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Seminar: Nely-Sachs-Gymnasium Neuss

Projekt: Erzählungen

betreut von: Benutzerin: MaFlo

Arbeitsschwerpunkt: Figurencharakterisierung von Gottfried Klausen

Offenes Ende... warum? / Figurencharakterisierung Material 3

Deutungshypothese: Klausen tötet aus Eifersucht.

Gottfried Klausen ist zu Beginn der Erzählung ein Rationalist und handelt nach Logik, was anhand von den Erklärungsversuchen der Männerstimme deutlich wird (S. 82). Außerdem wird es an folgenden Aspekten deutlich,dass er beispielsweise seinen Beruf sehr ernst nimmt und viel Wert auf seine Arbeit legt (S.74). Er führt seine Arbeit sorgfältig und diszipliniert aus, welches ebenfalls bestätigt, dass er seine Arbeit mit Leidenschaft ausführt. Zum anderen reflektiert er das Theaterstück "Othello", da es ihm unglaubwürdig und unlogisch erscheint (s. 78). Hier wird deutlich, dass er großen Wert auf die Sachlichkeit von Tatsachen legt. Seine Zuneigung zu Xenia macht er deutlich, indem er nach Nähe zu ihr sucht, wie zum Beispiel durch Telefongespräche, oder dass er sie neben ihm in London haben möchte (s. 76,78).Diese Aspekte widerlegen, dass er Gefühlen wie Liebe zurückhaltend bzw. ablehnend ist. Dadurch, dass er seine Arbeit regelrecht ausführt, trifft das starke Bedürfnis, das er nach Sicherheit, Ordnung und Harmonie hat, zu. Er vermeidet eine Diskussion mit Xenia, stattdessen nimmt er die Schuld auf sich, da ihm keine logische Erklärung für ihr Nichterscheinen in den Sinn kam (S. 83). Außerdem verlangt er auch keine Rechtfertigung, wieso sie nicht ans Telefon ging, oder warum sie nicht nach London gekommen war, um Streitereien zu entgehen (S.82, 83). Gegen Ende der Erzählung verliert Klausen seine Vernunft und die Selbstkontrolle. Seine Arbeit führt er nicht mehr gründlich aus, sondern möchte schnellstmöglich fertig werden (s. 90). Außerdem wird das Gefühl von Verunsicherung durch die fehlgeschlagenen Anrufe bei Xenia und der Männerstimme am Telefon, genauso wie dem zweiten Besuch des Theaterstücks „Othello“ verstärkt. Die Männerstimme am Telefon könnte dazu führen, dass er eifersüchtig wird und eine gewisse Wut bei ihm auslöst, da er denkt, dass er bereits die Kontrolle über sie verloren hat. Er reflektiert die Geschehnisse aus dem Theaterstück, in welchem der Mann seine Frau umbringt. Daraufhin könnte er sich überlegen aus Rache seine Frau Xenia ebenfalls zu töten.

In Bezug auf die Archetypen lassen sich „Herrscher“ und „Weise“ ihm zuschreiben. Als Herrscher bezeichnet man jemanden, der nach Kontrolle und Macht strebt. Dieser Archetyp wird anhand folgender Verhaltensweisen deutlich: Zum einen möchte er die Kontrolle über seine Ehefrau Xenia haben. Das erkennt man dadurch, dass er fest davon überzeugt ist, dass Xenia mit ihm gemeinsam nach London zieht. Zum anderen fragt er sie: „Was ist mit dir?“, als sie nicht am Flughafen erschienen ist. Daran zeigt sich, dass er nach Kontrolle strebt. Außerdem wird deutlich, dass er nach seinem Umzug nach London die Kontrolle über sie verliert, denn er kann sie nicht regelmäßig erreichen, zudem kommt die Männerstimme am Telefon hinzu, wodurch ihm bewusst wird, dass er keine Macht mehr über sie hat. Denn er weiß nicht mit welcher Person und wo sie sich befindet.

Charaktereigenschaften, die den Archetyp „Weise“ beschreiben sind zum Beispiel: Fleiß, und Wissbegierig. Wahrheit und Fakten sind ihnen sehr wichtig, denn sie handeln nach Logik. Vor allem beim Theaterbesuch „Othello“ wird sein Streben nach Logik erkennbar, nämlich bezeichnet er das Theaterstück als eines, welches der Willkür und Unzuverlässigkeit schuldet.  Aus diesem Grund wirkt das Stück unglaubwürdig, da es nicht auf Fakten basiert.

