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Seminar: [[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss]]  
 
Seminar: [[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss]]  
  
Meine Projekte: [[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Lyrik im thematischen Längsschnitt|Lyrik im thematischen Längsschnitt]]  
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Meine Projekte: [[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Dramenanalysen|Dramenanalysen]]
  
Mein Arbeitsschwerpunkt: zwei unterschiedliche Gedichte 
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'''inhaltliche Schwerpunkte:'''
  
*[[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Lyrik im thematischen Längsschnitt/Gedichte und Songtexte#Udo%20J.C3.BCrgens%3A%20Griechischer%20Wein%20.281974.29%20.5BBearbeiten.5D|Udo Jürgens: Griechischer Wein (1974)]]
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• es besteht ein Religionskonflikt zwischen Judentum, Christentum und Islam                                            —> Verhältnis der drei monotheistischen Religionen 
*[[Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss/Lyrik im thematischen Längsschnitt/Gedichte und Songtexte#Eva%20Strasser%3A%20Die%20Welt%20steht%20still%20.282020.29%20.5BBearbeiten.5D|Eva Strasser: Die Welt steht still (2020)]]
 
  
'''Griechischer Wein'''
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• Nathan der Weise ist ein Drama der Aufklärung, welches auf Kommunikation basiert, wobei Vernunft die Grundlage des menschlichen Handelns bildet 
  
<u>erster Eindruck:</u>
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'''Inhaltsangabe:''' 
  
Das erste Gedicht kenne ich als Schlager von meinen Eltern, weshalb ich es sehr interessant finde diesen näher zu analysieren, da ich nicht wusste, dass dieser einen politischen Hintergrund hat.
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Das Drama spielt in Jerusalem, während der Kreuzzüge, Ende des 12. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt herrschte ein großer Religionskonflikt zwischen den drei Weltreligionen Judentum, Christentum und dem Islam. Nachdem Nathan von seiner Geschäftsreise heim kommt, erfährt er von der Gesellschafterin Daja, dass es zu Hause einen Brand gab und seine Adoptivtochter Recha vom Tempelherrn aus Deutschland gerettet wurde. Recha glaubt sie habe ein Engel gerettet und möchte sich bei ihrem Retter persönlich bedanken, jedoch gegen den Willen Nathans, welcher anschließend den wahren Retter aufsucht. Ein Treffen mit dem Tempelherrn scheint anfangs allerdings unmöglich aufgrund der unterschiedlichen Religionen. Letztendlich tritt nach einem Gespräch mit Nathan nach der Frage Saladins, welche Weltreligion denn nun die Wahre sei, die Ringparabel über die drei Brüder hervor und mit der Weitergabe des Adressbuches an den Klosterbruder stellt sich ebenfalls heraus, dass die Hauptpersonen Recha und der Tempelherr Geschwister sind. Demnach zeigen sich dort überraschende Verwandtschaftsverhältnisse.  
  
Das Gedicht „Griechischer Wein“ wirkt auf mich eher traurig und emotional im Hinblick auf die eigene Heimat und das eigene Leben. Es zeigt die Liebe und Sehnsucht zur eigenen Heimatstadt.
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Zusammenfassend kann man folgende Kernaussagen für das Drama formulieren: Alle drei Weltreligionen können in einer Familie aufgefunden werden, alle Religionen sind quasi miteinander verwandt, weil sie einen gemeinsamen Ursprung haben. Jede Religion ist die wahre.  
  
<u>Inhaltsangabe:</u>
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'''Hat das Drama heute noch Aktualitätsbezug:'''   
  
In dem Gedicht „Griechischer Wein“ geht es um die Sehnsucht zur eigenen Heimatstadt. Das lyrische Ich beschreibt das Einleben in ein fremdes Land und die Fremdheitsgefühle die dies mit sich bringt von den Gastarbeitern dort. Diese haben Angst sich nie wieder zu Hause fühlen zu können.
+
Das Stück wird auch heute noch aufgeführt, denn es hat eine bedeutende Message durch die dort genannte Ringparabel, die bis heute noch einen Bezug zur Menschheit hat. Auch heute sind Religionskonflikte noch präsent und es wird weiter darüber diskutiert, ob es eine Rangfolge der Religionen gibt, obwohl wir uns im 20. Jahrhundert befinden und dementsprechend schon viel mehr über den Mensch und seinen Glauben wissen. Somit dient das Drama auch heute noch zur Aufklärung mit Hilfe von Vernunft und Toleranz.    
  
