Generationenkonflikt und Klimakrise/Generationenkonflikt bei der Klima-Risikowahrnehmung: ein Vergleich zwischen "Boomern" und Gen Z: Unterschied zwischen den Versionen

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Schon jetzt lassen sich durch den Klimawandel entstandene gesundheitliche Gefahren und Schäden ablesen. Dabei kann  zwischen direkten und indirekten Wirkungen unterscheiden werden. Körperliche und psychische Gesundheit können zum einen direkt durch das veränderte Wetter und zum anderen durch Veränderungen in der Umwelt geschädigt werden, die vom veränderten Wetter beeinflusst wurde. Zu den direkten Auswirkungen zählen zum Beispiel Tote und Verletzte durch Hitzewellen, Stürmen, und Lawinen. Vor allem sind alte Menschen und Kinder benachteiligt. (Eis, D., Helm, D., Laußmann, D. & Stark, K., 2010).<ref>Eis, D., Helm, D., Laußmann, D. & Stark, K. (2010). Klimawandel und Gesundheit – Ein Sachstandsbericht. Berlin: Robert Koch-Institut.</ref> Neben den Körperlichen Schäden können Katastrophen  psychotraumatische Belastungsstörungen auslösen (Kovats, R.S., Valentini R. & Bouwer L.M. et al., 2014 zitiert nach Berger et al., 2019). Außerdem wird das komplette Ökosystem gestört, wenn sich artfremde Tiere und Pflanzen in Gefilden wohlfühlen und sich verbreiten, in denen sie normalerweise nicht vorkommen (Bunz, M. & Mücke, H.-G., 2017).<ref>Bunz, M. & Mücke, H.-G. (2017). Klimawandel – physische und psychische Folgen. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz, 2017 (Vol. 60), 632–639.</ref> Bei weiter steigenden Temperaturen würden auch Tropenkrankheiten in Deutschland aufkommen und sich neue Krankheiten ausbreiten. Außerdem könnten sich auch einheimische Insekten, wie Zecken, die Borreliose übertragen, besser verbreiten (Eis et al., 2010). Messungen zeigen, dass die Tropentage und -ächte mit über 20 bzw. 30 Grad Celsius immer weiter zunehmen, während die Frosttage unter 0 Grad Celsius gleichzeitig abnehmen (Kovats, R.S., Valentini R. & Bouwer L.M. et al., 2014 zitiert nach Berger et al., 2019 ). Außerdem zeigt sich, dass es in den Sommermonate in Deutschland immer weniger und in den Wintermonaten immer mehr regnet (Eis et al., 2010). Nichts desto Trotz gibt es immer noch Zweifler, die den von Menschen verursachten Klimawandel als nicht existent ansehen und die wirtschaftlichen Interessen, wie fossile Brennstoffe wichtiger bewerten, als nachhaltige Umweltziele und erneuerbare Energien (Spiegel Online, 2017; Farrell, J., 2015 zitiert nach Berger et al., 2019). Aber welche Gründe könnte es geben, dass die Risiken ausgehend vom Klimawandel teilweise als nicht so bedrohlich angesehen werden? Zum einen sind einige Ursachen, wie zum Beispiel die Treibhausgase nicht greifbar bzw. Sichtbar und werden somit nur erschwert als eine entsprechende Bedrohung gesehen. Zum anderen sind wir in Deutschland vor allem direkt und indirekt ''abgesichert''. Das heißt durch Dämmung und Klimaregulation genauso wie Versicherungen bei Umweltschäden (Moser, 2009).<ref> Moser, S. C. (2009). Communicating climate change: history, challenges, process and future directions. Wires Clim Chang, January 2010 (Vol. 1, No. 1), 31–53.</ref> Außerdem gibt es einen psychologischen Effekt der auch bei der Umfrage der BfR sichtbar wurde und zwar die ''psychologische Distanz''. Diese beschreibt, dass etwas nur zeitlich oder räumlich weit entfernt ist und das die Eintrittswahrscheinlichkeit oder Relevanz für einen persönlich und sein soziales Umfeld sinken lassen (Trope, Y. & Liberman, N., 2010).<ref>Trope, Y. & Liberman, N. (2010). Construal-level theory of psychological distance. Psychol Review, April 2010 (Vol. 117, No. 2), 440–463.</ref>  Von der Weltbevölkerung, über Deutschland und auf die eigene Person bezogen (Bergen et al., 2019). Bei der Frage nach den gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel sank die Einschätzung der Betroffenheit immer weiter ab, je enger der Kreis um den befragten selbst würde.  Die ''psychologische Distanz'' bezogen auf den Klimawandel fördert die Reduzierung der Handlungsbereitschaft (Spence, A., Poortinga, W. & Pidgeon, N., 2012)<ref>Spence, A., Poortinga, W. & Pidgeon, N. (2012). The psychological distance of climate change. Risk Analysis, 2012 (Vol. 32, No. 6), 957–972.</ref>  
Schon jetzt lassen sich durch den Klimawandel entstandene gesundheitliche Gefahren und Schäden ablesen. Dabei kann  zwischen direkten und indirekten Wirkungen unterscheiden werden. Körperliche und psychische Gesundheit können zum einen direkt durch das veränderte Wetter und zum anderen durch Veränderungen in der Umwelt geschädigt werden, die vom veränderten Wetter beeinflusst wurde. Zu den direkten Auswirkungen zählen zum Beispiel Tote und Verletzte durch Hitzewellen, Stürmen, und Lawinen. Vor allem sind alte Menschen und Kinder benachteiligt. (Eis, D., Helm, D., Laußmann, D. & Stark, K., 2010).<ref>Eis, D., Helm, D., Laußmann, D. & Stark, K. (2010). Klimawandel und Gesundheit – Ein Sachstandsbericht. Berlin: Robert Koch-Institut.</ref> Neben den Körperlichen Schäden können Katastrophen  psychotraumatische Belastungsstörungen auslösen (Kovats, R.S., Valentini R. & Bouwer L.M. et al., 2014 zitiert nach Berger et al., 2019). Außerdem wird das komplette Ökosystem gestört, wenn sich artfremde Tiere und Pflanzen in Gefilden wohlfühlen und sich verbreiten, in denen sie normalerweise nicht vorkommen (Bunz, M. & Mücke, H.-G., 2017).<ref>Bunz, M. & Mücke, H.-G. (2017). Klimawandel – physische und psychische Folgen. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz, 2017 (Vol. 60), 632–639.</ref> Bei weiter steigenden Temperaturen würden auch Tropenkrankheiten in Deutschland aufkommen und sich neue Krankheiten ausbreiten. Außerdem könnten sich auch einheimische Insekten, wie Zecken, die Borreliose übertragen, besser verbreiten (Eis et al., 2010). Messungen zeigen, dass die Tropentage und -ächte mit über 20 bzw. 30 Grad Celsius immer weiter zunehmen, während die Frosttage unter 0 Grad Celsius gleichzeitig abnehmen (Kovats, R.S., Valentini R. & Bouwer L.M. et al., 2014 zitiert nach Berger et al., 2019 ). Außerdem zeigt sich, dass es in den Sommermonate in Deutschland immer weniger und in den Wintermonaten immer mehr regnet (Eis et al., 2010). Nichts desto Trotz gibt es immer noch Zweifler, die den von Menschen verursachten Klimawandel als nicht existent ansehen und die wirtschaftlichen Interessen, wie fossile Brennstoffe wichtiger bewerten, als nachhaltige Umweltziele und erneuerbare Energien (Spiegel Online, 2017; Farrell, J., 2015 zitiert nach Berger et al., 2019). Aber welche Gründe könnte es geben, dass die Risiken ausgehend vom Klimawandel teilweise als nicht so bedrohlich angesehen werden? Zum einen sind einige Ursachen, wie zum Beispiel die Treibhausgase nicht greifbar bzw. Sichtbar und werden somit nur erschwert als eine entsprechende Bedrohung gesehen. Zum anderen sind wir in Deutschland vor allem direkt und indirekt ''abgesichert''. Das heißt durch Dämmung und Klimaregulation genauso wie Versicherungen bei Umweltschäden (Moser, 2009).<ref> Moser, S. C. (2009). Communicating climate change: history, challenges, process and future directions. Wires Clim Chang, January 2010 (Vol. 1, No. 1), 31–53.</ref> Außerdem gibt es einen psychologischen Effekt der auch bei der Umfrage der BfR sichtbar wurde und zwar die ''psychologische Distanz''. Diese beschreibt, dass etwas nur zeitlich oder räumlich weit entfernt ist und das die Eintrittswahrscheinlichkeit oder Relevanz für einen persönlich und sein soziales Umfeld sinken lassen (Trope, Y. & Liberman, N., 2010).<ref>Trope, Y. & Liberman, N. (2010). Construal-level theory of psychological distance. Psychol Review, April 2010 (Vol. 117, No. 2), 440–463.</ref>  Von der Weltbevölkerung, über Deutschland und auf die eigene Person bezogen (Bergen et al., 2019). Bei der Frage nach den gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel sank die Einschätzung der Betroffenheit immer weiter ab, je enger der Kreis um den befragten selbst würde.  Die ''psychologische Distanz'' bezogen auf den Klimawandel fördert die Reduzierung der Handlungsbereitschaft (Spence, A., Poortinga, W. & Pidgeon, N., 2012).<ref>Spence, A., Poortinga, W. & Pidgeon, N. (2012). The psychological distance of climate change. Risk Analysis, 2012 (Vol. 32, No. 6), 957–972.</ref>  


Ein weiterer determinierender Faktor ist die Überzeugung, dass das eigene Verhalten zu keiner Minderung des Problems beiträgt (Moser, 2009). Außerdem kommt es möglicherweise zur Übertragung der Verantwortlichkeit auf andere gesellschaftliche Akteure und damit einhergehend die Übertragung der notwendigen Maßnahmen (Gifford, R., 2011)<ref>Gifford, R. (2011). The dragons of inaction: psychological barriers that limit climate change mitigation and adaptation. American Psychologist, May 2011 (Vol. 66, No. 4), 290–302.</ref> Zudem sind die Maßnahmen meist mit direkt anfallenden Kosten verbunden und die Wirkung ist meist nicht direkt oder gar nicht sichtbar und fungiert dabei nicht als Belohnung (Gifford, R., 2011). Oft werden weniger wirkungsvolle Maßnahmen zur Legitimation von negativen Verhalten ergriffen, um so auf wirkungsvollere, aber auch aufwendigere Maßnahmen verzichten zu können. Dies wird auch als ''Tokenism'' bezeichnet (Gifford, R., 2011; Gifford, R & Chen, A. K. S., 2016)<ref>Gifford, R & Chen, A. K. S. (2016). Why aren’t we taking action? Psychological barriers to climate-positive food choices. Climatic Change, 2016 (140), 165–178.</ref> Ähnlich ist der ''Rebound-Effekt'', dieser findet Anwendung, wenn Personen versuchen mit positiven Maßnahmen ihr negatives Verhalten zu rechtfertigen. Beispielsweise eine Kreuzfahrt mit einem umweltbelastenden Schiff zu unternehmen, weil man immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt (Gifford, R., 2011; Gifford, R & Chen, A. K. S., 2016).
Ein weiterer determinierender Faktor ist die Überzeugung, dass das eigene Verhalten zu keiner Minderung des Problems beiträgt (Moser, 2009). Außerdem kommt es möglicherweise zur Übertragung der Verantwortlichkeit auf andere gesellschaftliche Akteure und damit einhergehend die Übertragung der notwendigen Maßnahmen (Gifford, R., 2011).<ref>Gifford, R. (2011). The dragons of inaction: psychological barriers that limit climate change mitigation and adaptation. American Psychologist, May 2011 (Vol. 66, No. 4), 290–302.</ref> Zudem sind die Maßnahmen meist mit direkt anfallenden Kosten verbunden und die Wirkung ist meist nicht direkt oder gar nicht sichtbar und fungiert dabei nicht als Belohnung (Gifford, R., 2011). Oft werden weniger wirkungsvolle Maßnahmen zur Legitimation von negativen Verhalten ergriffen, um so auf wirkungsvollere, aber auch aufwendigere Maßnahmen verzichten zu können. Dies wird auch als ''Tokenism'' bezeichnet (Gifford, R., 2011; Gifford, R & Chen, A. K. S., 2016).<ref>Gifford, R & Chen, A. K. S. (2016). Why aren’t we taking action? Psychological barriers to climate-positive food choices. Climatic Change, 2016 (140), 165–178.</ref> Ähnlich ist der ''Rebound-Effekt'', dieser findet Anwendung, wenn Personen versuchen mit positiven Maßnahmen ihr negatives Verhalten zu rechtfertigen. Beispielsweise eine Kreuzfahrt mit einem umweltbelastenden Schiff zu unternehmen, weil man immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt (Gifford, R., 2011; Gifford, R & Chen, A. K. S., 2016).


