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Seminar: [[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss]]  
 
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Meine Projekte: [[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Lyrik im thematischen Längsschnitt|Lyrik im thematischen Längsschnitt]]  
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Meine Projekte: [[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Dramenanalysen|Dramenanalysen]]
  
Mein Arbeitsschwerpunkt: zwei unterschiedliche Gedichte 
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'''inhaltliche Schwerpunkte:'''
  
*[[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Lyrik im thematischen Längsschnitt/Gedichte und Songtexte#Udo%20J.C3.BCrgens%3A%20Griechischer%20Wein%20.281974.29%20.5BBearbeiten.5D|Udo Jürgens: Griechischer Wein (1974)]]
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• es besteht ein Religionskonflikt zwischen Judentum, Christentum und Islam                                            —> Verhältnis der drei monotheistischen Religionen 
*[[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Lyrik im thematischen Längsschnitt/Gedichte und Songtexte#Eva%20Strasser%3A%20Die%20Welt%20steht%20still%20.282020.29%20.5BBearbeiten.5D|Eva Strasser: Die Welt steht still (2020)]]
 
  
Das erste Gedicht kenne ich als Schlager von meinen Eltern, weshalb ich es sehr interessant finde diesen näher zu analysieren, da ich nicht wusste, dass dieser einen politischen Hintergrund hat.
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• Nathan der Weise ist ein Drama der Aufklärung, welches auf Kommunikation basiert, wobei Vernunft die Grundlage des menschlichen Handelns bildet 
  
Das Gedicht „Griechischer Wein“ wirkt auf mich eher traurig und emotional im Hinblick auf die eigene Heimat und das eigene Leben. Es zeigt sehr die Liebe und Sehnsucht zur eigenen Heimatstadt.
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'''Inhaltsangabe:''' 
  
In dem Gedicht „Griechischer Wein“ geht es um die Sehnsucht zur eigenen Heimatstadt. Der Autor, der als Gastarbeiter in diesem Land aktiv ist beschreibt das Einleben in ein fremdes Land und die Fremdheitsgefühle die dies mit sich bringt. Er hat Angst sich nie wieder zu Hause fühlen zu können.
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Das Drama spielt in Jerusalem, während der Kreuzzüge, Ende des 12. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt herrschte ein großer Religionskonflikt zwischen den drei Weltreligionen Judentum, Christentum und dem Islam. Nachdem Nathan von seiner Geschäftsreise heim kommt, erfährt er von der Gesellschafterin Daja, dass es zu Hause einen Brand gab und seine Adoptivtochter Recha vom Tempelherrn aus Deutschland gerettet wurde. Recha glaubt sie habe ein Engel gerettet und möchte sich bei ihrem Retter persönlich bedanken, jedoch gegen den Willen Nathans, welcher anschließend den wahren Retter aufsucht. Ein Treffen mit dem Tempelherrn scheint anfangs allerdings unmöglich aufgrund der unterschiedlichen Religionen. Letztendlich tritt nach einem Gespräch mit Nathan nach der Frage Saladins, welche Weltreligion denn nun die Wahre sei, die Ringparabel über die drei Brüder hervor und mit der Weitergabe des Adressbuches an den Klosterbruder stellt sich ebenfalls heraus, dass die Hauptpersonen Recha und der Tempelherr Geschwister sind. Demnach zeigen sich dort überraschende Verwandtschaftsverhältnisse.  
  
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Zusammenfassend kann man folgende Kernaussagen für das Drama formulieren: Alle drei Weltreligionen können in einer Familie aufgefunden werden, alle Religionen sind quasi miteinander verwandt, weil sie einen gemeinsamen Ursprung haben. Jede Religion ist die wahre.   
  