<u>Inhaltsanalyse:</u>
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'''Charakterisierung Nathan anhand der Szene 1.1:'''
  
Es ist dunkel als das lyrische Ich  eine Straße entlang ging. Es sieht ein Wirtshaus woraus Licht scheint. Es war kalt, weshalb es reinging (V.1-5). Im Wirtshaus sitzen Männer mit braunen Augen und schwarzen Haaren, welche südliche Musik hören und ihn einluden (V. 6-11). Ihm wird Griechischer Wein eingeschenkt und es wird traurig, da es an seine Heimat denken muss (V.12-17). Die Männer hören vertraute Lieder, trinken weiter ihren griechischen Wein und fühlen sich fremd in der Stadt wo sie gerade sind (V.20-24). Die Männer im Wirtshaus erzählen von der Natur, ihren Kinder und Frauen aus ihrer Heimat (V. 25-27). Sie erzählen außerdem, dass sie zurückgehen und mit ihrem Ersparten glücklich sein werden und nicht mehr darüber nachdenken müssen wie es hier einmal war (V.28-33).  
+
Die Hauptfigur Nathan ist Jude und ein sehr reicher Geschäftsmann, der wenig Wert auf materielle Dinge legt und zu Beginn des Dramas von einer Geschäftsreise aus Babylon nach Hause zurückkehrt (Vgl. V.2ff.). Er ist sehr fleißig und genau in seiner Arbeit, weshalb er sich genug Zeit nimmt, diese zu erledigen. Er lebt außerdem mit seiner Ziehtochter zusammen (Vgl. V.30f.), die er liebt und sich um sie sorgt (Vgl. V.20ff, V.27f.). Dies lässt sich daran erkennen, da er sich direkt nach ihr erkundigt, als er erfährt, dass sie in einem brennenden Haus war und in Lebensgefahr schwebte (Vgl. V.20ff.). Außerdem wohnt bei ihnen die Gesellschafterin Daja, die sich um Recha kümmern soll und zu der Nathan befehlend ist (Vgl. V.53f, V.57), woran sich zeigt, dass Nathan ein sehr selbstbewusster und eigenständiger Mann ist. Als Nathan von seinem abgebrannten Haus erfährt, ist ihm dies nicht weiter wichtig, sondern  er schlägt vor, ein neues Haus zu bauen (Vgl. V.17f.). Den Retter seiner Tochter (den Tempelherrn) aus dem brennenden Haus möchte er ebenfalls reich belohnen (Vgl. V. 92ff.), was erneut seine Großmütigkeit und auch Ehrlichkeit betont (Vgl. V.50). Des Weiteren ist Nathan ein gläubiger Jude (Vgl. V.53). Er ist nicht gerade naiv, er verhält sich überlegt und versetzt sich in andere Personen hinein, was für Empathie spricht (Vgl. V. 128ff.). Gegen Ende der ersten Szene wird deutlich, dass Nathan ebenfalls tolerant gegenüber anderen Religionen ist, da er den christlichen Retter Rechas suchen und herbringen möchte, welcher ja kein Jude ist (Vgl. V.160f.). Dies ist ebenfalls ein Beleg dafür, dass Nathan ein entschlossener und zielstrebiger Mann ist.
  
<u>Sprachanalyse:</u>
+
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nathan ein reicher Geschäftsmann mit Verstand und einem großen Vermögen ist, dem er allerdings keinen zu großen Wert zuschreibt, da er materielle Dinge nicht als sehr wichtig ansieht. Er ist ein ebenfalls ein sehr liebevoller Vater mit großem Herz, sorgt sich um seine Tochter und ist offen gegenüber anderer Weltreligionen, was ebenfalls eine positive Veranlagung beziehungsweise Eigenschaft  ist.
  
Das bedeutungsvollste sprachliche Bild zeigt sich als ein Vergleich in Vers zwölf und dreizehn  „Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde“. Der Griechische Wein soll hier einen Teil der eigenen Heimat von den griechischen Gastarbeitern darstellen. Das Blut der Erde ist also etwas Überlebens notwendiges, weshalb in diesem Kontext der Griechische Wein als eine sehr wichtige Verbindung zur eigenen Heimat dargestellt wird. 
+
'''Charakterisierung Nathans aus der Sicht von Daja:'''
  
<u>Formanalyse:</u>
+
Nathan ist laut Daja ein sehr beschäftigter und reicher Geschäftsmann, der sehr häufig und oft längere Zeit von zu Hause weg ist (Vgl. V.1ff.). Sie lobt jedoch seine Großmut (Vgl. V.55), welche ebenfalls mit viel Ehrlichkeit in Verbindung steht. Allerdings hält Daja es für ungut und nicht richtig, dass Nathan Recha als „seine“ Recha bezeichnet (Vgl. V.28ff.), da dies sehr besitzergreifend ist. Sie ist sich ihrer Unterlegenheit gegenüber Nathan stets bewusst und zweifelt auch nicht daran (Vgl. V.54ff.), jedoch möchte Nathan Dinge häufig mit Geschenken und materiellen Gütern lösen (Vgl. V.52ff.) , weshalb Daja oft nicht „normal“ mit ihm über Dinge oder Probleme reden kann, ohne unterbrochen zu werden.
  
