Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Erzählungen: Lebensentwürfe in der Literatur aus unterschiedlichen historischen Kontexten/Heinrich v. Kleist

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Biographie Heinrich von Kleist FeMNSG [1]

  • Geboren 18.10.1777 in Frankfurt an der Oder als ältester Sohn des Majors Friedrich von Kleist und Juliane Ulrike
  • ersten Unterricht erhält er von Christian Ernst Martini (Theologe)
  • 1788: Tod des Vaters
  • 1.06.1792: Eintritt in Bataillon des Regiments Garde Nr. 15b
  • 02.02.1793: Tod der Mutter und spätere Verlegung seines Regiments nach Frankfurt am Main
  • 1795: Beförderung zum Portepeefähnrich
  • 1797: Beförderung Sekondeleutnant
  • 1798 Gemeinsam mit einem Regimentskameraden nimmt Kleist Unterricht in Deutsch und Mathematik. Ihr Lehrer ist der Konrektor Johann Heinrich Ludwig Bauer
  • 1799: Kleist erhält erwünschten Abschied aus dem Militär und am 10.04. startet er mit Physik und Mathestudium
  • 1800: Inoffizielle Verlobung mit Frankfurter Generalstochter Wilhelmine von Zenge
  • 1802: Beginn schriftlicher Arbeit in der Schweiz
  • 1803: Kleist bricht zusammen und steht mehrere Monate unter ärztlicher Kontrolle
  • 1805: Kleist wird Diätar (Teilzeitbeamter) an der Domänenkammer in Königsberg und besucht finanz- und staatswissenschaftliche Vorlesungen
  • 1806: Kleists Ausschied aus Staatsdienst und Übernahme von Preußen an Napoleon
  • 1807: Von Januar bis Juni in Französischer Gefangenschaft
  • 1808: Kleist gibt zusammen mit dem Philosophen und Staatstheoretiker Adam Heinrich Müller die Monatsschrift „Phöbus. Ein Journal für die Kunst“ heraus.
  • 1810: Kleist ist ständig in Berlin und gibt die erste Tageszeitung Berlins, die „Berliner Abendblätter“ heraus. Hierbei gibt es Konflikte mit der Zensur.
  • 1811: letzte Ausgabe der „Berliner Abendblätter“. Er unternimmt verzweifelte Versuche zur Existenzsicherung und zum Wiedereintritt in die preußische Armee. Am 21. November nimmt er sich mit Henriette Vogel am Kleinen Wannsee das Leben.

Bearbeitet von FeMNSG

Motive der Schriften Heinrich von Kleists

  • Streben nach idealem Glück welches er allerdings nie erreichen konnte
  • Wiedererlangung des paradiesischen Zustands
  • Vaterlandsliebe und Franzosenhass

Aufgrund des Strebens nach Glück und der Idealität und der, für die Romantik typischen Wiedererlangung des Naturzustands, welches Kleist beides nicht erreichen konnte, waren seine Texte meist sehr extrem geschrieben und voller Emotionen, Gewaltsamer Bilder, maßloser Gefühlsausbrüche, extremer Situationen, Missachtung schöner Konventionen. Gerade deshalb ist es schwierig Kleist Literaturhistorisch einzuordnen. Das streben nach dem Naturzustand ist zwar typisch romantisch jedoch würden ihn andere auch als Vorreiter der Moderne bezeichnen, was mit einer Extremität zusammenhängt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Kleist#Literaturgeschichtliche_Bedeutung Zuletzt aufgerufen: 09.10.2020

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Kleist#Wirkung Zuletzt aufgerufen: 09.10.2020

Biographie Heinrich von Kleist KvHNSG

Geboren ist Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist am 10. oder 18. Oktober 177 (genaues Datum unklar) in Frankfurt an der Oder. Bekannt war er als deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist. Im geringen Alter von 34 Jahren, nahm er sich am 21. November 1811 am Kleinen Wannsee das Leben.

In der Öffentlichkeit wurde er als ,,Außenseiter im literarischen Leben seiner Zeit“ betitelt, da er nach seinem im April 1795 angefangene Studiums und kurze Zeit später wieder abgebrochenen Studiums den Sinn der Wissenschaft kritisch hinterfragte und den Nutzen in verschiedenen Werken zum Beispiel Rousseaus, Helvetius oder Voltaires nicht mehr sah.

Heinrich v. Kleist war sein ganzes Leben lang hin und her gerissen, zwischen seinem Lebensplan der freien Geistesbildung und den Erwartungen, die seine Mitmenschen, wie sein Vater, welcher 1788 stab oder seiner Verlobten, Wilhelmine von Zenge, welche er 1799 kennenlernte, gerecht zu werden.

Getreut seiner Familientradition trat er 1792 den Militärsdienst an, trotz seiner immer bestehenden Zweifel des Soldatendaseins. Im März 1799 schaffte er es, nach 7 Jahren Dienstzeit, diesen aufzugeben, trotz seiner Gewissheit des zu erwartenden Widerstandes seiner Familie.

Eine weitere Erwartung, welcher er erstmals nachging, stammte von der Familie seiner Verlobten, welche ihn in einem Sitz des Staatsamtes sehen wollte. 1800 begann er somit die Tätigkeit als Volontär im preußischen Wirtschaftsministerium in Berlin. In Sommer und Herbst 1800 wurden erstmals seine dichterische Begabung bekannt, durch Briefe, die er an seine Verlobte schrieb.

Sein innigster Wunsch war es zu dieser Zeit einfach leben zu können, Bauer zu sein, ein Kind zu zeugen und auf dem Land zu wohnen, es war eine Art Fluchtinstinkt, welcher ihn dazu trieb, ihm selber diesen Wunsch zu ermöglichen, trotz der Opfer, die er dadurch brachte aufgrund der Trennung von Wilhelmine, da Sie seinem Drang nicht gerecht worden konnte und sich nicht mit so einem Leben identifizieren konnte.

,,wir können nicht entscheiden, ob das was wir Wahrheit nennen, wahrhaftig Wahrheit ist oder es nur so scheint (...) Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken, ich habe nun keines mehr“

schrieb er in einem seiner berühmtesten Briefe an Wilhelmine.

Betreut durch: FeMNSG KvHNSG