Benutzer:AnFNSG

Aus ZUM Projektwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Projekte:

Woyzeck/ Inhaltsangaben

Woyzeck/ Kritik

Medienkritik/Medientheorien - kulturphilosophisch betrachtet

Erzählungen: Lebensentwürfe in der Literatur aus unterschiedlichen historischen Kontexten

Hartmut Lange

Hartmut Lange/Biographie

Mein Arbeitsschwerpunkt: Sprache & Form/Struktur

Das Haus in der Dorotheenstraße - Inhaltsangabe:

Der Journalist Gottfried Klausen lebt mit seiner Ehefrau Xenia Klausen zusammen in dem kleinen Ort Kohlhasenbrück, nahe Berlin, in der Dorotheen Straße. Gottfried Klausen schenkt seiner Karriere seine ganze Aufmerksamkeit und Energie.

Wegen seiner sehr guten beruflichen Leistungen wird ihm von seinem Chef die Übernahme der Niederlassung in London angeboten und er wird von seinem Arbeitgeber nach London versetzt.

Da Xenia Klausen vorerst bevorzugt in dem Haus in der Dorotheensraße zu bleiben, fliegt Gottfried alleine nach London und sucht parallel zu seiner Arbeit eine Wohnung für Xenia und ihn. Übers Telefon halten sie Kontakt, da ihm Xenia sehr fehlt und sich einsam in London fühlt. Daraufhin besucht er das Theater "Othello" und ist beeindruckt der schauspielerischen Leistung, während die dargestellten Gefühle eher unverständlich für Ihn sind.

Als Xenia nach London hätte fliegen können, wartet Gottfried vergeblich auf sie am Flughafen, doch sie erscheint nicht. Er kann nicht verstehen, warum seine Frau nicht kommt und versucht sie zu kontaktieren, woraufhin er eine Männerstimme am Telefon seiner Frau wahr nimmt.

Er beschließt kurzerhand nach Berlin zurück zu kehren, doch der Flug wurde aufgrund eines Vulkanausbruches auf Island abgesagt. Nun stellt er langsam fest, wie sehr er durch die Fixierung auf seine Karriere Xenia vernachlässigt hatte und besuchte kurz erneut die Vorführung der Oper "Othello" von Shakespeare. Unter dem Eindruck der Vorführung kreisen seine Gedanken immer stärker um das Problem mit seiner Frau Xenia, wodurch er seine Arbeit immer mehr vernachlässigt.

Er lässt sich nach Schwierigkeiten mit der Redaktion nach Island versetzen und es werden daraufhin Erwägungen genannt, wie die Novelle enden könnte und es wird eine Gewalttat in der Zukunft gedeutet, womit die Novelle sozusagen endet.

Eine Möglichkeit des offenen Ende:

Da Klausen seinen Beruf "sehr ernst nimmt" (S. 74) und für sich entscheidet, dass er verlegt werden möchte (Vgl. S. 91), kann man annehmen, dass er nach dem Gespräch mit seinem Chef nach Island zieht und somit seiner Ehe entflieht. Da er, wegen seinen Beziehungsproblemen, "schlecht und schlampig" arbeitete (S. 90) kann es gut sein, dass er dies mit der Versetzung nach Island wieder gut machen möchte um von seinen Problemen nicht abgelenkt zu sein und fokussiert zu bleiben.

Vergleich der gewählten Deutungshypothese mit der Figurencharakterisierung (AB M3) & Bestätigung/ Widerlegung der Figurencharakterisierung:

Da Klausen vernünftig ist und den Maßstäben der Logik und Tatsachenorientierung, Sachlichkeit und Nüchternheit folgt (Vgl. S. 74) würde er sich mehr auf seine Karriere und sein „hohes Ansehen in seinem Job“ konzentrieren und fokussieren, da er von der Redaktion immer zu schätzen gewusst wird (Vgl. S. 74). Er würde seine Ehe eher zu Brüche gehen lassen als seine Karriere, da er Gefühle wie Liebe, Eifersucht und Leidenschaft zurück hält oder gar ablehnt, zum Beispiel als er das erste mal die Männerstimme am Telefon hatte und daraufhin versucht sich selbst zu erklären, dass die Männerstimme nichts weiter bedeutet um „einen Anflug von Gekränktheit loszuwerden“ (Vgl. 82), wie in M3 beschrieben.