Wie bereits aus anderen Studien hervorging bestätigt sich auch bei dieser Studie, dass Personen die den Klimawandel als real und bedrohlich empfinden nicht zwangsläufig aktiv Maßnahmen dagegen ergreifen (Gifford, R., 2011). Aus den Daten lässt sich ableiten, dass fast 50% aller Probanden, die zugestimmt hatten, dass der menschenverursachte Klimawandel real ist, keine Maßnahmen ergreifen, um den Klimawandel nachhaltig einzudämmen bzw. zu verlangsamen. Hingegen haben allerdings 25% dem voll und ganz zugestimmt und tun aktiv etwas zum Schutz vor weiteren Fortschreiten des Klimawandels (Berger et al., 2019). Dies könnte mit der Ausprägung der persönlich empfundenen Bedrohung Zusammenhängen. Allerdings kann Furcht zu einer Abwehrhaltung und Resignation führen und nicht automatisch Handlungen hervorrufen (O’Neill, S. & Nicholson-Cole, S., 2009)<ref>O’Neill, S. & Nicholson-Cole, S. (2009). “Fear Won’t Do It”: Promoting Positive Engagement With Climate Change Through Visual and Iconic Representations. Science Communication, March 2009 (Vol. 30, No. 3), 355–379</ref>.
Wie bereits aus anderen Studien hervorging bestätigt sich auch bei dieser Studie, dass Personen die den Klimawandel als real und bedrohlich empfinden nicht zwangsläufig aktiv Maßnahmen dagegen ergreifen (Gifford, R., 2011). Aus den Daten lässt sich ableiten, dass fast 50% aller Probanden, die zugestimmt hatten, dass der menschenverursachte Klimawandel real ist, keine Maßnahmen ergreifen, um den Klimawandel nachhaltig einzudämmen bzw. zu verlangsamen. Hingegen haben allerdings 25% dem voll und ganz zugestimmt und tun aktiv etwas zum Schutz vor weiteren Fortschreiten des Klimawandels (Berger et al., 2019). Dies könnte mit der Ausprägung der persönlich empfundenen Bedrohung Zusammenhängen. Allerdings kann Furcht zu einer Abwehrhaltung und Resignation führen und nicht automatisch Handlungen hervorrufen (O’Neill, S. & Nicholson-Cole, S., 2009).<ref>O’Neill, S. & Nicholson-Cole, S. (2009). “Fear Won’t Do It”: Promoting Positive Engagement With Climate Change Through Visual and Iconic Representations. Science Communication, March 2009 (Vol. 30, No. 3), 355–379</ref>




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In der vorliegenden Studie wird sich an dem ''Climate Change Risk Perception Model'' von Lindens (2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020) orientiert. Die Prädiktoren der Risikowahrnehmung wird in vier Gruppen eingeteilt: kognitive, erfahrungsbezogene, soziokulturelle und soziodemographische. Forschungsarbeiten, wie beispielsweise die von Lee et al., (2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020) und Marlon et al., (2018 zitiert nach Bradley, et al., 2020) unterstützen den positiven Zusammenhang zwischen dem Wissen um den Klimawandel und damit einhergehend die Überzeugung und die Risikowahrnehmung. Ein weiterer kognitiver Prädiktor der Risikowahrnehmungen sind fundierte Informationen und das Wissen über den Klimawandel. Es ist wahrscheinlich, dass durch das Erlangen von Wissen über die Natur, Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels das subjektive Risiko beeinflusst wird. Noch ein Prädiktor sind Erfahrungsvariablen. Diese können durch die Wohnsituation und über die Risikoeinschätzung oder Erfahrungen von Klimaauswirkungen ermittelt werden (Bradley, et al., 2020). Die Forscher Staat. Brody et al. (2008 zitiert nach Bradley, et al., 2020) haben herausgefunden, dass die Risikowahrnehmung vorhersagbar ist, wenn man den Wohnort im Verhältnis zu den Umweltgefahren betrachtet. Soziokulturelle Faktoren stellten den dritten Prädiktor dar (Linden, 2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020). Es besteht aus folgenden Teilaspekten “the social construction and representation of risk, social norms, and the cultural values and worldviews held by individuals embedded in social contexts.” (Bradley, et al., 2020, S. 5). Zusammengefasst stellt es die Naturverbundenheit der Einzelperson dar und hat wiederum einen Einfluss auf das ökologische Verhalten dieser.
In der vorliegenden Studie wird sich an dem ''Climate Change Risk Perception Model'' von Lindens (2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020) orientiert. Die Prädiktoren der Risikowahrnehmung wird in vier Gruppen eingeteilt: kognitive, erfahrungsbezogene, soziokulturelle und soziodemographische. Forschungsarbeiten, wie beispielsweise die von Lee et al., (2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020) und Marlon et al., (2018 zitiert nach Bradley, et al., 2020) unterstützen den positiven Zusammenhang zwischen dem Wissen um den Klimawandel und damit einhergehend die Überzeugung und die Risikowahrnehmung. Ein weiterer kognitiver Prädiktor der Risikowahrnehmungen sind fundierte Informationen und das Wissen über den Klimawandel. Es ist wahrscheinlich, dass durch das Erlangen von Wissen über die Natur, Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels das subjektive Risiko beeinflusst wird. Noch ein Prädiktor sind Erfahrungsvariablen. Diese können durch die Wohnsituation und über die Risikoeinschätzung oder Erfahrungen von Klimaauswirkungen ermittelt werden (Bradley, et al., 2020). Die Forscher Staat. Brody et al. (2008 zitiert nach Bradley, et al., 2020) haben herausgefunden, dass die Risikowahrnehmung vorhersagbar ist, wenn man den Wohnort im Verhältnis zu den Umweltgefahren betrachtet. Soziokulturelle Faktoren stellten den dritten Prädiktor dar (Linden, 2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020). Es besteht aus folgenden Teilaspekten “the social construction and representation of risk, social norms, and the cultural values and worldviews held by individuals embedded in social contexts.” (Bradley, et al., 2020, S. 5). Zusammengefasst stellt es die Naturverbundenheit der Einzelperson dar und hat wiederum einen Einfluss auf das ökologische Verhalten dieser.
Die Studie geht davon aus dass Personen mit einem höheren Risikowahrnehmung naturverbundener sind, da sie die Bedrohungen und Schäden ihrer Umwelt beobachten (Bradley, et al., 2020). Die Risikowahrnehmung gehört zu den zentralen Aspekt der Primärbeurteilung bezüglich der Klimakrise. Durch die Risikowahrnehmung wird das Ausmaß der Bedrohung, die Wirksamkeit der Reaktion und die psychologische Anpassung bedingt. Der sekundäre Beurteilungsprozess bezieht sich auf den Prozess der möglichen Reaktionen auf die Bedrohung (Bradley, et al., 2020)..  
Die Studie geht davon aus dass Personen mit einem höheren Risikowahrnehmung naturverbundener sind, da sie die Bedrohungen und Schäden ihrer Umwelt beobachten (Bradley, et al., 2020). Die Risikowahrnehmung gehört zu den zentralen Aspekt der Primärbeurteilung bezüglich der Klimakrise. Durch die Risikowahrnehmung wird das Ausmaß der Bedrohung, die Wirksamkeit der Reaktion und die psychologische Anpassung bedingt. Der sekundäre Beurteilungsprozess bezieht sich auf den Prozess der möglichen Reaktionen auf die Bedrohung (Bradley, et al., 2020).  


Die nun folgenden Variablen sind aus dem Englischen übersetzt und ebenfalls in unsere Studie angewendet worden (Bradley, et al., 2020)..<br />
Die nun folgenden Variablen sind aus dem Englischen übersetzt und ebenfalls in unsere Studie angewendet worden (Bradley, et al., 2020).<br />


*Glaubensgewissheit: Die Gewissheit, mit der die Befragten an den Klimawandel glauben.
*Glaubensgewissheit: Die Gewissheit, mit der die Befragten an den Klimawandel glauben.

Version vom 29. Juni 2020, 16:58 Uhr

Einleitung

Der Klimawandel ist eine zunehmend ernsthafte globale Bedrohung. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht von The Lancet wurde festgestellt, dass eine langsame Reaktion auf den Klimawandel, den Lebensunterhalt aller gefährden kann. Wodurch die Relevanz des Themas für die gesamte Bevölkerung gegeben ist und vor allem weitere Forschungen zur Risikowahrnehmung des Klimawandels essenziell sind (Watts et al., 2018). [1] Zurzeit bestehen jedoch Zweifel an den menschlichen Beiträgen zum Klimawandel (Ziegler, 2017). [2] Aufgrund rigoroser wissenschaftlicher Forschung sind sich die meisten Wissenschaftler einig, dass menschliche Aktivitäten eine Hauptursache für den Klimawandel sind (Ziegler, 2017; Palm, Lewis & Feng, 2017). [3] Neben den Bemühungen von Regierung und öffentlichen Institutionen (Elrick-Barr, Thomsen, Preston & Smith, 2016) [4] sind das öffentliche Bewusstsein für den Klimawandel und die Förderung eines klimafreundlichen Verhaltens der Schlüssel zur Reduzierung des fortschreitenden Klimawandels. Frühere Literatur hat gezeigt, dass Einstellungen zum Klimawandel normalerweise mit Geschlecht, Alter, Familienstand, früheren Katastrophenerfahrungen, Bildungsniveau und Familieneinkommen zusammenhängen (Besel, Burke & Christos, 2015; Brügger, Dessai, Devine-Wright, Morton & Pidgeon, 2015; Hoffmann & Muttarak, 2017). [5][6][7] Jüngste Umfragen in den Vereinigten Staaten zeigen, dass junge Menschen umweltfreundlicher sind als ältere Menschen, und sie glauben, dass die Folgen der globalen Erwärmung ernster genommen werden sollten (Weber, 2015). [8] Andere Studien zur Wahrnehmung persönlicher Umweltrisiken haben jedoch gezeigt, dass das Alter nur schwach oder gar nicht mit der Klima-Risikowahrnehmung zusammenhängt (Lujala, Lein & Rød, 2014). [9]

Wenn in Konfliktgruppen unterschiedliche (politische) Ansichten bestehen (z. B. zwischen zwei verschiedenen Generationen), kann der Konflikt soziale und politische Bedeutung erlangen. Hierbei ist es wichtig, dass innerhalb einzelner Konfliktgruppen ein kollektives Interesse besteht. Auf dieser Grundlage ist es weiterhin notwendig, kollektive Interessen zwischen verschiedenen Konfliktgruppen zu generieren. Da dieses kollektive Interesse ein gemeinsames Ziel darstellt, wird es politisch unterstützt (Naumann, Hess & Steinkopf, 2015). [10]

In der folgenden Arbeit wird untersucht, inwieweit Konflikte zwischen der Generation Z und der Babyboomer ohne Kinder die Wahrnehmung der Menschen hinsichtlich der mit dem Klimawandel verbundenen Risiken belegen können.