Das Gedicht „Die Welt steht still“ spricht mich in einer Weise an, da die Welt meiner Meinung nach gerade auch teilweise durch die Corona Pandemie still steht und ich dies gut auf die jetzige Zeit beziehen und nachvollziehen kann.
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'''Hat das Drama heute noch Aktualitätsbezug:'''   
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Das Stück wird auch heute noch aufgeführt, denn es hat eine bedeutende Message durch die dort genannte Ringparabel, die bis heute noch einen Bezug zur Menschheit hat. Auch heute sind Religionskonflikte noch präsent und es wird weiter darüber diskutiert, ob es eine Rangfolge der Religionen gibt, obwohl wir uns im 20. Jahrhundert befinden und dementsprechend schon viel mehr über den Mensch und seinen Glauben wissen. Somit dient das Drama auch heute noch zur Aufklärung mit Hilfe von Vernunft und Toleranz.   
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'''Charakterisierung Nathan anhand der Szene 1.1:'''
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Die Hauptfigur Nathan ist Jude und ein sehr reicher Geschäftsmann, der wenig Wert auf materielle Dinge legt und zu Beginn des Dramas von einer Geschäftsreise aus Babylon nach Hause zurückkehrt (Vgl. V.2ff.). Er ist sehr fleißig und genau in seiner Arbeit, weshalb er sich genug Zeit nimmt, diese zu erledigen. Er lebt außerdem mit seiner Ziehtochter zusammen (Vgl. V.30f.), die er liebt und sich um sie sorgt (Vgl. V.20ff, V.27f.). Dies lässt sich daran erkennen, da er sich direkt nach ihr erkundigt, als er erfährt, dass sie in einem brennenden Haus war und in Lebensgefahr schwebte (Vgl. V.20ff.). Außerdem wohnt bei ihnen die Gesellschafterin Daja, die sich um Recha kümmern soll und zu der Nathan befehlend ist (Vgl. V.53f, V.57), woran sich zeigt, dass Nathan ein sehr selbstbewusster und eigenständiger Mann ist. Als Nathan von seinem abgebrannten Haus erfährt, ist ihm dies nicht weiter wichtig, sondern  er schlägt vor, ein neues Haus zu bauen (Vgl. V.17f.). Den Retter seiner Tochter (den Tempelherrn) aus dem brennenden Haus möchte er ebenfalls reich belohnen (Vgl. V. 92ff.), was erneut seine Großmütigkeit und auch Ehrlichkeit betont (Vgl. V.50). Des Weiteren ist Nathan ein gläubiger Jude (Vgl. V.53). Er ist nicht gerade naiv, er verhält sich überlegt und versetzt sich in andere Personen hinein, was für Empathie spricht (Vgl. V. 128ff.). Gegen Ende der ersten Szene wird deutlich, dass Nathan ebenfalls tolerant gegenüber anderen Religionen ist, da er den christlichen Retter Rechas suchen und herbringen möchte, welcher ja kein Jude ist (Vgl. V.160f.). Dies ist ebenfalls ein Beleg dafür, dass Nathan ein entschlossener und zielstrebiger Mann ist.
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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nathan ein reicher Geschäftsmann mit Verstand und einem großen Vermögen ist, dem er allerdings keinen zu großen Wert zuschreibt, da er materielle Dinge nicht als sehr wichtig ansieht. Er ist ein ebenfalls ein sehr liebevoller Vater mit großem Herz, sorgt sich um seine Tochter und ist offen gegenüber anderer Weltreligionen, was ebenfalls eine positive Veranlagung beziehungsweise Eigenschaft  ist.
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'''Charakterisierung Nathans aus der Sicht von Daja:'''
