Benutzer:FabNNSG

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-Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

-Schule: https://www.nellysachs.de/

-Meine Projekte: Dramenanalyse Nathan der Weise

-Mein Arbeitsschwerpunkt:


Benutzerin:MaFlo

Nathan der Weise-Entstehungshintergründe (Gruppe 1a)


  • 18. Jahrhundert: Epochenwende und Beginn der modernen Zeit

Politische Situation

  • Seit dem 30-jährigen Krieg: Deutsche Reich in viele kleine Territorien zersplittert (300 souveräne Territorien)
  • Reichsgewalt lag bis 1806 beim Deutschen Kaiser (nur auf wenige Rechte beschränkt, hat eine symbolische Bedeutung)
  • politische Entscheidungen lagen bei Territiorialstaaten
  • offizieller Titel: Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

Bevölkerung

  • Herrscher bekommen ihr Geld durch Auspressung ihrer Untertanen
  • Lebensbedingung der Bevölkerung dürftig (feudale Lasten, fürstliche Willkür)
  • Leibeigenen Bauern ihres Herrn hatten nur lebensnotwendige Dinge (manchmal noch weniger)
  • Unterschicht sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung
  • Bildung von neuen ökonomischen Kräften und einer neuen sozialen Schicht
    • Handel, Bankgewerbe, Manufakturwesen
    • Geld und soziales Prestige
    • war noch schwach und zahlenmäßig klein
  • Kräfteverschiebung —>Spannung in der Ständepyramide—> Konfrontation zwischen Adel und Bürgertum
  • Bürger akzeptieren die Vorherrschaft des Adels nicht
    • meldeten ihren Souveränitätsanspruch an

Fragen

  • Welche geographischen Besonderheiten zeichneten das Deutsche Reich nach dem 30-jährigen Krieg aus?
  • Bei wem lag die Reichsgewalt bis 1806 und was war das besondere daran?
  • Welchen offiziellen Titel trug das Deutsche Reich?
  • Wer übte die wichtigsten politischen Entscheidungen aus?
  • Wie groß war der Anteil der Unterschicht in der Bevölkerung?
  • Was ist geschehen, dass Historiker das 18. Jh. als Beginn der modernen Zeit bezeichnen?
  • Welche Gründe veranlassten Spannung in der alten hierarchischen Ständepyramide?
  • Welche Konsequenzen resultierten aus diesen Spannungen?


Antworten:

  1. Deutschland war in viele kleine Territorien unterteilt.
  2. Beim Deutschen Kaiser (nur symbolisch)
  3. Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
  4. Die Territorialstaaten
  5. Über 2/3
  6. Es bildete sich eine soziale Klasse und neue ökonomische Kräfte
  7. Durch die Kräfteverschiebung —>die Unterschicht hatte Geld und soziales Prestige
  8. Konfrontation zwischen Adel und Bürgertum

Inhaltsangabe aus der Autorenperspektive

  • Nathan hat seine Frau und seine Kinder verloren. Fast hätte er auch Recha verloren, weil sein Haus während einer Reise gebrannt hat. Doch der Tempelritter konnte Recha retten.
  • Seine Adoptivtochter wird jüdisch erzogen (Nathan hält das für sinnvoller und hält sich bewusst nicht an strenge christliche Vorgaben).
  • Klosterbruder und Patriarch möchten ihn dafür bestrafen (Konfrontation von Verstand und strengen christlichen Gedanken).
  • Saladin fragt ihn welche Religion die richtige ist. Auch da ist Nathan der Meinung, dass es nicht eine einzige richtige Religion gibt. Er versucht nämlich dem Sultan anhand der Ringparabel zu erläutern, das alle Religionen gleichwichtig sind.
  • Die Ringparabel handelt von einem Vater und drei Söhnen. Nur einer kann der Nachfolger werden und bekommt den Ring vom Vater. Da dieser aber seine drei Söhne für gleichwichtig hält, lässt er sich drei identische Ringe anfertigen. Die Ringe sollen für die drei Religionen stehen und ausdrücken, dass es nicht die eine entscheidene Religion gibt.