Vor allem der Begriff der Risikowahrnehmung wird in dieser Arbeit, eine wichtige Rolle spielen. Einzelpersonen bewerten Risiken normalerweise anhand heuristischer Informationen und Bilder, die anhand von Informations- und Meinungsquellen wie den Medien überprüft werden (Asplund, Hjerpe, & Wibeck, 2013; Kellens, Terpstra, & De Maeyer, 2013). [11][12] Vor allem die Medienberichte nehmen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Risikowahrnehmung ein (Chung, 2011) [13], indem sie über die Wirksamkeit sowie Priorität des Risikomanagements informiert (Miles & Morse, 2007) [14] und die wahrgenommene Anfälligkeit für zukünftige Ereignisse verstärkt (Wachinger et al., 2013). [15] Bei der Generation Z machen vor allem die Soziale Medien, auf die Notwendigkeit aufmerksam, ihr Verhalten zu ändern. Hierüber werden z.B Aktionsgruppen und Bewegungen wie Fridays For Future geplant (Fridays For Future, 2020).[16]

Ältere Menschen nutzen hingegen vermehrt Fernsehen, Zeitungen oder Zeitschriften als vorwiegende Informationsquelle (AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, 2019). [17]

Nachdem die Einleitung eine Übersicht für das derzeitige Problem und den ausschlaggebenden Grund für diese Arbeit gegeben hat, wird im Folgenden zunächst auf die theoretischen Grundlagen des Themas Risikowahrnehmung eingegangen und ein Bezug zu vorhandenen Studien hergestellt. Weiterhin wird der Begriff Generation definiert und von dem Begriff Generationskohorte abgegrenzt. Der empirische Teil der Arbeit befasst sich mit der Darstellung der Hypothesen, der Beschreibung der Stichprobe und der statistischen Analyse der gesammelten Daten des Online-Fragebogens. Daran schließt sich eine kritische Prüfung des Verfahrens an, in der mögliche Empfehlungen und eine Perspektive formuliert werden, die Ergänzungen und Ideen zur Erweiterung der eigenen Studien liefern.

Theorie und vorhandene Studien

Im Folgenden wird die theoretische Grundlage des Themas beleuchtet. Dazu werden die Begriffe Risiko, Unsicherheit, Risikowahrnehmung, in ihrer subjektive und objektiven Form und die zwei zu untersuchenden Generationen der Babyboomer und der Generation Z definiert und voneinander abgegrenzt. Ergänzend werden danach weiterführende Studien vorgestellt, auf die sich auch unter anderem beim Erstellen des Fragebogens gestützt wurde.

Begriffserläuterung Risiko

Der Begriff Risiko bedeutet in der Entscheidungsforschung und -psychologie "die Unsicherheit der Konsequenzen bei Entscheidungen unter Unsicherheit oder die Varianz der Konsequenzen” (Pfister, Jungermann & Fischer 2017, S. 410).[18] Davon abgrenzend wird im Alltagskontext unter Risiko meist etwas anderes verstanden und der Begriff wird in diversen Kontexten verwendet. Zum Beispiel wird der Begriff bei Gesundheitsrisiken, wie dem Rauchen oder der Ernährung, benutzt. Außerdem auch bei der Berufswahl, wie beispielsweise bei Polizist*in oder Soldat*in. Die Risikowahnehmungsforschung beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Risiken im Alltag und wie die Betroffenen damit umgehen. Dabei geht ist nicht nur um individuelle Entscheidungen, sondern ebenfalls um politische und soziale Beschlüsse. Dies erstreckt sich von genmanipulierter Nahrung über Legalisation von bestimmten Drogen. Beck (1990 zitiert nach Pfister, Jungermann & Fischer 2017) führte an, dass aus diesem Grunde auch die Gesellschaft oft als Risikogesellschaft betitelt werden würde.

In der Risikowahrnehmungs und Kommunikationsforschung wird der Begriff Risiko definiert als “die Möglichkeit, dass ein Ereignis oder eine Handlung zu einer Konsequenz führt, die als aversiv erlebt wird” (Pfister et al. 2017, S.410). Das bedeutet, dass die Konsequenz etwas von der Person Wertgeschätztes betrifft und dies auf negativer Weise. In diesem Zusammenhang wird auch oftmals von einem Verlust oder Schaden gesprochen (Aven & Renn 2009).[19] Der Unterschied zwischen dem Wissenschaftlichen- und dem Alltagsbegriff, des Risikos, ist, dass der Alltagsbegriff immer etwas Negatives beinhaltet bzw. als Resultat hat. In der wissenschaftlichen Anschauung, also bei Entscheidungen unter Unsicherheit, geht es um eine bestimmte Wahrscheinlichkeit, für das Eintreten eines Sachverhalts, ohne eine explizite Bewertung. Die Unsicherheit und die Schwere der aversiven Konsequenz bilden die zwei wesentlichen Elemente des Risikobegriffs. Sie haben Einfluss auf zum einen den Schadensausmaß und zum anderen die Schadenswahrscheinlichkeit. Im Alltag wird der Begriff Risiko zumeist noch allgemeiner verwendet, so dass dieser sich nicht nur auf Konsequenzen bezieht, die aus der individuellen Entscheidung resultieren, sondern wird auch bei komplexeren Zusammenhängen oder Aktivitäten eingesetzt (Pfister et al. 2017, S.410).

Risikoforschung und subjektives Risiko

Ihren Ursprung hat die Risikowahrnehmungsforschung Ende 1960, als die Entwicklung der Kernkraft immer weiter ausreifte. Untersucht wurde “die Diskrepanz zwischen der Risikoeinschätzung von Wissenschaftlern bzw. technologischen Experten einerseits und der öffentlichen Wahrnehmung andererseits” (Pfister et al. 2017, S.411). Herauskam, dass die Risikokomponenten, Schwere und Wahrscheinlichkeit, sich nicht auf die subjektive Risikobeurteilung reduzieren ließen. Das lag daran, dass, anders als beim Expertenurteil, bei der subjektiven Risikobeurteilung die Schwere der Konsequenzen stärker und die Wahrscheinlichkeit der Konsequenz schwächer gewichtet wurde (Pfister et al. 2017). Tatsächlich ausschlaggebend bei der subjektiven Risikoeinschätzung sind unter anderem die Fragen, ob das Risiko freiwillig oder unfreiwillig eingegangen wird und welche persönliche Kontrolle es über mögliche Konsequenzen gibt. Außerdem gibt es eine soziale und kulturelle Beeinflussung (Slovic 1999; Jungermann & Slovic 1993; Jungermann, Kasperson & Wiedemann 1988; Jungermann, Rohrmann & Wiedemann 1991 zitiert nach Pfister et al. 2017). Subjektives Risiko kann auf verschiedene Arten erhoben werden. Häufig kommen die folgenden Verfahren zum Einsatz. Das direkte Urteil: Dabei bewerten Personen, meist vorgegebene Risikoquellen nach ihrem Risikograd auf einer Ratingskala oder in einer Rangfolge. Willignes to Pay/Accept, abgekürzt WTP/WTA: sind Verfahren bei denen die Person gefragt wird, wie viel Geld sie zahlen würden, um ein Risiko zu reduzieren bzw. wie viel Geld ihr gezahlt werden müsste, damit sie ein bestimmtes Risiko eingehen würde. Beim Wahrscheinlichkeitsurteil: wird die Person nach ihrer subjektiven Wahrscheinlichkeitseinschätzung gefragt, mit dem die aversive Konsequenz eintreten wird (Pfister et al. 2017).

Das psychometrischen Paradigma und die Mentalen Modellen

Im Psychometrischen Paradigma von Jungermann und Slovic (1993) konnten zwei Dimensionen ermittelt werden, die ebenfalls ausschlaggebend für die subjektive Risikowahrnehmung sind (zitiert nach Pfister et al. 2017). Zum einen “die wahrgenommene Schrecklichkeit (Dread Risk) und die Unbekanntheit (Unknown Risk) eines Risikos” (Pfister et al. 2017, S.412). Also wie schrecklich die Ausmaße des Risikos erlebt werden und welche katastrophalen Konsequenzen dem zugeschrieben werden. Außerdem noch die Unvertrautheit mit den Konsequenzen bzw. auch die Verzögerung mit der die Konsequenzen eintreten. In dem Zusammenhang werden besonders alltägliche Risiken wie Rauchen und Fahrradfahren als weniger schrecklich erlebt, da sie einem vertrauter sind. Ein ebenfalls wichtiger Faktor ist die Moral bzw. die moralische Bewertung eines Risikos und dessen Konsequenzen ( Slovic et al. 1985; Ericson & Doyle 2003; McDaniels, Axelrod & Slovic 1995 zitiert nach Pfister et al. 2017). Es hat sich gezeigt, dass je mehr ein bestimmtes Riskio im öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs ist, desto umstrittener und kontroverser wird dieses wahrgenommen (Disputed Risk, vgl. Bassarak et al. 2015 zitiert nach Pfister et al. 2017). Als Beispiel lässt sich hier Stammzellenforschung anbringen, da dieses einen Eingriff in die Schöpfung und Würde des Menschen mit sich bringt. Weitere einschlägige Modelle sind die Mentalen Modelle, diese werden ebenfalls zur Risikobeurteilung genutzt. Die Mentalen Modelle beschreiben das Wissen, was eine Person zu einem bestimmten Gegenstandsbereich hat und die kausalen Beziehungen, die sie wahrnimmt. Die Grundannahme ist dabei, “dass die Ursachen und Konsequenzen, die Personen einem Risiko zuschreiben, einerseits die Grundlage für die Risikourteile bilden, dass es andererseits wesentlich von den Mentalen Modelle abhängt, wie die Kommunikation über Risiken am besten gelingen kann” (Bostrom et al. 2012; Morgan et al. 2001 zitiert nach Pfister et al. 2017, S. 413). Besonders im Bereich von Wahrnehmung des Klimawandels, finden diese Mentalen Modelle Anwendung (Böhm 2003, 2008; Böhm & Pfister 2001, 2008 zitiert nach Pfister et al. 2017). Hiebei wurde herausgefunden , dass es zu Fehlkonzeptionen in der Gesellschaft kommt. Ein Beispiel dafür ist, dass viele Personen das Ozonloch als Ursache des Klimawandels ansehen und die Kausalbeziehungen nicht verstehen und somit die Gefahr besteht eine Abwarte-Haltung anzunehmen (Sterman 2008; Moxnes & Saysel 2009 zitiert nach Pfister et al. 2017). Wie entsteht also das subjektive Risiko? Da die Konsequenz aversiv ist, geht mit ihr auch immer ein Werturteil einher und durch diese Bewertung wird dies zu einem Risiko (Aven & Renn 2009). Dabei spielen vor allem die konzipierten Medien eine tragende Rolle, denn sie beeinflussen die Konstruktion der öffentlichen Risikowahrnehmung (Pfister et al. 2017).