Das Gedicht hat zwei sehr lange Strophen mit unterschiedlich vielen Versen. Zwischen diesen und am Ende des Gedichts kommt ein Refrain mit je dreizehn Versen vor. Dieser verdeutlicht nochmals die Sehnsucht der Gastarbeiter zur Heimatstadt. Es liegt ein freier Rhythmus vor und es gibt wechselnde Kadenzen, welche das Chaos und die Verlorenheit der Gastarbeiter im fremden Land nochmal verdeutlichen. In Vers zehn und elf befindet sich ein Paarreim „war“ und „sah“ und in Vers vierzehn und siebzehn ein Kreuzreim „ein“ und „ daheim“. Diese wirken beruhigend im Gegensatz zum Rest des Gedichts.
+
Somit lässt sich sagen, dass auch Nathan als Mensch nicht perfekt ist und positive sowie negative Seiten hat (Vgl. V.169), Daja jedoch generell weiß mit ihrer Unterlegenheit Nathans umzugehen und ihn trotzdem für seine Großmut, seine Ehrlichkeit und seinen liebevollen Umgang mit seiner Tochter Recha zu schätzen.
  
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'''Kommentar zu einer anderen Charakterisierung: (LoGNSG)'''
  
'''Die Welt steht still'''
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Deine Charakterisierung ist dir gut gelungen, du hast immer zu erkennen gegeben, woher du die Informationen hast, mit Belegen gearbeitet und auch viele Eigenschaften der Hauptfigur Nathan herausgearbeitet. Nur solltest du bei den Textbelegen aufpassen anstatt Zeilenangaben, Versangaben zu verwenden, da es  sich hier ja um ein Drama handelt.
  
<u>Erster Eindruck:</u>
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'''Inhaltliche und Sprachliche Analyse des Gesprächs zwischen Nathan und Recha (1.2):'''
  
Das Gedicht „Die Welt steht still“ spricht mich in einer Weise an, da die Welt meiner Meinung nach gerade auch teilweise durch die Corona Pandemie still steht und ich dies gut auf die jetzige Zeit beziehen und übertragen kann.
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Die Szene handelt von einem Gespräch zwischen Nathan, Recha und schließlich auch noch Daja. Anfangs treffen Nathan und Recha aufeinander und Recha erwartet eine Begrüßung ihres Vaters, nach all dem, was passiert ist (Vgl. V.169ff.). Anschließend erzählt sie ihm, sie habe ein wirklicher Engel gerettet und dass Gott dafür gelobt werden müsse (Vgl. V.186ff.). Nathan behauptet jedoch, dass jeder Retter ihr in solch einer lebensbedrohlichen Lage als Engel habe erscheinen müssen (Vgl. V.201ff.). Anschließend lehrt Nathan Recha des Wunderglaubens (Vgl. V.214ff.), wobei er aber von Daja unterbrochen wird, welche es für unsinnig hält Recha mit solchen „Subtilitäten“ zu überfordern (Vgl. V.225ff.). Recha schließt darauf, dass ihr Retter kein Tempelherr war, sondern dieser nur so schien (Vgl. V.237ff.), woraufhin Nathan Daja erklären lässt, dass der Tempelherr gefangen als Retter hergeschickt wurde, da er vom Saladin begnadigt wurde (Vgl. V.246ff.). Anschließend beginnt Recha ihr eigenes Denken zu hinterfragen, „wie hätte mich Nachts freiwillig denn einer retten können“ , wodurch das Gespräch mit Nathan sie des Wissens über Wunder gelehrt hat (Vgl. V.242ff. und V.277). So erläutert Nathan ebenfalls, dass es nicht darauf ankomme, sich Gott näher zu fühlen (Vgl. V.291f.), sondern stets gut zu handeln. Somit lehrt Nathan Recha des Wunderglaubens und diese lernt daraus, indem sie die Ablehnung des naiven Wunderglaubens zeigt und ihr eigenes Denken hinterfragt.    
  
Das Gedicht wirkt sehr aktuell und ist sehr gut auf die Corona Situation übertragbar. Es strahlt Trauer und eine gewisse Ruhe aus. Zudem ist es klar und deutlich geschrieben.
+
Nathan tritt hier als Lehrer und Erzieher auf, denn er lehrt Recha. Dabei stellt er viele rhetorische Fragen (Vgl. V.256), um Recha Wunder und gewisse Handlungen zu verdeutlichen. Er stellt ebenfalls viele Vergleiche an (Vgl. V.203). Mit all diesen Mitteln gelingt es Nathan Recha von  ihren Vorstellungen abzubringen, sie zu lehren und darüber weiter nachzudenken. Recha gibt nach, lässt dies zu und sieht schließlich ein, dass ihre Überlegungen nicht nur dazu dienen sollten, um Gott näher zu sein, sondern um menschlich zu Handeln.    
  