Wer ist Nathan?

Charakterisierung anhand der ersten Szene

In der ersten Szene (1.Aufzug, 1.Auftritt) aus dem Drama Nathan der Weise von G.E. Lessing aus dem Jahre 1779 tritt die Hauptperson des Dramas Nathan auf. Nathan ist ein sehr reicher Geschäftsmann, welcher wieder von einer Reise zurückkommt (vgl. Regieanweisung über Vers 1). Er war in Babylon und hat dort Schulden eingetrieben, was er selbst als harte und unangenehme Arbeit sieht (vgl. V. 5-11). Direkt in Anschluss kann man schon erkennen, dass Nathan sich was das Thema Geld angeht, keine Sorgen macht und er genug davon hat. Denn er nimmt den Materiellen Schaden durch das Feuer locker und entspannt (vgl. V.15-16) und sagt, dass sie sich auch ein neues Haus bauen könnten (vgl. V.17). Hingegen ist ihm das Leben seiner Tochter Recha viel wichtiger. Das erkennt man daran, dass er als Daja von Recha berichtet, die fast verbrannt ist, fast schon panisch reagiert (vgl. V. 21 ff. ). Im Anschluss wird auch wieder deutlich, dass ihm das Leben und die Gesundheit wichtiger sind als ein Haus oder allgemein Geld (vgl. V. 21-22). Er sieht Recha als das wichtigste was er besitzt. Aus diesem Grund möchte er ihren Retter, den Tempelherrn, fürstlich belohen (vgl. V. 29 ff.). Er ist ihm sehr dankbar und möchte den Tempelherrn sofort finden um ihn sein persönlichen Dank auszusprechen und ihn dementsprechend zu belohnen (vgl. V. 155 ff.). Das ist auch von wichtiger Bedeutung, weil der Tempelherr eine andere Religion hat und Nathan ihm trotzdem dankbar ist. Dies zeigt also seine Offenheit gegenüber anderen Religionen. Eine weitere charakterliche Besonderheit die noch auffällt ist, ist das er Daja garnicht richtig zuhören will wenn sie ihm erzählen möchte was sie beschäftigt (vgl. V.38 ff.). Im Gegenzug möchte er ihr einfach etwas schenken. Dies erweckt den Eindruck, dass ihm das Schenken wichtiger ist, als jemanden zuzuhören und seine Problem ohne etwas Materielles zu lösen. Insgesamt sieht man also in dieser Szene, dass Nathan jemand ist der sehr viel Geld hat. Ihm ist das Wohl seiner Familie, also seiner Tochter Recha, aber wichtiger als das Geld und möchte deshalb den Retter belohnen. Gleichzeitig kann man ihm noch vorwerfen, dass er manchmal lieber mit Geld großzügig ist als mit helfenden Worten.


