ermordet (s.88)

Also lässt sich abschließend sagen, dass Klausen höchstwahrscheinlich weder nach Island zieht, noch seine Frau tötet, da er ein viel zu emotionaler, sensibler, gutherziger und verletzlicher Mensch ist. Bei beiden möglichen Ausgängen würde er es psychisch nicht verkraften. Wie schon erwähnt mag Gottfried es in Harmonie zu leben und steckt viel Hoffnung in Menschen, weswegen sich vermuten lässt dass er nach Berlin fliegt um die Situation aufzuklären und um wieder bei seiner Frau im Haus in der Dorotheenstraße sein zu können, wo er sich sehr wohl fühlt.

Charakterisierung von Gottfried Klausen

Gottfried Klausen ist der Protagonist von der Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“. Gottfried scheint anfangs mit Xenia Klausen, welche er bereits seit der Schulzeit kennt und über ihre Eigenarten und Interessen vertraut ist, glücklich verheiratet zu sein. Gemeinsam mit seiner Ehefrau wohnen sie im Haus in der Dorotheenstraße in Berlin, welches beiden das Gefühl von Geborgenheit gibt (s.73). Über Gottfried Klausens Aussehen werden in der Novelle keine Details offenbart.

Gottfried ist Korrespondent einer überregionalen Tageszeitung und nimmt seinen Beruf sehr ernst. Da er einen überaus präzisen Schreibstil hat und mehrere Sprachen beherrscht, schickt sein Arbeitgeber ihn öfter ins Ausland und zuletzt nach London. Gottfried möchte gerne, dass seine Frau mit ihm kommt, jedoch lehnt sie ab, da sie sich im Haus sehr wohl fühlt. Gottfried reagiert sehr verständnisvoll und bietet seiner Frau an nachzukommen, falls es ihm dort gefällt und er eine passende Wohnung findet (s.75). Jedoch scheint hier schon das erste Kommunikationsproblem zwischen Xenia und Gottfried zu entstehen. Gottfried denkt und möchte so gerne, dass seine Frau ihm folgt, dass er garnicht merkt, dass seine Frau ihre Heimat (Berlin) langfristig garnicht verlassen möchte.

In London bewohnt Gottfried eine Zweizimmerwohnung, die man ihm zugewiesen hatte. Aber er besteht immernoch darauf in eine größere Wohnung umzuziehen und erklärt sich auch bereit einen Teil der Miete selber zu bezahlen um gemeinsam mit seiner Frau Xenia sein zu können (s.76). Das zeigt, dass seine Frau ihm sehr wichtig ist und er sich viele Gedanken über sie macht, er aber ihren eigentlichen Wille garnicht sieht. So bahnen sich auch die ersten Eheprobleme an.

Gottfried versucht in seinem Apartment seine Frau Xenia über ihr Handy zu erreichen. Gottfried scheint seine Frau ganz gut zu kennen, da Sie den Anruf nicht annimmt und er weiß, dass Xenia immer die Angewohnheit hat ihr Handy in der Handtasche liegen zu lassen. Deswegen versucht er es über das Festnetz. Auch hier meldet sich keiner. Er macht sich schon einige Sorgen aber sieht es letztendlich gelassen und beschließt seine Frau ihren Freiraum zu lassen und sie nicht weiter zu belästigen (s.78). Jedoch scheint dies Gottfried etwas mehr zu beschäftigen als er wirklich zugibt. Er wacht Nachts auf und fragt sich in seinem Halbschlaf wieso Xenia nicht anruft. Schon allein daran merkt man, dass Gottfried schnell verunsichert ist und wegen Kleinigkeiten aus der Bahn geworfen werden kann.

Am morgigen Telefonat von Xenia und Gottfried geht es um eine potenzielle gemeinsame Wohnung in London. Auch hier merkt er wieder nicht, dass Xenia nicht ganz damit einverstanden ist. Er versucht auch für Xenia irgendwo zu sorgen aber er handelt etwas egoistisch. Er lässt Xenia keine Wahl, indem er ihr noch ein schlechtes Gewissen macht und ihr sagt wie schwierig er es hat, alleine in einer fremden Umgebung zu leben (s.80). Xenia stimmt ihm zwar zu, da er ja schon irgendwo Recht hat, aber er hat bis zu dem Zeitpunkt kein einziges Mal die Überlegung angestellt, wie es seiner Ehefrau damit geht.