Begriffserläuterung objektives Risiko

Die Risiken werden unterschieden in die sogenannten subjektiven Risiken und die realen oder objektiven Risiken. Die objektiven Risiken sind quantifizierbar und können anhand historischer, theoretischer oder statistischer Datenanalyse objektiv festgestellt und bestimmt werden (Kremer, 2004).[20] Objektive Wahrscheinlichkeiten werden allerdings nicht über die gemessenen Häufigkeiten definiert, sondern die Häufigkeit dient als ein Indikator für die vorhandene objektive Wahrscheinlichkeit (Grunwald, 2013).[21] Besonders die Versicherungswirtschaft strebt nach quantitativen Risikokonzepten, um Risiken exakt zu messen und somit eine Prognose zu erhalten, die nah an der Wirklichkeit ist. Ebenfalls versucht die Naturwissenschaft und Technik Risiken in Zahlen darzustellen. Zuerst einmal wird die Wahrscheinlichkeiten, dass ein Ereignis überhaupt eintritt berechnet und resultierend daraus, wie hoch die messbare Konsequenz ist. Mögliche Beispiele sind hierbei: Der Verlust von Besitz, Gesundheit, Leben. (Osei et al., 1997; Kemp, 1993 zitiert nach Kremer, 2004).

Günther (1998 zitiert nach Kremer, 2004) definierte die quantitative Risikodefinition wie folgt. "Das Risiko (R) einer Gefahr oder einer Handlungsoption ist gleich der Wahrscheinlichkeit (W) des Schadeneintritts (S) [R = W x S].“ (Günther, 1998 zitiert nach Kremer, 2004). Jungermann/Slovic (1993 zitiert nach Kremer, 2004) konzedieren, "dass man den Begriff objektives Risiko für eine bestimmte, beispielsweise in der Sicherheitstechnik akzeptierte Definition (z.B. die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls einer bestimmten Schadensgröße pro Jahr), verwendet.“. Anhand des objektive Risikokonzeptes sollen Risiken abseits von menschlichen Wertesystemen gemessen werden können (Kremer, 2004).

Anders als beim Risiko-Objektivismus, wird das subjektiv wahrgenommene Risiko, wie der Name bereits sagt, durch die individuelle Person bestimmt. Das subjektive Risiko umfasst alle Fälle, die nicht bei dem objektiven Risiko eintreten (Kaplan, Garrick 1993 zitiert nach Grunwald, 2013). Während das objektive Risiko einen Anspruch an die Wissenschaftlichkeit hat, ist dies beim subjektiven Risiko nicht unbedingt der Fall, da die Risikoperzeption eine individuelle Bewertung von Risiken darstellt, bei welcher nicht nur die harten Fakten von Bedeutung sind (Kristiansen & Bonfadelli, 2014).[22] Das subjektive Risiko wird als "the possibility that human actions, situations or events might lead to consequences that affect aspects of what humans value" definiert (Rohrmann, Renn, 2000 zitiert nach Kremer, 2004, S. 10).

Risiko ist zugleich ein deskriptives und normatives Konzept, dass sich an menschlichen Werten orientiert. Es umfasst eine Analyse des Ursache-Wirkungsgefüges und ist an die Risikoperzeption geknüpft. "Da sich Risiko auf potenzielle reale Konsequenzen bezieht, gilt es sowohl als soziales Konstrukt als auch als Repräsentant der Realität" (Kremer, 2004). Außerdem kann durch kritische Betrachtung gefolgt werden, dass das Risiko im sozialwissenschaftlichen Kontext erschließbar, aber dabei nicht objektiv messbar ist. Allerdings kann eine Risikoanalyse positive Auswirkungen für die Gesellschaft haben, da durch sie die Entwicklungen und Fortschritte in der Welt verstanden werden können (Kremer, 2004).

Emotionale Komponente bei der Risikobeurteilung

Zunehmend an Relevanz in der Risikoforschung gewinnen die Faktoren der emotionale Reaktion und das moralische Urteil (Pfister & Böhm 2012 zitiert nach Pfister et al. 2017). Die Emotionen nehmen bei der Risikowahrnehmung folgende Rolle ein. Wie bereits weiter oben im Text erwähnt, impliziert das Risiko bei der subjektiven Wahrnehmung immer negative Konsequenzen. Somit kann die Wahrnehmung nicht affektiv neutral empfunden werden. Es entstehen Gefühle der Bedrohung, Sorge und Furcht (Sjöberg 1998; Johnson & Tversky 1983; Yates & Stone 1992 zitiert nach Pfister et al. 2017). Johnson und Tversky (1983 zitiert nach Pfister et al. 2017) konnten belegen, dass sich Stimmungen auf die Einschätzung von Risiken auswirken. So beurteilen negativ gestimmte Personen die Risiken generell als höher ein, als positiv gestimmte Personen (Loewenstein et al. 2001 zitiert nach Pfister et al. 2017). Slovic 1999, 2010 und Finucane et al. (2000 zitiert nach Pfister et al. 2017) entwickelten die zwei Ansätze der Affektheuristik und der risk-as-feelings-Hypothese. Demnach verwenden die Personen ihre Gefühle als eine Art Richterskala, anhand der sie die Beurteilung eines Risikos bestimmen können. Einfach ausgedrückt, habe ich ein gutes oder besseres Gefühl bei einer bestimmten Sache, ist das Risiko auch nicht so hoch und umgekehrt (Finucane et al. 2000 zitiert nach Pfister et al. 2017). Daraus ergibt sich, dass Emotionen zum einen die Wahrnehmung und Einschätzung der Risiken suggerieren und zum anderen auch die Reaktion auf diese beeinflusst. Die erlebten Emotionen bei der Wahrnehmung der Risiken bestimmt also ihre Interpretation und Bewertung unmittelbar (Böhm & Pfister 2000, 2015; Nerb & Spada 2001 zitiert nach Pfister et al. 2017).

Begriffserläuterung Unsicherheit

Um Unsicherheit und Risiko voneinander unterscheiden zu können, müssen diese Begriffe vorab genauer untersucht und differenziert werden. Für Risiko wurde dies bereits weiter oben im Text getan. In Knights Definition wird Unsicherheit als Oberbegriff für verschiedener Arten von Wahrscheinlichkeitssituationen gedeutet. Diese Wahrscheinlichkeitssituationen werden nach Knight (1921) in drei unterschiedliche Arten untergliedert: die logisch gewonnene, empirische und geschätzte Wahrscheinlichkeit. Der Begriff Risiko (risk) fasst seiner Ansicht nach die logische und die empirisch gewonnene Wahrscheinlichkeitssituationen zusammen. Die geschätzte Wahrscheinlichkeit bzw. die echte Unsicherheit (true uncertainty) ist eine objektive, quantitative Wahrscheinlichkeit. Laut Knight existiert keine Methode um die Eintrittswahrscheinlichkeit für solch eine Situation zu berechnen. Hingegen dessen ist der Erwartungswert einer Eintrittswahrscheinlichkeiten für Risikosituationen, also für die logischen und empirisch gewonnenen Wahrscheinlichkeitssituationen, durch mathemathische Formeln berechenbar (Böckelmann, 2020). [23]

Keynes implementiert den Begriff der radikalen Unsicherheit (radical uncertainty). Durch das ständige Verändern des Wissens und die Unsicherheit über die Entwicklung von Wahrscheinlichkeitssituationen, lassen sich diese Geschehnisse kaum mit mathematischen Formeln berechnen. Eine Zahl kann dies laut Keynes nicht beschreiben (Keynes, 1921& 1937). [24] [25]

Grundlagenforschung und Darstellung von Ergebnissen aus anderen Studien

Der durch den Menschen bedingte Klimawandel verändert unsere Umwelt und das Wetter maßgeblich, was wiederum ein Risiko für unsere Gesundheit darstellt. Mit diesen Risiken hat sich Berger, Lindemann und Böl (2019)[26] in ihrer Studie zur Wahrnehmung des Klimawandels durch die Bevölkerung und Konsequenzen für die Risikokommunikation beschäftigt. Dabei gehen sie auf eine repräsentative Bevölkerungsumfrage mit über 1018 Probanden ab einem Alter von 14 Jahren ein. Dabei waren junge und weniger gebildete Personen, gemessen am Bildungsabschluss, unterrepräsentiert (Berger et al., 2019). In der Generation Z waren ca. 20% der Befragten und in der Generation der Baby-Boomer ca. 21%. Das bedeutet, dass die hierbei relevanten Generationen fast gleich gewichtet waren (Berger et al., 2019). Als determinierender Faktor wurde die soziale Erwünschtheit genannt, die möglicherweise Probanden hemmte ihre Skepsis gegenüber dem Klimawandel zum Ausdruck zu bringen (Berger et al., 2019). Der eben beschriebene Studiengruppe wurden durch ein Marktforschungsinstitut Fragen, bezogen auf den Klimawandel und den damit verbundenen Risiken, gestellt. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass mehr als die Hälfte aller Befragten glauben, dass der Klimawandel wirklich existiert (Berger, Lindemann & Böl, 2019). Dabei spielen gesundheitliche Risiken, die aus dem Klimawandel resultieren allerdings eine untergeordnete Rolle. Daraus lässt sich ableiten, dass eine gezieltere Kommunikation nötig ist, um die Bevölkerung auch für dieses Thema zu sensibilisieren. Empfohlen werden Anleitung und Handlungspläne für eine praktische Anwendung. Außerdem sollen Faktoren, die die Risikowahrnehmung beeinflussen besonders berücksichtigt werden (Berger et al., 2019). Des Weiteren „schätzt die deutschsprachige Bevölkerung den Klimawandel allgemein als relativ beunruhigend ein“ (Berger et al., 2019, S.516). Bei der Risikoeinschätzung der Gesundheitsschädigung durch Wetter und Umweltbedingungen hingegen werden Unterschiede sichtbar. Hierbei wirken besonders die bereits sichtbaren und erlebten Veränderungen des Wetters und der Umwelt, wie Hitzewellen und Unwetter bedrohlich. Veränderungen, die noch in der Zukunft liegen, aber genauso gefährlich sind, wirken auf die Bevölkerung hingegen nicht so beunruhigend (Berger et al., 2019). Das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) untersuchte außerdem die Klimawandel-Skepsis in Deutschland und kam zu dem Ergebnis, dass nur 3% alle Befragten den Klimawandel anzweifelten und über 50% hingegen den Klimawandel als absolut real ansehen. Aus der Studie geht hervor, dass die meisten Deutschen den Klimawandel als beunruhigend einstufen (Berger et al., 2019).