<u>Inhaltsangabe:</u>
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'''Schreiben und Leben - Brecht und Lessing im Vergleich'''   
  
In dem Gedicht wird das Leben und der Alltag durch die vielen Corona-Einschränkungen als „leer“ dargestellt. Es beschreibt leere Plätze in einer Stadt, da die Quarantäne vieles verändert hat. Es herrscht eine bedrückte Stille, da Menschen sowie Tiere von dem Corona-Virus beeinflusst werden. Es verändert die ganze Welt.
+
Vergleicht man Brecht und Lessing im Hinblick auf ihre Schreibsituation, so findet man einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede, wie die beiden ihr persönliches Leben literarisch verarbeitet haben.    
  
<u>Inhaltsanalyse:</u> 
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Beide Autoren waren in ihrer Freiheit des Schreibens eingeschränkt, da sie unter persönlich belastenden Umständen litten, weshalb ihre geschriebenen Dramen auch als Provokation dienen. Ebenfalls von Bedeutung war die Aufklärung ihres Publikums über politische Ereignisse und besonders bei Brecht über politische Machtverhältnisse, um ihr Publikum zum selbstständigen Denken und zur Herstellung von Leidenschaft anzuregen, aber auch zu unterhalten. Brecht war jedoch der Meinung, dass nicht alle Menschen moralisch gleich "gut" sind und besagt die Gesellschaft muss gut sein, erst dann ist man selber gut. Er setzt ebenfalls den Gebrauch des Verstandes als Voraussetzung voraus. Lessing jedoch ist der Meinung, dass alle Menschen gleich "gut" sind und man selbst gut sein muss, um die Gesellschaft zu verändern. Dies spiegelt sich auch in seinem Drama wieder, welches eine dynamische Handlung im Sinne der moralischen Entwicklung der Figuren beinhaltet. Er möchte sein Publikum Leidenschaft fühlen lassen und die Fähigkeiten fördern, welche zur Aufklärung dienen. Im Gegensatz zu Lessing, stellt Brechts Drama ein statisches Bild des Ist-Zustandes zu seiner Lebenszeit dar, welche die Exilsituation und den Verlust der Heimat wieder spiegelt. Brechts "Episches Theater" wird durch viele Verfremdungseffekte gestaltet und seine Antwort auf Lessings Utopie ist, der Fehler liege in der Realität im Menschen selbst. (ZoHNSG)
  
Zu Beginn des Gedichts beschreibt das Lyrische Ich die Welt aus einer anderen Perspektive und wie sie plötzlich still steht (V.1). Der Titel des Gedichts „Die Welt steht still“ scheint einem unmöglich vorstellbar, da die Welt sonst immer lebendig aktiv ist und wir sie nur in diesem Zustand kennen. Die Worte „gefrorene Ohnmacht“ (V.2) strahlen eine negative, kalte und bedrückende Stimmung aus. Zudem verdeutlicht die „unwirkliche Ruhe“ (V.3) die Stille und gibt einem das Gefühl von „Leere“. Die Situation wirkt außerdem auf die Tier- und Pflanzenwelt ein betrifft also auch die Natur (V.5,8) und die ganze Stadt (V.6-8), sowohl räumlich als auch menschlich betrachtet. Das Gedicht bezieht sich auf die aktuelle Corona-Pandemie, die die ganze Welt betrifft. Es soll zeigen, wie schwierig diese Zeit für alle ist und wie viel darunter gelitten hat, insbesondere die Menschheit. 
 
  
<u>Sprachanalyse:</u> 
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'''Bewertung der individuellen Verantwortung der Nebenfiguren für den Aufstieg des Arturo Ui'''
  
Das Gedicht „Die Welt steht still“ weist mehrere sprachliche Mittel auf. 
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''Leitgedanken:''
  
„Die Welt steht still“ (V.1) ist eine Personifikation, da nur der Mensch still stehen kann und die Welt immer in Bewegung ist, auch wenn man dies nur indirekt bemerkt. In Vers 2 befindet sich eine Metapher „gefrorene Ohnmacht“, die die plötzliche Stille, Kälte und das „eingefrorene Leben“ verdeutlicht. Die „unwirkliche Ruhe“ (V.3) zeigt nochmals die unrealistische Stille und gibt einem das Gefühl von Leere. „Die Vögel begehen Selbstmord“ (V.5) ist eine Metapher, die die Verzweiflung und die erschreckenden Auswirkungen auf Mensch und Natur nochmals hervorhebt. Sogar die „Mauern“ (V.6) die normalerweise zum Schutz der Menschen in einer Stadt dienen brechen in sich zusammen (Vgl. V.6) worunter die ganze Stadt leidet. „Die Stadt ist eine Wüste (V.7) ist ebenfalls eine Metapher, die die Auswirkungen der zerstörten Stadt zeigt, da nun viele Gebäude und Plätze leer sind und dies ähnlich eintönig, wie der Sand in der Wüste ist. Im letzten Vers stehen die gebrochenen Blumen (Vgl.V.8) als eine Metapher für die Menschen, deren Seelen verletzt und deren Herzen gebrochen sind. Dies verdeutlicht die starke Verletzlichkeit der Menschen. Das Gedicht enthält viele negativ konjugierte Wörter wie „gefroren“ (V.2) und „Selbstmord“ (V.5) und zudem viele Substantive. Es zeigt sich außerdem kein Lyrisches Ich und es wurden nur Aussagesätze verwendet.   
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*''Dramentitel (Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui)''
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*''Missbrauch oder Missachtung der eigenen Macht/Verantwortung?''
  
