Benutzer:AniBNSG

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Schule: Nelly-Sachs Gymnasium Neuss

Seminar: Nelly-Sachs Gymnasium

Projekt: Sprachwandel

Mein Arbeitsschwerpunkt: ...

Betreut durch: Benutzerin MaFlo


Dramenanalyse:Nathan der Weise

Entstehungskunde: Das Deutschland des 18. Jh. und die Situation des Bürgers

-seit 30-jährigem Krieg: viele kleine Territorien (in Deutschland), halbautonome Gebiete und Städte —> Territorialstaaten trafen die wichtigsten politischen Entscheidungen eigenständig

- offizieller Titel: Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, regiert vom deutschen Kaiser

—> Kaiser beschränkt auf wenige Rechte, hat eher eine symbolische Bedeutung

- schlechte Lebensbedingungen der Unterschicht, Ausbeutung der Untertanen

- Unterschicht= über 2/3 der Gesamtbevölkerung

- Bildung von neuen ökonomischen Kräften und einer neuen sozialen Schicht —> Handel, Bankgewerbe, Manufakturwesen —> Geld und soziales Prestige —> Kräfteverschiebung —> Spannungen in der Ständepyramide —> Konfrontation zwischen Adel und Bürgertum

- Bürger nehmen die Vorherrschaft des Adels nicht mehr hin

- Bürger wollen souveräner werden

Fragen:

1) Welche geographischen Besonderheiten zeichneten das Deutsche Reich nach dem 30-jährigen Krieg aus?

2) Welchen offiziellen Titel trug das Deutsche Reich?

3) Wer übte die wichtigsten politischen Entscheidungen aus?

4) Wie viel Prozent der Bevölkerung bildete die Unterschicht?

5) Was ist geschehen, dass Historiker das 18. Jh. als Beginn der modernen Zeit bezeichnen?

6) Welche Gründe veranlassten die Spannungen in der Ständepyramide?

7) Welche Konsequenzen resultierten aus diesen Spannungen?

Antworten:

1) Deutschland war in viele kleine Territorien unterteilt.

2) Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

3) Die Territorialstaaten.

4) 66 %

5) Es bildete sich eine neue soziale Klasse und eine neue ökonomische Kraft.

6) Durch die Kräfteverschiebung, die Unterschicht hatte Geld und soziales Prestige.

7) Zu Konfrontationen zwischen Adel und Bürgertum.



Inhaltsangabe:

Zu Beginn des Dramas erfährt Nathan, die Hauptperson des Dramas, dass seine jüdisch erzogene Tochter namens Recha, welche jedoch christlich getauft wurde, wie später herauskommt, von einem Tempelherrn, welcher ein Christ ist, aus einem brennenden Haus gerettet wurde. Recha ist seid ihrer Rettung in den Tempelherrn verliebt und bei einem von Nathan arrangierten treffen, verliebt sich der Tempelherr auch in Recha. Er bittet Nathan um die Hand seiner Tochter, doch dieser hat Bedenken und geht zum muslimischen Saladin. Saladin stellt Nathan die Frage, welche der drei Religionen die richtige sei. Nathan antwortet daraufhin mit der Ringparabel, welche besagt, dass jeder seine eigene Religion als die richtige sieht, was Saladin zufrieden stimmt. Bei seinem Besuch bei Saladin erfährt Nathan, das der Tempelherr Saladins Bruder ziemlich ähnlich sieht. Später kommt heraus, dass sowohl der Tempelherr als auch Recha die Kinder von Saladins verstorbenen Bruder sind, die beiden also Geschwister sind.

Letztendlich sind in der Familie also alle drei Weltreligionen vertreten und die Familienmitglieder sind froh sich gefunden zu haben.  


Charakterisierung von Nathan anhand der Szene 1.1:

Nathan ist die Hauptfigur des Dramas „Nathan der Weise“ von Gotthold E. Lessing.

Er lebt zusammen mit seiner Tochter namens Recha und deren Gesellschafterin Daja, die Christin ist. Selbst ist Nathan Jude, weshalb er seine Tochter auch jüdisch erzieht.

Nathan ist ein erfolgreicher, gut verdienender Geschäftsmann, der sich keine Sorgen um sein Geld macht. Nachdem sein Haus abgebrannt ist, hat er keinerlei Existenzängste, sondern nimmt es gelassen hin, dass er wohlmöglich ein neues Haus bauen muss, was wiederum mit Kosten verbunden wäre (vgl. V. 17-18). Außerdem ist er bereit alle seine Schätze an den Retter Rechas abzugeben, was sowohl eine große Dankbarkeit zeigt, als auch verdeutlicht, dass Nathan Geld und Reichtum nicht so wichtig sind (vgl. V. 94 ff). Als er Daja von all seinen Geschenken erzählt, die er von seiner Geschäftsreise für sie mitgebracht hat, wird erneut deutlich, dass es ihm an Geld nicht mangelt (vgl. V. 43-44 und V. 48-49).