Dass Xenia ihrem Mann was bedeutet sieht man auch daran, dass er sie vom Flughafen abholen will und mit einem Veilchenstrauß auf sie wartet. Sie erscheint nicht am Londoner Flughafen, da sie aus unbekannten Gründen den Flug nach London nicht antritt. Daraufhin ruft Gottfried seine Frau an und eine Männerstimme nimmt den Anruf entgegen. Gottfried legt aber direkt auf und konfrontiert den Mann am Telefon garnicht. Aufgrund der zwei Vorfälle ist daraus zu schließen, dass Gottfried sehr gedemütigt ist und seine Ego verletzt ist. Er flüchtet aus der Situation, weil ihm das zu viel wird und er verdrängen will, dass ein Mann an Xenias Telefon war. Auch als sein Handy mehrmals klingelt geht er nicht dran. Er versucht eine Erklärung für die Männerstimme zu suchen und sagt, dass es ja durchaus sein kann, dass eine falsche Verbindung zustande gekommen ist (s.83). Aber spätestens nach dem Vorfall sieht er selber ein, dass er egoistisch gehandelt hat und, dass er Xenias Bedürfnisse und Wünsche garnicht beachtet hat. Er stellt sich und sein Leben in London in Frage und fragt sich ob es wirklich nötig ist in London zu leben und für sich und Xenia eine Wohnung zu mieten. Somit reflektiert er sein momentanes Leben und kommt zu dem Entschluss, dass er am aller liebsten bei seiner Frau im Haus in der Dorotheenstraße sein möchte und seine Eheprobleme klären möchte (s.84).

Gottfried besorgt Geschenke für seine Frau und bucht einen Flug um nach Berlin zu fliegen. Hier wird auch nochmal deutlich, dass ihm letztendlich die Beziehung zu Xenia wichtig ist und er diese nicht einfach aufgeben möchte. Seinen Flug kann er jedoch nicht wie geplant antreten aufgrund eines Vulkanausbruchs. Daraufhin nimmt er seinen Mut zusammen um Xenia dies mitzuteilen und zum zweiten Mal geht eine Männerstimme dran, die wissen möchte, wer Gottfried Klausen ist. Dieses Mal legt Gottfried nicht auf und antwortet auf die Frage, als er dann im Hintergrund ein Flüstern und eine unterdrückte Lache hört, die er eindeutig Xenia zuordnet (s.86). Auch das will Klausen nicht wirklich wahr haben. Art hofft so sehr, dass er sich getäuscht hat und Xenia nochmal anruft. Klausens Flug nach Berlin wurde aufgrund des Vulkanausbruchs gestrichen. Klausen hat hypothetisch gesehen die Möglichkeit auch mit dem Schiff nach Deutschland zu reisen. Klausen könnte dies aus mehreren Gründen nicht tun. Er möchte seine Frau nicht mit den Problemen und seinen Vermutungen konfrontierten, da er Angst vor der Wahrheit hat. Auf unbewusster Art und Weise stellt er sich vermutlich mit der Ausrede zufrieden, dass er wegen des Vulkanausbruchs gehindert wurde. Eine weitere Hypothese könnte sein, dass er sich durch Xenias Verhalten so gedemütigt und blamiert fühlt, dass er Xenias passiv-aggressives Verhalten kopiert. Beide Hypothesen könnten dafür sprechen, dass Klausen am Ende nach Island fliegt.

Schlussendlich sieht Gottfried ein, dass seine Frau ihm Untreu sein könnte. Er stellt die ganze langjährige Ehe in Frage und vermutet, dass die Untreue seiner Frau schon seit ein paar Jahren der Fall ist.