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Nathan ist laut Daja ein sehr beschäftigter und reicher Geschäftsmann, der sehr häufig und oft längere Zeit von zu Hause weg ist (Vgl. V.1ff.). Sie lobt jedoch seine Großmut (Vgl. V.55), welche ebenfalls mit viel Ehrlichkeit in Verbindung steht. Allerdings hält Daja es für ungut und nicht richtig, dass Nathan Recha als „seine“ Recha bezeichnet (Vgl. V.28ff.), da dies sehr besitzergreifend ist. Sie ist sich ihrer Unterlegenheit gegenüber Nathan stets bewusst und zweifelt auch nicht daran (Vgl. V.54ff.), jedoch möchte Nathan Dinge häufig mit Geschenken und materiellen Gütern lösen (Vgl. V.52ff.) , weshalb Daja oft nicht „normal“ mit ihm über Dinge oder Probleme reden kann, ohne unterbrochen zu werden.
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Somit lässt sich sagen, dass auch Nathan als Mensch nicht perfekt ist und positive sowie negative Seiten hat (Vgl. V.169), Daja jedoch generell weiß mit ihrer Unterlegenheit Nathans umzugehen und ihn trotzdem für seine Großmut, seine Ehrlichkeit und seinen liebevollen Umgang mit seiner Tochter Recha zu schätzen.
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'''Kommentar zu einer anderen Charakterisierung: (LoGNSG)'''
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Deine Charakterisierung ist dir gut gelungen, du hast immer zu erkennen gegeben, woher du die Informationen hast, mit Belegen gearbeitet und auch viele Eigenschaften der Hauptfigur Nathan herausgearbeitet. Nur solltest du bei den Textbelegen aufpassen anstatt Zeilenangaben, Versangaben zu verwenden, da es  sich hier ja um ein Drama handelt.
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'''Inhaltliche und Sprachliche Analyse des Gesprächs zwischen Nathan und Recha (1.2):'''
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Die Szene handelt von einem Gespräch zwischen Nathan, Recha und schließlich auch noch Daja. Anfangs treffen Nathan und Recha aufeinander und Recha erwartet eine Begrüßung ihres Vaters, nach all dem, was passiert ist (Vgl. V.169ff.). Anschließend erzählt sie ihm, sie habe ein wirklicher Engel gerettet und dass Gott dafür gelobt werden müsse (Vgl. V.186ff.). Nathan behauptet jedoch, dass jeder Retter ihr in solch einer lebensbedrohlichen Lage als Engel habe erscheinen müssen (Vgl. V.201ff.). Anschließend lehrt Nathan Recha des Wunderglaubens (Vgl. V.214ff.), wobei er aber von Daja unterbrochen wird, welche es für unsinnig hält Recha mit solchen „Subtilitäten“ zu überfordern (Vgl. V.225ff.). Recha schließt darauf, dass ihr Retter kein Tempelherr war, sondern dieser nur so schien (Vgl. V.237ff.), woraufhin Nathan Daja erklären lässt, dass der Tempelherr gefangen als Retter hergeschickt wurde, da er vom Saladin begnadigt wurde (Vgl. V.246ff.). Anschließend beginnt Recha ihr eigenes Denken zu hinterfragen, „wie hätte mich Nachts freiwillig denn einer retten können“ , wodurch das Gespräch mit Nathan sie des Wissens über Wunder gelehrt hat (Vgl. V.242ff. und V.277). So erläutert Nathan ebenfalls, dass es nicht darauf ankomme, sich Gott näher zu fühlen (Vgl. V.291f.), sondern stets gut zu handeln. Somit lehrt Nathan Recha des Wunderglaubens und diese lernt daraus, indem sie die Ablehnung des naiven Wunderglaubens zeigt und ihr eigenes Denken hinterfragt.   
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Nathan tritt hier als Lehrer und Erzieher auf, denn er lehrt Recha. Dabei stellt er viele rhetorische Fragen (Vgl. V.256), um Recha Wunder und gewisse Handlungen zu verdeutlichen. Er stellt ebenfalls viele Vergleiche an (Vgl. V.203). Mit all diesen Mitteln gelingt es Nathan Recha von  ihren Vorstellungen abzubringen, sie zu lehren und darüber weiter nachzudenken. Recha gibt nach, lässt dies zu und sieht schließlich ein, dass ihre Überlegungen nicht nur dazu dienen sollten, um Gott näher zu sein, sondern um menschlich zu Handeln.    
  