Schon jetzt lassen sich durch den Klimawandel entstandene gesundheitliche Gefahren und Schäden ablesen. Dabei kann zwischen direkten und indirekten Wirkungen unterscheiden werden. Körperliche und psychische Gesundheit können zum einen direkt durch das veränderte Wetter und zum anderen durch Veränderungen in der Umwelt geschädigt werden, die vom veränderten Wetter beeinflusst wurde. Zu den direkten Auswirkungen zählen zum Beispiel Tote und Verletzte durch Hitzewellen, Stürmen, und Lawinen. Vor allem sind alte Menschen und Kinder benachteiligt. (Eis, D., Helm, D., Laußmann, D. & Stark, K., 2010).[27] Neben den Körperlichen Schäden können Katastrophen psychotraumatische Belastungsstörungen auslösen (Kovats, R.S., Valentini R. & Bouwer L.M. et al., 2014 zitiert nach Berger et al., 2019). Außerdem wird das komplette Ökosystem gestört, wenn sich artfremde Tiere und Pflanzen in Gefilden wohlfühlen und sich verbreiten, in denen sie normalerweise nicht vorkommen (Bunz, M. & Mücke, H.-G., 2017).[28] Bei weiter steigenden Temperaturen würden auch Tropenkrankheiten in Deutschland aufkommen und sich neue Krankheiten ausbreiten. Außerdem könnten sich auch einheimische Insekten, wie Zecken, die Borreliose übertragen, besser verbreiten (Eis et al., 2010). Messungen zeigen, dass die Tropentage und -ächte mit über 20 bzw. 30 Grad Celsius immer weiter zunehmen, während die Frosttage unter 0 Grad Celsius gleichzeitig abnehmen (Kovats, R.S., Valentini R. & Bouwer L.M. et al., 2014 zitiert nach Berger et al., 2019 ). Außerdem zeigt sich, dass es in den Sommermonate in Deutschland immer weniger und in den Wintermonaten immer mehr regnet (Eis et al., 2010). Nichts desto Trotz gibt es immer noch Zweifler, die den von Menschen verursachten Klimawandel als nicht existent ansehen und die wirtschaftlichen Interessen, wie fossile Brennstoffe wichtiger bewerten, als nachhaltige Umweltziele und erneuerbare Energien (Spiegel Online, 2017; Farrell, J., 2015 zitiert nach Berger et al., 2019). Aber welche Gründe könnte es geben, dass die Risiken ausgehend vom Klimawandel teilweise als nicht so bedrohlich angesehen werden? Zum einen sind einige Ursachen, wie zum Beispiel die Treibhausgase nicht greifbar bzw. Sichtbar und werden somit nur erschwert als eine entsprechende Bedrohung gesehen. Zum anderen sind wir in Deutschland vor allem direkt und indirekt abgesichert. Das heißt durch Dämmung und Klimaregulation genauso wie Versicherungen bei Umweltschäden (Moser, 2009).[29] Außerdem gibt es einen psychologischen Effekt der auch bei der Umfrage der BfR sichtbar wurde und zwar die psychologische Distanz. Diese beschreibt, dass etwas nur zeitlich oder räumlich weit entfernt ist und das die Eintrittswahrscheinlichkeit oder Relevanz für einen persönlich und sein soziales Umfeld sinken lassen (Trope, Y. & Liberman, N., 2010).[30] Von der Weltbevölkerung, über Deutschland und auf die eigene Person bezogen (Bergen et al., 2019). Bei der Frage nach den gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel sank die Einschätzung der Betroffenheit immer weiter ab, je enger der Kreis um den befragten selbst würde. Die psychologische Distanz bezogen auf den Klimawandel fördert die Reduzierung der Handlungsbereitschaft (Spence, A., Poortinga, W. & Pidgeon, N., 2012).[31]

Ein weiterer determinierender Faktor ist die Überzeugung, dass das eigene Verhalten zu keiner Minderung des Problems beiträgt (Moser, 2009). Außerdem kommt es möglicherweise zur Übertragung der Verantwortlichkeit auf andere gesellschaftliche Akteure und damit einhergehend die Übertragung der notwendigen Maßnahmen (Gifford, R., 2011).[32] Zudem sind die Maßnahmen meist mit direkt anfallenden Kosten verbunden und die Wirkung ist meist nicht direkt oder gar nicht sichtbar und fungiert dabei nicht als Belohnung (Gifford, R., 2011). Oft werden weniger wirkungsvolle Maßnahmen zur Legitimation von negativen Verhalten ergriffen, um so auf wirkungsvollere, aber auch aufwendigere Maßnahmen verzichten zu können. Dies wird auch als Tokenism bezeichnet (Gifford, R., 2011; Gifford, R & Chen, A. K. S., 2016).[33] Ähnlich ist der Rebound-Effekt, dieser findet Anwendung, wenn Personen versuchen mit positiven Maßnahmen ihr negatives Verhalten zu rechtfertigen. Beispielsweise eine Kreuzfahrt mit einem umweltbelastenden Schiff zu unternehmen, weil man immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt (Gifford, R., 2011; Gifford, R & Chen, A. K. S., 2016).

Wie bereits aus anderen Studien hervorging bestätigt sich auch bei dieser Studie, dass Personen die den Klimawandel als real und bedrohlich empfinden nicht zwangsläufig aktiv Maßnahmen dagegen ergreifen (Gifford, R., 2011). Aus den Daten lässt sich ableiten, dass fast 50% aller Probanden, die zugestimmt hatten, dass der menschenverursachte Klimawandel real ist, keine Maßnahmen ergreifen, um den Klimawandel nachhaltig einzudämmen bzw. zu verlangsamen. Hingegen haben allerdings 25% dem voll und ganz zugestimmt und tun aktiv etwas zum Schutz vor weiteren Fortschreiten des Klimawandels (Berger et al., 2019). Dies könnte mit der Ausprägung der persönlich empfundenen Bedrohung Zusammenhängen. Allerdings kann Furcht zu einer Abwehrhaltung und Resignation führen und nicht automatisch Handlungen hervorrufen (O’Neill, S. & Nicholson-Cole, S., 2009).[34]


Die nun angeführte Studie, welche auch als Basis des Fragebogens und somit der Studie dient, verwendete ein Modell, dass die Risikowahrnehmung, bezogen auf den Klimawandel, aus einer Reihe von kognitiven, erfahrungsbedingten, soziokulturellen und demographischen Faktoren bestimmen soll und versucht anhand dessen eine Vorhersagen von umweltfreundlichem Verhalten, aus der untersuchten Risikowahrnehmung, Reaktionswirksamkeit und psychologischer Anpassung abzuleiten. Die Daten wurden in zwei nationalen Stichproben erhoben, zum einen in Frankreich und zum anderen in Australien. Die Studie wird detailliert erläutert und vorgestellt, da sie als Grundgerüst der vorliegenden Studie dient.

Die Studie von Bradley, Babutsidze, Chai, und Reser, (2020)[35]stütze sich auf einige Forschungen, die gezeigt haben, dass Risikowahrnehmung, Reaktionswirksamkeit und psychologische Anpassung prädiktiv für umweltschonendes Verhalten sind (Gifford & Nilsson, 2014; Grothmann & Patt, 2005; Reser et al., 2012; Stern, 2000; van Valkengoed & Steg, 2019; Wachinger et al., 2013 zitiert nach Bradley, et al., 2020). Die Fragestellung der Studie lautete: To what extent do climate change attitudes and understandings predict pro-environmental behaviors? (Bradley, et al., 2020, S. 2). Dabei liegt der Fokus auf drei zu analysierenden Variablen. Zum einen die wahrgenommene Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel, desweiteren die Wirksamkeit der Reaktion zur Minderung dieser Risiken, und zum anderen die psychologische Anpassung an den Klimawandel und den daraus resultierenden Risiken (Bradley, et al., 2020). Da für die vorliegende Studie besonders die Risikowahrnehmung von Interesse ist, wird im folgende der Fokus auf diese Variable gelegt.

Dabei bezieht sich die Risikowahrnehmung auf das Erkennen und Interpretieren von Signalen und die Bildung eines subjektiven Urteils darüber, wie wahrscheinlich das Eintreten gegenwärtiger oder künftiger Schäden im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist (Grothmann & Patt, 2005; Wachinger et al., 2013 zitiert nach Bradley, et al., 2020).

Im ersten Teil der Studie werden Faktoren ermittelt, die die Wahrnehmung der, durch den Klimawandel entstandenen Risiken, unterstützen. Dabei wird die Risikowahrnehmung durch Zielsetzung und Bedrohungen, genauso wie durch vielfältige persönliche und soziale Faktoren geprägt (Clayton et al., 2015; Slovic, 2016; van der Linden, 2017; Wachinger et al., 2013 zitiert nach Bradley, et al., 2020).

In der vorliegenden Studie wird sich an dem Climate Change Risk Perception Model von Lindens (2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020) orientiert. Die Prädiktoren der Risikowahrnehmung wird in vier Gruppen eingeteilt: kognitive, erfahrungsbezogene, soziokulturelle und soziodemographische. Forschungsarbeiten, wie beispielsweise die von Lee et al., (2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020) und Marlon et al., (2018 zitiert nach Bradley, et al., 2020) unterstützen den positiven Zusammenhang zwischen dem Wissen um den Klimawandel und damit einhergehend die Überzeugung und die Risikowahrnehmung. Ein weiterer kognitiver Prädiktor der Risikowahrnehmungen sind fundierte Informationen und das Wissen über den Klimawandel. Es ist wahrscheinlich, dass durch das Erlangen von Wissen über die Natur, Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels das subjektive Risiko beeinflusst wird. Noch ein Prädiktor sind Erfahrungsvariablen. Diese können durch die Wohnsituation und über die Risikoeinschätzung oder Erfahrungen von Klimaauswirkungen ermittelt werden (Bradley, et al., 2020). Die Forscher Staat. Brody et al. (2008 zitiert nach Bradley, et al., 2020) haben herausgefunden, dass die Risikowahrnehmung vorhersagbar ist, wenn man den Wohnort im Verhältnis zu den Umweltgefahren betrachtet. Soziokulturelle Faktoren stellten den dritten Prädiktor dar (Linden, 2015 zitiert nach Bradley, et al., 2020). Es besteht aus folgenden Teilaspekten “the social construction and representation of risk, social norms, and the cultural values and worldviews held by individuals embedded in social contexts.” (Bradley, et al., 2020, S. 5). Zusammengefasst stellt es die Naturverbundenheit der Einzelperson dar und hat wiederum einen Einfluss auf das ökologische Verhalten dieser. Die Studie geht davon aus dass Personen mit einem höheren Risikowahrnehmung naturverbundener sind, da sie die Bedrohungen und Schäden ihrer Umwelt beobachten (Bradley, et al., 2020). Die Risikowahrnehmung gehört zu den zentralen Aspekt der Primärbeurteilung bezüglich der Klimakrise. Durch die Risikowahrnehmung wird das Ausmaß der Bedrohung, die Wirksamkeit der Reaktion und die psychologische Anpassung bedingt. Der sekundäre Beurteilungsprozess bezieht sich auf den Prozess der möglichen Reaktionen auf die Bedrohung (Bradley, et al., 2020).

Die nun folgenden Variablen sind aus dem Englischen übersetzt und ebenfalls in unsere Studie angewendet worden (Bradley, et al., 2020).

  • Glaubensgewissheit: Die Gewissheit, mit der die Befragten an den Klimawandel glauben.
  • Wissen: Das faktische Wissen der Befragten über die Auswirkungen des Klimawandels.
  • Wahrgenommene häusliche Exposition. Die wahrgenommene Exposition des eigenen Wohnortes.
  • Naturverbundenheit: Ein Maß für das Gefühl der Verbundenheit mit der Natur.
  • Grüne (ökologische) Selbstidentität: Bewertung inwieweit man sich selbst als umweltfreundlich, oder grün einschätzt.
  • Risikowahrnehmung: Bewertung des Ausmaßes, inwieweit der Klimawandel ein Risiko für die eigene Gesundheit, den finanziellen Status und für das individuelle Wohlergehen darstellt.
  • Wirksamkeit der Reaktion: Die psychologische Anpassung an den Klimawandel.
  • Pro-Umweltverhalten: Umweltfreundliches Verhalten und Reduktion des ökologischen Fußabdrucks.


Die aus der Studie resultierenden Ergebnisse wurden nun stichpunktartig zusammengefasst und nicht weiter ausgeführt, da es sich dabei um individuelle Auswertungen, die auf die australische und französische Nation bezogen werden, handelt und es somit nicht relevant für unsere, auf die deutsche Gesellschaft bezogene Ergebnisse, ist (Bradley, et al., 2020)..

  • Bildungsniveau und einkommen (französisch) haben keinen signifikanten Einfluss auf die Risikowahrnehmung
  • Bildungsniveau und Einkommen (australisch) kein Einfluss auf die Wirksamkeit der Reaktion
  • Geschlecht und Bildungsniveau und Einkommen (australisch) kein Einfluss auf die psychologische Anpassung
  • Geschlecht (australisch) und Einkommen (französisch) keinen Einfluss auf das umweltfreundliches Verhalten
  • In keiner stichprobe sagte die Risikowahrnehmung umweltschonendes Verhalten  voraus
  • In beiden Stichproben konnte das Verhalten bedingt durch die Risikowahrnehmung nur indirekt vorausgesagt werden
  • Die wahrgenommene Wirksamkeit konnte sowohl indirekt als auch direkt vorausgesagt werden und psychologische Anpassung konnte direkt vorhergesagt werden

Generationen

Der Fokus dieser Studiengruppe liegt auf dem Generationenkonflikt zwischen Baby-Boomern ohne Kinder und der Generation Z hinsichtlich der Klima-Risikowahrnehmung. Demnach wird zu Beginn dieses Kapitels der Begriff Generation definiert und von dem Begriff Kohorten abgegrenzt, um ein Grundverständnis zu verschaffen. Anknüpfend daran werden die Begrifflichkeiten Generation Z und Baby-Boomer genauer definiert, um diese im späteren Verlauf dieser Arbeit hinsichtlich der Klima-Risikowahrnehmung miteinander vergleichen zu können.