Man merkt also, dass Klausen sehr distanziert von seinem Mitmenschen und seiner Frau ist. Zudem wird klar, dass er ihr körperlich nicht sehr Nahe steht, da die Umarmung am Flughafen, als Xenia Gottfried verabschiedet, bevor er nach London fliegt, viel länger als gewöhnlich dauert. Zusätzlich werden in der Novelle keine Freunde von Gottfried erwähnt. Ganz im Gegensatz. Klausen ist in London sehr einsam. Festmachen lässt sich dies daran, dass er sehr oft alleine in ein nahegelegenes Restaurant etwas essen geht. Auch wird deutlich dass er einsam ist, weil er auf Empfehlung die Theaterausstellung „The Tragedy Of Orthello“ besuchen geht, ohne jegliche Begleitung. Die Beziehung zu seinen Kollegen und seinem Arbeitgeber ist rein beruflich. Sein berufliches Umfeld merkt aber, dass es Gottfried Klausen aufgrund seiner Eheproblemen garnicht gut geht. Dies spiegelt seine Arbeit wieder. Er recherchiert nicht mehr so gründlich und schreibt über andere Themen wie zum Beispiel die privaten Affären irgendwelcher Abgeordneter (s.90). Dies zeigt, dass ihm die Eheprobleme und vermutlich das Fremdgehen seiner Frau sehr zu schaffen machen. Er hat sich selber, besonders bei seiner Arbeit, nicht mehr unter Kontrolle.

Gottfried Klausen ist ein Mensch der Tatsachenorientiert handelt. Deutlich wird das, als er das erste Mal die Theaterausstellung „The Tragedy of Orthello“ besucht. In dem Theaterstück geht es darum, dass ein Mann seine Frau angeblich bedingungslos liebt, sich weigert ihre Untreue zu hinterfragen und diese lieber umbringt (s.78). Er ist verwundert darüber, dass nicht nach irgendwelchen Fakten und deren Nachweisbarkeit gehandelt wird, sondern nach Willkür.

Klausen sieht sich das Theaterstück, nachdem er die Untreue seiner Frau vermutet, zum zweiten Mal an, da er sich vermutlich mit der Gesamtsituation identifizieren kann. Er merkt jedoch schnell, dass es geschmacklos ist sich das weiter anzuschauen. Er sieht es nicht ein, nur weil er ein Problem mit seiner Frau hat, sich die Ermordung einer Wehrlosen anzuschauen (s.88)

Gottfried Klausens Charakter lässt sich dem Archetypus „Weise zuordnen. Wie sein erster Theaterbesuch es bestätigt, sind Gottfried Expertise, Fakten und Warheit wichtig (s.78). Sein Denken und seine Handeln folgen den Maßstäben der Vernunft, der Logik, und der Sachlichkeit. Die Charaktereigenschaften fleißig und exakt des Archetypus „Weisen“ kann man Gottfried ebenfalls zuordnen. Man sieht öfter, dass Gottfried sehr detaillierte Artikel schreibt und sich Mühe gibt diese zu verfassen. Jedoch stellt man über die ganze Novelle hin fest, dass sein Verhalten sich am Ende hin extrem verändert und er aus Problemsituationen versucht zu flüchten. Er möchte sich nach Island versetzen lassen und London schnellstmöglich verlassen (s.91-92). Vermutlich möchte er dort hin, um Arbeit zu finden und über den Vulkanausbruch zu berichten. Vorstellbar ist aber auch, dass er den Vulkanausbruch als eine mögliche Ursache für seine Eheprobleme sieht, da er aufgrund dessen nicht nach Berlin fliegen konnte, um seine Frau mit den Problemen zu konfrontieren. Möglich ist es auch, dass er dadurch die Flughafensituation erneuern möchte und ein zweites Mal durchleben will, da es beim ersten Mal gescheitert ist. Allgemein kann man sagen, dass Gottfrieds Verhalten ein paar Eigenschaften hat, welche man auch anderen Archetypen zuordnen kann. Er ist besonders bei seiner Arbeit sehr diszipliniert und möchte allgemein immer die Kontrolle über sein Leben haben. Somit lassen sich Klausen auch die Archetypen „Held“ und „Herrscher“ zuordnen.