Anhand des Instanzenmodells von Sigmud Freud lassen sich einige Verhaltensweisen von Gottfried Klausen erklären.Das Instanzenmodell besteht aus dem Über-Ich, Ich und dem Es. Das Über-Ich wird als die moralische Instanz erklärt, welches sich nach Geboten und Verboten richtet. Das Es hingegen bezeichnet das Lustprinzip,was bedeutet, dass der Mensch nach seinen Bedürfnissen handelt. Diese Zwei Instanzen stehen im Wechselverhältnis. Dadurch kommt das Ich zustande. Das Ich bildet ein Kompromiss zwischen ihnen und vertretet den kritischen Verstand, und damit auch die Kontrolle.

Mithilfe der Instanzen kann man die unterschiedlichen Endungsmöglichkeiten der Erzählung erläutern. Für die Ermordung Xenias bedeutet es, dass das Es überwiegt, da es nach dem Lustprinzip handelt. Im Gegensatz dazu würde das Ich für eine Auswanderung sorgen, das Über-Ich allerdings würde zurück zu Xenia und sich mit ihr konfrontieren, und durch Kommunikation das potentielle Missverständnis lösen.

Hinsichtlich der Figurenentwicklung Klausens wird deutlich, dass zu Anfang der Erzählung das Über-Ich dominiert, anschließend aber das Es mehr an Bedeutung gewinnt. Dies wird beispielsweise beim Besuch des Theaterstücks 'Othello' erkennbar (S.77), da er erst einmal das Theaterstück kritisiert, weil es nicht auf Fakten basiert. Es strebt nach Logik und Nachweisbarkeit. Beim zweiten Theaterbesuch steht das Über- Ich und das Es im Spannungsverhältnis(S.88). Zunächst dominiert das Es, denn Klausen entscheidet sich erneut das Theaterstück zu besuchen, dann aber verlässt er es bevor die Szene des Mordes gezeigt wird. Hier kommt der kritische Verstand, also das Ich zum Vorschein.Ebenfalls ist sein Alltag zu Anfang der Novelle sehr strukturiert. Er arbeitet diszipliniert und sorgfältig an seinen Berichten (S. 77). Daraus lässt sich schließen, dass das Über-Ich stets überwiegt. Im weiteren Verlauf vernachlässigt er seine Arbeit (S.90), da er schnellstmöglich sein Bedürfnis befriedigen möchte, und zwar zu seiner Frau Xenia zu gehen. Er beginnt seinen Bedürfnissen zu folgen (überwiegendes ES). Genauso verdeutlicht die Sehnsucht nach Xenia in seinem Traum die Stärke des ES (S.78). Denn der Traum wiederspiegelt sein unbewusstes, und somit sein Wunsch sie zu sehen.

Allgemein kann man sagen, dass Klausen grundsätzlich moralisch handelt, also das Über-Ich überwiegt. Allerdings wird mithilfe des Instanzenmodells nach Freud deutlich, dass er gegen Ende der Erzählung durchaus seinen Bedürfnissen folgt. Im Laufe seiner Entwicklung gewinnt das Es an Tragweite, somit könnte man deuten, dass die Möglichkeit, dass er seine Frau Xenia tötet möglich ist.

Als Gottfried Klausen erfährt, dass sein Flug nach Berlin ausfällt, aufgrund eines Vulkanausbruchs, zieht er keinerlei Alternative, um seine Frau Xenia zu besuchen. Anstelle des Flugzeugs hätte er beispielsweise auch das Schiff nehmen können. Mögliche Gründe, warum er nicht das Schiff als Alternative nimmt, könnte daran liegen, dass er vor seinen Problemen flüchten möchte. Da er zunehmend nach dem Lustprinzip handelt, könnte es sein, dass er sich dem Problem mit Xenia nicht widmen möchte, und daher erstmal akzeptiert in London zu bleiben. Außerdem kann es sein, dass er von dem zweiten Theaterbesuch noch zu sehr beeinflusst war, welches eine gewisse Wut bei ihm hervorruft. Denn ihm ist der Spruch "Put out the light" im Kopf geblieben und wiederholt es öfter. Das Über ich könnte versuchen zu kontrollieren, dass er nicht auf falsche Ideen kommt, wie es in dem Theaterstück gezeigt wurde. Also dass er nicht seine Frau ermordet.

In Bezug auf meine Deutungshypothese, dass Kausen Xenia tötet kann man sagen, da es wahrscheinlich einige Zeit gedauert hat, bis er endlich nach Berlin kommen konnte, in ihm die Wut aufgestiegen ist, dass er sie ermordet. Falls er sich nach Island versetzen lassen hat, könnte er sich weiterhin nebensächlich Gedanken über die Geschehnisse mit Xenia machen, welches dazu führen könnte, dass ihn die Wut überstürzt und im Endeffekt seine Kontrolle aus Eifersucht verliert.

Inhaltsangabe: Das Haus in der Dorotheenstraße

Die Novelle „Das Haus in der Dorotheenstrasße“ von Harmut Lange aus dem Jahr 2013 handelt von einem Ehepaar, dem Gottfried Klausen und seiner Frau Xenia, die in Berlin wohnen.