Charakterisierung von Nathan aus Sicht von Daja

In der ersten Szene (1.Aufzug, 1.Auftritt) aus dem Drama Nathan der Weise von G.E. Lessing aus dem Jahre 1779 bekommt man eine andere Sicht auf die Hauptperson Nathan wenn man ihn aus Sicht von Daja betrachtet. Schon zu Beginn wird die Unzufriedenheit Dajas darüber deutlich, dass Nathan immer auf Geschäftsreisen ist (vgl. V. 2). Nathan hat hauptsächlich das Geschäftliche im Sinn und hat damit weniger Zeit für Recha. Doch trotzdem ist ihm Recha sehr wichtig und er macht sich Sorgen um sie ( vgl. V. 21 ff.). Er hat zwar viel Geld und macht sich deshalb keine Sorgen um das Materielle, dafür umsomehr um seine Tochter. Doch Nathan ist, was das schenken angeht zu großzügig. Wenn nämlich jemand mit Sorgen ankommt, ignoriert er diese einfach und will mit teuren Geschenken helfen (vgl. V.38 ff.). Aber im Fall des Tempelherrn, welcher seine Tochter gerettet hat, will er auch großzügig sein (vgl. V. 95 ff.). In diesem Fall ist es eine sehr gute Eigenschaft von Nathan. Dazu kommt noch das Daja, der Tempelherr und Nathan selbst, unterschiedliche Religionen haben und Nathan trotzdem auch die Christen akzeptiert und gut und großzügig behandelt. Es wird also deutlich, dass Daja unzufrieden ist, dass Nathan so viele Geschäftsreisen macht und dadurch so viel Geld hat, dass er alle beschenken will, was auch eine sehr gute und positive Eigenschaft ist, aber trotzdem nicht auf die Probleme eingeht ("Wenn ihr nur schenken könnt! "). Gleichzeitig macht Nathan alles was er Besitzt zu seinem, auch seine Tochter. Diese Vormulierung gefällt Daja ebenfalls nicht (vgl. V. 29). Trotzdem ist Nathan das Wohl seiner Tochter wichtig und er ist sehr dankbar wenn ihm jemand geholfen hat, auch wenn diese Person eine andere Religion hat. Der letze Satz von Daja macht dies auch noch deutlich ("Ihr seid so gut, und seid sogleich so schlimm").


Szenenanalyse (2. Aufzug 5. Auftritt)

Die Szene im 2. Aufzug 5. Auftritt aus dem Drama Nathan der Weise von G.E. Lessing aus dem Jahre 1779 handelt von dem Gespräch zwischen Nathan und dem Tempelherrn, wobei Nathan dem Tempelherrn die Gleichheit der Religionen erklärt und ihn von Vorurteilen befreit.

Diese Szene kann man in 5 Abschnitte einteilen. Der erste Abschnitt beginnt am Anfang der Szene und geht bis Vers 1207. Dort geht Nathan auf den Tempelherrn zu und stellt sich diesem kurz vor, während der Tempelherr genervt zuhört. Im nächsten Abschnitt (V. 1207-1235) möchte Nathan dem Tempelherrn für seine Tat bedanken und bietet ihm aufgrund seines großen Reichtums an, dass er alles bekommen könnte. Doch der Tempelherr sagt nur, dass es seine Pflicht war zu helfen und mehr auch nicht. Anschließend geht es damit weiter, dass der Tempelherr nur seinen Mantel erneuert haben möchte, wenn dieser kaputt ist und Nathan diesen Mantel als etwas sehr Besonderes ansieht, weil dort ein Brandfleck hinterblieben ist (V. 1235-1258). Im vorletzten Abschnitt (V. 1259-1305) versucht Nathan den Tempelherrn von den typischen Gedanken die ein christlicher Tempelherr nach den Ordensregeln haben muss wegzuführen. Der letzte Abschnitt (V. 1305-Ende) handelt davon, dass Nathan und der Tempelherr sich die Hand geben und Nathan diesen überzeugen kann.