Generationen und Kohorten

Unter Generation wird in der Soziologie die Gesamtheit von Menschen verstanden, welche ungefähr der gleichen Altersstufe entsprechen, mit ähnlicher sozialer Orientierung und einer Lebensauffassung, in der die Wurzeln einer Person in den prägenden Jahren liegen. Die Erfahrungen einer Person in den prägenden Jahren ist bei der Bestimmung der Generation wichtiger, als das Geburtsjahr (Mangelsdorf, 2020). [36]

Bei Kohorten (Geburtskohorten) ist die Rede von den einzelnen Geburtsjahrgängen. Mitglieder einer Kohorten sind Personen, welche auf Grund ihres gemeinsamen Geburtszeitraums, bestimmte gesellschaftliche Ereignisse und Perioden im gleichen Altersabschnitt ihres Lebens erleben (Menning & Hoffmann, 2009).[37]

Generationen sind demnach Angehörige von Kohorten, welche das Bewusstsein einer eigenen Identität ausgeprägt haben. Lüscher et al. betonen in ihrer Definition zum Thema Generation, die soziale Beziehungen zwischen den Angehörigen von verschiedenen Generationen und innerhalb derselben Generation, welche durch das Bewusstsein der Generationszugehörigkeit und der daraus entwickelten Gemeinsamkeiten und Differenzen geprägt wurden (Lüscher et al., 2009).[38]

Generationenbezeichnungen: Baby-Boomer und Generation Z

Nachdem die Begriffe Kohorte und Generation voneinander abgegrenzt wurden wird im folgenden  auf die in dieser Arbeit zentralen Alterskohorten ein- gegangen – auf die Babyboomer (...) und auf die Generation Z (1995-2010) (Klaus & Schneider, 2016).[39] Dazu sollen die beiden Generationen genauer beschrieben und charakterisiert werden sowie auf die Umstände des Aufwachsens respektive auf die prägenden Ereignisse der jeweiligen Alterskohorte eingegangen werden.

Babyboomer

Geprägt wurde der Begriff Babyboomer in den USA , um die Babyboomer-Generation nach dem Zweiten Weltkrieg (ca. 1946-1962) zu beschreiben. Erst von Mitte der 1950er bis Mitte der 1960er JahreIn trat der sogenannte Babyboom in Deutschland auf. Aus gesellschaftspolitischer Sicht sind die Hauptmerkmale dieser Phasen die ersten großen ökologischen sowie wirtschaftlichen Krisen: der Beginn der Arbeitslosigkeit, die Ölkrise und das politische Wettrüsten. Darüber hinaus bildeten sie während ihrer Jugend- und Studentenjahre eine friedliche, umweltbezogene und anti-nukleare Bewegung. Babyboomer besetzen derzeit die meisten Führungspositionen im Unternehmens- und Politikbereich und haben daher einen entscheidenden Einfluss auf das soziale Leben (Klaffke, 2014).[40]

Generation Z

Die Generation Z umfasst Menschen, die nach 1995 geboren wurden (Gratton 2012). Diese Generation, ist die erste die vollständig im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist. Smartphones, Computer und das allgegenwärtige Internet ermöglichen es ihnen, neue Kommunikationen und vielfältige Selbstpräsentationsoptionen durchzuführen. Mitglieder der Generation Z sind derzeit hauptsächlich in der Kindertagesstätte, im Kindergarten oder in der Schule tätig. Ältere Vertreter*innen dieser Generation stehen derzeit vor Berufswahlen oder haben bereits mit der Berufsausbildung begonnen. Derzeit ist es noch nicht möglich, eine klare Aussage zur kollektiven Definition historisch-sozialer Ereignisse zu treffen, da die nach der Sozialisationshypothese besonders wichtige Bildungsphase gerade erst begonnen hat oder noch nicht abgeschlossen ist. Obwohl dies nicht für alle Kinder und Jugendlichen gilt, ist festzustellen, dass es dieser jüngsten Altersgruppe besser geht als den Generationen zuvor (Deutscher Bundestag, 2013). In den letzten Jahren hat die Verantwortung der Öffentlichkeit für Wachstum erheblich zugenommen, einschließlich des Ausbaus von Kinderbetreuungseinrichtungen und des Ausbaus von Vollzeitschulen. Darüber hinaus werden Kinder und Jugendliche bewusster als je zuvor als unabhängige Wesen angesehen. In einer Welt der Globalisierung und der Dominanz der Medien sind sie Akteure und Ko-produzenten ihrer eigenen Entwicklung, wobei die Rechte von Kindern in öffentlichen Diskussionen stärker betont werden. (Bundestag 2013, Seite 53). Dies deutet auf einen kindzentrierten Trend und ein höheres soziales Bewusstsein für die Generation Z hin, was sich positiv auf Werte und Verhaltensweisen auswirkt (Klaffke, 2014).

Fragestellung und Hypothesen

Auf Grundlage der theoretischen Erkenntnisse wurden vor der Untersuchung die Forschungsfrage: Ist die Risikowahrnehmung der Babyboomer Generation ohne Kinder höher ausgeprägt als die der Generation Z? aufgestellt. Daran anknüpfend lassen sich folgende Hypothesen ableiten:

H0.a: Die Risikowahrnehmung der kinderlosen Baby-Boomer ist nicht höher ausgeprägt, als die der Generation Z.
H1.a: Die Risikowahrnehmung der kinderlosen Baby-Boomer ist höher ausgeprägt, als die der Generation Z.

H0.b: Die kinderlose Baby-Boomer Generation ist nicht naturverbundener, als die Generation Z.
H1.b: Die kinderlose Baby-Boomer Generation ist naturverbundener, als die Generation Z.

H0.c: Die kinderlose Baby-Boomer Generation achtet nicht mehr auf ihren ökologischer Fußabdruck/ ökologische Bilanz, als die Generation Z.
H1.c: Die kinderlose Baby-Boomer Generation achtet mehr auf ihren ökologischer Fußabdruck/ ökologische Bilanz, als die Generation Z.

Methode

In diesem Kapitel folgt die Vorstellung der Stichprobe sowie eine Erläuterung der Vorgehensweise der Befragung. Außerdem wird auf die gewählte Methodik des eigens erstellten Online-Fragebogens, der grundlegend für die vorliegende Arbeit ist, eingegangen sowie die wichtigsten Ergebnisse der Studie beschrieben.

Die Stichprobe

Innerhalb der Studie wurde das Ziel verfolgt, die Klima-Risikowahrnehmung auf die unterschiedlichen Generationen zu untersuchen. In der vorliegenden Arbeit werden die Geburtenjahrgänge von 1945 bis 2005 in zwei verschiedene Generationen nach dem Zeitraum ihrer Geburt eingeteilt: Generation Z (1995-2005) und Babyboomer (1945-1975) (Mangelsdorf, 2015). [41]Bei der Befragung wurde jeweils an eine Person ein Link über soziale Netzwerke wie Instagram oder Xing verschickt. Die Probanden nahmen freiwillig am Fragebogen teil und hatten keinen externen Anreiz, die Umfrage durchzuführen. Den Testpersonen wurde versichert, dass die gesammelten Daten vertraulich behandelt werden und nur zum Zweck der Durchführung interner Untersuchungen an der Fachhochschule HMKW. Die Testpersonen konnten den Fragebogen an jedem Ort und auf jedem Gerät bearbeiten. Der Fragebogen lief über das Programm SoSci Survey und und konnte zwischen dem 27.05.2020 bis zum 08.06.2020 beantwortet werden. Nach dem 08.06.2020 wurde die Umfrage beendet.

Nach der Auswertung der Daten wurde die Stichprobe von 95 Befragten in 63 Frauen und 32 Männer aufgeteilt. Keiner der Befragten wählte divers als Antwort. Das Durchschnittsalter der Stichprobe beträgt 31 Jahre. Der/die jüngste Teilnehmer*in ist 15 Jahre alt und der/die älteste Teilnehmer*in ist 75 Jahre alt. 66 Probanden*innen nahmen aus der Generation Z teil. 29 der Probanden*innen sind aus der Generation Babyboomer ohne Kinder.

Weiterhin wurde nach dem Jahreseinkommen gefragt. Die Generation Z gab im Durchschnitt an , im Jahr 25.000- 49.999€ im Jahr zu verdienen. Im Gegensatz dazu, gaben die Babyboomer an ein durchschnittliches Jahreseinkommen zwischen 50.000-74.999 € zu haben.

Der Aufbau des Fragebogens

Die gewählte Erhebungsmethode ist eine wissenschaftliche Befragung, die über einen, auf einer Studie aufbauenden, Online-Fragebogen durchgeführt wurde. Im Gegensatz zu Erhebungen im Alltag zeichnen sich wissenschaftliche Erhebungen durch systematische Vorbereitung und gezielte theoretische Kontrolle aus (Atteslander, 2008). [42] Die quantitative Forschung hat zum Vorteil, dass die Daten der Teilnehmer*innen unter denselben Bedingungen erhoben werden können. Dies stellt sicher, dass die Ergebnisse vergleichbar und objektiv sind. Gleichzeitig zeigen Daten aus quantitativen Studien eine höhere Kosteneffizienz und sind durch den Aspekt der Zeitersparnis effizienter, als qualitative Studien (Bortz & Döring, 2006). [43] Darüber hinaus erfordert die Erstellung von Fragebögen eine angemessene Struktur des Umfrageinhalts (Raab-Steiner & Benesch, 2008). [44] In diesem Fall wurde der Fragebogen auf der Grundlage eines Fragebogens erstellt, der bereits vorhanden ist und sich durch Studien als gültig erwiesen hat.

Der Fragebogen der Arbeitsgruppe basiert auf der Untersuchung von Bradley, Babutsidze, Chai und Reser (2020). In dem Original Fragebogen wurde zusätzlich länderspezifisches Wissen zu Frankreich und Australien untersucht. Aufgrund des zeitlichen Aspektes wurden diese Items ausgespart und nicht auf Deutschland bezogen. Ingesamt besteht der für diese Arbeit modifizierte Fragebogen aus 26 Items und baut auf folgenden Konstrukten der Studie auf: Risikowahrnehmung, Naturverbundenheit, psychologische Anpassung, Glaubensgewissheit, Auswirkungen im Wohnbereich und Reaktionseffizienz und Pro-Umweltverhalten.

Zu Beginn des Fragebogens wurden sozio-demographische Daten hinsichtlich des Geburtsjahres, des Geschlechts, des Bildungsstandes, des Besitzes von Kindern, des beruflichen Umgangs mit Kindern und des Gehaltes abgefragt, um die Probanden*innen den jeweiligen Generationen zuordnen zu können (siehe Anhang A). Bei den 26 Items des Fragebogens sollten die Probanden*innen vorgegebene Aussagen auf einer mehrstufigen Antwortskala (4-Likert-Skala und 6-Likert-Skala) von Trifft vollkommen zu bis Trifft vollkommen nicht zu / von überhaupt nicht besorgt bis sehr besorgt / von immer bis nie bewerten. Ergänzend dazu wurden in dem Fragebogen Nominalskalen verwendet. Bei drei Items bestand außerdem die Möglichkeit, zusätzlich zu den vorgegebenen Antworten, mit eigenen Worten zu antworten. Darunter fällt das Item Welchen höchsten allgemeinbildenden Schulabschluss haben Sie?, Welche(n) Kraftstoff(e) verbrauchen Ihr(e) Fahrzeug(e)? und Welche Maßnahmen ergreifen Sie derzeit, um Ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren?.