<u>Formanalyse:</u>
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Im Gesamtbild tragen alle Nebenfiguren in gewisser Weise mehr oder weniger dazu bei, das Arturo Ui an die Macht kommt. Allerdings passiert dies bei den einzelnen Figuren auf unterschiedliche Art und Weise, wie zum Beispiel durch Unachtsamkeit, zum eigenen Schutz, aus Unbewusstheit oder aber auch zum eigenen Vorteil im persönlichen oder wirtschaftlichen Bereich. Außerdem repräsentieren die Nebenfiguren des Dramas die Weimarer Gesellschaft, denn jede einzelne Figur spiegelt einen Teil dieser Gesellschaft wieder.
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Ein Beispiel dafür ist O´Casey, der Leiter der Ermittlungen gegen Dogsborough. Er vertritt die Justiz als Richter und repräsentiert somit die Judikative.
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Hook hingegen ist ein Gemüsehändler, der den Leiter des Reichstages, also die Regierung in der Weimarer Republik darstellt und somit die Legislative repräsentiert.
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Des Weiteren gibt es noch Ignatius Dullfeet, der die Presse aufgrund seiner öffentlichen Meinung darstellt, da er sich im Drama gegen Ui wendet.
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So haben auch alle weiteren Nebenfiguren eine bestimmte Rolle, welche auf die Weimarer Gesellschaft zurückzuführen ist. Der Titel des Dramas zeigt, dass der Aufstieg Uis auch aufgehalten beziehungsweise gestoppt werden kann, somit wird er ja wiederum auch in gewisser Weise angetrieben, was zum Teil durch die Nebenfiguren passiert, weshalb sie alle eine gewisse Macht besitzen, Uis Aufstieg beizutragen. 
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'''Charakterisierung der Karfiolleute:'''
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Flake —> Leiter des Gesprächs (S.10,14,18)
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Clark—> negative/pessimistische Einstellung (S.11 „Das Karfiolgeschäft ist in dieser Stadt aus.“)
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Caruther —> agiert auf sehr direkte Art und Weise und vertritt seine Meinung (S.10,12,13)
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Butcher —> optimistisch (S.11) —> gegensätzliche Einstellung zu Clark
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Mulberry —> vorlaut, direkt (S.12)
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Sheet —> handelt selbstständig und bedacht (S.18)
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'''Beurteilung der wirtschaftlichen Lage:'''
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* finanzielle, schlechte Lage —> Schwierigkeiten im Karfiolhandel
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* (S.11) „Das Karfiolgeschäft in dieser Stadt ist aus.“
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* (S.12) „Der Karfiol verfault uns.“ —> keine Kunden
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* Stadtanleih wird benötigt (S.13) —> finanzielle Probleme
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'''Verhalten gegenüber Ui:'''
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* empfinden ihn als „unverschämt“ (S.12) und „kurios“ (S.12), da er nur Geschäftsverbindungen sucht
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* wollen ihn höflich rausschmeißen (S.12)
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* machen sich über seinen Plan lustig (S.12)
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'''Bewertung des Dogsborough:'''
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* will damit nix zu tun haben und weigert sich eine Stadtanleih zu vergeben (S.13)
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* ist undankbar (S.13) „Bevor er in die Politik ging aß er das Brot des Trusts! er ist ein schwarzer Undank!“
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* redet sich raus (S.14)
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* er ist ehrlich und ein guter Mann (S.14)
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* er denkt an seinen Ruf (S.15)
  
Das Gedicht hat eine Strophe mit acht Versen. Es hat keinen durchgehend gleichen Rhythmus, weshalb ein freier Rhythmus vorliegt. Dieser zeigt wie ungewiss und durcheinander das Leben dort ist. Es liegt zudem kein eindeutiges Reimschema vor, was außerdem das Chaos auf der ganzen Welt verdeutlicht. Die Kadenzen sind jeweils abwechselnd männlich und weiblich (vgl. V.1-4), jedoch sehr unregelmäßig (vgl. V.5-8), da auch keine Reime vorhanden sind. Dadurch zeigt sich nochmals das Durcheinander auf der Welt.
 