Klausen arbeitet für eine überregionale Tageszeitung und erhält ein Angebot als Korrespondenten-Vertreter in London. Er nimmt das Angebot an und zieht erst einmal alleine nach London, da seine Frau Xenia das Haus in der Dorotheenstraße zunächst nicht verlassen möchte.

Nach etwa sechs Wochen zweifelt er an seiner Entscheidung nach London gezogen zu sein, da er von seiner Geliebten getrennt ist. An einem Tag besucht er das Theaterstück „The Tragedy of Othello“. Im Laufe der Zeit sucht er nach einer größeren Wohnung und fokussiert sich auf seine Arbeit als Journalist.

Nach einigen Telefongesprächen mit Xenia erwartet Gottfried Klausen am Flughafen Xenia, die allerdings nicht erscheint. Nachdem er sie telefonisch erreicht, ertönt eine Männerstimme, welches  zunächst eine Verwunderung bei ihm auslöst. Er gibt Xenia aber nicht die Schuld dafür, dass sie nicht gekommen ist, da er selbst sie zum Kommen gedrängt habe.

Klausen möchte seine Arbeit in London schnellstmöglich beenden, um dann zurück zu seiner Frau gehen zu können. Sein gebuchter Flug fällt aufgrund eines Vulkanausbruchs in Island aus. Als er Xenia erneut anruft, hört er wieder eine Männerstimme, zudem ein weibliches Lachen im Hintergrund, welches er Xenia zuschreibt.

Ein zweites Mal besucht er das Theaterstück Othello, welches ihn an seine Beziehung mit Xenia erinnert. Er zweifelt an seiner Ehe mit Xenia, denkt sie habe eine Affäre mit einem anderen Mann. Währenddessen verschlechtert sich sein Arbeitsverhalten und lässt sich nach Island versetzen.

Schließlich taucht ein Mann im Haus in der Dorotheenstraße auf, welcher „Put out the light!“ ausruft, und darauf das Licht ausgeht.


Kapitel 5:

Im fünften Kapitel befindet sich Klausen zurück in seinem Büro, nachdem sein Flug nach Berlin ausgefallen ist. Er sucht nach einer Antwort, warum am Telefon eine Männerstimme zu hören war, als er Xenia anrufte. Er besucht das Theaterstück „Othello“ erneut, jedoch verlässt er es vor dem Ende, um den Mord nicht zu sehen. Darauf entscheidet er sich in ein Pub zu gehen, um dort seine letzte Erlebnisse zu reflektieren.

In Bezug auf die erzählerischen Mittel wird deutlich, dass es in diesem Kapitel um einen Er/Sie-Erzähler handelt (vgl. S. 87 „…noch wie betäubt“, „Ja, wolle er…“). Außerdem erzählt er aus der distanzierten Außenperspektive, sodass der Rezipient sich mit dem Geschehen auseinandersetzt. Dieser gibt einen Impuls zur Selbstreflexion, welches dazu beiträgt, dass der Rezipient sich in Klausens Position versetzt. Der Erzähler arrangiert das Geschehen, er gibt die Sicht Klausens wieder (vgl S.88), daher kann man von einem auktorialen Erzählverhalten sprechen. Außerdem kommentiert er sein Verhalten oder mögliche Gedanken, die Klausen haben könnte (S. 87/88), dabei handelt es sich um ein personales Erzählverhalten.

Darüber hinaus wird das Geschehen chronologisch erzählt und die Zeitgestaltung ist zu Anfang zeitdeckend (Vgl. S.87). Hier wird zunächst London und seine Gedanken beschrieben („dachte Gottfried Klausen“). Dann gibt es eine Zeitraffung (S.88 „Tage später“), hier werden einige Tage übersprungen und plötzlich sitzt er im Theater.

Szene 8 [Beim Doktor]:

Nachdem der Doktor gesehen hat, dass Woyzeck an die Wand uriniert hat, versucht Woyzeck ihm zu erklären, dass er nichts dafür könne. Der Doktor nimmt das nicht an, da man laut ihm die Kontrolle über seine Blase haben müsse, erwähnt einen Vertragsbruch zwischen den beiden und verlangt eine Urinprobe von Woyzeck. Dieser sagt darauf er könne nicht, woraufhin der Doktor wütend wird und sich fragt, wie man das nicht kontrollieren kann. Schließlich weist der Doktor auf den Vertragsbruch hin, den Woyzeck durch das Urinieren begeht. Als sich dieser wieder beruhigt, fängt Woyzeck an, unverständlich zu erzählen und der Doktor bemerkt, dass er eine Geistesverwirrung hat, weshalb er ihn weiterhin untersuchen möchte und dafür auch sein Gehalt erhöht.