Das andere Gedicht „Die Welt steht still“ aus dem Jahr 2020 wirkt sehr aktuell und ist sehr gut auf die Corona Situation übertragbar. Es strahlt Trauer und eine gewisse Ruhe aus. Zudem ist es klar und deutlich geschrieben.
 
  
  

Aktuelle Version vom 28. November 2021, 16:50 Uhr

Benutzer:ZoHNSG

Schule: Nelly-Sachs-Gymnasium

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Meine Projekte: Dramenanalysen

inhaltliche Schwerpunkte:

• es besteht ein Religionskonflikt zwischen Judentum, Christentum und Islam —> Verhältnis der drei monotheistischen Religionen

• Nathan der Weise ist ein Drama der Aufklärung, welches auf Kommunikation basiert, wobei Vernunft die Grundlage des menschlichen Handelns bildet

Inhaltsangabe:

Das Drama spielt in Jerusalem, während der Kreuzzüge, Ende des 12. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt herrschte ein großer Religionskonflikt zwischen den drei Weltreligionen Judentum, Christentum und dem Islam. Nachdem Nathan von seiner Geschäftsreise heim kommt, erfährt er von der Gesellschafterin Daja, dass es zu Hause einen Brand gab und seine Adoptivtochter Recha vom Tempelherrn aus Deutschland gerettet wurde. Recha glaubt sie habe ein Engel gerettet und möchte sich bei ihrem Retter persönlich bedanken, jedoch gegen den Willen Nathans, welcher anschließend den wahren Retter aufsucht. Ein Treffen mit dem Tempelherrn scheint anfangs allerdings unmöglich aufgrund der unterschiedlichen Religionen. Letztendlich tritt nach einem Gespräch mit Nathan nach der Frage Saladins, welche Weltreligion denn nun die Wahre sei, die Ringparabel über die drei Brüder hervor und mit der Weitergabe des Adressbuches an den Klosterbruder stellt sich ebenfalls heraus, dass die Hauptpersonen Recha und der Tempelherr Geschwister sind. Demnach zeigen sich dort überraschende Verwandtschaftsverhältnisse.

Zusammenfassend kann man folgende Kernaussagen für das Drama formulieren: Alle drei Weltreligionen können in einer Familie aufgefunden werden, alle Religionen sind quasi miteinander verwandt, weil sie einen gemeinsamen Ursprung haben. Jede Religion ist die wahre.

Hat das Drama heute noch Aktualitätsbezug:

Das Stück wird auch heute noch aufgeführt, denn es hat eine bedeutende Message durch die dort genannte Ringparabel, die bis heute noch einen Bezug zur Menschheit hat. Auch heute sind Religionskonflikte noch präsent und es wird weiter darüber diskutiert, ob es eine Rangfolge der Religionen gibt, obwohl wir uns im 20. Jahrhundert befinden und dementsprechend schon viel mehr über den Mensch und seinen Glauben wissen. Somit dient das Drama auch heute noch zur Aufklärung mit Hilfe von Vernunft und Toleranz.

Charakterisierung Nathan anhand der Szene 1.1:

Die Hauptfigur Nathan ist Jude und ein sehr reicher Geschäftsmann, der wenig Wert auf materielle Dinge legt und zu Beginn des Dramas von einer Geschäftsreise aus Babylon nach Hause zurückkehrt (Vgl. V.2ff.). Er ist sehr fleißig und genau in seiner Arbeit, weshalb er sich genug Zeit nimmt, diese zu erledigen. Er lebt außerdem mit seiner Ziehtochter zusammen (Vgl. V.30f.), die er liebt und sich um sie sorgt (Vgl. V.20ff, V.27f.). Dies lässt sich daran erkennen, da er sich direkt nach ihr erkundigt, als er erfährt, dass sie in einem brennenden Haus war und in Lebensgefahr schwebte (Vgl. V.20ff.). Außerdem wohnt bei ihnen die Gesellschafterin Daja, die sich um Recha kümmern soll und zu der Nathan befehlend ist (Vgl. V.53f, V.57), woran sich zeigt, dass Nathan ein sehr selbstbewusster und eigenständiger Mann ist. Als Nathan von seinem abgebrannten Haus erfährt, ist ihm dies nicht weiter wichtig, sondern er schlägt vor, ein neues Haus zu bauen (Vgl. V.17f.). Den Retter seiner Tochter (den Tempelherrn) aus dem brennenden Haus möchte er ebenfalls reich belohnen (Vgl. V. 92ff.), was erneut seine Großmütigkeit und auch Ehrlichkeit betont (Vgl. V.50). Des Weiteren ist Nathan ein gläubiger Jude (Vgl. V.53). Er ist nicht gerade naiv, er verhält sich überlegt und versetzt sich in andere Personen hinein, was für Empathie spricht (Vgl. V. 128ff.). Gegen Ende der ersten Szene wird deutlich, dass Nathan ebenfalls tolerant gegenüber anderen Religionen ist, da er den christlichen Retter Rechas suchen und herbringen möchte, welcher ja kein Jude ist (Vgl. V.160f.). Dies ist ebenfalls ein Beleg dafür, dass Nathan ein entschlossener und zielstrebiger Mann ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nathan ein reicher Geschäftsmann mit Verstand und einem großen Vermögen ist, dem er allerdings keinen zu großen Wert zuschreibt, da er materielle Dinge nicht als sehr wichtig ansieht. Er ist ein ebenfalls ein sehr liebevoller Vater mit großem Herz, sorgt sich um seine Tochter und ist offen gegenüber anderer Weltreligionen, was ebenfalls eine positive Veranlagung beziehungsweise Eigenschaft ist.