Zusätzlich zur Objektivität des Fragebogens, ist es für die Bewertung des Fragebogens bedeutsam die Reliabilität mit Hilfe des Cronbachs Alpha-Wertes zu prüfen. Der Cronbachs Alpha-Wert, kann Werte von -∞ bis +1 annehmen. Laut Bortz und Döring gilt α=.8 als anzustrebender Wert und α=.7 ist als angesetzter Schwellwert anzusehen (Blanz, 2015).[45] Allerdings gibt es keinen objektiven Grenzwert, ab welchen α man eine Skala verwenden darf oder nicht (Krüger, Parchmann & Schecker, 2014).[46] Bei der Berechnung der internen Konsistenz des vorliegenden Fragebogens wurden für die sechs oben genannten Konstrukte Cronbachs Alpha-Werte zwischen α=.62 bis α=.87 berechnet.

Die interne Konsistenz für das Konstrukt Risikowahrnehmung wurde mit drei Items berechnet, damit wurde ein Cronbachs Alpha-Wert von α=.82 erzielt. Das Konstrukt Glaubensgewissheit mit zwei Items nimmt einen Wert von α=.71 an. Des Weitern hat das Konstrukt psychologische Anpassung mit 2 Items einen Cronbachs Alpha-Wert von α=.73. Den höchsten Cronbachs Alpha-Wert unserer Konstrukte von α=.87 hat das Konstrukt Naturverbundenheit mit 2 Items. Die interne Konsistenz des Konstruktes Pro-Umweltverhalten mit 6 Items weist einen Cronbachs Alpha-Wert von α=.75 auf und das Konstrukt Auswirkungen im Wohnbereich und Risikoeffizienz mit 2 Items einen Wert von α=.62. Die letzte Skala Auswirkungen im Wohnbereich und Risikoeffizienz weist einen Cronbachs Alpha-Wert unter dem Schwellwert α=.7 auf. Da es keinen festgelegten Grenzwert gibt, ab welchen α Wert man eine Skala nicht verwenden darf und α=.62 nicht allzu weit unter α=.7 liegt, wurde diese Skala weiterhin mit einbezogen.

Ergebnisse

Die Vorstellung der Ergebnisse beginnt mit dem deskriptiven Teil. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten der zuvor beschriebenen Stichprobe. Durch die Auswertung mit dem Open-Source-Programm PSPP kamen die nachfolgenden Ergebnisse heraus.

Abbildung 1. Besorgnis allgemein. Quelle: eigene Darstellung.

Auf die Frage "Wie besorgt sind sie allgemein über die Folgen des Klimawandels?" haben 24% der Probanden*innen der Gen Z sehr besorgt ausgewählt. Hingegen dessen geben 38%, und somit 14% mehr Leute, der Boomer-Generation an sehr besorgt zu sein. Bei beiden Generationen haben circa 18% der Probanden*innen angegeben nicht sehr besorgt über die Folgen des Klimawandels zu sein (Abbildung 1). Der Mittelwert dieses Items unterscheidet sich mit 1,95 (Gen Z) und 1,79 (Babyboomer) minimal um 0,16.

Abbildung 2. Auswirkungen auf Familie und Proband*in. Quelle: eigene Darstellung
Abbildung 2. Auswirkungen auf Familie und Proband*in. Quelle: eigene Darstellung.
Abbildung 3. Auswirkungen auf Gesundheit der Proband*in. Quelle: eigene Darstellung.

Im weiteren Verlauf des Fragebogens wurde erfragt welche Ursachen der Klimawandel für sie speziell hat. 17% der Generation Z glaubt, dass der Klimawandel sich negativ auf die Umgebung in der er und seine Familie lebt auswirkt. Das sind rund 10% mehr als der Babyboomer-Anteil (Abbildung 2). Mit den Mittelwerten von 2,65 und 2,66 unterscheiden sich die Generationen kaum. Die Stichprobe der Gen Z hat bei diesem Item eine Standardabweichung von 1,17 und Varianz von 1,37. Die Stichprobe von der Boomer Generation erreichte eine Standardabweichung von 0,90 und eine Varianz von 0,81. Die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Probanden*innen wurde für die nächsten 25 Jahre ähnlich eingeschätzt. Anhand der Mittelwerte 2,86 (Gen Z) und 2,97 (Boomer), den Varianzen und Standardabweichungen lassen sich keine großen Unterschiede feststellen. Weder im Vergleich zum vorherigen Item, noch im Vergleich zu den Generationen (Abbildung 3).

Abbildung 4. Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzen. Quelle: eigene Darstellung.

Die Generationsgruppen sind tendenziell der Meinung, dass ihre wirtschaftliche und finanzielle Lage weniger unter den Folgen des Klimawandels leiden wird. Die Gen Z ist tendenziell zwar besorgter um diese beiden Aspekte, allerdings können durch die Standardabweichungen und Varianzen keine eindeutigen Ergebnisse zwischen den Generationen festgestellt werden (Abbildung 4).

Abbildung 5. Klimawandel Unvermeidlichkeit. Quelle: eigene Darstellung

8% der Generation Z sind der Meinung, dass es unvermeidlich ist den Klimawandel aufzuhalten. Wohingegen 24% der Boomer ebenfalls dieser Meinung sind. Keiner der Boomer-Stichprobe sagt, dass diese Aussage "vollkommen nicht zu trifft". Im Vergleich dazu haben 17% der Gen Z die Aussage, dass es "vollkommen nicht zu trifft" ausgewählt. Somit glaubt die Generation Z eher daran, dass es mögliche wäre den Klimawandel aufzuhalten. Durch starke Streuungen kommen die Generationen auf Mittelwerte zwischen 4,02 (Gen Z) und 3,59 (Boomer) mit Varianzen zwischen 2,20 (Gen Z) und 1,54 (Boomer).

Abbildung 6. Diskussionspartner Klimawandel. Quelle: eigene Darstellung.

Bei dem Item "Mit wem diskutieren Sie über den Klimawandel" sind Mehrfachantworten möglich. Wodurch diese Ergebnisse in Abbildung 6 zustande gekommen sind. Die Gen Z diskutiert häufiger mit engen Familienangehörigen und Freunden und mit Personen aus der selben Altersgruppe, als die Boomer Generation. Dafür unterhalten sich mehr Boomer mit Mitgliedern der lokalen Gemeinschaft und mit Fremden über dieses Thema als es die jüngere Generation macht (Abbildung 6).

Abbildung 7. Naturverbundenheit. Quelle: eigene Darstellung.

Die Generation Z fühlt sich naturverbundener als die Boomer Generation. Durch den höheren Mittelwert von 3,62 der Gen Z, fühlen sich diese öfters eins mit der Natur. Die Boomer Generation erreichte einen Mittelwert von 2,83 und ist somit signifikant weniger naturverbunden.

Die Boomer Generation splittet sich fast gleichmäßig in städtisch (30%), vorstädtisch (35%) und ländlich (35%) lebende Probanden auf. 23 % der Generation Z leben städtisch, 24% leben in einer vorstädtischen Umgebung und 53% leben in ländlichen Verhältnissen.

Abbildung 8. Autonutzung beruflich. Quelle: eigene Darstellung.
Abbildung 9. ÖPNV-Nutzung privat. Quelle: eigene Darstellung.
Abbildung 10. Fahrradnutzung beruflich. Quelle: eigene Darstellung.
Abbildung 11. Kühlschrank Aufgabe. Quelle: eigene Darstellung.

Die Probanden*innen wurden darum gebeten einzuschätzen wie oft sie welche Verkehrsmittel privat und beruflich nutzen. Dabei kam heraus, dass 19% der Probanden*innen der Gen Z das Auto privat immer nutzen. 14% geben an, dass sie das nie ein Auto für private Zwecke nutzen. Bei der Boomer Generation sieht das Ganze anders aus. 17% geben an, dass sie das Auto immer und 35% häufig für private Angelegenheiten nutzen. Auch beruflich nutzen die Boomer das Auto signifikant häufiger als die Gen Z (Abbildung 8). Andere Ergebnisse kamen bei der Nutzung Öffentlichen Personennahverkehr aus. Über 40% der Gen Z wählt aus, dass sie immer oder häufig mit den öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Vergleichsweise nutzen nur 17% dieses Transportmöglichkeit immer bis häufig (Abbildung 9). Ähnliche Werte kamen bei der beruflichen Nutzung der ÖPNV raus. Auch bei der Fahrradnutzung ist die Generation Z häufiger vertreten als die Boomer Generation Z. Jedoch unterscheiden sich die Mittelwerte hier, durch die hohen Standardabweichungen und Varianzen, nicht so sehr wie bei den vorherigen Transportmöglichkeiten.Die Gen Z kommt auf einen Mittelwert von 3,80 und die Boomer auf 4,21 mit Standardabweichungen von 1,74 (Gen Z) und 1,57 (Boomer) und Varianzen von 3,02 (Gen Z) und 2,46 (Boomer). Wird die berufliche Nutzung des Fahrrades betrachtet, so erhält können keine große Unterschiede festgestellt werden (Abbildung 10). Die Stichproben verhalten sich fast identisch und unterscheiden sich im Mittelwert auch nur um 0,11.

Im weiteren Verlauf des Fragebogens werden die Probanden*innen in eine Alltagssituation versetzt. Sie sollen sich vorstellen einen neuen Kühlschrank kaufen zu müssen. Hierbei stehen zwei verschiedene Varianten zur Auswahl. Beide Varianten erfüllen die Ansprüche von Preis, Größe, Haltbarkeit, Geräuschpegel und Stromverbrauch. Der Unterschied der beiden Produkte besteht darin, dass der eine Kühlschrank 50% weniger Kohlenstoff Emissionen ausstößt als die andere Variante. Die Probanden*innen sollen angeben wie viel mehr Geld sie für die nachhaltigere Variante bereit sind auszugeben. Generation Z kommt bei diesem Item auf einen Mittelwert von 3,70. Die Boomer Generation kommt ganz ähnlich auf einen Mittelwert von 3,62. Beide Generationen würden somit zwischen 10 bis 25% mehr für die ökologischere Variante bezahlen (Abbildung 11).


Um die oben aufgestellten Hypothesen verifizieren oder falsifizieren zu können, wurden alle Hypothesen auf einem 95% Konfidenzintervall untersucht. Mit Hilfe eines zweiseitigen T-Tests wurden die Signifikanzen berechnet. Von einem signifikanten Unterschied wird gesprochen, wenn sich der Signifikanzwert (Sig. (2-seitig)) unter 0,05 befindet.

Abbildung 12. T-Test Skalen. Quelle: eigene Darstellung.
Abbildung 13. Skalenmittelwerte. Quelle: eigene Darstellung

Zur Überprüfung unserer Hypothesen wurde die Baby-Boomer Generation ohne Kinder sowie die Generation Z in Korrelation mit unseren aufgestellten Skalen, aus unserem Fragebogen, gebracht. Anhand der Abbildung 12 lässt sich erkennen, dass es lediglich bei der Skala Naturverbundenheit zu einem signifikanten Unterschied kommt, da diese einen Signifikanzwert von 0,039 und somit unter 0,05 aufweist. Somit lässt sich bezüglich unserer 2. Nullhypothese “Die kinderlose Baby-Boomer Generation ist nicht naturverbundener, als die Generation Z. “ sagen, dass diese falsifiziert werden kann. Dies bedeutet, dass die kinderlose Baby-Boomer Generation naturverbundener ist, als die Generation Z.