Der erste Abschnitt hat die Funktion als Einführung in das Gespräch. Hier möchte Nathan erstmal auf den Tempelherrn zugehen und ihm danken. Doch schnell wird klar, dass die Situation angespannt ist, weil der Tempelherr arrogant und genervt ist (V.1999). Der Tempelherr hat Probleme mit dem Judentum, weil er Nathan nicht mit seinem Namen sondern immer wieder mit Jude anspricht (V.1999). Anschließend wird im zweiten Abschnitt wieder die Dankbarkeit Nathans deutlich, weil er den Tempelherrn belohnen möchte. Doch dieser hat kein Interesse an kostbaren Geschenken und sagt, dass es seine Pflicht war zu helfen und er dies nicht aus voller Überzeugung getan hat (V.1208-1219). Gleichzeitig ist dieser Abschnitt auch dafür da um den Konflikt um die Religionen deutlich zu machen, denn der Tempelherr missbilligt das Judentum mit der Aussage: "wenn`s auch nur das Leben einer Jüdin wäre" (V.1219). Im nächsten Abschnitt soll wieder das fehlende Interesse des Tempelherrn an Geschenken thematisiert werden, weil er nur einen neuen Mantel fordert, wenn seiner kaputt sein sollte (V.1335 ff.). Doch Nathan ist der Mantel mit dem Brandfleck wichtig und er küsst diesen (V. 1249). Damit kann man auch die Überleitung zum nächsten Abschnitt erstellen, weil dort der Tempelherr Nathan jetzt mit seinem richtigen Namen anspricht. Dieser Abschnitt ist entscheidend, weil zum einen der Tempelherr langsam beginnt an seinem schlechten Bild der Juden zu zweifeln und Nathan daraufhin versucht den Toleranzgedanken mit Hilfe einer Metapher zu verstärken (V.1278 ff.). Daraufhin erklärt der Tempelherr Nathan warum er ein schlechtes Bild auf die Juden hat (V.1288 ff.). Doch am Ende kann Nathan ihn überzeugen und der Tempelherr bemerkt, dass zwischen ihnen eine Verbindung besteht und sie befreundet sein müssen, was der Handschlag symbolisiert (V. 1315). In diesem letzten Abschnitt konnte Nathan den Tempelherrn also über die Gleichheit aufklären.

Nathan beginnt das Gespräch sehr höflich und versucht direkt von Anfang an eine gute Bindung aufzubauen indem er den Tempelherrn schmeichelt (V. 1197). Gleichzeitig macht er deutlich, dass für ihn das innerliche zählt und er an das Gute im Menschen glaubt (V. 1196). Nachdem der Tempelherr aber schroff reagiert, redet Nathan auch nicht mehr so freundlich (V.1220 ff.). Doch während des gesamten Gesprächs bleibt Nathan immer ruhig und versucht mit Metaphern (V. 1278 ff.) und Rhetorischen Fragen (V.1308 ff.) den Tempelherrn über die Gleichheit und Toleranz aufzuklären und ist am Ende glücklich als er den Tempelherrn überzeugen konnte und ihm die Hand gegeben hat.

Der Tempelherr ist am Anfang und schroff und unhöflich (" Was, Jude? Was?" V.1999). Im Laufe des Gesprächs merkt aber auch er, dass seine Einstellung nicht richtig ist und er nennt Nathan bei seinem richtigen Namen (V. 1258). Zwischendurch benutzt er außerdem Formulierungen die seine Haltung gegen die Juden verdeutlichen (V.1231). Zwischenzeitlich zweifelt er immer an seiner Einstellung und wird schließlich am Ende überzeugt und auch er ist mit dem Resultat des Gesprächs zufrieden. So sind am Ende der Szene also alle zufrieden.

Abschließend kann man also zusammenfassen, dass in dieser Szene der Tempelherr aufgeklärt wird und seine Einstellung zu Nathan und dem Judentum von negativ auf positiv gewechselt ist, weil Nathan ihn geschickt die richtige Einstellung näherbringt.


Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Biografie und Exilsituation

  1. Brecht konnte nicht mehr in Europa bleiben, weil die Gefahr zu groß war von den Nazis entdeckt zu werden (Klaus Völker Z.4-6). Also gelangt er in die USA um dort Schutz zu suchen. Die anfängliche Hoffnung bald wieder zurückzukehren, entwickelt sich mit der Zeit zu einem Gefühl der Akzeptanz dort länger bleiben zu müssen. Dies spiegelt sich hauptsächlich im zweiten Teil seines Gedichtes „Gedanken über die Dauer des Exils“ wieder. Dort verfasst er also das Werk „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ mit dem Ziel den Aufstieg Hitlers als verfremdete Gangsterhistorie darzustellen (Klaus Völker Z.10-17).
  2. Die Erkenntnis länger als geplant in den USA zu bleiben zeigt sich daran, dass er in seinem Arbeitsjournal am 12.4.41 geschrieben hat, dass er die Hoffnung hat das Stück dort auch aufzuführen und ihm diese Hoffnung die nötige Motivation gegeben hat das Stück zu verfassen (Z.31-33). Außerdem schreibt er in seinem Arbeitsjournal am 20.4.42 (Z.34-35), dass er mit jedem Siegesrapport Hitlers an Bedeutung als Schriftsteller verliert. Das soll auch nochmal ausdrücken wie wichtig es für ihn als Schriftsteller es ist, sich vor den Nazis zu "verstecken", welche sich in Europa immer weiter ausbreiten.
  3. Für Brecht war das Exil zunächst immer nur eine kurze Station. Er sah sich als geflüchteter („Über die Bezeichnung Emigranten“ V.6). Er hat sich immer in der Nähe der Grenzen aufgehalten in der Hoffnung so schnell wie möglich zurückzukehren oder ggf. um schnell in ein anderes Land zu gelangen (V.8). Dies zeigt sich auch im ersten Teil des Gedichtes „Gedanken über die Dauer des Exils“. Dort schildert er, dass er das Exil nur als Übergangslösung sieht und er gar nicht anfangen möchte sich dort einzurichten. Gleichzeitig ändert sich seine Sichtweise im zweiten Teil des Gedichtes. Dort hat er akzeptiert und eingesehen doch länger zu bleiben und sieht das Exil als neue Heimat. Um dies zu verdeutlichen nimmt er u.a die Metapher eines wachsenen Kastanienbaumes (V.6-7 und V.27-28). Im ersten Teil sagt er, dass es keinen Sinn macht einen Baum zu pflanzen, weil er sowieso wieder geht bevor dieser Baum so hoch wie eine Stufe wird. Damit möchte Brecht zum einen ausdrücken, dass es keinen Sinn ergibt sich im Exil eine neue Heimat aufzubauen, weil man viel zu kurz dort ist. Zum anderen möchte er aber auch ausdrücken, dass es für ihn keinen Sinn macht im Exil Werke anzufertigen, die erst richtig aufsehen erregen wenn er schon wieder fort ist. Im zweiten Teil seines Gedichtes sagt er dass, er die Kastanie doch wachsen lässt und sich mit einer großen Kanne Wasser intensiv um sie kümmert. Hier hat er also entschieden das Exil zur neuen Heimat zu machen und er sich Mühe gibt auch sein Werk im Exil zu vervollständigen und dort auch aufzuführen. Das macht auch Vers 25 "Sitzend in der Kammer schreibst du" nochmal deutlich.


Vergleich der Lebenssituationen von Lessing und Brecht

G.E. Lessing und B. Brecht haben mit "Nathan der Weise" und "Arturo Ui" beide jeweils ein Drama an einem grundsätzlich anderen Ort geschrieben. Trotzdem gibt es sowohl einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Schreibsituationen.

Lessing hat alleine nach dem Tod seiner Frau und seines Kindes in einer Bibliothek in Wolfenbüttel gelebt und gearbeitet. Brecht ist seit 1933 auf der Flucht und lebt von Prag und Wien über Finnland bis in die USA im Exil.

Eine Gemeinsamkeit ist schon der Grund und Auslöser für die jeweilige Schreibsituation. Beide haben nämlich ein negatives Ereignis erlebt bzw. fürchten sich davor. Während Lessing mit dem Verlust seiner Familie ein persönlich emotionales Schicksal hat, wozu noch der Religionskonflikt mit Goeze und der daraus resultierende Zensurentzug kommt, hat Brecht ein politisches Problem. Wenn er nämlich nicht vorsichtig ist bekommt er als Schriftsteller Probleme mit den Nazis und muss deshalb fliehen. Beide versuchen also in den Dramen auf ihre Probleme auf versteckte Weise aufmerksam zu machen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass beide in gewissermaßen isoliert waren. Während Lessing alleine in Wolfenbüttel lebte und dort größtenteils von der Geselschaft getrennt war, lebte auch Brecht in immer wieder neuen Ländern und kannte dort bis auf seine Familie niemanden. Das Exil und Wolfenbüttel sind also miteinander vergleichbar.