  
  

Aktuelle Version vom 1. März 2022, 19:23 Uhr

Benutzer:ZoHNSG

Schule: Nelly-Sachs-Gymnasium

Seminar: Nelly-Sachs-Gymnasium Neuss

Meine Projekte: Dramenanalysen

inhaltliche Schwerpunkte:

• es besteht ein Religionskonflikt zwischen Judentum, Christentum und Islam —> Verhältnis der drei monotheistischen Religionen

• Nathan der Weise ist ein Drama der Aufklärung, welches auf Kommunikation basiert, wobei Vernunft die Grundlage des menschlichen Handelns bildet

Inhaltsangabe:

Das Drama spielt in Jerusalem, während der Kreuzzüge, Ende des 12. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt herrschte ein großer Religionskonflikt zwischen den drei Weltreligionen Judentum, Christentum und dem Islam. Nachdem Nathan von seiner Geschäftsreise heim kommt, erfährt er von der Gesellschafterin Daja, dass es zu Hause einen Brand gab und seine Adoptivtochter Recha vom Tempelherrn aus Deutschland gerettet wurde. Recha glaubt sie habe ein Engel gerettet und möchte sich bei ihrem Retter persönlich bedanken, jedoch gegen den Willen Nathans, welcher anschließend den wahren Retter aufsucht. Ein Treffen mit dem Tempelherrn scheint anfangs allerdings unmöglich aufgrund der unterschiedlichen Religionen. Letztendlich tritt nach einem Gespräch mit Nathan nach der Frage Saladins, welche Weltreligion denn nun die Wahre sei, die Ringparabel über die drei Brüder hervor und mit der Weitergabe des Adressbuches an den Klosterbruder stellt sich ebenfalls heraus, dass die Hauptpersonen Recha und der Tempelherr Geschwister sind. Demnach zeigen sich dort überraschende Verwandtschaftsverhältnisse.

Zusammenfassend kann man folgende Kernaussagen für das Drama formulieren: Alle drei Weltreligionen können in einer Familie aufgefunden werden, alle Religionen sind quasi miteinander verwandt, weil sie einen gemeinsamen Ursprung haben. Jede Religion ist die wahre.

Hat das Drama heute noch Aktualitätsbezug:

Das Stück wird auch heute noch aufgeführt, denn es hat eine bedeutende Message durch die dort genannte Ringparabel, die bis heute noch einen Bezug zur Menschheit hat. Auch heute sind Religionskonflikte noch präsent und es wird weiter darüber diskutiert, ob es eine Rangfolge der Religionen gibt, obwohl wir uns im 20. Jahrhundert befinden und dementsprechend schon viel mehr über den Mensch und seinen Glauben wissen. Somit dient das Drama auch heute noch zur Aufklärung mit Hilfe von Vernunft und Toleranz.

Charakterisierung Nathan anhand der Szene 1.1:

Die Hauptfigur Nathan ist Jude und ein sehr reicher Geschäftsmann, der wenig Wert auf materielle Dinge legt und zu Beginn des Dramas von einer Geschäftsreise aus Babylon nach Hause zurückkehrt (Vgl. V.2ff.). Er ist sehr fleißig und genau in seiner Arbeit, weshalb er sich genug Zeit nimmt, diese zu erledigen. Er lebt außerdem mit seiner Ziehtochter zusammen (Vgl. V.30f.), die er liebt und sich um sie sorgt (Vgl. V.20ff, V.27f.). Dies lässt sich daran erkennen, da er sich direkt nach ihr erkundigt, als er erfährt, dass sie in einem brennenden Haus war und in Lebensgefahr schwebte (Vgl. V.20ff.). Außerdem wohnt bei ihnen die Gesellschafterin Daja, die sich um Recha kümmern soll und zu der Nathan befehlend ist (Vgl. V.53f, V.57), woran sich zeigt, dass Nathan ein sehr selbstbewusster und eigenständiger Mann ist. Als Nathan von seinem abgebrannten Haus erfährt, ist ihm dies nicht weiter wichtig, sondern er schlägt vor, ein neues Haus zu bauen (Vgl. V.17f.). Den Retter seiner Tochter (den Tempelherrn) aus dem brennenden Haus möchte er ebenfalls reich belohnen (Vgl. V. 92ff.), was erneut seine Großmütigkeit und auch Ehrlichkeit betont (Vgl. V.50). Des Weiteren ist Nathan ein gläubiger Jude (Vgl. V.53). Er ist nicht gerade naiv, er verhält sich überlegt und versetzt sich in andere Personen hinein, was für Empathie spricht (Vgl. V. 128ff.). Gegen Ende der ersten Szene wird deutlich, dass Nathan ebenfalls tolerant gegenüber anderen Religionen ist, da er den christlichen Retter Rechas suchen und herbringen möchte, welcher ja kein Jude ist (Vgl. V.160f.). Dies ist ebenfalls ein Beleg dafür, dass Nathan ein entschlossener und zielstrebiger Mann ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nathan ein reicher Geschäftsmann mit Verstand und einem großen Vermögen ist, dem er allerdings keinen zu großen Wert zuschreibt, da er materielle Dinge nicht als sehr wichtig ansieht. Er ist ein ebenfalls ein sehr liebevoller Vater mit großem Herz, sorgt sich um seine Tochter und ist offen gegenüber anderer Weltreligionen, was ebenfalls eine positive Veranlagung beziehungsweise Eigenschaft ist.