Aufgrund der Tatsache, dass Klausen keine Alternative in Erwägung zieht, als sein Flug nach Deutschland abgesagt wurde (Vgl. S. 85f), lässt sich erkennen, dass der Vulkanausbruch als unbewusste Angst vor der Wahrheit gedeutet werden kann. Diese Wahrheit wäre, dass Xenia ihm fremd geht. Argumente dafür, dass Klausen nach Island flieht und sich gegen eine Konfrontation oder einen Mord entscheidet, sind außerdem, dass er den Kompromiss zwischen der Sehnsucht nach Xenia und seinem Alltagshandeln, welches sich über den Handlungsablauf der Novelle ändert , aufgrund der genannten Situationen, auch, welcher die Flucht nach Island wäre. Seine rational denkende Lebensweise hat sich jedoch nicht stark bis gar nicht geändert, da er seinen Bedürfnissen des Es nie wirklich folgt, sondern immer eine Alternative findet, sprich sein Ich setzt sich in den meisten Situationen immer noch durch, zum Beispiel als Klausen abends noch versucht Xenia zu erreichen (Vgl. S.78) oder als er vorschlägt nach Island zu reisen um dort zu arbeiten (Vgl. S. 92).

Seinen Gefühlen nach zu folge, würde er sich eher für den Mord oder die Konfrontation entscheiden, doch da er seinen Gefühlen nicht viel Aufmerksamkeit schenkt und sich eher sein Alltagshandeln durch setzt, würde der Kompromiss nach Island zu fliehen die plausibelste Lösung nach Klausens Charakter sein. Er ist sich seinen Gefühlen zu unsicher und in sich gekehrt als das er Xenia konfrontieren oder gar Mord begehen könne. Dies lässt sich auch anhand seines Verhaltens gegenüber Xenia (Vgl. S. 83) erkennen, da er erklärt, dass Klausen die Schuld auf sich nimmt, bezogen darauf, dass Xenia nicht nach London geflogen ist, weswegen ein Mord nicht in Frage kommen würde.

Ergänzung Archetyp:

Klausen ist dem Archetypen Weise, Herrscher und Schöpfer am ehesten zuzuordnen, da er in seinem Job sehr fleißig, exakt und wissbegierig ist (Vgl. S. 74&77). Er hat einen sehr rational denkenden und Logik basierenden Charakter, welches man an vielen Situationen erkennen kann (Vgl. S. 77,82). Als er ins Theater geht und die Vorstellung "Othello" schaut, lässt sich deutlich erkennen, dass er Emotionen wie Liebe und Eifersucht gar nicht nachvollziehen kann (Vgl. S. 78). Klausen empfindet das Stück als "unglaubwürdig" (S. 77), ist jedoch erstaunt über die schauspielerische Leistung, da er sich nicht damit identifizieren kann. Aus diesem Grund könnte Klausen keinen Mord begehen, da Gefühle wie Eifersucht ihm zu fremd sind. Auch im weiteren Verlauf der Novelle erhält man keine Belege für eine Eifersucht, eher nur Sorge und Unsicherheit/ Ungewissheit (Vgl. S. 88).

Analyse von Kapitel 5 hinsichtlich der erzählerischen Mittel:

Von der distanzierten Außenperspektive aus betrachtet, lässt sich das fünfte Kapitel so analysieren, dass der Rezipient zu empathischen Eigenleistungen gezwungen wird. Aufgrund der Einblicke in Klausens Gedankenwelt ( vgl. S. 87,88), we

welche in der Novelle nicht häufig auftreten, wird man als Rezipient dazu geleitet sin in Klausen hinein zu versetzen. Besonders deutlich wie dies durch die auftretenden Fragen aus Klausens Sicht. Man wird auch kurzzeitig über seine Gefühle informiert (vgl. S), )., welches auch zur empathischen Eigenleistungen leitet.

Die erzählerische Vermittlung ist in der Novelle aus der dritten Person und aus der Außensicht geschrieben. In der Novelle Vermittler der Erzähler hauptsächlich außenperspektivisches, jedoch informiert er manchmal auch aus der Innenperspektive der Figur, wie in Kapitel fünf. Ebenso wird das neutrale Erzähler erhalten angewendet, denn er stellt das äußere Geschehen als unbeteiligte Beobachter dar, jedoch gibt er Einblicke auf Klausens Gedanken und Gefühlswelt.

In Kapitel fünf wird die lineare Struktur der Zeitgestaltung angewendet, wobei hier keine Rückwendungen oder Vorrausdeutungen genannt werden. Dadurch dass Klausens Gedanken wieder gegeben werden wird die Zeitdeckung in diesem Kapitel verwendet. Es wird auch die Häufigkeit eines Geschehens deutlich, durch den erneuten Othello Besuch, welches im chronologischen Verlauf dar gestellt wird ( vgl. S. 88).

Die Darstellung von Kapitel fünf ist einen szenische Darstellung, da die Situation breit gestaltet wird und man einen detaillierten Einblick in Klausens Gedankenwelt bekommt, welches jedoch nicht in der ersten Person erzählt wird, sonder der Erzähler bleibt weiterhin in der dritten Person.


Betreut von: Benutzerin:MaFlo