Charakterisierung Nathans aus der Sicht von Daja:

Nathan ist laut Daja ein sehr beschäftigter und reicher Geschäftsmann, der sehr häufig und oft längere Zeit von zu Hause weg ist (Vgl. V.1ff.). Sie lobt jedoch seine Großmut (Vgl. V.55), welche ebenfalls mit viel Ehrlichkeit in Verbindung steht. Allerdings hält Daja es für ungut und nicht richtig, dass Nathan Recha als „seine“ Recha bezeichnet (Vgl. V.28ff.), da dies sehr besitzergreifend ist. Sie ist sich ihrer Unterlegenheit gegenüber Nathan stets bewusst und zweifelt auch nicht daran (Vgl. V.54ff.), jedoch möchte Nathan Dinge häufig mit Geschenken und materiellen Gütern lösen (Vgl. V.52ff.) , weshalb Daja oft nicht „normal“ mit ihm über Dinge oder Probleme reden kann, ohne unterbrochen zu werden.

Somit lässt sich sagen, dass auch Nathan als Mensch nicht perfekt ist und positive sowie negative Seiten hat (Vgl. V.169), Daja jedoch generell weiß mit ihrer Unterlegenheit Nathans umzugehen und ihn trotzdem für seine Großmut, seine Ehrlichkeit und seinen liebevollen Umgang mit seiner Tochter Recha zu schätzen.

Kommentar zu einer anderen Charakterisierung: (LoGNSG)

Deine Charakterisierung ist dir gut gelungen, du hast immer zu erkennen gegeben, woher du die Informationen hast, mit Belegen gearbeitet und auch viele Eigenschaften der Hauptfigur Nathan herausgearbeitet. Nur solltest du bei den Textbelegen aufpassen anstatt Zeilenangaben, Versangaben zu verwenden, da es sich hier ja um ein Drama handelt.

Inhaltliche und Sprachliche Analyse des Gesprächs zwischen Nathan und Recha (1.2):

Die Szene handelt von einem Gespräch zwischen Nathan, Recha und schließlich auch noch Daja. Anfangs treffen Nathan und Recha aufeinander und Recha erwartet eine Begrüßung ihres Vaters, nach all dem, was passiert ist (Vgl. V.169ff.). Anschließend erzählt sie ihm, sie habe ein wirklicher Engel gerettet und dass Gott dafür gelobt werden müsse (Vgl. V.186ff.). Nathan behauptet jedoch, dass jeder Retter ihr in solch einer lebensbedrohlichen Lage als Engel habe erscheinen müssen (Vgl. V.201ff.). Anschließend lehrt Nathan Recha des Wunderglaubens (Vgl. V.214ff.), wobei er aber von Daja unterbrochen wird, welche es für unsinnig hält Recha mit solchen „Subtilitäten“ zu überfordern (Vgl. V.225ff.). Recha schließt darauf, dass ihr Retter kein Tempelherr war, sondern dieser nur so schien (Vgl. V.237ff.), woraufhin Nathan Daja erklären lässt, dass der Tempelherr gefangen als Retter hergeschickt wurde, da er vom Saladin begnadigt wurde (Vgl. V.246ff.). Anschließend beginnt Recha ihr eigenes Denken zu hinterfragen, „wie hätte mich Nachts freiwillig denn einer retten können“ , wodurch das Gespräch mit Nathan sie des Wissens über Wunder gelehrt hat (Vgl. V.242ff. und V.277). So erläutert Nathan ebenfalls, dass es nicht darauf ankomme, sich Gott näher zu fühlen (Vgl. V.291f.), sondern stets gut zu handeln. Somit lehrt Nathan Recha des Wunderglaubens und diese lernt daraus, indem sie die Ablehnung des naiven Wunderglaubens zeigt und ihr eigenes Denken hinterfragt.

Nathan tritt hier als Lehrer und Erzieher auf, denn er lehrt Recha. Dabei stellt er viele rhetorische Fragen (Vgl. V.256), um Recha Wunder und gewisse Handlungen zu verdeutlichen. Er stellt ebenfalls viele Vergleiche an (Vgl. V.203). Mit all diesen Mitteln gelingt es Nathan Recha von ihren Vorstellungen abzubringen, sie zu lehren und darüber weiter nachzudenken. Recha gibt nach, lässt dies zu und sieht schließlich ein, dass ihre Überlegungen nicht nur dazu dienen sollten, um Gott näher zu sein, sondern um menschlich zu Handeln.


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