Charakterisierung Nathans aus der Sicht von Daja:

Nathan ist laut Daja ein sehr beschäftigter und reicher Geschäftsmann, der sehr häufig und oft längere Zeit von zu Hause weg ist (Vgl. V.1ff.). Sie lobt jedoch seine Großmut (Vgl. V.55), welche ebenfalls mit viel Ehrlichkeit in Verbindung steht. Allerdings hält Daja es für ungut und nicht richtig, dass Nathan Recha als „seine“ Recha bezeichnet (Vgl. V.28ff.), da dies sehr besitzergreifend ist. Sie ist sich ihrer Unterlegenheit gegenüber Nathan stets bewusst und zweifelt auch nicht daran (Vgl. V.54ff.), jedoch möchte Nathan Dinge häufig mit Geschenken und materiellen Gütern lösen (Vgl. V.52ff.) , weshalb Daja oft nicht „normal“ mit ihm über Dinge oder Probleme reden kann, ohne unterbrochen zu werden.

Somit lässt sich sagen, dass auch Nathan als Mensch nicht perfekt ist und positive sowie negative Seiten hat (Vgl. V.169), Daja jedoch generell weiß mit ihrer Unterlegenheit Nathans umzugehen und ihn trotzdem für seine Großmut, seine Ehrlichkeit und seinen liebevollen Umgang mit seiner Tochter Recha zu schätzen.

Kommentar zu einer anderen Charakterisierung: (LoGNSG)

Deine Charakterisierung ist dir gut gelungen, du hast immer zu erkennen gegeben, woher du die Informationen hast, mit Belegen gearbeitet und auch viele Eigenschaften der Hauptfigur Nathan herausgearbeitet. Nur solltest du bei den Textbelegen aufpassen anstatt Zeilenangaben, Versangaben zu verwenden, da es sich hier ja um ein Drama handelt.

Inhaltliche und Sprachliche Analyse des Gesprächs zwischen Nathan und Recha (1.2):

Die Szene handelt von einem Gespräch zwischen Nathan, Recha und schließlich auch noch Daja. Anfangs treffen Nathan und Recha aufeinander und Recha erwartet eine Begrüßung ihres Vaters, nach all dem, was passiert ist (Vgl. V.169ff.). Anschließend erzählt sie ihm, sie habe ein wirklicher Engel gerettet und dass Gott dafür gelobt werden müsse (Vgl. V.186ff.). Nathan behauptet jedoch, dass jeder Retter ihr in solch einer lebensbedrohlichen Lage als Engel habe erscheinen müssen (Vgl. V.201ff.). Anschließend lehrt Nathan Recha des Wunderglaubens (Vgl. V.214ff.), wobei er aber von Daja unterbrochen wird, welche es für unsinnig hält Recha mit solchen „Subtilitäten“ zu überfordern (Vgl. V.225ff.). Recha schließt darauf, dass ihr Retter kein Tempelherr war, sondern dieser nur so schien (Vgl. V.237ff.), woraufhin Nathan Daja erklären lässt, dass der Tempelherr gefangen als Retter hergeschickt wurde, da er vom Saladin begnadigt wurde (Vgl. V.246ff.). Anschließend beginnt Recha ihr eigenes Denken zu hinterfragen, „wie hätte mich Nachts freiwillig denn einer retten können“ , wodurch das Gespräch mit Nathan sie des Wissens über Wunder gelehrt hat (Vgl. V.242ff. und V.277). So erläutert Nathan ebenfalls, dass es nicht darauf ankomme, sich Gott näher zu fühlen (Vgl. V.291f.), sondern stets gut zu handeln. Somit lehrt Nathan Recha des Wunderglaubens und diese lernt daraus, indem sie die Ablehnung des naiven Wunderglaubens zeigt und ihr eigenes Denken hinterfragt.

Nathan tritt hier als Lehrer und Erzieher auf, denn er lehrt Recha. Dabei stellt er viele rhetorische Fragen (Vgl. V.256), um Recha Wunder und gewisse Handlungen zu verdeutlichen. Er stellt ebenfalls viele Vergleiche an (Vgl. V.203). Mit all diesen Mitteln gelingt es Nathan Recha von ihren Vorstellungen abzubringen, sie zu lehren und darüber weiter nachzudenken. Recha gibt nach, lässt dies zu und sieht schließlich ein, dass ihre Überlegungen nicht nur dazu dienen sollten, um Gott näher zu sein, sondern um menschlich zu Handeln.

Schreiben und Leben - Brecht und Lessing im Vergleich

Vergleicht man Brecht und Lessing im Hinblick auf ihre Schreibsituation, so findet man einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede, wie die beiden ihr persönliches Leben literarisch verarbeitet haben.

