Benutzer:ZoHNSG

Aus ZUM Projektwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Benutzer:ZoHNSG

Schule: Nelly-Sachs-Gymnasium

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Meine Projekte: Dramenanalysen

inhaltliche Schwerpunkte:

• es besteht ein Religionskonflikt zwischen Judentum, Christentum und Islam —> Verhältnis der drei monotheistischen Religionen

• Nathan der Weise ist ein Drama der Aufklärung, welches auf Kommunikation basiert, wobei Vernunft die Grundlage des menschlichen Handelns bildet

Inhaltsangabe:

Das Drama spielt in Jerusalem, während der Kreuzzüge, Ende des 12. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt herrschte ein großer Religionskonflikt zwischen den drei Weltreligionen Judentum, Christentum und dem Islam. Nachdem Nathan von seiner Geschäftsreise heim kommt, erfährt er von der Gesellschafterin Daja, dass es zu Hause einen Brand gab und seine Adoptivtochter Recha vom Tempelherrn aus Deutschland gerettet wurde. Recha glaubt sie habe ein Engel gerettet und möchte sich bei ihrem Retter persönlich bedanken, jedoch gegen den Willen Nathans, welcher anschließend den wahren Retter aufsucht. Ein Treffen mit dem Tempelherrn scheint anfangs allerdings unmöglich aufgrund der unterschiedlichen Religionen. Letztendlich tritt nach einem Gespräch mit Nathan nach der Frage Saladins, welche Weltreligion denn nun die Wahre sei, die Ringparabel über die drei Brüder hervor und mit der Weitergabe des Adressbuches an den Klosterbruder stellt sich ebenfalls heraus, dass die Hauptpersonen Recha und der Tempelherr Geschwister sind. Demnach zeigen sich dort überraschende Verwandtschaftsverhältnisse.

Zusammenfassend kann man folgende Kernaussagen für das Drama formulieren: Alle drei Weltreligionen können in einer Familie aufgefunden werden, alle Religionen sind quasi miteinander verwandt, weil sie einen gemeinsamen Ursprung haben. Jede Religion ist die wahre.

Hat das Drama heute noch Aktualitätsbezug:

Das Stück wird auch heute noch aufgeführt, denn es hat eine bedeutende Message durch die dort genannte Ringparabel, die bis heute noch einen Bezug zur Menschheit hat. Auch heute sind Religionskonflikte noch präsent und es wird weiter darüber diskutiert, ob es eine Rangfolge der Religionen gibt, obwohl wir uns im 20. Jahrhundert befinden und dementsprechend schon viel mehr über den Mensch und seinen Glauben wissen. Somit dient das Drama auch heute noch zur Aufklärung mit Hilfe von Vernunft und Toleranz.

Charakterisierung Nathan anhand der Szene 1.1:

Die Hauptfigur Nathan ist Jude und ein sehr reicher Geschäftsmann, der wenig Wert auf materielle Dinge legt und zu Beginn des Dramas von einer Geschäftsreise aus Babylon nach Hause zurückkehrt (Vgl. V.2ff.). Er ist sehr fleißig und genau in seiner Arbeit, weshalb er sich genug Zeit nimmt, diese zu erledigen. Er lebt außerdem mit seiner Ziehtochter zusammen (Vgl. V.30f.), die er liebt und sich um sie sorgt (Vgl. V.20ff, V.27f.). Dies lässt sich daran erkennen, da er sich direkt nach ihr erkundigt, als er erfährt, dass sie in einem brennenden Haus war und in Lebensgefahr schwebte (Vgl. V.20ff.). Außerdem wohnt bei ihnen die Gesellschafterin Daja, die sich um Recha kümmern soll und zu der Nathan befehlend ist (Vgl. V.53f, V.57), woran sich zeigt, dass Nathan ein sehr selbstbewusster und eigenständiger Mann ist. Als Nathan von seinem abgebrannten Haus erfährt, ist ihm dies nicht weiter wichtig, sondern er schlägt vor, ein neues Haus zu bauen (Vgl. V.17f.). Den Retter seiner Tochter (den Tempelherrn) aus dem brennenden Haus möchte er ebenfalls reich belohnen (Vgl. V. 92ff.), was erneut seine Großmütigkeit und auch Ehrlichkeit betont (Vgl. V.50). Des Weiteren ist Nathan ein gläubiger Jude (Vgl. V.53). Er ist nicht gerade naiv, er verhält sich überlegt und versetzt sich in andere Personen hinein, was für Empathie spricht (Vgl. V. 128ff.). Gegen Ende der ersten Szene wird deutlich, dass Nathan ebenfalls tolerant gegenüber anderen Religionen ist, da er den christlichen Retter Rechas suchen und herbringen möchte, welcher ja kein Jude ist (Vgl. V.160f.). Dies ist ebenfalls ein Beleg dafür, dass Nathan ein entschlossener und zielstrebiger Mann ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nathan ein reicher Geschäftsmann mit Verstand und einem großen Vermögen ist, dem er allerdings keinen zu großen Wert zuschreibt, da er materielle Dinge nicht als sehr wichtig ansieht. Er ist ein ebenfalls ein sehr liebevoller Vater mit großem Herz, sorgt sich um seine Tochter und ist offen gegenüber anderer Weltreligionen, was ebenfalls eine positive Veranlagung beziehungsweise Eigenschaft ist.

Charakterisierung Nathans aus der Sicht von Daja:

Nathan ist laut Daja ein sehr beschäftigter und reicher Geschäftsmann, der sehr häufig und oft längere Zeit von zu Hause weg ist (Vgl. V.1ff.). Sie lobt jedoch seine Großmut (Vgl. V.55), welche ebenfalls mit viel Ehrlichkeit in Verbindung steht. Allerdings hält Daja es für ungut und nicht richtig, dass Nathan Recha als „seine“ Recha bezeichnet (Vgl. V.28ff.), da dies sehr besitzergreifend ist. Sie ist sich ihrer Unterlegenheit gegenüber Nathan stets bewusst und zweifelt auch nicht daran (Vgl. V.54ff.), jedoch möchte Nathan Dinge häufig mit Geschenken und materiellen Gütern lösen (Vgl. V.52ff.) , weshalb Daja oft nicht „normal“ mit ihm über Dinge oder Probleme reden kann, ohne unterbrochen zu werden.

Somit lässt sich sagen, dass auch Nathan als Mensch nicht perfekt ist und positive sowie negative Seiten hat (Vgl. V.169), Daja jedoch generell weiß mit ihrer Unterlegenheit Nathans umzugehen und ihn trotzdem für seine Großmut, seine Ehrlichkeit und seinen liebevollen Umgang mit seiner Tochter Recha zu schätzen.

Kommentar zu einer anderen Charakterisierung: (LoGNSG)

Deine Charakterisierung ist dir gut gelungen, du hast immer zu erkennen gegeben, woher du die Informationen hast, mit Belegen gearbeitet und auch viele Eigenschaften der Hauptfigur Nathan herausgearbeitet. Nur solltest du bei den Textbelegen aufpassen anstatt Zeilenangaben, Versangaben zu verwenden, da es sich hier ja um ein Drama handelt.


Betreut durch: MaFlo