Allerdings wird dadurch auch veranschaulicht, dass Nathan anscheinend doch nicht so ehrlich und großmütig ist, wie alle seine Mitmenschen von ihm denken. Mit den Mitbringseln erhofft er sich nämlich Dajas Schweigen, über einen noch unbekannten dramatischen Konflikt bezüglich seiner Tochter (vgl. V. 37 ff und V.58). Hier wird auch deutlich, dass Nathan eine gewisse Macht über Daja besitzt (vgl. V. 58-59) und sich in der Position befindet Befehle erteilen zu können (z.B. vgl. V. 154f).

So gelassen Nathan scheint, als er von seinem abgebrannten Haus erfährt, so hilflos und verzweifelt wirkt er als ihm erzählt wird, dass seine Tochter fast gestorben wäre. Als Daja es ihm erzählt scheint er fast durchzudrehen und will ebenso sterben wie seine Tochter (vgl. V. 24ff). Dies spiegelt den „Vaterinstinkt“ wieder, den Nathan gegenüber Recha besitz, obwohl sie nicht sein leibliches Kind ist.

Obwohl Nathan Daja schon seid längerem zum Schweigen zwingt, ist diese von seiner Rückkehr höchst erfreut, was sein hohes Ansehen hervorhebt (vgl. V. 1-2 und V. 167: „Ihr seid so gut und zugleich so schlimm!“).

Desweiteren ist Nathan wissbegierig (vgl. V. 80ff), einfühlsam (vgl. V. 128-130) und kann logische Schlussfolgerungen ziehen (vgl. V. 139).

Es lässt sich ergänzen, dass Nathan Redewendungen benutzt (vgl. V. 11) und viel von Gott spricht (vgl. z. B.  V. 3 und 14).

Zusammenfassend kann man festhalten, dass Nathan ein gutmütiger, ehrlicher, gelassener und großzügiger Mann ist, solange es nicht um seine Tochter Recha geht, dann ist er so ziemlich das Gegenteil der eben genannten Eigenschaften. Außerdem scheint eine gewisse Spannung zwischen Nathan und Daja zu existieren, die sich im Laufe des Dramas noch aufklären wird.

Nathan aus Dajas Sicht (möglicherweise):

-er erteilt mir Befehle

-er versucht sich mein Schweigen darüber, dass Recha nicht seine leibliche Tochter sondern ein ihm anvertraute Christin ist, mit Schmuck und anderen Geschenken zu erkaufen

-jedoch ist er auch großzügig und gibt weise Ratschläge

-wegen ihm hab ich ein schlechtes Gewissen, das mich quält, aber er will die Schuld vor Gott auf sich nehmen

-er ist immer besorgt um Recha —> er ist ihr ein guter Vater

Szenenanalyse: Gespräch zwischen Nathan und dem Tempelherrn (2.5)

Einteilung in sinngemäße Abschnitte:

  1. Nathan und der Tempelherr treffen aufeinander und Nathan versucht ein Gespräch zu beginnen. (V.1191-1205)
  2. Nathan stellt sich als der Vater, des Mädchens, welches vom Tempelherrn gerettet wurde, vor und spricht dem Tempelherrn seine Dankbarkeit aus. (V. 1206-1228)
  3. Nathan will als Zeichen seiner Dankbarkeit sein Reichtum mit dem Tempelherrn teilen, doch dieser will keine Geschenke von einem Juden annehmen. (V. 1229-1253)
  4. Die beiden fangen an über Recha zu sprechen. (V.1254-1269)
  5. Nathan und der Tempelherr tauschen sich über ihre Ansichten bezüglich Religion und Vol aus und beschließen daraufhin, dass sie Freunde werden müssen. (V.1270-1326)

Nathans Sprechweise:

-er tritt dem Tempelherrn höflich gegenüber(V.1198)

-er lässt ihn aber nicht ausredn (V.1206, V.1261)

-lässt nicht locker, versucht hartnäckig seinen Dank auszusprechen

-freut sich am Ende über die Freundschaft mit Nathan

-will den entstehenden Konflikt ruhig, gelassen und mit weisen Worten lösen

Sprechweise des Tempelherrn:

-er ist eher unhöflich(V.1199)

-er hat keinen Respekt(V.1219)

-er ist abwertend gegenüber dem Judentum

-er ist zu Beginn genervt und hat keine Lust zu reden

-am Ende ist er erfreut über die neue Freundschaft mit Nathan


Der letzte Akt: die Familienzusammenführung— eine groteske Utopie?!