Gleichzeitig gibt es aber auch Unterschiede. So hat z.B. Brecht noch seine Familie während Lessing diese verloren hat. Außerdem schwebt Lessing nicht in Lebensgefahr wie Brecht, der ins Exil flieht, weil er sonst von den Nazis gefangen genommen wird.

Insgesamt kann man aber durchaus sagen, dass die Schreibsituationen von Brecht und Lessing ähnlich sind, weil beide mehr oder weniger isoliert leben und in dieser Situation ein Drama verfassen, welches u.a. ihre Probleme verarbeitet. Dabei hat Lessing den Konflikt mit Goeze als ein Religionskonflikt der drei Weltreligionen verarbeitet und seine Persönlichkeit und sein Schicksal mit dem Verlust seiner Familie in der Hauptfigur Nathan dargestellt. Brecht wollte im Drama darstellen, wie schnell jemand an die Macht kommt, weil in seiner Zeit Hitler an die Macht gekommen ist.

Feedback zum 14.1.:

prima!

Flo

Die Hauptfiguren-Fazit

Die Hauptfiguren sind nach Brechts „Bemerkungen“ (S. 130ff) alle mehr oder weniger „Verüber großer politischer Verbrechen“ und nicht „große politische Verbrecher“. Das zeigt sich daran, dass sie alle dazu beitragen, dass Arturo Ui an die Macht kommt, indem sie zum Teil an krummen Geschäften beteiligt sind und durch zum Teil gewalttätige Aktionen ihren Teil dazu beitragen, dass Ui mächtig wird. Dabei muss man aber zwischen Ui und seinen Leuten, welche alle das Ziel der Machtübernahme anstreben und Dogsborough unterscheiden, welcher nur, durch das Geld getrieben, dabei mithilft und dies später bereut aber trotzdem von Ui als Machtinstrument benutzt wird. Laut den Bemerkungen von Brecht ist aber nur Ui selbst schlau und seine Leute dümmer als er selbst und können somit die dreckige Arbeit übernehmen („[…] die Ausbeuter selber […] bringen kollektiv etwas Schlauheit und Brutalität auf […]. Die politischen Geschäfte lassen sich durch Leute besorgen, die oft noch erheblich dümmer als sie selbst sind.“). Dabei steht Ui an der Spitze als Hauptausbeuter und unter ihm, schon etwas schwächer gestellt seine Leute Giri, Roma und Givola, welche aber dann auch wieder Leute unter sich haben, die die Drecksarbeit erledigen. Es zeigt sich, dass es eine Art Hierarchie Pyramide gibt, welche nach Brecht von oben nach unten immer dümmer wird. Diese Aktionen die dann verübt werden haben die Macht, den Menschen die eigene Größe zu demonstrieren. Laut Brecht erwecken die Hauptpersonen also „den Anschein von Größe durch den Umfang der Unternehmungen“. Dadurch reden alle über die Verüber, wie über den Mörder aus Brechts Stadt, Napoleon und Dschingis Khan und die Verüber (Hauptpersonen) profitieren dadurch.

Max und Fabian

Sprachwandel und Sprachvarietäten

Beziehung von Sprachvarietäten und Sprachwandel

Die deutsche Sprache verändert sich im laufe der Jahre immer weiter. Doch inwiefern hängt dieser Sprachwandel von den Sprachvarietäten unserer Sprache ab?