Beide Autoren waren in ihrer Freiheit des Schreibens eingeschränkt, da sie unter persönlich belastenden Umständen litten, weshalb ihre geschriebenen Dramen auch als Provokation dienen. Ebenfalls von Bedeutung war die Aufklärung ihres Publikums über politische Ereignisse und besonders bei Brecht über politische Machtverhältnisse, um ihr Publikum zum selbstständigen Denken und zur Herstellung von Leidenschaft anzuregen, aber auch zu unterhalten. Brecht war jedoch der Meinung, dass nicht alle Menschen moralisch gleich "gut" sind und besagt die Gesellschaft muss gut sein, erst dann ist man selber gut. Er setzt ebenfalls den Gebrauch des Verstandes als Voraussetzung voraus. Lessing jedoch ist der Meinung, dass alle Menschen gleich "gut" sind und man selbst gut sein muss, um die Gesellschaft zu verändern. Dies spiegelt sich auch in seinem Drama wieder, welches eine dynamische Handlung im Sinne der moralischen Entwicklung der Figuren beinhaltet. Er möchte sein Publikum Leidenschaft fühlen lassen und die Fähigkeiten fördern, welche zur Aufklärung dienen. Im Gegensatz zu Lessing, stellt Brechts Drama ein statisches Bild des Ist-Zustandes zu seiner Lebenszeit dar, welche die Exilsituation und den Verlust der Heimat wieder spiegelt. Brechts "Episches Theater" wird durch viele Verfremdungseffekte gestaltet und seine Antwort auf Lessings Utopie ist, der Fehler liege in der Realität im Menschen selbst. (ZoHNSG)


Bewertung der individuellen Verantwortung der Nebenfiguren für den Aufstieg des Arturo Ui

Leitgedanken:

  • Dramentitel (Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui)
  • Missbrauch oder Missachtung der eigenen Macht/Verantwortung?

Im Gesamtbild tragen alle Nebenfiguren in gewisser Weise mehr oder weniger dazu bei, das Arturo Ui an die Macht kommt. Allerdings passiert dies bei den einzelnen Figuren auf unterschiedliche Art und Weise, wie zum Beispiel durch Unachtsamkeit, zum eigenen Schutz, aus Unbewusstheit oder aber auch zum eigenen Vorteil im persönlichen oder wirtschaftlichen Bereich. Außerdem repräsentieren die Nebenfiguren des Dramas die Weimarer Gesellschaft, denn jede einzelne Figur spiegelt einen Teil dieser Gesellschaft wieder.

Ein Beispiel dafür ist O´Casey, der Leiter der Ermittlungen gegen Dogsborough. Er vertritt die Justiz als Richter und repräsentiert somit die Judikative.

Hook hingegen ist ein Gemüsehändler, der den Leiter des Reichstages, also die Regierung in der Weimarer Republik darstellt und somit die Legislative repräsentiert.

Des Weiteren gibt es noch Ignatius Dullfeet, der die Presse aufgrund seiner öffentlichen Meinung darstellt, da er sich im Drama gegen Ui wendet.

So haben auch alle weiteren Nebenfiguren eine bestimmte Rolle, welche auf die Weimarer Gesellschaft zurückzuführen ist. Der Titel des Dramas zeigt, dass der Aufstieg Uis auch aufgehalten beziehungsweise gestoppt werden kann, somit wird er ja wiederum auch in gewisser Weise angetrieben, was zum Teil durch die Nebenfiguren passiert, weshalb sie alle eine gewisse Macht besitzen, Uis Aufstieg beizutragen.

Charakterisierung der Karfiolleute:

Flake —> Leiter des Gesprächs (S.10,14,18)

Clark—> negative/pessimistische Einstellung (S.11 „Das Karfiolgeschäft ist in dieser Stadt aus.“)

Caruther —> agiert auf sehr direkte Art und Weise und vertritt seine Meinung (S.10,12,13)

Butcher —> optimistisch (S.11) —> gegensätzliche Einstellung zu Clark

Mulberry —> vorlaut, direkt (S.12)

Sheet —> handelt selbstständig und bedacht (S.18)

Beurteilung der wirtschaftlichen Lage:

  • finanzielle, schlechte Lage —> Schwierigkeiten im Karfiolhandel
  • (S.11) „Das Karfiolgeschäft in dieser Stadt ist aus.“
  • (S.12) „Der Karfiol verfault uns.“ —> keine Kunden
  • Stadtanleih wird benötigt (S.13) —> finanzielle Probleme

Verhalten gegenüber Ui:

  • empfinden ihn als „unverschämt“ (S.12) und „kurios“ (S.12), da er nur Geschäftsverbindungen sucht
  • wollen ihn höflich rausschmeißen (S.12)
  • machen sich über seinen Plan lustig (S.12)

Bewertung des Dogsborough:

  • will damit nix zu tun haben und weigert sich eine Stadtanleih zu vergeben (S.13)
  • ist undankbar (S.13) „Bevor er in die Politik ging aß er das Brot des Trusts! er ist ein schwarzer Undank!“
  • redet sich raus (S.14)
  • er ist ehrlich und ein guter Mann (S.14)
  • er denkt an seinen Ruf (S.15)


Betreut durch: MaFlo