Zusammenfassend lässt sich aufgrund der immer zuspitzenden Problemen sagen, dass Gottfried Klausens Verhalten sich am Ende hin im Vergleich zum Anfang sehr verändert. Er wird in seiner Arbeit „schlampiger“ und möchte sich nach Island versetzen lassen. Im allgemeinen ist Gottfried ein sensibler, emotionaler, empfindlicher Mensch, der schnell verletzt werden kann und so aus seiner Ordnung, seinem Alltag, seiner Arbeit und seiner Routine abkommen kann. Er verbringt sehr viel Zeit alleine. Seine Frau ist im sehr wichtig, weswegen er auch beschließt sie mit den Eheproblemen zu konfrontieren. Allerdings besteht ein großes Kommunikationsproblem zwischen den Eheleuten. Jedoch kann man sagen, dass es ihm an Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstkontrolle mangelt, was das Thema Ehe betrifft.


Analyse der Erzähltechnick- Kapitel 5

Das Kapitel fünf aus der Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“,von Harmut Lange aus dem Jahre 2013, thematisiert Klausens Gedanken-und Gefühlswelt bezüglich der Männerstimme an Xenias Telefon.

Klausen befindet sich zu Beginn des fünften Kapitels in seinem Büro in London und malt sich mögliche Szenarien über die Männerstimme an Xenias Telefon aus. Einige Tage später sitzt er zum zweiten Mal im Theater und möchte sich zum zweiten Mal das Theaterstück „The Tragedy of Orthello“ anschauen, entscheidet sich jedoch mittendrin dagegen und verlässt somit das Theaterstück.

Bezüglich der erzählerischen Vermittlung kann man sagen, dass der Erzähler ein Er-/Sie Erzähler ist. Er berichtet über Klausen in der dritten Person und man erfährt nichts über ihn selbst. Der Erzähler ist ein unbeteiligter Beobachter kennt trotzdem größten Teils Klausens Innenperspektive (vgl. S.87,88: „...Wollte er sich das, und zum zweiten Mal, wirklich anhören?“).

Der Erzähler verwendet ein personales Erzählverhalten, da er nur Klausens Perspektive, Gedanken und Gefühle kennt (vgl.S.87: „...dachte Gottfried Klausen.“). Jedoch finden sich auch Merkmale des auktorialen Erzählverhaltens in dem Kapitel wieder, da er Gottfrieds Handlungen und Gedanken kommentiert und bewertet (vgl. S.88: „...Wollte er...vielleicht am Ende auch noch Beifall klatschen...?“).

Die Zeitgestaltung ist in dem Kapitel sowohl zeitdeckend als auch zeitdehnend. Beispielsweise wird es deutlich als der Erzähler vom Herziehen des Vulkans berichtet oder auch als Klausen nach einigen Tagen im Theater sitzt (Zeitraffung). Ereignisse oder Gedankengänge die Gottfried persönlich betreffen wie zum Beispiel die Männerstimme am Telefon, werden immer zeitdeckend erzählt, da der Erzähler diese dem Leser unterstreichen will, da sie für die Gesamtaussage der Novelle bedeutsam sind.

Der Moment in dem Klausen das Theater verlässt kann man der Erzählerbeschreibung zuordnen, da es zu einer detaillierten Beschreibung von Klausens Handlung kommt (vgl. S.88-89: „...zwängte sich durch die vollbesetzte Reihe,....nahm seinen Mantel entgegen... .“). Im Kapitel gibt es kaum einen wörtliche Rede außer Klausens Reaktion auf das Stück (vgl. S.88: „Nein.“). Jedoch ist der innere Monolog von Klausen deutlich zu erkennen, als er z.B. über die Männerstimme nachdenkt.

Allgemein kann man sagen, dass der Erzähler einen personalen Erzählstil hat und die meisten Gedanken und Gefühle von Klausen kennt, jedoch nicht alle. Zudem ist unklar ob er an gewissen Stellen Vermutungen anstellt oder Fakten äußert.