Dabei muss man zunächst auf die Sprachvarietäten blicken. Dieser sind nämlich Ausprägungen einer Einzelsprache, welche diese erweitern aber trotzdem als Grundlage nutzen. Aufgrund der inneren Mehrsprachigkeit, hat der Mensch die Kompetenz, die verschiedenen Sprachstile je nach Situation anzuwenden. So beschreibt es auch der Linguist Helmut Henne, welcher darstellt, dass im Mittelpunkt die Standartsprache steht und nur auf Grundlage dieser Standartsprache Sprachvarietäten wie Fach- oder Gruppensprachen entstehen, die der Mensch situativ einsetzt. Diese Sprachvarietäten entwickeln sind häufig durch ein identitätsstiftendes Merkmal, wie z.B. die  Herkunft, wodurch Dialekte verwendet werden. Zu den Gruppensprachen gehört auch die Jugendsprache, welche eine eigene Varietät ist und abhängig vom Alter verwendet wird. Sehr prägend in der deutschen Sprache ist der Ethnolekt. Diese Varietät kommt durch eine Ethnie zustande. Sehr häufig wird dabei das Beispiel der „Kanak Sprak“ angeführt. Dabei handelt es sich um das Einbauen von türkischen Wörtern in das Hochdeutsche. Beim Ethnolekt gibt es außerdem verschiedene Stufen, und zwar den primären-, sekundären- und tertiären Ethnolekt. Diese Stufen unterscheiden sich zentral, indem man zwischen dem unbewussten Nutzen der „Kanak Sprak“ der türkischstämmigen Menschen, den Medien, welche den primären Sektor beeinflussen und dem bewusste Nutzen der z.B. türkischen Wörter in der deutschen Sprache unterscheidet. Sobald dies aber die unbewusste Umgangssprache wird, weil man in einer sozialen Gruppe immer in diesem Sprachstil spricht, wird der Ethnolekt zum Soziolekt.

Es zeigt sich also, dass es immer eine Standartsprache gibt. Durch soziale Gruppen, das Alter, die regionale Herkunft und die Ethnie wird diese Standartsprache immer weiter durch die Sprachvarietäten verändert und unterschiedlich stark genutzt. Sobald aber eine Sprachvarietät von einem überwiegenden Teil der Gesellschaft gesprochen wird und man bestimmte Wörter oder Ausdrücke in die Umgangssprache einbaut ohne zu merken, dass es andere Formulierungen als im Hochdeutschen sind, spricht man von einem Sprachwandel. Die Standartsprache hat sich dann also durch die Sprachvarietäten so verändert, dass die dadurch entstandene Sprache die neue Standartsprache ist. Und genau das ist der Sprachwandel. Ein Sprachwandel findet also nur auf Grundlage von Sprachvarietäten statt.



Wir leben in einer Welt in der das VUCA-Modell in vielen Bereichen präsent ist. Grund dafür sind Auswirkungen der Globalisierung, Automatisierung, Vernetzung oder auch andere globale und regionale Herausforderungen. Das VUCA Modell oder auch das Leben in der VUCA Welt beruht auf 4 Bereichen. Diese Bereiche sind Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainity (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Diese vier Aspekte werden gerade in einer Welt der digitalen Massenmedien dauernd wichtig sein und essenziel um in dieser Welt zurecht zu kommen. Ein Beispiel ist die Corona Pandemie. Es gibt dauernd neue Richtungen in die sich die Lage verändern kann (Unbeständigkeit), es gibt viele verschiedene gute und auch schlechte Informationen über z.B Pandemie Maßnahmen, welche man zu solch einem komplexen Thema verarbeiten muss und auch nicht alle Informationen über z.B. Einschränkungen sind eindeutig (Unsicherheit und Komplexität und Mehrdeutigkeit). Um damit umzugehen, gibt es das 4K Modell. Dieses zeigt vier Kompetenzen um in der VUCA Welt zurecht zu kommen. Diese Kompetenzen sind Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation. Auf das Corona Beispiel angewandt kann man mithilfe der Kompetenzen über ein damals völlig neues Thema und neue Maßnahmen für die Gesellschaft selber auch Ideen entwickeln und hinterfragen. Außerdem sollte man mit anderen zusammen, über ein neues Thema nachdenken und das Gedachte auch mit anderen teilen können. Somit kommt man also mit dem VUCA und 4K Modell in einer digitalen Gesellschaft weiterhin gut zurecht.