Definition: Utopie= etwas ist in der Vorstellung der Menschen, existiert aber (noch) nicht in der Wirklichkeit

Interpretation des letzten Auftritts:

Nachdem Nathan die Herkunft Rechas preisgegeben hat, haben Nathan und Recha sich dazu entschlossen, dass Nathan weiterhin Rechas Vater bleibt (V. 3703f.). Dies verdeutlicht die enge Verbundenheit zwischen den beiden Figuren. Recha drückt daraufhin aus, dass es ihr egal sei, wenn sie jemand anderen verliert als Nathan, woraufhin der Tempelherr enttäuscht und verletzt ist (V. 3709). Bei der Diskussion über die Heirat mit Recha sagt Nathan, dass ihr Bruder mitzureden hat, was für Verwirrung des Tempelherrn sorgt, da er nicht weiß, wer der Bruder ist (V. 3747). Recha ist ebenfalls verwundert, da sie bisher nicht wusste, dass sie einen Bruder hat. Anschließend klärt Nathan den Tempelherrn auf, dass er nicht nur Curd von Stauffen heißt, sondern auch Leu von Filnek (V. 3762ff.). Die Verwirrung des Tempelherrn wird dadurch größer, stimmt Nathan allerdings zu. Der Vater des Tempelherrn war Wolf von Filnek, ein Freund Nathans (V. 3785). Als nächstes erklärt Nathan, dass der Tempelherr der Bruder von Recha ist (V. 3792), was Saladin und Sittah erfreut, Recha ist hingegen erschrocken und der Tempelherr ist zunächst abweisend (V. 3793), anschließend jedoch begeistert und dankt Nathan (V. 3801). Nathan klärt auf dass Rechas richtiger Name Blanda von Filnek ist (V. 3808). Später möchte der Tempelherr, dass Recha ihren christlichen Namen wieder annimmt (V. 3809), damit sie als Christin anerkannt wird. Daraufhin bietet Nathan dem Tempelherrn an, sein Vater zu sein (V. 3813), wodurch Sittah und Saladin gerührt sind (V. 3814). Dann findet Saladin heraus, dass der Vater von Recha und dem Tempelherrn Assad, der Bruder von Saladin und Sittah war (V. 3827). Dies wird durch das Buch bestätigt.

Aus diesen Ereignissen lässt sich schließen, dass Recha und der Tempelherr königliches Blut haben und durch die Familienzusammengehörigkeit wird die Verbundenheit aller Menschen verdeutlicht.

Es handelt sich bei dieser Szene um eine groteske Utopie, da die glücklichen und problemlosen Familienbeziehungen, zwischen den Mitgliedern verschiedener Religionen, wie sie am Ende des Dramas zu finden sind nicht in der Wirklichkeit umsetzbar sind. In Lessings Drama sind die Personen, die die verschiedenen Religionen darstellen, alle miteinander verwandt. Genauso ist es auch bei den Religionen. Dies symbolisiert die Zusammengehörigkeit aller Menschen. Die dargestellte Menschheitsfamilie steht für Humanität und Toleranz. So drückt Lessing seinen Wunsch nach einem toleranten Zusammenleben aller Menschen auf der Welt aus.



Dramenanalyse: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Das Drama als Provukation?

Bezieht man die Handlung des Dramas auf ein Publikum der 50er und 60er Jahre, birgt es eine Menge Provokation, welche sich sowohl inhaltlich am Drama, als auch in der Inszenierung erkennen. Zum einen gibt es im Drama immer wieder Anspielungen auf Gewalt, zum Beispiel fallen Schüsse, jedoch steht die Gewalt nie im Vordergrund, also wird nicht explizit vorgeführt. Auch ist die Manipulation durch Ui provokant, da gilt: „Mach mit oder stirb“. Zu dem liegt generell eine Provokation darin, das Thema zur Zeit des Exils auf die Bühne zu bringen. In der Inszenierung geht die Provokation vor allem von der Darstellung der Figur Ui als Hund aus. Diese befindet sich zu Beginn der Vorführung kauernd auf dem Boden und hechelt. Außerdem ist er verkrampft, was sich auch in seiner Mimik zeigt. Er wirkt durch sein aggressives Reden und Schreien sehr impulsiv, aber durch seine Nacktheit auch verletzlich aufgrund des Kampfes mit sich selbst.