Zur Überprüfung der 1. Nullhypothese "Die Risikowahrnehmung der kinderlosen Baby-Boomer ist nicht höher ausgeprägt, als die der Generation Z." wurde die Skala Risikowahrnehmung in Abbildung 12 verwendet. Diese weist einen Signifikanzwert von ,286 auf. Zur Überprüfung der 3. Nullhypothese "Die kinderlose Baby-Boomer Generation achtet nicht mehr auf ihren ökologischer Fußabdruck/ ökologische Bilanz, als die Generation Z." wurden die Skalen Auswirkungen im Wohnbereich und Risikoeffizienz und Pro-Umweltverhalten im Hinblick auf die Generationen untersucht. Bei der Skala Auswirkungen im Wohnbereich und Risikoeffizienz kam ein Signifikanzwert von ,814 raus und bei der Skala Pro-Umweltverhalten ein Signifikanzwert von ,109. Bei allen drei Skalen Risikowahrnehmung, Auswirkungen im Wohnbereich und Risikoeffizienz und Pro-Umweltverhalten hat keine Skala einen Wert von unter 0,05 erzielt. Demnach stellen sich bei der 1. und 3. Hypothese keine signifikanten Unterschiede zwischen der Baby-boomer Generation ohne Kinder und der Generation Z heraus. Somit kann die Gültigkeit der 1. und 3. Nullhypothese nicht bewertet werden.

Anhand der Mittelwerte (Abb. 13) lässt sich ebenfalls erkennen, dass nur die Skala Naturverbundenheit signifikante Unterschiede zwischen der Baby-Boomer Generation ohne Kinder und der Generation Z aufweist und die Generation Z naturverbundener ist. Der Mittelwert der Generation Z liegt bei M= 26,96 und der Mittelwert der Baby-Boomer ohne Kinder liegt bei M= 23,24. Umso geringer der Mittelwert dieser Skala, desto naturverbundener ist die Generation.



Diskussion und Ausblick

In den letzten Jahren haben die Ansichten der Menschen zu den Risiken des Klimawandels immer mehr Medienaufmerksamkeit erregt. Spätestens seit der Hitzewelle im Jahr 2018 sollte auch vor allem in Deutschland der Klimawandel und die damit verbundenen Auswirkungen ein nationaler Begriff geworden sein. Im Zuge der Hitzewelle stieg die Anzahl der Todesfälle auf mehr als 1.000 Personen. Allerdings sind nicht nur Hitzeperiode eine Ursache des Klimawandels, sondern auch Unwetter, Überschwemmung, Trockenheit, Ernteausfall, Zerstörung des Öko-Systems durch Ansiedlung fremder Pflanzen- und Tiere, Ressourcenknappheit und Waldbrände. Dies hat direkte und indirekten Einfluss auf die Gesundheit der Menschen. Durch all diese Faktoren wird der Klimawandel immer mehr Thema des aktuelle Diskurs. Die Menschen haben jedoch unterschiedliche Ansichten über den Klimawandel, seine Auswirkungen und die daraus entstandene Jugendbewegung Fridays for Future. Dies spaltet die Meinungen der Menschen und wie durch Medien dargestellt vor allem die unterschiedlichen Generationen. In den Medien wird oftmals suggeriert, dass die Boomer an ihre Gewohnheiten festhalten möchten. Die jüngere Generation hingegen möchte ihre disruptiven Ansichten durchsetzen. Wodurch ein Generationskonflikt suggeriert wird.

Demnach haben sich die Forschungsleiterinnen auf die Unterschiede zwischen der Generation Z und Babyboomern ohne Kinder konzentriert. Es wurde analysiert, inwieweit die Generation Z und Babyboomer ohne Kinder anderer Meinung bezüglich der Klimakrise, Umweltverhalten und der Risikowahrnehmung sind. Es folgt eine Diskussion der vorgestellten Ergebnisse basierend auf der Forschungsfrage und den aufgestellten Hypothesen:

H0.a: Die Risikowahrnehmung der kinderlosen Baby-Boomer ist nicht höher ausgeprägt, als die der Generation Z.
H1.a: Die Risikowahrnehmung der kinderlosen Baby-Boomer ist höher ausgeprägt, als die der Generation Z.

H0.b: Die kinderlose Baby-Boomer Generation ist nicht naturverbundener, als die Generation Z.
H1.b: Die kinderlose Baby-Boomer Generation ist naturverbundener, als die Generation Z.

H0.c: Die kinderlose Baby-Boomer Generation achtet nicht mehr auf ihren ökologischer Fußabdruck/ ökologische Bilanz, als die Generation Z.
H1.c: Die kinderlose Baby-Boomer Generation achtet mehr auf ihren ökologischer Fußabdruck/ ökologische Bilanz, als die Generation Z.

Diskussion der Ergebnisse

Im Hinblick auf die allgemeine Besorgnis der Probanden*innen stellt sich heraus, dass kein signifikanter Unterschied zwischen den Generationen nachgewiesen werden kann. Tendenziell ist die Besorgnis der Generation Z, gemessen an den Mittelwerten, höher ausgeprägt als die der Baby-Boomer ohne Kinder. Dies könnte dadurch begründet werden, dass die Generation Z im Durchschnitt ländlicher lebt als die Baby-Boomer Generation ohne Kinder. Das ländlichere Leben könnte dazu beitragen, dass die Generation Z mehr Naturverbundenheit empfindet. Durch die naturbelassenere Umgebung bekommt die Generation Z die Auswirkungen des Klimawandels eher mit und fühlt sich stärker von den Folgen des Klimawandels bedroht. Anknüpfend daran denkt die Generation Z verstärkter als die Baby-Boomer Generation ohne Kinder, dass sich der Klimawandel spürbar negative auf ihre Zukunft auswirken wird.

Die Generation Z glaubt verstärkter als die Boomer Generation ohne Kinder daran, dass sich der Klimawandel zukünftig weiterhin negativ auf ihre Familie und die Umgebung in der sie wohnen, Gesundheit, Finanzen und Wirtschaft ausprägen wird. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Lebenserwartung der Generation Z höher ist und eine Familienplanung und andere Perspektiven noch offen stehen, dies ist bei der älteren Generation, den Baby-Boomern ohne Kindern eher seltener der Fall. Im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Gesundheit lässt sich vermuten, dass die Boomer eher altersbedingte Krankheiten befürchten, als die Gesundheitsschädigung des Klimawandels. Die untersuchten Generationen schätzen im Durchschnitt die wirtschaftliche und finanzielle Bedrohung durch den Klimawandel niedrig ein. Demzufolge kann vermutet werden, dass diese in keinen einschlägigen Branchen arbeiten, die beispielsweise vom Pariser Klimaabkommen betroffen sind wie die Autoindustrie und der Energiesektor.

Weiterhin kann die Wahl ökologischen Transportmittel dadurch begründet werden, dass die Generation Z eher daran glaubt, dass der Klimawandel vermeidlich ist und aufgehalten werden kann. Sie greifen nämlich, und deutlich eher zu Verkehrsmitteln wie dem Fahrrad oder Bus und Bahn (ÖPNV). Trotz der ländlichen Wohnlage und des daraus resultierenden, schlechteren Nah- und Fernverkehrs verzichten diese eher auf die Nutzung des Autos. Dies ist ein erstes Zeichen der Eigeninitiative um proaktive Handlungen gegen den Klimawandel umzusetzen.

Bezüglich der Eigeninitiative würden beide Generationen 10-25% mehr Geld in einen umweltfreundlicheren Kühlschrank investieren. Da die Baby-Boomer Generation ohne Kinder ein höheres Einkommen vorweist könnten diese pinzipiell mehr Geld für ökologischere Produkte ausgeben, wenn sie über eine höhere Risikowahrnehmung verfügen würden. Die Generation Z hingegen verfügt über ein durchschnittliches Jahreseinkommen zwischen 25.000€ und 49.999€. Im Gegensatz dazu verfügt die befragte Boomer Generation über ein Einkommen von 50.000€ bis zu 74.999€ pro Jahr. Dies zeigt, dass trotz dem Einkommensunterschied die beiden Generationen gleichermaßen bereit wären mehr Geld für einen umweltfreundlichen Kühlschrank zu bezahlen.

Ausblick und Limitation der Arbeit

In diesem Unterkapitel wird die Methodik der Arbeitsgruppe kritisch bewertet. Hierbei wird das Arbeitsgruppenverfahren, die Auswahl der verwendeten Konstrukte und deren Elemente unter Berücksichtigung der beschriebenen Forschungsfrage betrachtet.

Es kann kritisiert werden, dass einerseits die Forschung hauptsächlich mit Probanden*innen aus der Generation Z durchgeführt wurde. Auf dieser Generation lag zwar der Fokus der Arbeit, jedoch hätte die Verfasserinnen aussagekräftigere Antworten der Generation Babyboomer erreichen können, wenn sie auch aus dieser Generation mehr Probanden*innen eingebunden hätten.

Ein weiterer Punkt des Arbeitsgruppenansatzes ist die Verwendung des vorhandenen Fragebogens der Forschungsstudie. Durch das hinzufügen einzelner Items, dieses bereits existierenden Fragebogens, in der eigenen Befragung, konnte eine wissenschaftliche Arbeitsweise angestrebt werden. Die Arbeitsgruppe verwendete nicht alle Fragen des Fragebogens, sondern fügte nur Fragen hinzu, die für die spezifische Forschungsfrage der Arbeitsgruppe geeignet waren. Der Grund war, dass sich viele Fragen im Fragebogen auf komplexere Themen konzentrierten.

Es wurden nicht nur ganze Skalen; beispielsweise knowledge und direct personal experience mit den jeweiligen Items aus der Verwendung gestrichen. Teils waren auch einzelne Items von verwendeten Skalen betroffen. Dies war ein Hindernis für die Messung der Endergebnisse. Niedrige Cronbachs Alpha Werte, deuten aufgrund der gemittelten Fragen darauf hin, dass die Arbeitsgruppe zu viele Items entfernt hat. Die Werte waren sehr niedrig, wenn die gemittelten Fragen einbezogen wurden, im Gegensatz zu Cronbachs Alpha-Werten, die erreicht wurden, wenn nur die tatsächlich beantworteten Items bewertet wurden. Zur Lösung dieses Problems wurden die Items so gruppiert , dass hohe Cronbachs Alpha Werte erreicht wurden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass keine signifikante Unterschiede hinsichtlich der Risikowahrnehmung zwischen der Baby-Boomer Generation ohne Kinder und der Generation Z aufgewiesen werden könnte. Trotz der Altersunterschiede zwischen den Generationen sind sich beide Generationen über die Auswirkungen des Klimawandels bewusst, tauschen ihre Gedanken diesbezüglich aus und gehen aktiv gegen den Klimawandel vor. Allerdings stellte sich durch den direkten Vergleich der Generationen heraus, dass sich die Generation Z signifikant naturverbundener fühlt, als die Baby-Boomer Generation ohne Kinder. Auch leitet sich aus den Ergebnissen ab, dass die Generation Z sich minimal mehr Gedanken über die Auswirkungen des Klimawandels macht, als die Baby-Boomer Generation Z und somit ein umweltbewussteres Verhalten aufweist.

Abschließend kann festgehalten werden, dass es keinen Generationskonflikt zwischen der Baby-Boomer Generation ohne Kinder und der Generation Z gibt, die Baby-Boomer Generation, allerdings weniger Initiative im Vergleich zur Generation Z aufweist. Auch in Zukunft wird der Generationskonflikt hinsichtlich der Klima-Risikowahrnehmung sicherlich zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnen.


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Anhang A

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