Fazit zum Aufbau des Dramas:

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass Arturo Ui auf dem Weg zu seiner Macht, mehrere Etappen durchlaufen musste. Er fing bei Null an und erschwerend kam noch dazu, dass er von allen verachtet wurde, aufgrund seiner Gangster-Taten. Er versuchte sein Ansehen zu erhöhen, in dem er anbot die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen musste er zu härteren Mitteln greifen, wie Mord und Erpressung, sodass die Menschen ihm unterlegen waren. Auch das Sabotieren eines Gerichtsverfahrens und die Fälschung des Testaments von Dogsborough halfen ihm auf seinem Weg zur Macht Dies nutzte er aus und konnte so an die Macht gelangen. Doch das reichte ihm nicht, er nahm sich vor auch noch in andere Städte die Macht zu ergreifen.

Analyse einer Figur: Betty Dullfeet

Leitfragen:Wer bin ich? Welche Aufgabe oder welchen Beruf habe ich? Wie und wann komme ich in Kontakt zu Ui und seinen Leuten? Wie reagiere ich mit? Was ist mein weiteres Schicksal?

Betty Dullfeet ist die Frau von Ignatius Dullfeet, welcher in Cicero sehr mächtig ist. Als sie das erste Mal auf Ui trifft, ist sie von der Richtigkeit seiner Handlungen überzeugt. Sie spricht sich dafür aus, dass Ui in keiner Weise für den Tod von Sheet schuldig ist, sondern sieht die Schuld bei Roma (vgl. S. 95). Sie kritisiert Ui zu diesem Zeitpunkt nur hinsichtlich seiner Freundschaft mit Roma. Das nächste Mal trifft Betty Dullfeet auf Ui, als dieser sie und ihr Mann im Blumenladen Givolas sind. Zu Beginn dieser Szene vertraut Betty immer noch auf das Gute in Ui (vgl. S.103), während ihr Mann hingegen schon starke Bedenken hat und davon spricht sich gegen Ui zu stellen. Jedoch merkt man, dass sie ihrem Mann beisteht (vgl. S. 106) und dass sie keine Gewalt möchte (vgl. S. 107). Auch hier zeigt sich, dass sie in Ui keinen Feind sieht, sondern eher ein Freund und Verbündeten (vgl. S. 109). Betty bekommt gar nicht mit, dass während sie sich mit Ui unterhält, ihr Mann hintergangen wird und schon fast sein Todesurteil gefällt wird. Als Nächstes trifft Betty Ui auf der Beerdigung ihres Mannes. Hier scheint sie zum ersten Mal begriffen zu haben, dass Ui kein guter Mensch ist und sie weiß, dass er ihren Mann umgebracht hat (vgl.S. 114). Betty ist wütend und empört wegen Uis Taten (vgl. S.114ff). Sie spricht sich gegen ihn aus und kündigt an ihm niemals zur Seite zu stehen (vgl. S.118). Während Betty mit Ui spricht, leidet sie sehr unter dem Tod ihres Mannes (vgl. S. 117). Das letzte Mal trifft Betty auf Ui, als dieser die Gemüsehändler in Cicero mit einer Ansprache überreden will ihm zu vertrauen. Sie dient hierbei als eine Art Zeugin, die ihre Erfahrungen mit Ui schildert. Es wird deutlich, dass seit ihrem letzten Auftritt sich etwas geändert haben muss, denn sie unterstützt Ui jetzt und wehrt sich nicht mehr gegen ihn.


Sheet hat seine Reederei Zugunsten von Ui an Uis Leute verkauft, jedoch wusste er zu diesem Zeitpunkt nicht, dass er mit diesem Verkauf Arturo Ui unterstützt. Im weiteren Verlauf wird Sheet von Uis Leuten ermordet, dies trägt dazu bei, dass die Mehrheit der Leute eingeschüchtert wird und sich nicht mehr traut sich gegen Ui aufzulehnen. (LiSNSG und AniBNSG)


Inhaltsangabe Arturo Ui:

Das Karfiolgeschäft läuft in Chikago, aufgrund einer Wirtschaftskrise nicht gut. Der Gangsterchef Arturo Ui bietet seine Hilfe an, doch diese wird von den Besitzern des Karfioltrusts abgelehnt. Der einflussreiche Politiker Dogsborough soll Geld für Kaianlagen leihen, jedoch kommt es zu einer Veruntreuug der Staatsanleihen. Arturo Ui, der Wind von der Sache bekommt, will dass Dogsborough für ihn bürgt und erpresst ihn mit seinem Wissen. In einer darauffolgenden Ermittlung gegen Dogsborough lässt Ui die Zeugen umbringen, um Dogsborough zu schützen, damit dieser ihn weiterhin unterstützen kann. Arturo Ui plant das Auftreten vor Publikum und nimmt dafür Unterricht bei einem Schauspieler. Ui bietet dem Karfioltrust seinen Schutz an, aber will im Gegenzug 30% des Gewinns. Als er von einem Mitglied des Trusts kritisiert wird, lässt Ui dessen Speicher anzünden. In einem anschließenden Prozess gegen Ui, wird dieser nicht für schuldig gesprochen, da das Verfahren sabotiert wird. Dogsborough verfasst sein Testament samt Anschuldigungen gegen Ui. Einer von Uis Leuten fälscht jedoch Dogsboroughs Testament und benennt Ui darin als Dogsboroughs Nachfolger. Ui plant seinen Einfluss auf die Stadt Cicero auszubreiten und übt eine Rede. Für die Übernahme von Cicero will Ui das Vertrauen von Betty und Ignatius Dullfeet erhalten. Als Ignatius sich ihm nicht anschließen will, lässt Ui ihn töten. Der Trust in Cicero ist mit Uis Handlungen nicht einverstanden. Um den Trust dennoch von sich zu überzeugen, hält Ui dort eine Rede und lässt die Menschen über sich abstimmen. Nachdem ein Gemüsehändler, der gegen Ui gestimmt hatte ermordet wird, stimmen alle anderen für Ui.

Sprachvarietäten und Sprachwandel

Die Beziehung zwischen Sprachvarietäten und Sprachwandel

Das Phänomen der sich über die Jahre immer weiter verändernden deutschen Standardsprache ist wohl schon den meisten aufgefallen. Jedoch stellt sich hier die Frage, inwiefern dieser Sprachwandel von den Spachvarietäten unserer Sprache beeinflusst wird.

Um dies zu klären, muss vorher erst einmal deutlich werden, was Sprachvarietäten und Sprachwandel überhaupt sind.

Als Sprachvarietäten bezeichnet man bestimmte Ausprägungen einer Einzelsprache, die diese ergänzen, erweitern oder modifizieren, jedoch nicht unabhängig von dieser existieren können. Jeder Mensch erlernt mit seinem Spracherwerb auch gleichzeitig verschiedene Sprachvarietäten, je nachdem, in welchem Kontext er Sprache verwendet. Die Tatsache, über mehrere Sprachvarietäten zu verfügen, nennt H. Henne "innere Mehrsprachigkeit". Es ist die Kompetenz die verschiedenen Formen der Sprache in unterschiedlichen Situationen angemessen verwenden zu können. Unter dem Sprachwandel versteht man die langfristige Veränderung und Entwicklung der Standardsprache.

Beispiele für Sprachvarietäten sind Gruppensprachen wie Jugendsprache, Ethnolekt, Soziolekt und Dialekt usw., also Sprachausprägungen einer Gruppe, je nach Alter, ethnischer Herkunft, gesellschaftlicher Position und Region.

Wenn aber eine Sprachvarietät von der Mehrheit der Menschen gesprochen wird, spricht man von einem Sprachwandel. Die durch die Sprachvarietäten veränderte Sprache wird nun zur neuen Standardsprache. Auch die Sprachvarietäten in sich unterliegen einem stetigen Sprachwandel: Die Jugendsprache z.B. ist zeit- und modeabhängig, Jugendwörter der 80er Jahre wie "knorke" sind heute "nice".

Abschließend ist es durchaus verständlich sich die Frage zu stellen, ob der Sprachwandel irgendwann ein Ende hat, oder ob unteranderem die Vielzahl der Sprachvarietäten irgendwann dazu führt, dass die ursprüngliche deutsche Standardsprache nicht mehr zu erkennen ist.


Quellen:

H. Henne: Innere Mehrsprachigkeit des Deutschen und Sprachvielfalt der deutschen Standardsprache. Zitiert nach P. Braun: Tendenzen in der deutschen Gegenwartsprache. Sprachvarietäten. Stuttgart et al.: Verlag W. Kohlhammer, 1998. S.12f.

H. Haruna: Weissu- is krasse Sprache! In: fluter - Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung Nummer 39 (Sommer 2011), Bonn: bpb 2011, 28f.